Kapitel 17
Blumen: Die Darbringung der physischen Natur
Der Duft der Blumen ist die Darbringung der physischen Natur an das Göttliche, ihre subtilste Darbringung.
Das Seelische, wenn es sich in einer Pflanze in Form einer Blüte offenbart, hat die Form eines wortlosen Gebetes; es ist das Streben der Pflanze nach dem Göttlichen.
Im bewussten Kontakt mit der eigenen Seele wird man sich einer unpersönlichen Seele bewusst, die hinter der ganzen Schöpfung steht, und so kann man mit den Blumen in Kontakt treten und das Seelengebet erfahren, das sie darstellen.
Du zeigtest meiner stummen und aufmerksamen Seele die ganze Pracht der märchenhaften Gegenden: Die Bäume im Festschmuck und die einsamen Pfade, die den Himmel zu erklettern scheinen.
Aber von meiner Bestimmung hast Du nicht gesprochen. Muss sie mir so völlig verhüllt sein?…
Noch immer sehe ich Kirschbäume überall; Du hast eine magische Wirkung in ihre Blüten gelegt: Sie scheinen von Deiner einzigen Gegenwart zu sprechen, sie bringen mit sich das Lächeln des Göttlichen.
Mein Körper ruht und meine Seele entfaltet sich: Was für einen Zauber hast Du in diese blühenden Bäume gelegt?
O Japan, dies ist das Festgeschmeide deines guten Willens, es ist deine reinste Gabe, es ist das Pfand Deiner Treue; du sagst damit auf deine Weise, dass du den Himmel spiegelst.
Eine tiefe Konzentration ergriff mich, und ich sah, dass ich mich mit einer einzigen Kirschblüte identifizierte, dann durch sie mit allen Kirschblüten, und indem ich tiefer im Bewusstsein herabstieg, wobei ich einem Strom bläulicher Kraft folgte, wurde ich plötzlich zum Kirschbaum selbst, streckte mich zum Himmel wie so viele Arme seiner zahllosen Zweige, die mit ihrem Blumenopfer beladen waren. Dann hörte ich deutlich diesen Satz:
„So hast du dich mit der Seele der Kirschbäume vereinigt, und so kannst du merken, dass es das Göttliche ist, das dieses Blumengebet zum Himmel darbringt.“
Als ich dies niedergeschrieben hatte, war alles ausgelöscht; aber jetzt fließt das Blut des Kirschbaumes in meinen Adern, und mit ihm fließt ein unvergleichlicher Frieden und eine unvergleichliche Kraft. Welcher Unterschied besteht zwischen dem menschlichen Körper und dem Körper eines Baumes? In Wahrheit besteht keiner: das Bewusstsein, das sie belebt, ist identisch dasselbe.
Dann flüsterte der Kirschbaum mir ins Ohr:
„In der Kirschblüte liegt die Heilung für die Beschwerden des Frühlings.“