Kapitel 1
Schlaf und Entspannung
Wie kann man inmitten der Unbewusstheit bewusst bleiben?
Man muss wachsam sein.
Und beim Schlafen?
Man kann im Schlaf bewusst bleiben, wir haben dies schon erklärt! Man muss daran arbeiten.
Dann schläft man nicht!
Überhaupt nicht, man schläft viel besser, man hat einen ruhigen Schlaf statt eines ruhelosen. Die meisten Menschen tun in ihrem Schlaf so viele Dinge, dass sie müder als vorher aufwachen. Wir haben schon einmal darüber gesprochen. Natürlich, wenn du dich vom Schlafen abhältst, wirst du nicht schlafen. Ich sage immer zu allen, die klagen, dass sie nicht schlafen können: „Meditiere dann, und du wirst in den Schlaf gleiten.“ Es ist besser einzuschlafen, während man sich konzentriert, als „einfach so“: ganz zerstreut, ohne sogar zu wissen, wo man ist.
Gut schlafen will gelernt sein.
Ist man körperlich sehr erschöpft, schläft man besser nicht sofort ein, da man sonst in das Unbewusste sinkt. Wenn man sehr müde ist, muss man sich auf dem Bett ausstrecken, entspannen, einen Nerv um den anderen loslassen, bis man wie ein zerknülltes Tuch im Bett daliegt, so als hätte man weder Knochen noch Muskeln. Hat man das getan, dann tut man dasselbe im Mental. Entspannen, sich nicht auf irgendeine Idee konzentrieren oder versuchen, ein Problem zu lösen oder am Tag aufgenommene Eindrücke, Empfindungen oder Gefühle wiederkäuen. Das alles lässt man ruhig abfallen: Man lässt sich los, wird tatsächlich wie ein Lappen. Ist es gelungen, dann brennt da immer eine kleine Flamme – diese Flamme erlischt nie, und man wird sich ihrer bewusst, wenn die Entspannung geglückt ist. Und auf einmal erhebt sich diese kleine Flamme zu einer Aspiration nach dem göttlichen Leben, der Wahrheit, dem Bewusstsein des Göttlichen, der Vereinigung mit dem inneren Wesen, sie erhebt sich höher und höher, sie steigt und steigt, ganz sachte. Dann sammelt sich alles dort, und wenn du in dem Augenblick einschläfst, hast du den besten Schlaf, den du haben kannst. Tust du das sorgfältig, dann schläfst du bestimmt ein, dafür bürge ich, und ebenso sicher schläfst du dann nicht in einem dunklen Loch, sondern in einem Licht, und wenn du am Morgen aufstehst, bist du frisch, fit, zufrieden, glücklich und voller Energie für den Tag.
Wenn man im Schlaf bei Bewusstsein ist, ist das Gehirn dann aktiv oder nicht?
Wann schläft das Gehirn überhaupt? Wann schläft es? Das ist die schwierigste Frage von allen. Wenn es dir gelingt, dein Gehirn zum Schlafen zu bringen, wäre das wunderbar. Wie es doch arbeitet! Das ist Vagabundieren. Genau das meinte ich, als ich von Entspannung im Gehirn sprach. Wenn du es richtig machst, kommt dein Gehirn in eine stille Ruhe, und das ist wunderbar. Wenn du das fünf Minuten lang durchhältst, bist du danach ganz frisch und kannst eine Menge Probleme lösen.