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  1. ALLES LEBEN IST YOGA
  2. Blumen – Das Lächeln des Göttlichen

Kapitel 8

Blumen manifestieren die Liebe

Die Bedeutungen und Kommentare innerhalb der Zitate stammen von der Mutter. Der übrige Text stammt nicht von der Mutter.

Die Blumen manifestieren die göttliche Liebe. Sie schenken ihre Schönheit und ihren Duft in einem liebevollen Aufblühen.

Die Punica-Blüten des Granatapfelbaumes, Büschel von scharlachroten Blütenblättern, bedeuten „Göttliche Liebe“ – „Eine Blume, die sogar in der Wüste blüht“. Die weißen Blüten des Granatapfelbaums bedeuten „Unmanifestierte göttliche Liebe“ – „Der Glanz jener wunderbaren Liebe, die das Göttliche für die reinen Herzen bewahrt“.

Alle Rosen im Allgemeinen bedeuten „Liebe zum Göttlichen“ – „Das Pflanzenreich vereint seine schönsten Möglichkeiten, um sie dem Göttlichen darzubringen“.

Die Blumen Russelia equisetiformis (Korallenpflanze oder Brunnenpflanze), kleine rote, kerzenförmige Blüten in hellen, kaskadenförmigen Trauben, drücken die „Sehnsucht im Körper nach der göttlichen Liebe“ aus – „Vielfältig und intensiv, ist sie schwer zu befriedigen“.

Blumen Quamoclit coccinea (Star Ipomoea), orange-rote, sternförmige Blüten, sprechen von der „Öffnung des Physischen für die göttliche Liebe“ – „Der sicherste Weg zum Glück“.

Blumen Euphorbia cyathophora (Gemaltes Blatt, mexikanische Feuerpflanze), kleine rote Blütenblätter, die Büschel kleiner grüngelber Blüten umgeben, stehen für die „Öffnung des Vitalen für die göttliche Liebe“ – „Allmählich regiert nicht mehr das Ego, sondern das Göttliche“.

Kapitel 9

Liebe für das Göttliche

Die uneigennützige Regung, ohne Berechnung, ist eine der schönsten Formen des seelischen Bewusstseins in der Welt. Je weiter man aber die Leiter der mentalen Tätigkeit hinaufklettert, umso seltener wird sie. Denn mit der Intelligenz kommt die ganze Gewandtheit und Geschicklichkeit, die Korruptheit, die Berechnung. Wenn sich zum Beispiel die Rose entfaltet, tut sie es spontan, aus Freude, schön zu sein, gut zu duften, ihre ganze Lebensfreude auszudrücken, und sie rechnet nicht, sie hat keinen Vorteil daraus zu ziehen. Sie tut es spontan in der Freude, da zu sein und zu leben. Nimm einen Menschen, nun, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen versucht er von dem Moment an, wo sein Verstand aktiv ist, sich seine Schönheit und seine Geschicklichkeit zunutze zu machen; er will, dass ihm das etwas einbringt, entweder die Bewunderung der Leute oder er stellt noch viel schmutzigere Berechnungen an. Folglich steht die Rose seelisch höher als die Menschen.

Nur, wenn man noch eine Stufe weiter nach oben geht und das bewusst tut, was die Rose unbewusst tut, dann ist es viel schöner. Aber es muss das Gleiche sein: eine spontane Entfaltung von Schönheit, ohne Berechnung, um der Daseinsfreude willen… Dieses Aufblühen ist ihr Ausdruck der Liebe. Wenn die Rose sich vor unseren Augen in der Sonne entfaltet, ist es sicher gleichsam ein Verlangen, ihre Schönheit zu verschenken. Nur ist es für uns fast nicht verständlich, weil sie nicht denken, was sie tun. Ein Mensch verbindet mit allem, was er tut, immer diese Fähigkeit, sich beim Tun zuzuschauen, das heißt, über sich selbst nachzudenken, zu denken, man sei der Handelnde. Man denkt, dass man eine Sache macht. Die Tiere denken nicht. Es ist überhaupt nicht die gleiche Form der Liebe. Und die Blumen sind sozusagen nicht bewusst: Es ist eine spontane Regung, nicht ein Bewusstsein, das sich seiner selbst bewusst wäre, überhaupt nicht. Aber durch das alles hindurch handelt eine große Kraft, das große universale Bewusstsein und die große Kraft der universalen Liebe, die der Grund dafür sind, dass sich alles in Schönheit entfaltet.

Lieben Blumen?

Dies ist ihre Art der Liebe, dieses Blühen. Wenn man eine Rose sieht, die sich der Sonne öffnet, so ist es im wesentlichen wie eine Notwendigkeit, ihre Schönheit zu geben. Nur ist es für uns fast unerkennbar, denn sie denken nicht über das nach, was sie tun. Ein Mensch assoziiert stets mit allem, was er tut, diese Fähigkeit, sich selbst als Wandelnden zu sehen, das heißt, an sich zu denken, an sich selbst zu denken als jemanden, der es tut. Der Mensch weiß, dass er etwas tut. Tiere denken nicht. Es ist keineswegs dieselbe Form von Liebe. Und Blumen sind sozusagen nicht bewusst: es ist eine spontane Bewegung, kein Bewusstsein, das seiner selbst bewusst ist, keineswegs. Aber es ist eine große Kraft, die durch all jenes wirkt, das große universale Bewusstsein und die große Kraft universaler Liebe, die alle Dinge in Schönheit aufblühen lässt.

Warum gibst du normalerweise Männern rote Rosen, Frauen helle Rosen und kleinen Jungen und Mädchen Rosen in verschiedenen Farben?

Das kommt daher, dass rote Rosen den Eindruck von Stärke geben und helle Rosen einen Eindruck von Charme und Süße.

Darf ich fragen, mit welcher Absicht du mir eine rote und eine helle Rose gibst?

Das menschliche Wesen wandelt all seine Verlangen in Liebe zum Göttlichen um, und das Göttliche erwidert dies mit Seiner unvergleichlichen Liebe.

[Rosen:] Das Pflanzenreich entfaltet seine schönsten Möglichkeiten, um sie dem Göttlichen darzubringen.

Kapitel 10

Rosen: Die von der Mutter gegebenen Bedeutungen

Alle Rosen im Allgemeinen: Liebe zum Göttlichen.

Rote Rosen: Menschliche Leidenschaften, in Liebe für das Göttliche umgewandelt.

Gelbe Rosen: mentale Liebe für das Göttliche.

Cremefarbene oder gelbe Rosen mit rosafarbener Tönung: mentale Liebe unter dem seelischen Einfluss.

Orangefarbene Rosen: Flammende Liebe zum Göttlichen.

Kleine rosa-rote Rosen: Seelische Liebe zum Göttlichen.

Lavendel- oder malvenfarbene Rosen: Demut in der Liebe zum Göttlichen.

Zweifarbige Rosen: Ausgeglichenheit der Natur in der Liebe für das Göttliche.

Reinweiße Rosen: Ganzheitliche Liebe zum Göttlichen.

Landrosen (stark duftende rosa Rosen): Hingabe.

Gelbe Rosen mit orangefarbener Tönung: mentale Hingabe.

Weiße Rosen in kleinen hängenden Büscheln: reine spirituelle Hingabe.

Rosa Rosen außer Hingabe und vollkommene Hingabe: liebende Hingabe.

Feenrosen, alte chinesische Rosen (winzige rosa Rosen): detaillierte Hingabe.

Stark duftende große rosa Rosen: vollendete Hingabe.

Kleine hellorange Rosen in zarten Büscheln: supramentale Anhänglichkeit an das Göttliche.

Kleine grüne Rosen (grüne Kelchblätter statt Blütenblätter): Zaghaftigkeit in der Bindung an das Göttliche.

Einzelne oder doppelte Rosen in verschiedenen Farben in aufrechten Büscheln: Verbundenheit mit dem Göttlichen.

Kleine weiße Rosen mit rosa Färbung: Zuneigung zum Göttlichen.

Heckenrosen; Eglantine, Büschel einzelner, duftender, hellrosa Rosen: seelisches Emporstreben der Natur.

China-Rosen (sehr helles Rosa, das ins Weiße übergeht): Zärtlichkeit für das Göttliche.

Kapitel 11

Die Göttliche Liebe

Eine Legende

Vor langer, sehr langer Zeit, in dem dürren Land, das jetzt Arabien ist, verkörperte sich ein göttliches Wesen, um auf Erden die Höchste Liebe zu erwecken. Wie so oft, wurde es von den Menschen verfolgt, missverstanden, verdächtigt, gejagt. Von seinen Angreifern tödlich verwundet, wollte es allein und in Stille sterben, um sein Werk vollenden zu können, und so floh es vor seinen Verfolgern. Da tauchte plötzlich in der weiten, kahlen Ebene ein kleiner Granatapfelbusch auf. Der Retter kroch unter dessen niedrige Zweige, um in Frieden seinen Körper zu verlassen. Im selben Augenblick breitete sich der Busch auf wunderbare Weise aus, wuchs, wurde größer, tiefer, dichter, so dass die Verfolger, als sie daran vorbeikamen, überhaupt nicht auf den Gedanken kamen, dass der Verfolgte darunter verborgen sein könnte, und weiterliefen.

Während das heilige Blut Tropfen für Tropfen zu Boden fiel und ihn fruchtbar machte, deckte sich der Busch mit großen, wunderschönen, scharlachroten, vor Blumenblättern strotzenden Blüten – unzählbaren Blutstropfen…

Dies sind die Blüten, die für uns die Göttliche Liebe ausdrücken und enthalten.

Kapitel 12

Liebe im alltäglichen Leben

Es heißt, um der göttlichen Liebe bewusst zu werden, muss man jede andere Liebe aufgeben. Welches ist das beste Mittel, die andere Liebe zurückzuweisen, die sehr hartnäckig ist (Gelächter) und uns nicht leicht verlässt?

Oh! Hindurchgehen!

Hindurchgehen, sehen, was hinter ihr ist, nicht bei der Erscheinung stehenbleiben, sich nicht mit der äußeren Form zufriedengeben, das Prinzip suchen, das hinter dieser Liebe ist, und sich erst zufriedengeben, wenn man den Ursprung des Gefühls in sich gefunden hat. Dann fällt die äußere Form von selbst ab und du wirst mit der Göttlichen Liebe, die hinter allem ist, in Berührung kommen.

Das ist die beste Art.

Das eine zurückweisen, um das andere zu finden, ist sehr schwierig. Es ist fast unmöglich, weil die menschliche Natur so begrenzt ist, so voll von Widersprüchen und so ausschließlich in ihren Regungen, dass man meistens die ganze Fähigkeit, Liebe zu empfinden, zurückweist und wie ein Stein wird, wenn man die Liebe in ihrer menschlichen Form ablehnt, das heißt die menschliche Liebe, so wie die Menschen sie empfinden. Und dann muss man manchmal Jahre oder Jahrhunderte warten, damit in einem die Fähigkeit erwacht, die Liebe zu empfangen und zu offenbaren.

Also ist es das beste Mittel, wenn die Liebe kommt, in welcher Form auch immer, zu versuchen, durch ihre äußere Form hindurchzustoßen, um das göttliche Prinzip zu finden, das dahintersteht und das ihre Existenz bewirkt. Natürlich ist dieser Weg voll von Fallen und Schwierigkeiten, doch ist er wirksamer. Das heißt, statt mit Lieben aufzuhören, weil man schlecht liebt, muss man aufhören, schlecht zu lieben, und den Willen haben, gut zu lieben.

Zum Beispiel ist die Liebe unter Menschen in allen Formen, die Liebe der Eltern zu den Kindern, der Kinder zu den Eltern, der Geschwister, der Freunde und Liebenden, ganz mit Unwissenheit, Egoismus und allen anderen Fehlern behaftet, die die normalen Fehler des Menschen sind; anstatt da nun vollständig mit der Liebe aufzuhören – was übrigens sehr schwierig ist, wie Sri Aurobindo sagt, und was das Herz einfach austrocknen würde und keinen Wert hätte –, muss man lernen, besser zu lieben: lieben in der Hingabe, im Sich-selbst-geben, in der Selbstverleugnung, und kämpfen, nicht gegen die Liebe selbst, sondern gegen ihre entstellten Formen: gegen alle Arten des Inbeschlagnehmens, des Verhaftetseins, des Besitzes, der Eifersucht und gegen alle Gefühle, die diese Haupteigenschaften begleiten. Nicht besitzen, nicht beherrschen und seinen Willen, seine Launen, seine Wünsche nicht aufzwingen wollen, nicht nehmen, nicht empfangen, sondern geben wollen, nicht auf der Erwiderung des anderen bestehen, sondern mit seiner eigenen Liebe zufrieden sein, nicht sein eigenes Interesse und seine persönliche Freude und die Erfüllung seines persönlichen Wunsches suchen, sondern im Geben seiner Liebe und seiner Zuneigung Genüge finden und keine Erwiderung verlangen. Einfach glücklich sein, dass man liebt, mehr nicht.

Wenn man dies tut, ist man einen großen Schritt vorwärtsgekommen, und man kann durch diese innere Haltung ganz allmählich in dem Gefühl selbst weiter vorankommen und eines Tages inne werden, dass die Liebe nichts Persönliches ist, dass die Liebe ein allumfassendes göttliches Gefühl ist, das sich durch uns mehr oder weniger gut offenbart, das aber in seinem Wesen etwas Göttliches ist.

Der erste Schritt ist aufzuhören, egoistisch zu sein. Es ist für jedermann dasselbe, nicht nur für die, die Yoga praktizieren wollen, sondern ebenso im gewöhnlichen Leben: Wenn man die richtige Liebe erfahren will, darf man nicht zuerst sich selbst lieben und auch noch auf eine egoistische Art; man muss sich dem Gegenstand der Liebe geben, ohne etwas dafür zu fordern. Diese Disziplin ist grundlegend dafür, dass man über sich selbst hinauswächst und ein Leben führt, das nicht allzu unedel ist.

Für den Yoga können wir noch etwas anderes hinzufügen: Wie ich am Anfang sagte, ist das der Wille, durch diese beschränkte und menschliche Form der Liebe hindurchzustoßen, um das Prinzip der Göttlichen Liebe zu entdecken, das dahintersteht. Dann ist man sicher, zu einem Ergebnis zu kommen. Das ist mehr wert, als sein Herz zu verhärten. Es ist vielleicht etwas schwieriger, aber es ist auf alle Fälle besser, weil man so die anderen, anstatt ihnen egoistisch Leid zuzufügen, nun, sie in ihrer eigenen Gangart in Ruhe lassen kann und sich nur für seine eigene Umwandlung anzustrengen braucht – ohne seinen Willen anderen aufzuzwingen, was auch im gewöhnlichen Leben ein Schritt auf etwas hin ist, das ein wenig höher und harmonischer ist.

Gewiss, man hat das Recht zu lieben, und die wahre Liebe trägt ihre Freude in sich, aber leider sind die Menschen selbstsüchtig und vermischen mit ihrer Liebe sofort den Wunsch, im Gegenzug geliebt zu werden. Dieser Wunsch steht im Widerspruch zur spirituellen Wahrheit und ist die Ursache von Leidenschaften und Leiden.

Es gibt keine Liebe ohne Selbsthingabe; aber Selbsthingabe ist sehr selten in der menschlichen Liebe, die voll von Egoismus und Ansprüchen ist.

Nur wer liebt, kann die Liebe erkennen. Wer unfähig ist, sich in aufrichtiger Liebe hinzugeben, wird die Liebe nirgends erkennen, und je göttlicher, je uneigennütziger die Liebe ist, umso weniger kann man sie erkennen.

Du fühlst dich einsam, weil du das Bedürfnis hast, geliebt zu werden. Lerne lieben, ohne etwas zu verlangen, lieben um der Freude des Liebens willen (der wunderbarsten Freude der Welt!), und du wirst dich nie mehr einsam fühlen.

Wenn man die göttliche Liebe gefunden hat, können alle anderen Formen der Liebe, die nur Verkleidungen sind, ihre Entstellungen verlieren und rein werden – dann ist es das Göttliche, das man in allem und jedem liebt.

Ihrem Wesen nach, in ihrem Ursprung, ist Liebe wie eine Flamme, eine weiße Flamme, die alle Widerstände überwindet. Du kannst selbst die Erfahrung machen: Was immer auch die Schwierigkeit in dir sein mag, die Last der angesammelten Verirrungen, die Unwissenheit, das Unvermögen, der schlechte Wille – eine einzige Sekunde dieser reinen, essentiellen, höchsten Liebe löst das alles wie in einer allmächtigen Flamme auf. Ein einziger Augenblick, und eine ganze Vergangenheit kann verschwinden, ein einziger Moment, in dem man die Liebe in ihrer Essenz berührt, und eine ganze Bürde ist ausgetragen.

Tatsächlich ist das ganze Leben Liebe, wenn wir verstehen, es zu leben.

  1. 13. Was ist Aspiration?
  2. 14. Pflanzen streben nach dem Licht (dem Herrn)
  3. 15. Aspiration im Physischen im alltäglichen Leben
  4. 16. Gemüse und Früchte: Ihre spirituellen Bedeutungen

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