Kapitel 8
Glaube
An meinem letzten Geburtstag waren deine Abschiedsworte: “Bewahre deinen Glauben.” Ich frage mich immer noch, was du damit genau gemeint hast, liebe Mutter. Welche Art von Glauben soll ich deiner Meinung nach anstreben?
Den Glauben an die Göttliche Gnade und ihre Macht, dich zu transformieren.
Liebe und Segen für mein liebes Kind.
Kapitel 9
Darbringung
Deine Liebe zu mir ist meine wahre Zuflucht und meine einzige Stärke. Was ich dir darbringe, meine Mutter, ist ein trübes Gemisch, dessen ich mich schäme, das aber nur du zu läutern vermagst.
Mein liebes Kind, von welcher Art die Darbringung auch immer ist, ist sie aufrichtig, enthält sie immer einen Funken göttlichen Lichtes, der zu einer vollen Sonne werden und das ganze Wesen erleuchten kann. Du kannst meiner Liebe sicher sein, du kannst meiner Hilfe sicher sein, und unser Segen ist immer mit dir.
Kapitel 10
Nahrung
Wir sind auf Nahrung angewiesen, um physisch leben zu können – leider, denn mit der Nahrung nehmen wir täglich fortwährend eine ungeheure Menge an Unbewusstheit auf, tamas, Schwere und Stumpfheit. Wir können nicht anders – es sei denn, wir bleiben vollkommen bewusst, fortwährend, ohne Unterbrechung, und sobald ein Element in unseren Körper eingeführt wird, wirken wir sogleich darauf ein, um ihm nur das Licht zu entnehmen und alles andere, was unser Bewusstsein verdunkeln könnte, weisen wir zurück. Das ist der Ursprung und die rationale Erklärung der religiösen Praxis, seine Nahrung Gott zu weihen, bevor man sie zu sich nimmt. Während der Mahlzeit strebt man danach, dass die Nahrung nicht für das kleine menschliche Ego sei, sondern eine Darbringung an das göttliche Bewusstsein im Innern. In allen Yoga-Disziplinen und in allen Religionen wird das empfohlen. Die Aufnahme von Unbewusstheit so weit wie möglich zu verringern, die, ohne dass man es merkt, täglich beständig zunimmt, ist der Ausgangspunkt dieser Praxis, dieser Hinwendung an das Bewusstsein dahinter.
Kapitel 11
Gebet
Gegrüßt seist Du, O Herr, Meister der Welt. Gib uns die Kraft, das Werk zu tun, ohne daran zu hängen, und die Fähigkeiten der individuellen Manifestation zu entwickeln, ohne in der Illusion der Persönlichkeit zu leben. Stärke unseren Blick für die Wirklichkeit; festige unsere Wahrnehmung der Einheit; befreie uns von aller Unwissenheit, aller Dunkelheit.
Kapitel 12
Stille
In der Stille unseres Herzens herrschen immer Friede und Freude.
In Frieden und innerer Stille wirst du dir mehr und mehr der ständigen Präsenz bewusst.
In der Stille des Herzens empfängst du das Gebot.
Wir saßen einige Minuten in der Stille zusammen, genossen die Gesellschaft unserer Seele und erlebten, wie sich die Tore der Ewigkeit vor uns öffneten.