Kapitel 14
Pflanzen streben nach dem Licht (dem Herrn)
Hast du nie einen Wald beobachtet mit all seinen zahllosen Bäumen und Pflanzen, die sich nur einfach bemühen, das Licht aufzufangen – indem sie sich winden und auf hundert mögliche Weisen versuchen, bloß in der Sonne zu sein? Das ist genau das Gefühl der Aspiration im Physischen – der Drang, die Bewegung, der Trieb hin zum Licht. Pflanzen haben das mehr in ihrem physischen Wesen als Menschen. Ihr ganzes Leben ist eine Lichtanbetung. Licht ist natürlich das materielle Symbol des Göttlichen, und die Sonne repräsentiert unter materiellen Bedingungen das Höchste Bewusstsein. Die Pflanzen haben es recht deutlich in ihrer eigenen, einfachen blinden Weise gefühlt. Ihre Aspiration, ihr sehnsuchtsvolles Streben, ist intensiv, wenn man sie nur zu spüren weiß.
Sieh die Blumen und Bäume an. Wenn bei Sonnenuntergang alles still wird, lass dich eine Weile unter den Bäumen nieder und setze dich mit der Natur in Einklang: Dann fühlst du, wie sich von der Erde, von den tiefsten Wurzeln der Bäume durch die Fasern aufwärts bis in die höchsten Zweige die Aspiration einer Liebe und einer innigen Sehnsucht erhebt – einer Sehnsucht nach etwas, das Licht bringt und Glück schenkt, nach der Helligkeit, die verschwand und deren Rückkehr erfleht wird. Das steigt mit einem so reinen und intensiven Streben auf, dass dein eigenes Wesen – wenn es diese Bewegung in den Bäumen fühlt – sich miterheben kann in einem inbrünstigen Gebet für Frieden, Licht und Liebe, die hier noch nicht offenbart sind. Bist du einmal mit dieser reinen, weiten und wahren Göttlichen Liebe in Berührung gekommen, und sei es auch nur für kurze Zeit und in ihrer geringsten Form, so wird dir klar, wie sehr die menschliche Begierde sie erniedrigt hat.
Wer das Pflanzenreich im Detail studiert hat, weiß, dass sich dort ein Bewusstsein findet. Pflanzen zum Beispiel benötigen Sonnenlicht zum Leben – die Sonne repräsentiert die aktive Energie, die sie wachsen lässt; wenn man also eine Pflanze an einen Ort stellt, wo kein Sonnenlicht vorhanden ist, so sieht man, wie sie immer weiter nach oben wächst, indem sie versucht, indem sie eine Anstrengung unternimmt, das Sonnenlicht zu erreichen. In einem Urwald zum Beispiel, wo der Mensch nicht in das Geschehen eingreift, existiert diese Art Kampf zwischen allen Pflanzen, die immer in der einen oder anderen Weise nach oben wachsen in der Bemühung, Sonnenlicht zu erhaschen. Es ist sehr interessant. Aber selbst wenn man einen Blumentopf in einen kleinen von Mauern umgebenen Hof stellt, wo keine Sonne hereinkommt, wird eine Pflanze, die normalerweise diese Höhe hat (Mutter macht eine Geste), noch höher werden: sie streckt sich nach oben und macht eine Anstrengung, das Licht zu finden. Daher ist ein Bewusstsein vorhanden, ein Wille zum Leben, der sich bereits manifestiert.
…Pflanzen wachsen, weil sie sich nach dem Licht, nach der Sonne, nach der freien Luft sehnen.
Und es ist eine Art Wettbewerb. Wenn man zum Beispiel in einen Wald geht, in einen Park, wo es viele verschiedene Pflanzen gibt, kann man sehr deutlich beobachten, dass es eine Art Wettbewerb unter Pflanzen gibt, aneinander vorbeizuwachsen und das Licht und die freie Luft oben zu erreichen. Das ist ganz wunderbar zu beobachten.