Sri Aurobindo Digital Edition
  • Home
  • SRI AUROBINDO
  • DIE MUTTER
  • KOMPILATIONEN
  • ALLES LEBEN IST YOGA
  • ALL LIFE IS YOGA
  • ANDERE AUTOREN
  • SUCHEN
  • IMPRESSUM
  1. ALLES LEBEN IST YOGA
  2. Ruhe und Entspannung

Kapitel 8

Langeweile und ihr Gegenmittel

…eine der beiden Hauptbeschäftigungen des Menschen ist der Versuch zu vergessen, was für ihn schmerzhaft ist, und die andere ist der Versuch, Vergnügen zu finden, um der Langeweile zu entkommen. Dies sind die beiden wichtigsten Beschäftigungen der Menschheit, das heißt, die Menschheit verbringt die Hälfte ihrer Zeit damit, nichts Wirkliches zu tun.

Und wenn die Leute sich langweilen (einige brauchen sich absolut nicht zu beschäftigen oder sie haben das Unglück reich zu sein), machen sie dumme Sachen! Der Ursprung aller Exzesse, aller menschlichen Dummheit ist „ennui“, was man Dumpfheit nennt, der Zustand, indem du wie ein nasser Lappen bist: du reagierst auf nichts und musst dich selber schlagen (bildlich), bloß um dich in die Gänge zu bringen, damit du zurechtkommst.

Im Naturhaushalt werden den Menschen Momente des Ausruhens gegeben, damit sie sich wiederentdecken, doch sie wissen nicht, wie sie sie nutzen sollen….

Es ist wahr, wirklich wahr, dass in dem Augenblick, wenn alles schweigt, damit der Mensch sich seines Ursprungs bewusst werden kann, er sich in seiner Torheit, um sich zu zerstreuen, die schlimmsten Dummheiten vorstellt oder sie ausführt.

Wenn man keine Fortschritte macht, langweilt man sich, jedermann, ob jung oder alt; denn wir sind hier auf Erden um uns weiterzuentwickeln. Wie langweilig wäre das Leben ohne Fortschritt! Das Leben ist monoton. Meistens macht es keinen Spaß. Es ist weit davon entfernt schön zu sein. Aber wenn du es als ein Feld für Entwicklung siehst, ändert sich alles, alles wird interessant, und es gibt keinen Platz für Langeweile mehr. Wenn dein Lehrer dir das nächste Mal langweilig erscheint, versuche zu verstehen, warum er dich langweilt, statt deine Zeit mit Nichtstun zu verschwenden. Wenn du beobachten kannst und dich bemühst zu verstehen, dann wirst du bald sehen, dass eine Art Wunder geschehen ist und du dich überhaupt nicht mehr gelangweilt fühlst.

Dieses Mittel ist in fast jedem Fall gut. Manchmal, unter bestimmten Umständen, scheint alles dumpf, langweilig und dumm; dies bedeutet, dass du genauso langweilig bist wie die Umstände, und es zeigt klar, dass du nicht in einem Zustand der Weiterentwicklung bist. Es ist einfach nur eine vorübergehende Welle von Langeweile, und nichts ist dem Ziel des Daseins mehr entgegengesetzt. In so einem Augenblick könntest du dich bemühen und dich fragen: „Diese Langeweile zeigt, dass ich etwas lernen soll, in mir selbst einen Fortschritt machen muss, eine Trägheit besiegen und eine Schwäche überwinden.“ Langeweile ist eine Dumpfheit des Bewusstseins; wenn du die Abhilfe in dir selbst suchst, wirst du sehen, dass sie sich sofort auflöst. Die meisten Menschen machen einen Schritt zurück, statt sich zu bemühen, in ihrem Bewusstsein einen Schritt aufzusteigen, wenn sie sich gelangweilt fühlen. Sie sinken sogar tiefer als sie vorher waren und tun dumme Dinge, sie werden in der Hoffnung sich zu amüsieren, gewöhnlich. Das ist der Grund, warum Menschen sich berauschen, ihre Gesundheit ruinieren und ihr Gehirn betäuben. Wenn sie höher gestiegen wären, statt zu fallen, hätten sie von dieser Möglichkeit voranzuschreiten, Gebrauch gemacht.

TEIL 2

Kapitel 1

Ruhen während des Handelns

Wie kann man beim Handeln innere Ruhe bewahren?

Das kommt von einer Art Gewissheit der inneren Wahl. Wenn man nach etwas strebt und zur gleichen Zeit weiß, dass die Aspiration gehört und auf die bestmögliche Weise beantwortet wird, festigt das einen Frieden im Wesen, eine Ruhe in seinen Schwingungen. Wenn es aber einen Zweifel gibt, eine Unsicherheit, wenn man nicht weiß, was einen ans Ziel bringen wird, oder ob man es jemals erreichen wird oder ob es einen Weg hierfür gibt, und so fort, dann wird man verstört, was normalerweise eine Art kleinen Wirbelwind um das Wesen herum schafft, der es hindert, die wahre Sache zu empfangen. Wenn man stattdessen einen ruhigen Glauben hat, wenn man während des Bemühens weiß, dass es keine Aspiration (natürlich ein aufrichtiges Streben) gibt, die unbeantwortet bleibt, dann ist man voller Ruhe. Man bemüht sich so leidenschaftlich wie möglich, aber ist nicht nervös agitiert und fragt sich, warum man nicht augenblicklich das bekommt, um das man gebeten hat. Man weiß, wie man wartet. Ich habe irgendwo gesagt: „Zu wissen, wie man wartet, heißt, die Zeit auf seine Seite zu ziehen.“ Das ist sehr wahr. Denn wenn man aufgeregt wird, verliert man seine ganze Zeit – man verliert seine Zeit – verliert seine Energie, verliert sich in seinen Bewegungen. Ganz still zu sein, ruhig, friedvoll, mit dem Glauben, dass das, was wahr ist, geschehen wird, und wenn man es geschehen lässt, es sich umso schneller ereignen wird. Dann, in diesem Frieden geht alles viel besser.

Kapitel 2

Entspanne und weite dich, rufe nach Frieden

Wie kann man die Empfänglichkeit erhöhen…?

Die erste Voraussetzung ist, so ruhig wie möglich zu bleiben. Du bemerkst vielleicht in den verschiedenen Bereichen deines Wesens, wenn etwas kommt und du es nicht annimmst, dass dies ein Schrumpfen hervorruft, – da ist etwas im Vital, Geist oder Körper, was sich verhärtet. Es gibt ein Steifwerden, und das tut weh, man empfindet einen mentalen, vitalen oder körperlichen Schmerz. Deshalb muss man zuerst seinen Willen einsetzen und dieses Schrumpfen lockern, wie man es mit einem zuckenden Nerven oder verkrampften Muskel tut; du musst lernen zu entspannen, diese Spannung zu mildern, gleich, in welchem Teil des Wesens.

Die Methode zur Lockerung der Verkrampfung kann im Geist, Vital oder Körper verschieden sein, aber logisch gesehen ist es die gleiche. Hast du die Anspannung gelöst, siehst du zuerst, wenn der unangenehme Effekt aufhört, dass es ein kleiner momentaner Widerstand war, doch wenn der Schmerz anhält und es tatsächlich notwendig ist, die Empfänglichkeit zu erhöhen, um zu empfangen, was hilfreich ist, was angenommen werden sollte, musst du nach dem Lösen der Kontraktion anfangen dich zu weiten. – Du spürst, du weitest dich. Es gibt viele Methoden. Manche finden es sehr nützlich, sich vorzustellen, dass sie mit einer Planke unter ihrem Rücken auf dem Wasser schwimmen. Dann weiten sie sich immer mehr, bis sie zu einer großen flüssigen Masse werden. Andere bemühen sich, sich mit dem Himmel und den Sternen zu identifizieren. So weiten und weiten sie sich und identifizieren sich immer mehr mit dem Himmel. Andere wiederum brauchen diese Bilder nicht; sie können sich ihres Bewusstseins bewusst werden und es weiten, bis es grenzenlos ist. Manche können es vergrößern, bis es so ausgedehnt wie die Erde und sogar das Universum wird. Wenn man das tut, wird man wirklich empfänglich. Wie ich gesagt habe, ist es eine Sache des Trainings. Auf jeden Fall, aus unmittelbarer Sicht, wenn etwas kommt, und man fühlt, dass es zu stark ist, dass es Kopfschmerzen verursacht, dass man es nicht ertragen kann, ist die Methode die gleiche. Du musst auf die Verkrampfung einwirken. Man kann es durch das Denken tun, indem man Frieden, Ruhe herabruft (das Gefühl von Frieden verringert die Schwierigkeit sehr), auf diese Weise: „Frieden, Frieden, Frieden... Ruhe… Stille.“ Viel Unbehagen, sogar körperliches, wie all diese Verkrampfungen des Solar Plexus, die so unerfreulich sind und dir manchmal Übelkeit verursachen, das Gefühl des Erstickens, des nicht wieder atmen Könnens, können auf diese Weise verschwinden. Es ist das Nervenzentrum, das angegriffen ist, es ist sehr leicht überfordert. Sobald es etwas gibt, was den Solar Plexus angreift, musst du sagen: „Ruhe… Ruhe… Stille“, immer ruhiger werden, bis die Spannung aufgelöst ist.

Im Denken ebenso. Du liest zum Beispiel etwas und kommst zu einem Satz, den du nicht verstehst, – er übersteigt deine Vorstellungskraft. Du verstehst überhaupt nichts, und deshalb sitzt er in deinem Kopf wie ein Ziegelstein, und wenn du versuchst ihn zu verstehen, wird er mehr und mehr zu einem Stein, ein Hartwerden, und wenn du weitermachst, verursacht dir das Kopfschmerzen. Es gibt nichts anderes zu tun, als nicht mit den Worten zu kämpfen, einfach so zu bleiben (Geste: ausgestreckt, unbeweglich), sich entspannen, einfach weiten, ausdehnen. Und vor allem, versuche nicht zu begreifen, versuche nicht zu verstehen, – lass es hereinkommen, ganz sanft, und entspanne dich, lockere dich, und bei diesem Entspannen verschwinden deine Kopfschmerzen. Du denkst an nichts mehr, du wartest einige Tage, und nach einigen Tagen siehst du von innen her: „Oh! Wie klar es ist! Ich verstehe, was ich nicht begriffen habe.“ Es ist so einfach.

Eine Methode der Selbstidentifikation

Und dies ist eine der heute verwendeten Methoden, um Nervenleiden zu heilen. Wenn jemand nicht schlafen kann, nicht ruhig sein kann, weil er zu erregt und nervös ist, und seine Nerven durch extreme Aufregung krank und geschwächt sind, sagt man ihm, er solle sich vor ein Aquarium setzen, zum Beispiel, – ein Aquarium ist sehr hübsch, nicht wahr? Vor ein Aquarium mit schönen kleinen Fischen, Goldfischen; einfach so sitzen, sich in einem Sessel niederlassen und versuchen an nichts zu denken (besonders nicht an seine Schwierigkeiten) und die Fische ansehen. So schaut er nun die Fische an, wie sie sich umher bewegen, kommen und gehen, schwimmen, gleiten, sich drehen, sich treffen, kreuzen und einander unablässig jagen, und auch das Wasser, wie es langsam fließt, und die Fische, wie sie vorbeiziehen. Nach einer Weile lebt er das Leben von Fischen: er kommt und geht, schwimmt, gleitet und spielt. Und am Ende der Stunde sind seinen Nerven in einem perfekten Zustand und er ist vollkommen ruhig!

Doch die Voraussetzung ist, dass man nicht an seine Probleme denken darf, sondern einfach nur die Fische beobachtet.

Kapitel 3

Unerschöpfliche Energiequelle

Eine der mächtigsten Hilfen, die die Yogadisziplin dem Sportler geben kann, besteht darin, ihn zu lehren, seine Kräfte zu erneuern, indem er sie aus der nie versiegenden Quelle universaler Energie schöpft.

Die moderne Wissenschaft hat große Fortschritte in der Kunst der Ernährung gemacht, die das bekannteste Mittel für das Auffüllen der eigenen Energien ist. Aber dieser Prozess ist bestenfalls unsicher und allen Arten von Einschränkungen unterworfen. Wir werden jetzt nicht darüber sprechen, denn das Thema ist schon sehr ausgiebig diskutiert worden. Aber ganz offensichtlich ist Nahrung ein unverzichtbarer Faktor, so lange die Welt und die Menschen so sind, wie sie sind. Die Wissenschaft des Yoga kennt andere Wege des Auftankens von Energie, und wir werden zwei der Wichtigsten erwähnen.

Der erste besteht darin, sich mit den in der materiellen Welt gespeicherten Energien in Verbindung zu setzen und aus dieser unerschöpflichen Quelle zu schöpfen. Diese materiellen Energien sind dunkel und halbbewusst; sie ermutigen das Tierische im Menschen, aber gleichzeitig festigen sie eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und materieller Natur. Diejenigen, die wissen, wie sie diese Energien empfangen und nutzen können, sind normalerweise im Leben erfolgreich und ihnen gelingt alles, was sie sich vornehmen. Doch sie sind noch in hohem Maße von ihren Lebensumständen und ihrem Gesundheitszustand abhängig. Die in ihnen geschaffene Harmonie ist nicht gegen alle Attacken immun; sie verschwindet, wenn die Umstände schlecht werden. Das Kind empfängt diese Energie aus der materiellen Natur spontan, weil es seine ganze Kraft ohne zu kalkulieren freudig und frei ausgibt. Aber bei den meisten Menschen ist diese Fähigkeit während des Aufwachsens durch die Sorgen des Lebens stumpf geworden, weil dann die geistigen Aktivitäten den größten Platz im Bewusstsein einnehmen.

Jedoch gibt es eine Kraftquelle, die, einmal entdeckt, nie versiegt, wie immer die äußeren Umstände und physischen Lebensbedingungen auch sind. Es ist die Kraft, die als spirituell beschrieben werden kann, und sie wird nicht länger von unten, von den unbewussten Tiefen, sondern von oben, vom höchsten Ursprung des Universums und des Menschen zuteil, von der allmächtigen und ewigen Pracht des Überbewussten. Sie ist da, überall um uns herum, und durchdringt alles; und um in Verbindung mit ihr zu kommen und sie zu empfangen, reicht es, aufrichtig nach ihr zu streben, sich ihr mit Glauben und Vertrauen zu öffnen, sein Bewusstsein zu weiten und es mit dem universalen Bewusstsein zu identifizieren.

Am Anfang mag das sehr schwierig, wenn nicht unmöglich erscheinen. Aber bei näherer Betrachtung dieses Phänomens kann man sehen, dass es nicht so fremdartig und dem normal entwickelten menschlichen Bewusstsein so fern ist. Tatsächlich gibt es nicht wenige Menschen, die wenigstens einmal in ihrem Leben sich wie über sich selbst hinausgehoben gefühlt haben, von einer unerwarteten und ungewöhnlichen Kraft, die sie für eine Weile befähigte, alle möglichen Dinge zu tun. In solchen Momenten scheint nichts zu schwierig, und das Wort „unmöglich“ verliert seine Bedeutung.

Diese Erfahrung, gleich wie flüchtig sie auch sein mag, vermittelt eine Art Kontakt mit der höheren Energie, den die yogische Disziplin sichern und erhalten kann.

Die Methode, um diesen Kontakt zu erlangen, kann hier kaum vermittelt werden. Außerdem ist sie individuell und einzigartig für jeden. Sie beginnt von seinem momentanen Stand, passt sich seinen persönlichen Bedürfnissen an und hilft ihm einen Schritt voran zu gehen. Der Weg ist manchmal weit und langwierig, aber das Ergebnis ist die Mühe wert, die man auf sich nimmt. Wir können uns die Konsequenzen dieser Macht, willentlich und in allen Situationen auf die grenzenlose Quelle einer Kraft, die allmächtig in ihrer leuchtenden Reinheit ist, leicht vorstellen. Müdigkeit, Erschöpfung, Krankheit, Alter und sogar Tod werden zu bloßen Hindernissen auf dem Weg, welche ein beständiger Wille mit Sicherheit überwindet.

Eigentlich hat das Vital drei Quellen für seinen Lebensunterhalt. Der eine, der am einfachsten zu erreichen ist, kommt von unten, von den körperlichen Energien, durch die Empfindungen.

Der zweite kommt von seiner eigenen Ebene, wenn sie ausreichend weit und empfänglich ist, durch Kontakt mit den universellen vitalen Kräften.

Der dritte, dem es sich gewöhnlich nur bei einem großen Streben nach Fortschritt öffnet, kommt zu ihm von oben durch die Infusion und Absorption spiritueller Kräfte und Inspiration.

  1. 4. Sich niemals hinsetzen
  2. TEIL 3
  3. 1. Schlaf und Entspannung
  4. 2. Schwere Mahlzeit und Alpträume

Seite 2 von 3

  • 1
  • 2
  • 3
Copyright © 2026 Sri Aurobindo Digital Edition. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.