Kapitel 5
Die Göttliche Mutter – Die Schöpferin
Liebe Mutter, hier hast du gesagt, dass die Höchste Mutter die Schöpferin des Universums sei. Aber in Indien sagt man gewöhnlich, dass Brahma der Schöpfer ist.
Sri Aurobindo aber hat gesagt, dass die Höchste Mutter die Mutter von Brahma ist. Sie ist die Mutter aller Götter.
Die göttliche Mutter ist die göttliche Shakti, das heißt, die schöpferische Kraft. Sie ist identifiziert mit dem Kosmos. Wie kann sie einen transzendenten Aspekt haben?
Aber vielleicht war die Göttliche Mutter bereits vor der Schöpfung da! Sie muss sicherlich bereits vor der Schöpfung existiert haben, denn Sie kann nicht das Produkt der Schöpfung sein. Wenn Sie es ist, die das geschaffen hat, dann muss Sie vor der Schöpfung existiert haben, sonst hätte Sie es ja nicht erschaffen können.
Sie existierte also im Höchsten, also vor der Schöpfung?
„In“ dem Höchsten … es ist ein wenig schwierig von „innen“ und „außen“ zu sprechen, wenn man außerhalb aller Formen ist! Wenn du möchtest, sage: Sie ist eine Regung des Höchsten (wenn dich das besser verstehen lässt) oder ein Wirken des Höchsten oder ein Status des Höchsten, ein Modus… Du magst sagen, was du möchtest, was dir am meisten Bewusstsein von der Sache gibt.
Als der Höchste Herr dir sagte, du sollst die Welt erschaffen, woher wusstest du da, was zu tun war?
Dafür hatte ich nichts zu lernen, denn der Höchste Herr enthält alles in Sich selbst: die ganze Welt, das Wissen über die Welt und die Macht, sie zu erschaffen. Als Er entschied, dass es eine Welt geben sollte, brachte Er zuerst das Wissen über die Welt und die Macht, sie zu erbauen, hervor, und das bin ich. Dann befahl Er mir, die Welt zu erschaffen.
Es gibt nur eine Sache, bei der ich mir absolut sicher bin, und das ist, wer ich bin. Auch Sri Aurobindo wusste es und erklärte es. Selbst die Zweifel der gesamten Menschheit würden an dieser Tatsache nichts ändern.
Aber eine andere Tatsache ist nicht so sicher – es ist die Frage, ob es sinnvoll ist, dass ich hier in einem Körper bin und die Arbeit tue, die ich tue. Ich tue dies nicht aus einem persönlichen Drang heraus. Sri Aurobindo sagte mir, ich solle es tun, und deshalb tue ich es als eine heilige Pflicht im Gehorsam gegenüber den Weisungen des Höchsten.
Die Zeit wird zeigen, wie weit die Erde dadurch profitiert hat.
Warum bist du wie wir gekommen? Warum bist du nicht so gekommen, wie du wirklich bist?
Würde ich nicht so kommen wie ihr, könnte ich euch nie nahe sein und könnte euch nicht sagen: „Werdet, was ich bin.“