Kapitel 6
Götter, Göttinnen und halbgöttliche Wesen
Agni
Es gibt viele Formen von Agni - das Sonnenfeuer, das Vaidyuta-Feuer und das niedere Feuer sind eine einzige Trinität – das fünffache Feuer ist Teil der vedischen Opfersymbolik.
Deine Vision des Mannes mit dem Feuer zu seinen Füßen war vermutlich eine Vision des Gottes Agni, aus dem das Feuer der tapasya und der Läuterung in der Sadhana fließt.
Shiva
Deine Vision stellte den Weg zum Ziel dar. Shiva auf dem Weg bedeutet die Macht, die das Licht ausströmt, die aber auch den Sadhak prüft, ob er für den weiteren Fortschritt reif ist. Wenn er ihn [die Prüfung] bestehen lässt, findet ein Ansturm von neuen und höheren Erfahrungen statt, der Marsch und das Fortschreiten der göttlichen Kräfte, der Götter und ihrer Mächte, die Umwandlung der Natur in ein höheres Bewusstsein. Es waren diese Mächte, die du in deiner Vision vorüberziehen sahst.
Parvati-Shankara
Es ist wahrscheinlich das Reich des dynamischen schöpferischen Geistes auf der höchsten mentalen Ebene, das du als die Welt von Parvati-Shankara gesehen hast.
Narayana, Vishnu, Brahma, Lakshmi, Saraswati, Ananta
Narayana wird meist als ein Name Vishnus gebraucht für die Vishnuiten ist Er der Höchste, wie Shiva für die Shivaiten. Beide sind kosmische Persönlichkeiten des Göttlichen und beide gehören wie Brahma ursprünglich der Obermental-Ebene an, obwohl sie für das menschliche Bewusstsein auf den mentalen, vitalen und feinstofflichen Ebenen verschiedene Formen annehmen.
Lakshmi ist meist goldgelb, nicht weiß; Sarasvati ist weiß.
Die Schlange ist einfach ein Symbol der Energie oder Macht. In deiner Schau ist Narayana ganz deutlich Vishnu, wie es durch die Gegenwart von Lakshmi und die vielhaubige Schlange angezeigt wird.
Vishnu oder Narayana in diesem Bild – ein übliches Bild aus den Puranas – ist der Herr der Wasser in Raum und Zeit, der Bewahrer des Prinzips des Universums, das er als Samen in sich erhält, selbst in den Zeiten zwischen einer Schöpfung und einer anderen. Aus diesem Samen in seinem Nabel (der Nabel ist der zentrale Sitz des Vitals, des Lebens-Prinzips) erhebt sich der Schöpfer, Brahma, im Lotos (dem kosmischen Bewusstsein), welcher daraus [aus dem Nabel] erwächst, wenn Vishnu aus seinem intra-zyklischen Schlaf erwacht. Die Schlange Ananta bedeutet die Energie der kosmischen Manifestation des Unendlichen in Raum und Zeit.
Krishna
Das ist der Krishna der Gita1, der spirituelles Wissen, spirituellen Willen und bhakti bringt und nicht nur Liebe und bhakti allein.
Das Auge bedeutet die Vision des höheren spirituellen Bewusstseins, und die blaue Weite deutet dieses Bewusstsein an.
Der Knabe mit der Flöte ist Sri Krishna, der Herr, der von der Ebene des göttlichen Ananda in das Welten-Spiel herabkam; der Ton seiner Flöte ist der Ruf, der das niedere, unwissende Spiel des sterblichen Lebens umzuwandeln sucht und stattdessen die lila seines göttlichen Ananda in ihm errichtet. Das seelische Wesen in dir hörte den Ruf und folgte ihm..
Es ist vermutlich das Bildnis von Sri Krishna als Herr der Göttlichen Liebe und Ananda – seine Flöte ruft das physische Wesen auf, sich aus den Bindungen der physischen Welt zu befreien und sich dieser Liebe, diesem Ananda zuzuwenden.
Krishna mit Radha ist das Symbol der Göttlichen Liebe. Die Flöte symbolisiert den Ruf der Göttlichen Liebe, der Pfau den Sieg.
Die grüne kreisförmige Scheibe, die du um die Venus herum sahst, muss in der Tat die Aura der Venus gewesen sein, die von dieser Farbe ist; aber das war nur eine Hinführung, eine erste Anwendung der plötzlich entwickelten Kraft der Vision. Was danach kam, das Blau und das Violett, waren eine andere Art von Sehen, die für deinen Yoga wichtiger ist; beide sind eng mit Krishna verbunden. Blau ist seine spezielle und signifikante Farbe, die Farbe seiner Aura, sobald er sich manifestiert, – deshalb wird er Nil Krishna genannt; das Adjektiv bedeutet nicht, dass er in seinem physischen Körper blau oder dunkel war, ob in Brindavan oder Mathura oder Dwarka! Violett ist das Strahlen von Krishnas Schutz, – deshalb brachte es dir ganz natürlich ein Gefühl des Friedens. Die Mutter sagt, dass sie es immer sah, wenn sie mit Krishna in Verbindung war, und auch jetzt sieht sie es ständig den Ashram umhüllen. Es ist sehr bezeichnend, dass dies das Erste ist, was sich zeigt, wenn die Kraft der Vision ihren Latenzzustand durchbricht; es beweist, dass du in Kontakt bist, dass die Berührung in deinem Inneren bereits da ist und dass diese Kraft der Gegenwart und des Schutzes bereits um dich herum oder über dir ist als ein umgebender Einfluss..
Hanuman
Hanuman steht für Bhakti.
Hanuman = vollkommene Bhakti.
Hanuman ist ein Symbol für Shakti und Ergebenheit.
Narada
Narada symbolisiert den Ausdruck Göttlicher Liebe und Göttlichen Wissens.
Mahakali und Kali
Mahakali und Kali sind nicht dasselbe. Kali ist eine geringere Form. Mahakali auf den höheren Ebenen erscheint gewöhnlich in goldener Farbe.
Jene – Kali, Shyama, usw. – sind gewöhnliche Formen, die durch das Vital gesehen werden; die wirkliche Mahakali-Gestalt, deren Ursprung im Obermental liegt, ist nicht schwarz oder dunkel oder schrecklich, sondern von goldener Farbe und voller Schönheit, selbst wenn sie für die Asuras furchterregend ist.
Durga auf einem Löwen
Durga auf dem Löwen reitend ist das Symbol des Göttlichen Bewusstseins, das durch eine vergöttlichte physisch-vitale und vital-emotionale Kraft handelt.
Der Löwe ist ein Attribut der Göttin Durga, der erobernde und beschützende Aspekt der Universalen Mutter.
Der Totenkopf ist das Symbol des Asura, des Feindes der Götter, der von der Göttlichen Macht bezwungen und getötet wird.
Ganesha
Je nach Bedarf oder Zustand des Bewusstseins erscheinen diese Gestalten [der Götter] in der Sadhana. Ganesha ist gleichzeitig der Gott der Weisheit und der Beseitiger von Hindernissen.
Ganesha ist unter anderem die Gottheit des spirituellen Wissens – als du daher dieses Wissen erhieltest, sahst du dich mit der Gestalt des Ganesha identifiziert.
Kartikeya
Der Pfau ist der Vogel des Sieges, und Kartikeya ist der Anführer der göttlichen Kräfte.
Sanatkumar
Sanatkumar ist, soviel ich weiß, einer der vier geistgeborenen Söhne Brahmans; daher kann er nicht identisch sein mit Skanda, der ein Sohn Shivas ist.
Buddha
Buddha symbolisiert den Sieg über die Unwissenheit der niederen Natur.
Apsaras
Apsaras stehen im Allgemeinen für sexuelles Verlangen.
1 In einem Traum sah der Betreffende Sri Krishna in der Blüte seiner Männlichkeit. Dieses Bild verschwand und machte einem großen Auge Platz, das in einer weiten blauen Fläche zu sehen war. – Ed.