Kapitel 4

Gleichmut – Die Grundlage der Sadhana

Es kann in der Sadhana keine tragfähige Grundlage ohne Gleichmut, samata, geben. Wie unerfreulich die Umstände, wie widerwärtig das Verhalten anderer auch ist, du musst lernen, alles mit vollkommener Ruhe und ohne jede bestürzende Reaktion anzunehmen. Diese Dinge sind der Test des Gleichmuts. Es ist einfach, ruhig und gleichmütig zu sein, wenn alles in Ordnung ist und die Leute und Umstände angenehm sind. Wenn das aber nicht der Fall ist, kann die Vollständigkeit von Ruhe, Frieden und Gleichmut erprobt, gestärkt und perfektioniert werden.

Gleichmut ist der hauptsächliche Unterstützer des wahren spirituellen Bewusstseins, und genau hiervon weicht der Sadhaka ab, wenn er einer vitalen Regung erlaubt, ihn im Fühlen, Sprechen oder Handeln mitzureißen.

Du musst im Vital und Körper nicht weniger als im mentalen Bewusstsein auf eine feste Basis hinarbeiten; lass das volle Herabfließen von Kraft und Ananda zu, – aber in einen soliden Adhara, der sie auch halten kann. – Es ist der vollkommene Gleichmut, der diese Fähigkeit und Festigkeit verleiht.

Wenn der Frieden des höheren Bewusstseins herabkommt, bringt er immer die Tendenz zur Gelassenheit, Samata, mit sich, denn ohne Samata wird Frieden wahrscheinlich immer von Wellen der niederen Natur überschwemmt.

…diese Art gleichmütigen Bewusstseins ist genau die Basis, die man legen muss, auf der ein solides yogisches Bewusstsein, voll der Gegenwart der Mutter, aufgebaut werden kann. Wenn es konsolidiert werden kann, verschwinden die meisten Sorgen und Schwierigkeiten der Sadhana, – jeder notwendige Wandel kann ruhig und ohne diese Störungen und Erschütterungen, die den Fortschritt behindern und stoppen, vonstattengehen. Mit ihm kann auch ein richtiges und klares Verstehen von Leuten und Dingen wachsen, und man lernt, ohne Reibereien mit ihnen umzugehen, was Arbeit und Handeln immens erleichtert.

…zwei größte und höchste Zustände von Kräften des Bewusstseins [sind] Gleichmut und Einssein… Wenn wir einen perfekten Gleichmut in Seele, Mental und Herz erreichen, realisieren wir unser wahres Einheit-Selbst – eins mit allen Wesen, auch eins mit Jenem, was sich ihn ihnen und allem, was wir sehen und erleben, ausdrückt. Dieser Gleichmut und dieses Einssein sind die unverzichtbare doppelte Grundlage, die wir für ein göttliches Sein, göttliches Bewusstsein und Handeln legen müssen. Wenn wir nicht mit allem eins sind, sind wir spirituell nicht göttlich. Wenn wir nicht bei allem eine gleichmütige Seele haben, können wir nicht spirituell sehen, wissen und andern gegenüber empfinden.