Visionen und Symbole
Sri Aurobindo
Vision ist nicht ausreichend; man muss das werden, was man im Innern sieht.
– Sri Aurobindo
Teil 1 VISIONEN, KLÄNGE, DÜFTE UND AROMEN
Kapitel 1
Der Wert von Visionen
Vision, Erfahrung und Verwirklichung
Wenn du Licht siehst, dann ist es eine Vision; wenn du fühlst, dass Licht in dich eintritt, ist es eine Erfahrung; wenn Licht sich in dir festigt und Erleuchtung und Wissen bringt, ist es eine Verwirklichung. Im Allgemeinen aber werden auch Visionen Erfahrungen genannt.
Manchmal wird eine Erfahrung von einer Vision begleitet und ist gleichsam ihre visuelle Wiedergabe oder Begleiterscheinung, die Erfahrung selbst jedoch ist eine Sache für sich.
Vision ist etwas, das im bewussten Zustand gesehen wird (ob mit geschlossenen oder offenen Augen) und das nicht der physischen Ebene angehört. Im „bewussten Zustand“ schließe ich das Bewusstsein von Samadhi ein, wenn man sich der äußeren Dinge nicht bewusst ist, aber der Dinge, die im Inneren vor sich gehen.
Erfahrung ist ein weit gefasster Begriff, der fast alles umfasst, was sich im inneren Bewusstsein abspielt – in der Regel bezeichnet er entweder ein spirituelles Geschehen, z.B. das Herabsteigen des Friedens, das Gefühl der Gegenwart der Mutter, oder eine okkulte Erfahrung, z.B. ein Hinübergehen in die anderen Welten im Traum und das Sehen und Tun von Dingen dort. Es gibt Tausende von verschiedenen Arten von Erfahrungen. Visionen sind eine besondere Art von Erfahrung, bei der das innere Auge aktiv ist.
Visionen kommen nicht von der spirituellen Ebene – sie kommen vom feinstofflichen Physischen, vom Vital, vom Mental, von der Seele oder den Ebenen über dem Mental. Was von der spirituellen Ebene kommt, sind Erfahrungen des Göttlichen, zum Beispiel des Selbstes allenthalben, des Göttlichen in allen, und so weiter.
Der Unendliche ist in allen Dingen und kann durch sie hindurch gesehen werden, wenn sich die Vision öffnet.
Wenn sich jemand tief nach innen wendet, kann er Visionen haben, ein anderer kann ein tieferes Bewusstsein erlangen und keine Visionen sehen und so weiter. Das Ergebnis ist verschieden, wie die menschliche Natur.
Ja, das höhere Bewusstsein kann auf die Mental-Ebene herabkommen und Frieden bringen, Weite, das kosmische Bewusstsein sowie die Verwirklichung des Göttlichen, den Sinn für die kosmischen Kräfte und andere Dinge, ohne dass irgendein Aufreißen des Schleiers durch die innere Schau stattfindet. Bei den meisten Menschen aber kommt im Allgemeinen die innere Schau zuerst.
Ich sprach von der Verwirklichung des Göttlichen im Mental. Wenn die volle Verwirklichung stattfinden soll, ist das Zerreißen des Schleiers unerlässlich.
Im Allgemeinen gehen Visionen den Verwirklichungen voran, in gewisser Weise bereiten sie sie vor.
Visionen und Stimmen haben ihren Platz, wenn es echte Visionen und wahre Stimmen sind. Selbstverständlich sind sie keine Verwirklichungen, sondern nur Schritte auf dem Weg, und man darf sich von ihnen nicht einschließen lassen oder alle als wertvoll betrachten.
Die Vision höherer Ebenen oder die Vorstellung von dem, was sie darstellen, kann man lange vor der Umwandlung haben. Wenn das nicht möglich wäre, wie sollte die Umwandlung stattfinden – die niedere Natur kann sich nicht selbst wandeln, sie wandelt sich durch die wachsende Schau, die Wahrnehmung, die Herabkunft des höheren Bewusstseins, das den höheren Ebenen angehört. Durch Aspiration, durch ein zunehmendes Sich-Öffnen können diese Visionen und Wahrnehmungen zu kommen beginnen – die Verwirklichung kommt später.
Die Wahrnehmung überphysischer Dinge
Nein, es war weder optische Illusion noch Halluzination, weder Zufall noch Autosuggestion, noch sonst einer der schwerfälligen und inhaltslosen vielsilbigen Begriffe, mit deren Hilfe die Naturwissenschaft das wissenschaftlich Unerklärbare wegzuerklären versucht oder, besser gesagt, eine Erklärung umgeht. In diesen Dingen tut der Naturwissenschaftler stets das, wofür er den Nichtfachmann tadelt, wenn letzterer ohne Untersuchung, Experiment oder gesichertes Wissen das Gesetz von Dingen festlegt, über die er sich zutiefst in Unwissenheit befindet, einfach indem er eine Theorie oder a priori-Idee seines eigenen Mentals entwickelt und sie als Etikett auf die unerklärte Sache klebt.
Es gibt, wie ich dir sagte, einen ganzen Bereich oder viele unerschöpfliche Bereiche von Sinnen-Phänomenen, die sich von den äußeren physischen unterscheiden und deren man sich bewusst werden, die man sehen, hören, fühlen, riechen, berühren und „geistig kontakten“ kann – um den neu eingeführten Amerikanismus zu gebrauchen –, sei es in der Trance oder im Schlaf oder in einem inneren, fälschlicherweise als Schlaf bezeichneten Zustand oder einfach und leicht im Wachzustand. Diese Fähigkeit, überphysische Dinge innerlich zu fühlen oder sie sozusagen nach außen zu übertragen, damit sie für das äußere Auge und Ohr, sogar die äußere Berührung sichtbar, hörbar und fühlbar werden, genauso wie grobe physische Objekte – diese Veranlagung oder Gabe ist keine Grille oder Abnormität; es ist eine universale Veranlagung, die in allen menschlichen Wesen vorhanden ist, in den meisten jedoch latent, in einigen nur selten oder mit Unterbrechungen wirksam, in anderen wie durch Zufall vorkommend, aber nur in wenigen häufig oder normal wirksam. Doch so wie jeder mit einiger Übung die Naturwissenschaft erlernen und Dinge tun kann, die seinen Vorvätern wie Wunder erschienen wären, ebenso kann beinahe jeder, wenn er will, mit ein wenig Konzentration und Übung die Veranlagung der überphysischen Schau entwickeln. Wenn man den Yoga beginnt, ist sie oft, wenn auch nicht ausnahmslos – bei manchen ist es schwierig –, eine der ersten Veranlagungen, die aus ihrem latenten Zustand heraustritt und sich offenbart, meist ohne jede Bemühung, Absicht oder vorherige Kenntnis von seiten des Sadhaks. Sie kommt leichter bei geschlossenen als bei geöffneten Augen, kann aber auf beide Arten kommen. Das erste Anzeichen ihres Sich-Öffnens in der äußerlichen Form besteht oft darin, dass man Funken oder kleine leuchtende Punkte, Formen usw. sieht, was auch deine erste Berührung mit der Sache war; ein zweites ist, recht häufig und völlig mühelos runde, leuchtende Objekte zu sehen, die einem Stern gleichen; Farben zu sehen, ist eine dritte anfängliche Erfahrung, die aber nicht immer in dieser Reihenfolge stattfinden. Die indischen Yogis wenden zur Entwicklung dieser Fähigkeit sehr oft die Methode des tratak an, das heißt, die innere Schau auf einen einzelnen Punkt oder ein Objekt zu konzentrieren, vorzugsweise ein leuchtendes Objekt. Dein Betrachten eines Sterns war genaugenommen eine Übung in tratak und hatte die Auswirkung, die jeder indische Yogi dir als normal beschrieben hätte. Denn all dies ist keine Einbildung oder Täuschung, sondern Teil einer okkulten Wissenschaft, wie sie in historischen und prähistorischen Zeitaltern in allen Ländern praktiziert wurde; es war immer bekannt, dass sie in ihren Ergebnissen nicht etwa autosuggestiv oder halluzinatorisch ist, sondern nachweisbar und glaubwürdig, wenn man den Schlüssel zu finden vermag. Dein Skeptizismus mag für einen „modernen“ Menschen, der sich in diese Dinge der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vertieft, natürlich sein, er ist aber nicht gerechtfertigt, da er ganz offensichtlich den beobachteten Tatsachen nicht angemessen ist; wenn du aber einmal die innere Schau hattest, solltest du dich als erstes von dieser völlig schalen Pseudo-Wissenschaft freimachen, diesem nutzlosen Versuch, überphysische Dinge mit physikalischen Erklärungen zu versehen, und den einzig vernünftigen Weg einschlagen. Entwickle die Macht, sammle mehr und mehr Erfahrung, entwickle das Bewusstsein, durch das diese Dinge kommen; in dem Maß, wie sich das Bewusstsein entwickelt, wirst du zu verstehen beginnen und intuitiv die Bedeutung begreifen. Wenn du dich aber auch wissenschaftlich damit befassen willst, dann lerne und wende die okkulte Wissenschaft an, die sich allein mit überphysischen Phänomenen auseinandersetzen kann. Was sich dir zeigte, waren nicht bloß merkwürdige Phänomene, nicht nur ein symbolischer Ausdruck, sondern Dinge, die von beträchtlicher Wichtigkeit sind.
Entwickle diese Veranlagung des inneren Sinns und alles, was sie mit sich bringt. Diese ersten Visionen berühren nur einen Grenzbereich – dahinter liegen ganze Welten der Erfahrung, die das ausfüllen, was dem durchschnittlichen Menschen der Zwischenraum (die innere Leere deines Russell) zwischen dem Erdbewusstsein und dem Ewigen und Unendlichen zu sein scheint.
Die Bedeutung von Visionen
Alle Visionen haben eine Bedeutung der einen oder anderen Art. Diese Fähigkeit der inneren Schau ist für den Yoga sehr wichtig und sollte nicht zurückgewiesen werden, wenngleich sie nicht das Wichtigste ist – denn das Wichtigste ist die Wandlung des Bewusstseins. Alle anderen Fähigkeiten, wie die der inneren Schau, sollten ohne Verhaftetsein als zum Yoga gehörig und für ihn förderlich entwickelt werden.
Die einzelnen Dinge, die man sieht, mögen unwichtig sein, aber die Kraft des Sehens ist von Bedeutung und kann eine große Hilfe im Yoga sein. Sie ermöglicht es, Dinge zu sehen, die zu anderen Ebenen gehören (andere als die physische) und Wissen zu erlangen, das für Sadhana nützlich ist - auch um konkreten Kontakt mit der Mutter in diesen Ebenen (mentale, vitale, seelische Welten) usw. zu haben.
Visionen kommen von allen Ebenen, sind von aller Art und haben unterschiedlichen Wert. Manche sind sehr wertvoll und wichtig, andere sind ein Spiel des Mentals oder Vitals und taugen nur für ihren eigenen bestimmen Zweck, wiederum andere sind Gestaltungen des Mentals und der vitalen Ebene, von denen einige eine Wahrheit enthalten können, während andere falsch und irreführend sind, oder aber etwas Künstliches dieser Ebene darstellen. Sie können von beträchtlicher Wichtigkeit in der Entwicklung des anfänglichen yogischen Bewusstseins sein, jener [Entwicklung] des inneren Mentals, des inneren Vitals, des inneren Physischen, oder auch für ein okkultes Verstehen des Universums. Wirkliche Visionen – ich meine solche, die uns innere Wirklichkeiten aufzeigen – können den spirituellen Fortschritt fördern: man kann zum Beispiel Krishna treffen, mit ihm sprechen und seine Stimme in einer inneren „wirklichen“ Vision hören, die durchaus genauso wirklich ist wie irgend etwas der äußeren Ebene. Nur sein Bild zu sehen, ist nicht das gleiche, genauso wenig wie es das gleiche ist, sein Bild an der Wand zu betrachten und ihn in persona zu treffen. Aber das Bild an der Wand braucht für das spirituelle Leben nicht nutzlos zu sein. Alles, was man dazu sagen kann ist, sich nicht zu sehr an diese Gabe und was sie uns vermittelt zu klammem; es ist aber ebensowenig notwendig, sie herabzusetzen. Sie hat ihren Wert und manchmal einen beträchtlichen spirituellen Nutzen. Aber natürlich ist sie nicht das Höchste – das Höchste ist die Verwirklichung, die Fühlungnahme, die Einung mit dem Göttlichen, bhakti, die Wandlung der Wesensart usw..
Visionen und Erfahrungen (besonders Erfahrungen) sind schon recht; du kannst aber nicht erwarten, dass sich jede Vision in eine entsprechende physische Tatsache umsetzt. Einige tun es, die Mehrzahl tut es nicht, andere gehören gänzlich dem überphysischen an und weisen auf Wirklichkeiten, Möglichkeiten oder Neigungen hin, die von dorther stammen. Inwieweit diese das Leben beeinflussen oder sich in ihm verwirklichen werden oder ob sie es überhaupt tun, hängt von der Art der Vision ab, von der Macht in ihr, manchmal auch von dem Willen oder der gestaltenden Fähigkeit des Schauenden.
Die Menschen halten Visionen für die eine wichtige Sache, da sie ein Schlüssel sind (es gibt andere), um mit anderen Welten, inneren Welten und allem, was es dort gibt, Kontakt aufzunehmen; diese Welten sind Bereiche von ungeheurer Fülle, die jene der gegenwärtigen physischen Ebene weit überschreitet. Man tritt in ein größeres, freieres Selbst und eine größere, plastischere Welt ein; natürlich vermitteln individuelle Visionen nur einen Kontakt und nicht einen wirklichen Eintritt; die Fähigkeit der Vision aber, begleitet von der Fähigkeit anderer feinstofflicher Sinne (Hören, Berührung, usw.), verschafft in dem Maße, wie sie sich entfaltet, tatsächlich diesen Eintritt. Diese Dinge haben nicht die Wirkung einer bloßen Fantasie (wie die eines Dichters oder Künstlers, obwohl auch diese durchaus stark sein kann), sondern bringen, wenn man sie voll auswertet, ein beständiges Wachsen des Wesens und Bewusstseins sowie seiner Fülle der Erfahrung und seines Gesichtskreises mit sich.
Die Menschen schätzen die Fähigkeit der inneren Schau auch aus einem wichtigeren Grund als diesem: sie kann eine erste Fühlungnahme mit dem Göttlichen in seinen Formen und Mächten verschaffen; sie kann der Beginn einer Gemeinschaft mit dem Göttlichen sein, eines Wahrnehmens jener Stimme, die lenkt, der Göttlichen Gegenwart und des Bildnisses im Herzen und von vielen anderen Dingen, die das herbeiführen, was der Mensch über die Religion oder den Yoga zu erreichen sucht.
Weiterhin ist die innere Schau deshalb von Wert, weil sie oft ein erster Schlüssel zu den inneren Ebenen des eigenen Wesens und eigenen Bewusstseins ist, zum Unterschied von den Welten oder Ebenen des kosmischen Bewusstseins. Yoga-Erfahrung beginnt häufig mit einer Art öffnen des dritten Auges in der Stirn (das Zentrum der inneren Schau zwischen den Brauen) oder damit, dass das feinstoffliche Sehen sich auftut und erweitert, was zunächst unwichtig erscheinen mag, aber der Vorhof zur tieferen Erfahrung ist. Und selbst wenn es nicht so ist – denn man kann auf direktem Weg zur Erfahrung gelangen – kann es später zur machtvollen Unterstützung der Erfahrung werden; es kann voller Hinweise sein, die zur Selbsterkenntnis verhelfen oder zur Kenntnis von Dingen oder Menschen; es kann mit der Wirklichkeit übereinstimmen und zu einer Vorahnung, Vorwarnung und anderen Möglichkeiten von geringerer Bedeutung führen, die aber für einen Yogi durchaus nützlich sind.
Kurz gesagt, die innere Schau ist ein großes Instrument, aber nicht absolut unerlässlich.
Wie ich jedoch bereits andeutete, ist Vision und Vision nicht das gleiche, genauso wie Träume und Träume nicht das gleiche sind, und man muss Unterscheidungsvermögen entwickeln, ein Gefühl für Werte und Dinge, und wissen, wie man von diesen Mächten Gebrauch machen kann. Das aber ist eine zu große und verwickelte Sache, um hier behandelt zu werden.
Seine Visionen zwischen den Augenbrauen sind keine Einbildungen – das könnte nur der Fall sein, wenn er sich diese zuerst ausdenken würde und seine Gedanken Form annähmen; da sie aber unabhängig von seinen Gedanken kamen, sind sie keine visuelle Einbildung, sondern Vision. Diese Veranlagung ist im Yoga nützlich, und man kann ihre Entwicklung zulassen; sie sollte nicht verhindert werden. Ich weiß nicht, was er damit meint, dass die Visionen kein sraddha enthalten. Was er jetzt sieht, sind vermutlich nur Bilder von feinstofflichen (suksma) Szenen und Gegenständen; dies aber kann, wenn es entwickelt wird, eine Fähigkeit der symbolischen, bildlichen oder wirklichen Vision werden, die die Wahrheit der Dinge oder Wirklichkeiten dieser oder anderer Welten oder Darstellungen der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft aufzeigt.
Wenn sich die Konzentration auf natürliche Weise in das Zentrum zwischen den Augenbrauen verlagert, dem Zentrum des inneren Mentals und seines Denkens, Willens und seiner Schau, schadet das nichts.
Diese Lichter und Visionen sind keine Halluzinationen. Sie zeigen an, dass sich die innere Schau öffnet, deren Zentrum sich in der Stirn zwischen den Brauen befindet. Lichter sind sehr oft das erste, was man sieht. Lichter zeigen die Tätigkeit oder Bewegung von feinstofflichen Kräften an, die den verschiedenen Seins-Ebenen angehören – wobei die Art der Kraft von der Farbe und Schattierung des Lichtes abhängt. Die Sonne ist das Symbol und die Macht der inneren oder höheren Wahrheit; sie in der Meditation zu sehen, ist ein gutes Zeichen. Das Meer ist ebenfalls oft symbolisch und zeigt meist die vitale Natur an, manchmal die Bewusstseins-Ausweitung in ihrer Bewegung. Man muss der Entwicklung der sich öffnenden inneren Schau stattgeben, allzu viel Wichtigkeit aber braucht individuellen Visionen nicht beigemessen zu werden, solange oder bevor sie nicht ganz offensichtlich symbolisch oder bedeutsam geworden sind oder bestimmte Dinge in der Sadhana erhellen.
Was sich in dir entwickelt hat, ist eine Fähigkeit der wahren inneren Schau – sie wird dir helfen, die Fühlung mit dem Göttlichen aufzunehmen; du musst diese Entwicklung nur zulassen. Zwei weitere Dinge müssen sich entfalten – das Gefühl, dass die Göttliche Gegenwart, Macht und Inspiration hinter deinem Tun stehen, sowie der innere Kontakt mit mir und der Mutter. Strebe mit Glauben und Aufrichtigkeit, dann wird es kommen. Weitere genaue Anweisungen möchte ich erst dann erteilen, wenn ich sehe, was während deines Aufenthaltes hier in dir geschieht; denn obwohl der Pfad allen gemeinsam ist, so hat doch jeder Mensch seine eigene Art, ihm zu folgen.
Die häufige Vision von Lichtern, die er in seinem Brief beschreibt, ist meist ein Zeichen dafür, dass der Betreffende nicht durch sein äußeres Oberflächen- oder Wach-Bewusstsein begrenzt ist, sondern eine latente Fähigkeit hat (die durch Training und Übung vervollständigt werden kann), in die Erfahrungen des inneren Bewusstseins einzutreten, das von den meisten Menschen nicht wahrgenommen wird, sich aber durch die Ausübung des Yoga öffnet. Durch dieses Sich-Öffnen des Bewusstseins wird man sich der feinstofflichen Ebenen der Erfahrung und der Daseinswelten, die von der stofflichen verschieden sind, bewusst. Für das spirituelle Leben ist ein noch weiteres Sich-Öffnen gegenüber einem innersten Bewusstsein erforderlich, durch das man das Selbst und den Geist gewahrt, das Ewige und Göttliche.
Aus dem, was er schreibt, geht hervor, dass er eine Fähigkeit [für Yoga] hat, und es ist wahrscheinlich, dass er mehr Fortschritte gemacht hätte, wenn er die Tür, die sich öffnete, nicht geschlossen hätte. Die auftretenden Visionen zu unterbrechen, war ein Fehler. Visionen und Halluzinationen sind nicht das gleiche. Die innere Schau ist eine offene Tür auf höheren Ebenen des Bewusstseins jenseits des physischen Mentals, die einer umfassenderen Wahrheit und Erfahrung die Möglichkeit gibt, in das Mental zu gelangen und auf es einzuwirken. Es ist nicht die einzige oder wichtigste Tür, sie ist aber jene, die sich am leichtesten für sehr viele öffnet und eine durchaus machtvolle Hilfe sein kann. Sie [die Vision] kommt nicht so leicht zu den Intellektuellen wie zu Menschen mit starker Lebenskraft oder zu den Gefühlsbetonten oder Fantasievollen. Es ist richtig, dass der Bereich der Vision, wie jedes andere Wirkungsfeld des menschlichen Mentals, eine konfuse Welt ist, und es gibt in ihr nicht nur Wahrheit, sondern auch viel Halb-Wahrheit und Irren. Es ist ebenfalls richtig, dass für die Voreiligen und Unbedachten das Eintreten in sie Verworrenheit, irreführende Inspirationen und falsche Stimmen mit sich bringen kann und dass es gefahrloser ist, sich einer sicheren Führung durch jene anzuvertrauen, die das Wissen und die spirituelle und seelische Erfahrung haben. Man muss dieses Gebiet ruhig und mit Unterscheidungsvermögen betrachten, aber die Tore zu schließen und diese oder andere überphysische Erfahrungen zurückzuweisen, würde bedeuten, sich selbst zu begrenzen und die innere Entwicklung zum Stillstand zu bringen.
Visionen und Stimmen dienen nicht dazu, Glauben zu schaffen; sie sind nur dann wirksam, wenn man bereits Glauben hat.
Visionen sind nicht das Wichtigste
Visionen sind nicht unerlässlich; sie sind eine Hilfe, wenn sie von der rechten Art sind – das ist alles.
Jeder, der die Veranlagung hat, kann die Kraft entwickeln, solche Visionen zu sehen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass dies ein Zeichen von großer Yoga-Shakti ist. Geeignete und wirksame Visionen, solche, die Bewegungen in den okkulten Abläufen der Natur offenbaren oder das spirituelle Wachstum fördern, sind eine andere Sache.
Nun, es ist schwierig zu erklären [welche Art von Visionen dem spirituellen Wachstum dienen]. Ich könnte das Beispiel der Vision des Heiligen Paulus auf dem Weg nach Damaskus als Beispiel für eine Vision anführen, die wirklich von Bedeutung war. Du selbst hast das Beispiel von Kurukshetra genannt. Aber nicht alle Visionen müssen so gewaltig sein, auch kleine Visionen können nützlich sein.
Aber die Veranlagung, von der ich sprach, war für visionäre Darstellung, nicht für spirituelles Wachstum. Es gibt Menschen, die hunderte von Visionen sehen können, und solche, die das nicht können. Daraus folgt aber nicht, dass der Nicht-Visionär keine entscheidenden spirituellen Erfahrungen oder die Verwirklichung haben kann.
Die Art von Vision, die du dir wünschst, entsteht nur, wenn sich die allgemeine visuelle Kraft öffnet und entwickelt. Es ist nicht die wunderbarste Form der Erfahrung; viele kommen sehr weit und haben hohe Erfahrungen und Bewusstseinsveränderungen ohne sie. Das Wichtigste ist, die Gegenwart der Mutter bei sich und in sich zu spüren, ihr Licht, ihre wirkende Kraft, ihr Ananda. Die Form kann da sein, wenn sich die Vision entwickelt, aber nur als ein Element der Erfahrung.
Ich habe aus deinem Brief nicht ganz verstanden, von welcher diese Anblicke und Objekte sind, die wie ein Kinofilm an dir vorbeiziehen. Wenn es Dinge sind, die durch die innere Vision gesehen werden, dann gibt es keine Notwendigkeit, sie zu vertreiben – man muss sie nur vorbeiziehen lassen. Wenn man Sadhana macht, erwacht ein inneres Mental, das in uns ist, und sieht durch eine innere Vision Bilder von allen Dingen in dieser Welt und in anderen Welten – diese Kraft des Sehens hat ihren Nutzen, obwohl man nicht an ihr hängen muss; man kann sie mit einem ruhigen Mental vorbeiziehen lassen, ohne sich auf sie zu fixieren oder sie zu vertreiben.
Diese Art von Vision [Wasser, eine Rose, einen Tiger zu sehen] kann fast jeder haben, außer denen, die zu sehr im Verstand leben. Für andere ist diese Fähigkeit des Sehens sehr nahe an der Oberfläche. Viele haben sie auf diese elementare Weise, ohne überhaupt Yoga zu praktizieren.
Die Kraft des okkulten Sehens ist in jedem vorhanden, meist latent, oft nahe der Oberfläche, manchmal, aber viel seltener, schon an der Oberfläche. Wenn man sich im tratak übt, ist es ziemlich sicher, dass sie früher oder später zum Vorschein kommt, – obwohl es einigen schwer fällt und bei ihnen Zeit braucht; diejenigen, bei denen sie sofort zum Vorschein kommt, hatten die ganze Zeit diese Kraft des okkulten Sehens nahe der Oberfläche und sie taucht beim ersten direkten Druck auf.
Kein Grund, Visionen zu fürchten
Solche Visionen von menschlichen Gestalten geschehen oft, wenn das innere Auge geöffnet ist. Das waren offensichtlich zwei Kräfte aus der überphysischen Welt. Man muss ruhig sehen, was auch immer von dieser Art kommt – es gibt keinen Grund, sich davor zu fürchten, genauso wenig wie wenn man ein Bild oder bewegte Figuren im Kino sieht.
Falsche Visionen und Stimmen
Wenn die Sadhana fortschreitet, bekommt man fast immer die Kraft der Vision; was man sieht, ist wahr, wenn man im richtigen Bewusstsein bleibt. Es gibt auch falsche Stimmen und Erfahrungen. Die Menschen, die verrückt geworden sind, wurden verrückt, weil sie egoistisch waren, sich für große Sadhaks hielten und sich und ihren Erfahrungen eine übertriebene Bedeutung beimaßen; dadurch bekamen sie ein falsches Bewusstsein und falsche Stimmen, Visionen und Inspirationen. Sie maßen ihnen so viel Bedeutung bei, dass sie sich weigerten, auf die Mutter zu hören. Schließlich standen sie ihr feindlich gegenüber, weil sie ihnen sagte, dass sie im Irrtum seien und ihre Wahnvorstellungen durchschaute. Deine Visionen und Erfahrungen sind sehr wahr und gut, und ich habe dir erklärt, was sie bedeuten – die Falschen haben versucht zu kommen, aber du hast sie weggeworfen, weil du nicht an ihnen hängst und auf das wahre Ziel der Sadhana fixiert bist. Man darf sich nicht an diese Dinge hängen, sondern muss sie einfach beobachten und weitergehen; dann werden sie zu einer Hilfe und können keine Gefahr sein.
Kapitel 2
Die verschiedenen Arten von Visionen
Die innere Vision
Wenn man die Sadhana ausübt, öffnet sich eine innere Schau, und es erheben sich vor ihr alle Arten von Bildern oder ziehen daran vorbei. Ihr Erscheinen hängt nicht von deinem Denken oder Willen ab; es ist wirklich und automatisch. So wie deine physischen Augen Dinge in der physischen Welt sehen, ebenso sehen die inneren Augen Dinge und Bilder, die anderen Welten angehören, und auch feinstoffliche Bilder von Dingen in dieser physischen Welt.
Alles Nicht-Physische wird in einer inneren Vision geschaut.
Wenn sich die innere Schau öffnet, kann vor ihr alles erscheinen, was jemals in der Welt war oder jetzt in ihr ist; sie kann sich sogar für Dinge auftun, die erst später sein werden – es ist daher nicht unmöglich, auf diese Weise Gestalten und Dinge der Vergangenheit zu sehen.
Die innere Schau kann Gegenstände sehen, sie kann aber auch die Schwingung der Kräfte wahrnehmen, die durch den Gegenstand wirken.
Dieser Bereich, dessen Zentrum zwischen den Augenbrauen liegt, ist der Bereich des inneren Denkens, Willens und Schauens – das Auto zeigt einen raschen Fortschritt in diesem Teil des Bewusstseins an. Das Auto ist ein symbolisches Bild, diese Bilder beziehen sich nicht auf etwas Physisches.
Diese Dinge finden im inneren Mental oder inneren Vital statt und enthalten meist etwas Wahres; die Form aber, in der sie in das Mental eintreten, kann unvollständig sein – so können sie zum Beispiel etwas bedeuten, was durch die Worte nicht gänzlich enthüllt wird.
Innere Dinge können ebenso deutlich wie äußere Dinge gesehen werden, sei es in einem Bild der feinstofflichen Schau oder in ihrer Essenz durch eine noch feinere und machtvollere Art des Sehens; aber all diese Dinge müssen sich entwickeln, um ihre volle Macht und Intensität zu erlangen.
Stadien in der Entwicklung der inneren Vision
Es ist die innere Vision, die sich in dir eröffnet oder öffnet. Wenn sie sich öffnet, sieht man als erstes Farben oder Lichter, die sich bewegen, oder kleine oder vage Formen oder Objekte - danach Blumen usw., dann Figuren von Menschen, Szenen, Landschaften, Dinge, die geschehen usw. Oft kann der Sadhak durch die Kraft dieser subtilen Vision das Bild des Göttlichen, das er verehrt, in seinem Herzen sehen und so die Gegenwart konkreter spüren.
Das Sehen von Farben ist der Beginn der inneren Schau, suksmadrsti. Später erweitert sich diese Schau, und man beginnt, Gestalten, Szenen und Menschen zu sehen. Es ist gut, dass die erste Vision ein Bild der Mutter war.
Wenn man zu meditieren versucht, ist anfangs das erste Hindernis der Schlaf. Sobald du dieses Hindernis überwunden hast, tritt ein Zustand ein, in dem du beginnst, Dinge, Menschen und Szenen aller Art mit geschlossenen Augen zu sehen. Das ist nichts Schlechtes, es ist vielmehr ein gutes Zeichen und bedeutet, dass du im Yoga Fortschritte machst. Es gibt neben dem äußeren physischen Sehvermögen, das wahrnehmbare Gegenstände sieht, ein inneres Sehvermögen in uns, das bislang noch nie gesehene und unbekannte Dinge zu sehen vermag, ferne Dinge und solche, die einem anderen Ort, einer anderen Zeit oder anderen Welten angehören; es ist dieses innere Sehvermögen, das sich in dir öffnet. Es wird in dir durch das Wirken der Kraft der Mutter geöffnet, und du solltest nicht versuchen, es zu unterbinden. Erinnere dich immer der Mutter, rufe sie und strebe danach, ihre Gegenwart und Macht in dir arbeiten zu fühlen; du brauchst aber hierfür nicht diese oder andere Entwicklungen zurückzuweisen, die später durch ihr Wirken in dir stattfinden können. Zurückzuweisen sind lediglich Begehren, Egoismus, Rastlosigkeit und andere falsche Bewegungen.
Die von dir beschriebenen Visionen sind solche, die in den frühesten Stadien der Sadhana auftreten. In diesen Stadien sind die meisten geschauten Dinge Gestaltungen der mentalen Ebene, und es ist nicht immer möglich, ihre genaue Bedeutung zu erkennen, denn sie sind vom individuellen Mental des Sadhaks abhängig. In einem späteren Stadium wird das Vermögen der inneren Schau für die Sadhana wichtig, anfangs jedoch muss man voranschreiten, ohne den Einzelheiten übermäßige Bedeutung beizumessen – bis sich das Bewusstsein weiterentwickelt hat. Die einzig wichtige Sache im Yoga ist immer das Sich-Öffnen des Bewusstseins für das Göttliche Licht, die Göttliche Wahrheit und die Göttliche Gegenwart.
Die vielfältige Art und Bedeutung von Visionen
Deine Visionen sind keine mentalen Bilder, sondern bedeutungsvolle Symbole. Die weiße Taube ist das höhere göttliche oder spirituelle Bewusstsein oberhalb des Mentals, umgeben von den goldenen Blitzen der Wahrheit. Das Lamm ist das seelische Streben nach der Wahrheit. Wenn man einen Gedanken oder ein Gefühl hat und eine mentale Form davon erschafft, ist das ein mentales Bild – oder wenn nicht so positiv oder bewusst selbstgeschaffene Formen entweder in der Meditation oder im Schlaf auftauchen, die mit mentalen Gedanken oder vitalen Gefühlen, den eigenen oder denen anderer, korrespondieren, sind das ebenfalls einfach mentale Bilder oder vitale Formationen. Die wirklich bedeutsamen sind diejenigen, die aus sich selbst heraus entstehen und Dingen, Bewusstseinszuständen oder einem Kräftespiel entsprechen, die tatsächlich vorhanden sind und nicht hauptsächlich von den eigenen Vorstellungen, dem eigenen Willen oder den eigenen Gefühlen bestimmt werden.
Visionen sind von allerlei Art – einige sind nur Andeutungen von etwas, das sein will oder versucht zu sein, andere zeigen eine Annäherung an die Sache an oder eine Bewegung darauf zu, wiederum andere zeigen an, dass die Sache geschehen ist.
Es braucht nichts getan zu werden, um die Schau von Bildern in der Vision zu entwickeln. Sie entwickeln sich von selbst durch die wachsende Übung des Sehens – was undeutlich war, wird klar, was unvollständig war, wird vollständig. Man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass die Bilder wirklich oder unwirklich sind. Einige sind Gestaltungen des Mentals, einige sind Bilder, die sich von selbst sichtbar machen, einige sind Ebenbilder von wirklichen Dingen, die sich unmittelbar dem Auge zeigen, andere sind wahre Bilder und nicht bloß Ebenbilder.
Es kann keine allgemeine Regel aufgestellt werden. Jede Vision oder jeder Traum muss für sich selbst genommen werden; einige sind mentale Konstruktionen, Symbole oder Hinweise, einige sind vitale Gegebenheiten, die wahr oder falsch dargestellt werden, einige sind Darstellungen von physischen Tatsachen – aber letzteres ist seltener.
Den Körper, zumindest den eigenen, in seinen inneren Teilen zu sehen, ist eine yogische Macht, die von den Raja- und Hathayogins entwickelt wurde – vermutlich könnte dies auch auf den Körper von anderen ausgedehnt werden. Es gibt auch einen Sinn für feinstoffliche Gerüche, und ich habe bemerkt, dass manchmal ein einzelner Geruch anhält.
Feinstoffliche Bilder können Bilder von allen Dingen in allen Welten sein.
Es gibt kein Kriterium [für die Unterscheidung von Visionen und Träumen tieferen Ursprungs], aber man kann leicht unterscheiden, ob man sich im inneren und nicht im schlafähnlichen Zustand befindet, in dem sich die meisten Visionen ereignen, und zwar anhand der Art des Eindrucks, der entsteht. Eine Vision im Traum ist schwieriger von einer lebhaften Traumerfahrung zu unterscheiden, aber man kann den Unterschied spüren.
Eine Vision im Trancezustand ist nicht weniger eine Vision als im Wachzustand. Lediglich der Zustand des empfangenden Bewusstseins ist ein anderer – in dem einen Zustand nimmt das Wachbewusstsein an der Vision teil, im anderen wird es um einer größeren Möglichkeit und Reichweite der inneren Erfahrung willen ausgeschlossen. In beiden Zuständen aber ist es die innere Vision.
Die physischen Dinge1 sind einfach eine Gelegenheit oder ein Ausgangspunkt für die innere Vision, um durch die offenen Augen zu wirken und die bedeutenden inneren Dinge einzubringen.
Repräsentative und dynamische Visionen
Es hängt vom Wesen der symbolischen Vision ab, ob sie nur darstellend ist und der inneren Schau und [menschlichen] Natur die symbolisierte Sache in ihrer Form zeigt (auch wenn das äußere Mental sie nicht versteht, kann das innere [Mental] ihre Wirkung empfangen) oder ob sie dynamisch ist. Das Sonnensymbol zum Beispiel ist meist dynamisch. Unter den dynamischen Symbolen wiederum bringen einige einfach den Einfluss der symbolisierten Sache mit sich, einige deuten an, was gerade geschieht, aber noch nicht beendet ist, einige sind formende Erfahrungen, von denen das Bewusstsein aufgesucht wird, einige eine Prophezeiung von etwas, das sich bald ereignen kann, wird oder muss. Andere sind nicht bloße Symbole, sondern stellen Wirklichkeiten dar, die durch die Vision in einer symbolischen Figur gesehen werden.
Wenn Farben in Visionen bestimmte Formen annehmen, ist es das Zeichen einer Art dynamischen Arbeit der Formgebung im Bewusstsein: ein Quadrat zum Beispiel bedeutet, dass eine bestimmte Art von Schöpfung in einem bestimmten Bereich des Wesens im Gange ist; das Quadrat zeigt an, dass die Schöpfung in sich vollständig sein wird, während das Rechteck auf etwas Teilweises und Vorläufiges hinweist. Die Farb-Wellen bedeuten einen dynamischen Ansturm von Kräften, und der Stern in einem derartigen Zusammenhang weist auf das Versprechen hin, dass ein neues Wesen geformt wird. Die blaue Farbe hier muss Krishnas Licht sein, die Schöpfung formt sich also unter dem Druck des Krishna-Bewusstseins. All dies sind Symbole dessen, was sich im inneren Wesen, im Hintergrunds-Bewusstsein ereignet, und von Zeit zu Zeit brechen die Ergebnisse in das äußere oder Oberflächen-Bewusstsein durch [und drücken sich aus] in einem Gefühl des Wahrnehmens einer Besänftigung und eines Sich-Öffnens – so wie du es empfandest –, in Verehrung, Freude, Frieden, Ananda usw.. Wenn das Sich-Öffnen vollständig ist, wird das Bewusstsein im Hintergrund dieses Wirkens wahrscheinlich unmittelbarer, bis es sich nicht länger im Hintergrund, sondern im Vordergrund der [menschlichen] Natur befindet.
Wenn du ein Quadrat siehst, ist es das Symbol einer vollständigen Schöpfung; wenn du einen Büffel siehst, der auf dich zurast und dich verfehlt, und du hast das Gefühl, einer großen Gefahr entronnen zu sein, so ist das eine Umschreibung. Etwas hat sich tatsächlich ereignet, wovon das wirkungslose Rasen des Büffels die Umschreibung durch dein Mental war – das Rasen einer feindlichen Kraft, die durch den Büffel verkörpert wurde.
Das Sehen von Formen des Göttlichen und anderer Wesenheiten
Subjektive Visionen können so wirklich sein wie objektives Sehen – der einzige Unterschied besteht darin, dass das eine aus wirklichen Dingen im stofflichen Raum besteht, während das andere aus wirklichen Dingen von anderen Ebenen bis hinunter zum Feinstofflichen besteht, selbst symbolische Visionen sind wirklich, sofern es Symbole von Wirklichkeiten sind. Sogar Träume können eine Wirklichkeit im feinstofflichen Bereich haben. Visionen sind nur dann unwirklich, wenn es bloß phantasievolle mentale Gestaltungen sind, die nichts darstellen, was wahr ist, war oder sein wird.
Diese Macht der Vision ist manchmal angeboren und wird zur Gewohnheit und bedarf keiner Bemühung, sich zu entwickeln; manchmal erwacht sie von selbst und erreicht ein Übermaß oder braucht zu ihrer Entwicklung nur wenig Übung; sie ist nicht notwendigerweise ein Zeichen spiritueller Vollendung, doch erwacht, wenn man durch die Ausübung des Yoga sich nach innen zu wenden oder innerlich zu leben beginnt, meist die Fähigkeit der feinstofflichen Schau in größerem oder kleinerem Ausmaß. Das findet aber nicht immer mühelos statt, besonders wenn man daran gewöhnt war, sehr im Intellekt zu leben oder in einem nach außen gewandten vitalen Bewusstsein.
Ich vermute, dass das, woran du denkst, „darshan“ ist, die Selbstoffenbarung der Gottheit gegenüber dem Anbetenden; hier aber ist es etwas anderes, es ist ein Enthüllen ihrer Gegenwart, vorübergehend oder dauernd, und kann als Vision oder als das Gefühl ihrer nahen Gegenwart kommen, was etwas Innerlicheres ist als ihr Anblick oder eine häufige oder ständige Verbindung mit ihr; es geschieht durch die Versenkung des Wesens in sein inneres Selbst, sowie durch das Wachsen des Bewusstseins oder eine wachsende Intensität der bhakti. Sobald durch den Druck der sich weitenden und vertiefenden bhakti die Kruste des äußeren Bewusstseins hinreichend gebrochen ist, entsteht die Fühlungnahme [mit dem Göttlichen].
Es ist durchaus üblich, dass Menschen, die die Fähigkeit haben, den Devata ihrer Verehrung zu sehen oder zu hören, in einem bestimmten Stadium der Sadhana ständige Anweisungen von ihm oder ihr erhalten, sei es in Bezug auf Handlungen oder auf die Sadhana. Mängel und Schwierigkeiten mögen bleiben, aber das hindert die direkte Führung nicht daran, Tatsache zu sein. Die Notwendigkeit des Gurus besteht in solchen Fällen darin, dafür zu sorgen, dass es sich um die richtige Erfahrung, die richtige Stimme oder Vision handelt - denn es ist möglich, dass eine falsche Führung kommt, wie es bei X und Y der Fall war.
Diese Dinge [das Sehen von Buddha, Ramakrishna, Vivekananda, Shankaracharya in Visionen] sind das Ergebnis vergangener Gedanken und Einflüsse. Sie sind verschiedener Art – manchmal sind es nur Gedankenformen, die von der eigenen Gedankenkraft erschaffen werden, um als Vehikel für eine mentale Verwirklichung zu dienen – manchmal sind es Mächte verschiedener Ebenen, die diese Formen als Unterstützung für ihr Wirken durch das Individuum nehmen, – aber manchmal ist man tatsächlich in Gemeinschaft mit dem, was den Namen und die Form und die Persönlichkeit von Buddha oder Ramakrishna oder Vivekananda oder Shankara hatte.
Es ist nicht notwendig, ein Element zu besitzen, das diesen Persönlichkeiten ähnlich ist – ein Gedanke, ein Bestreben, eine Formation des Mentals oder des Vitals reichen aus, um die Verbindung herzustellen – es reicht aus, wenn irgendwo eine Schwingung der Reaktion auf das, was diese Mächte darstellen, vorhanden ist.
Kosmische, innere und seelische Vision
Eine kosmische Vision ist das Erkennen universaler Bewegungen – sie hat nicht unbedingt etwas mit der Seele zu tun. Sie kann im universalen Mental stattfinden, im universalen Physischen oder sonstwo.
Was meinst du hier mit seelischer Vision? Innere Vision bedeutet die visionäre Kraft des inneren Sehens im Gegensatz zum äußeren, dem äußerlichen Sehvermögen mit Hilfe des Oberflächen-Mentals und der Oberflächen-Augen. In der Sprache dieses Yoga bezieht sich [das Wort] „seelisch“ nur auf die Seele, das seelische Wesen – nicht wie im üblichen Sprachgebrauch, in dem das Erblicken eines Geistes eine „seelische Vision“ genannt wird; wir sprechen von der inneren Vision oder dem feinstofflichen Sehvermögen, nicht aber von der seelischen Vision.
Das „Sehen“, von dem [in den Upanishaden] gesprochen wird, ist keine Sinnesvision, sondern eine Erfahrung im inneren Bewusstsein, die wahrer, lebendiger und dynamischer ist als die Erfahrungen, die dem äußeren Bewusstsein durch die materiellen Sinne vermittelt werden.
Es gibt auch eine seelische Vision, durch die man die Formen der Götter oder eine der vielen Formen, in denen sich der Ishwara dem Bhakta offenbart, sehen kann.
Es gibt auch einen inneren oder subtilen Sinn und ein Sehen, mit dem man Formen und Geschehnisse sehen und erfahren kann, die dem physischen Auge nicht präsent sind, und auch solche, die zu anderen Ebenen als der der physischen Welt gehören. Es gibt viele supraphysische Welten, und man kann mit diesen Welten und ihren Wesen nur durch das Erwachen oder die Entwicklung dieses inneren Sinnes in Kontakt kommen.
Mentale Visionen
Mentale Visionen haben die Aufgabe, das Mental durch die Dinge zu beeinflussen, die sie darstellen.
Die innere Schau ist so lebendig wie tatsächliches Sehen, immer genau und eine Wahrheit enthaltend. In der mentalen Schau werden die Bilder durch das Mental ersonnen und sind teilweise echt, teilweise ein Spiel von Möglichkeiten. Oder es kann sein, dass eine mentale Vision, ähnlich der vitalen nur eine Andeutung ist – das heißt, ein Formen irgendeiner Möglichkeit auf der mentalen oder vitalen Ebene, die sich dem Sadhak anbietet in der Hoffnung, angenommen und in ihrer Verwirklichung unterstützt zu werden.
Die Visionen und Erfahrungen, die du beschrieben hast, gehören alle zur mentalen Ebene und zeigen eine große Offenheit und Reinheit des inneren mentalen Wesens, das frei von schlechten Einflüssen ist. Aber es ist schwierig, die genaue Bedeutung jener zu bestimmen, die Farben, Lichter, einen Stern usw. darstellen, weil sie von Beziehungen abhängen, die für den Sadhaka persönlich sind. Die ersten fünf sind von dieser Art und scheinen auf den Kontakt mit Kräften, Einflüssen, Persönlichkeiten (Gottheiten) usw. der höheren Mentalebene hinzuweisen. Das rosafarbene Licht könnte z.B. das eines Einflusses oder einer Gottheit der Liebe oder Bhakti sein, die in Kontakt mit dem mentalen Wesen steht. In manchen Fällen kann es die Gestalt einer Formation des mentalen Wesens selbst sein. Die Blumen, Diamanten und Edelsteine usw. scheinen auf einen Kontakt mit Einflüssen von Radha, Mahalakshmi und Mahakali hinzuweisen. Die Vision der Schrift ist auch auf der Mentalebene häufig – sie ist uns als Lipi bekannt, und wenn sie sich so organisiert, dass sie lesbar und verständlich ist, kann sie viele Dinge verkörpern, wie Intuitionen, Botschaften von der einen oder anderen Mentalebene – die Stimme, die du gehört hast, war wahrscheinlich eine dieser Botschaften. Es ist nicht notwendig, die Vision der Gestalt der Mutter und der meinen zu erklären - denn das ist klar.
Vitale Visionen
Träume und Visionen auf der vitalen Ebene sind meist entweder:
1. symbolische vitale Visionen;
2. tatsächliche Vorkommnisse auf der vitalen Ebene;
3. Gestaltungen des vitalen Mentals, entweder von demjenigen, der träumt, oder von jemand anderem, mit dem er im Schlaf in Verbindung steht, oder von Mächten oder Wesen dieser Ebene. Diese Art Erfahrung ist nicht sehr zuverlässig, und selbst die erstgenannten haben nur einen relativen oder suggestiven Wert, während die beiden anderen häufig gänzlich in die Irre führen.
Es sind Visionen der vitalen Welt und vitalen Ebenen und man sieht hunderte von ihnen dort.2 Alle Teile des Bewusstseins sind wie Bereiche, in welche die Kräfte der entsprechenden Bewusstseins-Ebenen der universalen Natur fortwährend eintreten oder durch die sie hindurchgehen. Das beste ist, sie zu beobachten, ohne auf irgendeine Weise beeinflusst zu werden und ohne ihnen zu große Wichtigkeit beizumessen – denn es sind unbedeutende Erfahrungen; die bedeutenden müssen durch die eigene Konzentration gerufen werden.
Die meisten dieser Visionen sind das Ergebnis davon, dass du mit einem bestimmten Bereich von Kräften in der vitalen Welt in Berührung kommst, die gegenwärtig den Druck für Krieg und Revolution und alle katastrophalen Dinge in Europa erzeugen. Von hier aus kamen diese bedrohlichen Visionen. Es gibt keine Kohärenz oder Realität in ihnen. Chhinnamasta ist ein Symbol für diese Art von Kraft, die die Welt gleichsam mit ihrem eigenen Blut nährt.
Sie müssen sofort zurückgewiesen werden. Es war nicht gemeint, dass man untätig sein sollte, sondern dass sich genügend Kraft sammelt, um die Sadhana wie durch eine automatische Tätigkeit weiterzuführen. Aber die Zustimmung des Sadhak, seine Ablehnung von allem, was ihm entgegensteht, ist immer notwendig.
Es ist die vitale Ebene – wahrscheinlich die vital-physische. Dort erscheinen die Wesen der vitalen Welt meist mit Tierköpfen oder tierischen Zügen. Eine menschliche Figur mit einem Hundegesicht bedeutet eine sehr derbe und stoffliche sexuelle Energie. Natürlich können all diese Energien umgewandelt werden und aufhören, sexuell zu sein – gewandelt in stoffliche Kraft einer bestimmten Art, genauso wie die Samenkraft durch brahmacarya [völlige geschlechtliche Reinheit] in ojas [essentielle Energie] gewandelt werden kann.
Dieses Starren auf eine Flamme oder einen hellen Punkt ist das althergebrachte Mittel, das von den Yogis zur Konzentration oder zum Erwachen des inneren Bewusstseins und der inneren Schau angewandt wird. Durch dieses Starren scheinst du dich in eine Art Oberflächen-Trance (keine tiefe Trance) versetzt zu haben, was tatsächlich eines seiner ersten Ergebnisse ist und hast vermutlich begonnen, Dinge auf der vitalen Ebene zu sehen. Ich weiß nicht, was für „schreckliche Dinge“ es waren, die du sahst, doch ist das Schreckliche das Kennzeichen vieler Dinge, die man zuerst auf dieser Ebene sieht, besonders wenn man ihre Schwelle mit Hilfe derartiger Mittel überschreitet. Ich bin der Meinung, dass du diese Mittel nicht anwenden solltest, denn sie sind durchaus unnötig und können außerdem zu einer passiven Konzentration führen, in der man für alle Arten von Dingen offen ist und die richtigen nicht auszuwählen vermag.
Feinstoffliche Visionen
Alles was mit geschlossenen Augen gesehen werden kann, kann auch mit offenen Augen gesehen werden; hierfür braucht sich nur das innere Sehen in das feinstoffliche Bewusstsein auszudehnen.
Man kann [Visionen] entweder mit offenen oder geschlossenen Augen sehen oder mit beiden. Es ist eine Frage des Temperaments oder der Eigenart, womit man beginnt.
Die Welt, die du siehst, befindet sich auf irgendeiner feinstofflichen Ebene; dort werden die Götter von den Menschen so gesehen, wie es ihrer Vorstellung und dem Bild, das sie sich von ihnen machen, entspricht.
Da du deine Aufmerksamkeit auf das elektrische Licht konzentriertest, hast du möglicherweise den Gott der Elektrizität gesehen, Vaidyuta Agni. Es gibt keinen Grund, warum er viele Gesichter haben sollte – die vielköpfigen oder vielarmigen Gestalten gehören meist der vitalen Ebene an, und es braucht nicht seine vitale Form gewesen zu sein, in der er sich offenbarte. Was die Farben anbelangt, so sind Farben Symbole von Kräften, und Agni braucht nicht rein rot zu sein – das Prinzip des Feuers kann alle Farben offenbaren, und das rein weiße Feuer ist jenes, welches alle Farben in sich enthält.
Die Götter der obermentalen Ebene haben nicht mehrere Köpfe und Arme – das ist vitaler Symbolismus, der auf anderen Ebenen nicht notwendig ist. Diese Gestalt kann der feinstofflichen Ebene angehört haben.
1. Die Vision wurde mit den physischen Augen, aber durch das feinstoffliche Bewusstsein wahrgenommen; mit anderen Worten: es fand eine Überlagerung eines Bewusstseins durch ein anderes statt. Nach einem gewissen Stadium der Entwicklung wird diese Fähigkeit, im gewöhnlichen physischen Bewusstsein zu leben und ihm dennoch einen anderen, feineren Sinn, eine feinere Schau und Erfahrung hinzugefügt zu haben, etwas durchaus Normales. Ein wenig Konzentration genügt, um es herbeizuführen, oder es geschieht sogar automatisch ohne jede Konzentration.
Da die Blume ein feinstoffliches Objekt war und im üblichen Sinn des Wortes nicht durch und durch stofflich (obwohl durchaus substanziell und stofflich auf ihrer Ebene, nicht etwa eine Illusion), könnte sie von einer Kamera nicht ermittelt werden, es sei denn, es wäre einer jener regelwidrigen Eingriffe, durch die eine feinstoffliche Form auf eine stoffliche Platte projiziert wurde.
Sie könnte, wenn auch nicht ohne weiteres, in einem dunklen Raum gefühlt werden und hätte dann keine so deutliche Erscheinungsform – außer du bist fähig, etwas von dem Licht der feinstofflichen Ebene hervorzubringen, um sie damit zu umgeben und ihr somit ihr natürliches Milieu zu bieten.
Wenn sie mit geschlossenen Augen gesehen würde, wäre sie nicht länger eine feinstoffliche Form, sondern ein Gegenstand oder eine Gestaltung der vitalen, mentalen oder einer anderen Ebene – es sei denn, das innere Bewusstsein wäre tatsächlich so weit fortgeschritten, dass es sich auf die physischen Ebenen projizieren könnte; dies aber ist eine seltene und in den meisten Fällen eine späte Entwicklung.
2. Es ist meist nicht das Objekt, das unsichtbar wird; es ist das Bewusstsein, das sich verändert. Weil es entweder an einer anhaltenden Fähigkeit oder an Schulung mangelt, vermag man die feinstoffliche Schau, durch welche das Objekt tatsächlich gesehen wurde, nicht zu bewahren. Diese feinstoffliche Schau kommt am mühelosesten in dem Augenblick zwischen leichtem Schlaf und Wachen – wenn man entweder gerade aus dem Schlaf erwacht oder einschläft. Man kann sich aber darin üben, sie zu haben, wenn man ganz hellwach ist.
Zuerst, wenn man zu sehen beginnt, ist es durchaus üblich, dass die unklaren und ungenauen Gestalten länger bestehen bleiben, während jene, die in Einzelheit und Umriss gelungen, vollständig und genau sind, dazu neigen, sehr flüchtig zu sein und in einem Augenblick zu verschwinden. Erst wenn die feinstoffliche Schau gut entwickelt ist, kann das deutliche und volle Sehen lange Zeit anhalten. All das rührt von der Schwierigkeit her, ein Bewusstsein zu bewahren, das noch anormal ist, und, wie in diesem Fall, auch von der Schwierigkeit, beide sich momentan überlagernden Arten von Bewusstsein zusammen aufrechtzuerhalten.
3. In der Erfahrung jeder einzelnen Ebene gibt es alle möglichen Arten [von Gestalten] – symbolische Formen, angedeutete Figuren, Gedanken-Gebilde, Wunsch- oder Willens-Formungen, Gestaltungen aller Art, Dinge, die auf der Ebene, zu der sie gehören, wirklich und bleibend sind, sowie unechte und irreführende Dinge. Die Zufälligkeit wird nicht durch die Phänomene selbst bedingt, sondern durch das Bewusstsein, das in seiner begrenzten und unvollständigen Kenntnis der anderen Welten eine Schau hat. Jede Ebene ist eine Welt, eine Anhäufung oder eine Reihe von Welten, von denen jede auf ihre Weise geordnet ist, aber planmäßig und nicht vom Zufall bestimmt; wobei natürlich die feineren Ebenen in ihrem Aufbau plastischer und weniger starr als die stoffliche Ebene sind.
1 Der Korrespondent sah die Lichter eines nächtlichen Piers als funkelnde Diamanten. – Ed.
2 Der Korrespondent hatte zwei Visionen im Traum - eine von einem jungen Burschen, der hüfttief im Wasser stand, die andere von einem Frauengesicht, das den Korrespondenten ansah und dann in seine Brust eindrang. - Ed.