Kapitel 4

Spirituelle und okkulte Schutzmittel

Besonderer Schutz und Aufhebung des Schutzes

Worte der Mutter

Du verstehst doch, nicht wahr, was „in einem Schutz sein“ bedeutet? Du verstehst auch „den Schutz verlassen“? Wenn du etwas tust, das zuwiderläuft, das abträglich ist; wenn du im Schutz des Göttlichen stehst und in einem bestimmten Augenblick einen Gedanken des Zweifels oder des schlechten Willens oder der Auflehnung hast, bist du sofort außerhalb des Schutzes. Der Schutz wirkt also rings um dich herum, damit die feindlichen Kräfte nicht über dich kommen oder sich kein Unfall ereignet. Mit anderen Worten, wenn du das Bewusstsein verlierst, verhindert er, dass die Bewusstlosigkeit augenblicklich böse Folgen hat. Trittst du aber aus dem Schutz heraus und bist nicht die ganze Zeit wachsam, wirst du entweder von den feindlichen Kräften angegriffen oder ein Unfall ereignet sich.

Aber die, die nicht bewusst sind?

Die nicht bewusst sind? Auch da sagte ich doch, dass ich nicht Durchschnittsmenschen meine. Ich spreche nicht von Durchschnittsmenschen; die stehen nicht unter einem besonderen Schutz. Die Durchschnittsmenschen leben unter alltäglichen Bedingungen. Sie haben keinen besonderen Schutz, der über sie wacht; die meine ich nicht. Sie folgen den ganz normalen Lebensgesetzen, und man kann ihnen die Dinge nicht auf die gleiche Weise erklären… Du dachtest an alle Menschen? Dass es für alle so ist? Das gilt für die Leute, die Yoga machen, es ist nicht für alle.

Worte der Mutter

Physischer Schutz ist nur mit einer totalen Hingabe an das Göttliche und der Abwesenheit von allen Begehrlichkeiten möglich.

Jemandem aus der Ferne helfen

Worte der Mutter

Ich habe oft gesagt, wenn man klar und stark denkt, schafft man eine mentale Formation, und jedes gedankliche Gebilde ist eine von seinem Gestalter unabhängige Wesenheit, die ein Eigenleben führt und danach strebt, sich in der mentalen Welt zu verwirklichen (ich will damit nicht sagen, dass du deine Formation mit deinen physischen Augen siehst, aber sie existiert in der mentalen Welt, sie hat eine Existenz, die ihr eigen und unabhängig ist). Wenn du eine Formation zu einem bestimmten Zweck geschaffen hast, wird deren ganzes Leben auf die Erfüllung dieses Zweckes gerichtet sein. Wenn du also jemand aus der Ferne helfen willst, musst du nur der Hilfe, die du leisten willst, und dem Ergebnis, das du erhalten möchtest, eine sehr klare, sehr präzise und starke Form geben. Das wirkt. Ich kann nicht sagen, dass sie allmächtig ist, weil die mentale Welt voll unzähliger Formationen dieser Art ist und weil sie natürlich aufeinanderprallen und nicht übereinstimmen; folglich wird die stärkste und beharrlichste die Oberhand behalten.

Was verleiht nun den gedanklichen Formationen Kraft und Beharrlichkeit? Emotion und Wille. Wenn du deiner gedanklichen Formation noch eine Emotion, Zuneigung, Zärtlichkeit, Liebe und einen starken Willen, Dynamik, mitgeben kannst, wird sie viel mehr Aussicht auf Erfolg haben. Das ist die erste Methode. Sie ist für alle erreichbar, die denken können, und noch mehr, die lieben können. Doch wie gesagt, die Macht ist begrenzt und die Konkurrenz in dieser Welt groß.

Selbst wenn man also keinerlei Kenntnis hat, jedoch Vertrauen in die göttliche Gnade, wenn man den Glauben hat, dass es in der Welt so etwas wie die göttliche Gnade gibt und dass dieses Etwas auf ein Gebet, auf eine Sehnsucht, auf eine Anrufung antworten kann, wenn man dann seine gedankliche Formation geschaffen hat und sie der Gnade darbringt und Ihr Vertrauen schenkt, Sie darum bittet einzugreifen, und den Glauben hat, dass Sie eingreift, dann hat man wirklich Aussicht auf Erfolg.

Einen Zustand der Unbesiegbarkeit erlangen

Worte der Mutter

Es gibt einen fehlgeleiteten, entstellten Okkultismus, den man schwarze Magie nennt, eine Sache, die man niemals anrühren sollte. Aber leider gibt es Menschen, die sich aus reiner Boshaftigkeit damit beschäftigen. Man darf nicht glauben, das sei eine Illusion, ein Aberglaube: Es ist wirklich so! Es gibt Menschen, die wissen, wie man zaubert, und sie tun das auch, und mit ihrer Magie erzielen sie ganz und gar abscheuliche Resultate. Es versteht sich von selbst, dass man geschützt bleibt und außer Gefahr ist, wenn man keine Angst hat. Aber es gibt da ein „Wenn“, eine Bedingung, und wenn man diese Bedingung nicht immer erfüllt, können ganz unangenehme Dinge geschehen. Doch solange du in einem Zustand voller Kraft und Reinheit bist – das heißt der Unbesiegbarkeit –, fällt das, was jemand gegen dich tut, automatisch auf ihn zurück, als ob du einen Tennisball gegen die Wand wirfst und er zu dir zurückkommt. Genau in derselben Weise kommt es wieder zu ihnen zurück, manchmal mit einer größeren Kraft, und sie werden durch genau die Sache bestraft, durch die sie sündigten. Natürlich hängt das alles von jenem ab, gegen den die Magie gerichtet wird, von seiner inneren Kraft und Reinheit… Das sind Dinge, die mir begegnet sind, viele solcher Fälle. Und um dann Widerstand leisten zu können, muss man, wie ich es nannte, ein Krieger im Vitalen sein, nämlich ein spiritueller Kämpfer im Vital. Alle, die aufrichtig Yoga ausüben, müssen zu dem werden, und wenn sie zu dem geworden sind, sind sie gänzlich geschützt. Aber eine der Bedingungen, um zu dem zu werden, ist die, gegenüber anderen Menschen niemals eine schlechte Willensregung oder einen schlechten Gedanken zu hegen. Denn wenn du ein schlechtes Gefühl oder eine schlechte Willensregung oder einen schlechten Gedanken hast, begibst du dich auf ihr Niveau, und wenn du auf derselben Ebene mit ihnen bist, nun, dann können dich ihre Schläge treffen.

Steine als Kräftebündel

Worte der Mutter

Der Stein kann die Kraft fast auf unbegrenzte Zeit bewahren. Es gibt jene Steine, die als ein Bindeglied dienen können, es gibt Steine, die als Batterie dienen können. Das ist in der Tat bemerkenswert. Man kann in einem Stein (besonders in Amethysten) eine Schutzkraft ansammeln, und die Kraft schützt tatsächlich denjenigen, der den Stein trägt. Es ist sehr interessant. Ich habe es selbst erfahren. Ich kannte jemanden, der einen Stein dieser Art hatte, welcher mit Schutzkraft geladen war. Es war wunderbar, wenn er ihn trug… Es gibt Steine, die man benutzen kann, um Ereignisse vorauszusagen. Manche Leute können in diesen Steinen Ereignisse lesen, die eintreten werden. Steine können Botschaften vermitteln. Natürlich erfordert dies eine Fähigkeit auf beiden Seiten: auf der einen Seite eine hinreichend starke Kraft der Konzentration: auf der anderen eine Kraft, direkt zu sehen und zu lesen, ohne ganz präzise Worte zu gebrauchen. Da sie als Batterien fungieren können, bedeutet es, dass sie in sich die Quelle der Kraft selbst tragen, sonst wären sie nicht empfänglich. Eine Kraft dieser Art liegt am Ursprung von Kristallisationen, wie zum Beispiel in Felskristallen, die so herrliche Muster bilden, mit einer so vollständigen Harmonie, und das kommt nur von einer Sache, dieser Gegenwart im Zentrum. Nun sieht man jedoch nicht, weil man keine innere Empfänglichkeit hat, aber sobald man einmal die direkte Wahrnehmung von Kräften der Liebe hinter den Dingen hat, sieht man, dass sie überall identisch sind. Selbst in konstruierten Dingen: man kann zu einem Verständnis gelangen, was sie sagen.

Schutz während des Durchgangs nach dem Tod

Worte der Mutter

Im Allgemeinen wird als „Domäne des Todes“ eine bestimmte Region des materiellsten Vitals bezeichnet, in die man in dem Moment, in dem man den Körper verlässt, geschleudert wird. Der Teil – wie soll ich es ausdrücken? – unseres Lebens, der normalerweise am bewusstesten ist, wird im Moment des Todes dorthin geschleudert. Nun, jene Region, jene materielle, vitale Welt ist sehr dunkel, sie ist voll von feindlichen Formationen, deren Kern aus Begierden oder sogar bösen Absichten besteht. Es sind sehr, sehr elementare Wesenheiten, die ein sehr bruchstückhaftes Leben haben und wie Vampire sind, das heißt sie ernähren sich von all dem, das von menschlichen Wesen ausgeworfen wird. Also, in dem Moment, im Schock des Todes – denn nur sehr wenige sterben ohne Schock und gehen bewusst davon, in vollem Bewusstsein dessen was gerade passiert, deren gibt es wirklich nicht sehr viele – normalerweise ist es ein Unfall, ein letzter Unfall; nun, in jenem Schockmoment des Todes eilen diese Wesenheiten herbei und stürzen sich auf die davongehende Vitalität, um sie sich einzuverleiben. Solange der Mensch lebt, können sie ihm nichts anhaben. Du hast sicherlich schon einmal einen Albtraum gehabt, in dem es richtig gefährlich wird, und dann wachst du plötzlich auf – du kommst in deinen Körper zurück, denn er ist dein Schutz. In der physischen Welt können die Wesenheiten dir nichts anhaben, aber wenn du dich ganz außerhalb der physischen Welt befindest (und selbst das vorher erwähnte Band bietet einen gewissen Schutz, wenn man den Körper verlässt), wenn die Verbindungen ganz durchtrennt sind und man völlig ohne einen Körper ist, nun, es sei denn, man schafft es, besondere Umstände zu seinem Vorteil zu nutzen…, zum Beispiel wenn jemand von noch lebenden Menschen sehr geliebt wird und diese Menschen im Moment seines Todes all ihre Gedanken und Liebe auf den Verschiedenen konzentrieren, kann dieser darin Zuflucht finden und ist so völlig vor den Wesenheiten geschützt. Wenn aber hingegen ein Mensch ohne ihm nahestehende Personen stirbt, vielleicht weil er von Menschen umgeben ist, die er verletzt hat und die ihn nicht lieben, oder weil es schrecklich unbewusste Menschen sind, dann ist er diesen Kräften eine leichte Beute. Und das ist dann wirklich eine nur schwer zu ertragende Erfahrung. Sie können nichts anderes anrühren, nur das, was ihrer eigenen Domäne, dem materiellsten Vital, angehört. Das höhere Vital entflieht ihnen ganz und gar, dort können sie nichts ausrichten. Und so verlöscht das materielle Vital, aber das höhere Vital bleibt bestehen und wird von anderen Gefahren angegriffen; und wenn es auch verschwindet, bleibt der Verstand bestehen. Aber hinter all dem ist das seelische Wesen, dem nichts etwas anhaben kann, das über allen möglichen Angriffen steht, und tatsächlich frei entscheiden kann, wohin es gehen möchte. Für gewöhnlich – es sei denn, es bietet sich ihm eine ganz besondere Gelegenheit und es hat einen vollkommenen Entwicklungsstand erreicht – begibt es sich zum Ausruhen in die seelischen Welten. Dort kommt es in einen Zustand der glückseligen Besinnung, in dem es zur Verarbeitung all seiner Erfahrungen verharrt bis der Verarbeitungs- und Ruheprozess zu Ende ist und es beginnt, sich auf ein neues Leben vorzubereiten. Diesem Wesen kann nichts etwas anhaben. Aber nur ganz wenige Menschen sind sich ihres seelischen Wesens bewusst, man kann kaum sagen, dass man einmal so jemanden gekannt hat, denn die Menschen, so wie wir sie kennen, bestehen aus was? Aus allen ihren physischen Erfahrungen, ihren vitalen Reaktionen, all ihren mentalen Formationen, also dem Körper, dem Charakter, den Gedanken – all dies zusammen macht einen Menschen aus! Nun, all das kann nach dem Tod nicht fortbestehen, es sei denn, es ist um das seelische Wesen herum organisiert und zentralisiert und sein Fortbestand hängt auch von dem Grad der perfekten Vereinigung mit dem Seelischen ab. Ansonsten wird diese gesamte Mixtur aufgelöst und das seelische Wesen bleibt alleine zurück, manchmal nur als Flamme, manchmal als vollständig bewusstes Wesen.

Das ist selbstverständlich das allgemeine Gesetz. Es gibt aber auch Brücken, „geschützte Passagen“ sozusagen, die in der vitalen Welt errichtet wurden, um all diesen Gefahren ausweichen zu können. Es gibt Atmosphären, die die Menschen, die ihren Körper verlassen, empfangen, ihnen Zuflucht und Schutz bieten. Es gibt noch eine Menge anderer Bedingungen; was ich bis jetzt gesagt habe, bezieht sich auf den Normalzustand derjenigen, die sterben, also gewöhnliche Menschen. Sobald wir aber zu einer etwas höheren Art Menschheit kommen, ändern sich all diese Bedingungen. Das allgemeine Gesetz ist wirksam, es sei denn, es gibt eine spezielle, höhere, innere Entwicklung eines Wesens. Es gibt Menschen mit einem derart starken inneren Zusammenhalt ihres Wesens, dass sie nicht mehr – überhaupt nicht mehr – von ihrem Körper abhängig sind, egal ob er da ist oder nicht.

Die Verstorbenen schützen

Worte der Mutter

So gesehen kann man sagen: Wenn man mit jemand, der gegangen ist, der seinen Körper verlassen hat, in tiefer und aufrichtiger Liebe verbunden war, und wenn man selbst in einem hinreichend ruhigen und kraftvollen Zustand ist, kann diese Person sich entschließen, längere oder kürzere Zeit in der Atmosphäre des geliebten Menschen vital ihre Zuflucht zu suchen. Voraussetzung in diesem Fall ist, dass die Beziehung sehr eng, sehr vertraut war, und wenn man nicht so materiell eingestellt ist, dass man keine direkte mentale Wahrnehmung hat, kann man mit dieser Person in mentaler Verbindung, in Kontakt mit ihr bleiben. Das ist ein ganz seltener Fall, denn im allgemeinen, wenn deine eigene Atmosphäre ruhig und stark genug ist, damit sie wirklich als Schutz dienen kann, kommt die Person, die ihren Körper verlassen hat, dort in eine tiefe Ruhe, und es ist ganz schlecht, sie zu stören; und man tut am besten daran, diese Person mit seiner Liebe zu umfangen und sie in Ruhe zu lassen.

Eine schützende Atmosphäre

Worte der Mutter

Das heißt, sobald man sich der Wahrheit nähert, ist man vor jeder Scharlatanerie, vor jedem falschen Anspruch und vor jeder Lüge sicher. Davon habe ich zahlreiche und äußerst schlüssige Beweise. Und wer im Besitz der wahren okkulten Kraft ist, vermag dann zugleich durch die Macht dieser inneren Wahrheit alle weiße oder schwarze Magie oder was für Farben sie haben mögen, aufzulösen, einfach durch das Auftragen eines Tropfens dieser Wahrheit, könnte man sagen. Nichts kann diesem Vermögen widerstehen. Und dies ist bei allen, die Magie betreiben, sehr bekannt, denn in allen Ländern, aber ganz besonders in Indien, achten sie immer sehr sorgfältig darauf, dass sie nie eine ihrer Formeln gegen Yogis oder Heilige ausprobieren, weil sie wissen, dass diese Formeln, die sie mit ihrer kleinen, ganz oberflächlichen mechanischen Kraft aussenden, wie ein Ball an einer Mauer der echten Macht aufschlägt, die jenen beschützt, der ein spirituelles Leben führt. Es ist ganz selbstverständlich, dass ihre Formel abprallt und auf sie zurückfällt.

Der Yogi oder der Heilige braucht nichts zu tun, er braucht sich nicht einmal schützen zu wollen. Das geschieht automatisch.

Sein Zustand des Bewusstseins und seiner inneren Macht schützen ihn automatisch vor allem Niederen. Natürlich kann er seine Kraft auch freiwillig dazu benutzen, um andere damit zu schützen. Dieses Abprallen der schlechten Formation an seiner Atmosphäre schützt ihn automatisch, aber wenn diese schlechte Formation gegen jemand gerichtet ist, den er beschützt, oder der lediglich seine Hilfe erbittet, dann kann er die Person, die bösem Zauber ausgesetzt ist, mit einer Bewegung seiner eigenen Atmosphäre, seiner eigenen Aura umgeben, und der Vorgang des Abprallens wirkt auf dieselbe Weise, so dass die schlechte Formation ganz natürlich auf den fällt, der sie verursacht hat. Aber in diesem Fall ist der bewusste Wille des Yogis, des Heiligen oder des Weisen notwendig. Er muss über das Ereignis unterrichtet werden und über sein Eingreifen entscheiden.

Die inneren Sinne

Worte der Mutter

Oft hatte ich derartige Erfahrungen. Zum Beispiel wanderte ich einmal im Gebirge, ich ging auf einem Pfad, wo knapp für eine Person Platz war – auf der einen Seite der Abgrund, auf der andern der steile Fels. Hinter mir waren drei Kinder, und ein anderer Erwachsener machte den Schluss. Ich ging an der Spitze. Und der Pfad folgte dem Felsen, man sah nicht, wohin er führte (es war sehr gefährlich – ein falscher Schritt, ein Ausgleiten, und man wäre im Schlund gewesen). Ich also voran, als ich plötzlich mit andern Augen als diesen hier (obwohl ich sorgfältig auf meine Schritte achtete) eine Schlange erblickte, da, auf dem Felsen – sie erwartete mich dort drüben. So tat ich ganz behutsam den nächsten Schritt, und tatsächlich war auf der andern Seite eine Schlange. Das ersparte mir den Schock der Überraschung, ich konnte den Kindern sagen, ohne sie zu erschrecken: „Haltet an, steht ruhig, rührt euch nicht.“ In einem Schock hätte etwas passieren können. Die Schlange hatte den Schall gehört, sie war schon eingerollt und in Verteidigungsstellung, der Kopf schwang hin und her – es war eine Viper. Das geschah in Frankreich. Nichts ist passiert; hätte es aber Aufregung gegeben, eine Panik – wer weiß, was uns dann hätte zustoßen können.

Solcherlei ist mir oft, sehr oft widerfahren…

Derartige Dinge habe ich hundertfach erlebt – genau im richtigen Augenblick gewarnt, keine Sekunde zu früh.

Die Aura des Schutzes

Worte der Mutter

Einmal, in Paris, überquerte ich gerade den Boulevard Saint-Michel. Ich hatte beschlossen, innerhalb einer gewissen Anzahl Monate die Vereinigung mit der seelischen Gegenwart, dem inneren Göttlichen zu erreichen. Ich dachte nur noch an das, ich war nur noch damit beschäftigt, und es waren die letzten Wochen dieser Zeit. Ich wohnte in der Nähe des Palais du Luxembourg, und ich war abends auf einem Spaziergang zu dessen Gärten, um mich dort hinzusetzen – die ganze Zeit nach innen gewandt. Dort gibt es eine Art Kreuzung – gewiss nicht der Ort, den man verinnerlicht überqueren sollte, nicht gerade vernünftig! In diesem Zustand also trat ich auf die Kreuzung, als ich auf einmal einen Schock verspürte, wie ein Stoß, und instinktiv machte ich einen Satz zurück. Als ich zurücksprang, ratterte eine Straßenbahn an mir vorbei. Ich hatte sie auf eine Distanz von etwas mehr als einer Armlänge gespürt. Sie hatte meine Aura berührt, die Schutzaura (zu jenem Zeitpunkt war sie sehr stark – ich war in den Okkultismus vertieft und wusste, wie ich sie bewahren konnte). Die Schutzaura war also berührt worden, was mich buchstäblich zurückwarf, so als ob ich einen physischen Stoß erhalten hätte. Begleitet von den Beschimpfungen des Straßenbahnführers, sprang ich genau rechtzeitig zurück, und die Straßenbahn fuhr an mir vorbei.

Die Gründe können sehr verschieden sein. Sehr oft hat mich jemand informiert: eine kleine Wesenheit, irgendein Wesen. Manchmal schützte die Aura. Bei allen möglichen Dingen. Das heißt, das Leben war kaum je auf den physischen Körper beschränkt – das ist hilfreich, das ist gut. Es ist sogar notwendig, es erhöht die Fähigkeiten. Das hatte mir jener, der mich Okkultismus lehrte, gleich gesagt: „Man entbehrt Sinne, die zum Nützlichsten gehören, sogar für das gewöhnlichste Leben.“ Und das stimmt, das ist vollkommen richtig. Wir können unendlich viel mehr wissen als gewöhnlich, einfach, indem wir unsre eigenen Sinne benutzen. Und nicht nur mental, sondern auch in vitaler und sogar in physischer Hinsicht.

Worte der Mutter

Wenn du unter Menschen bist, stelle den Herrn zwischen dich und die Menschen. Dadurch wird dein gesamtes Wesen geschützt sein. Du wirst in Seinem Schutz sein wie in einem Kokon und nichts kann in dein Wesen eindringen.

Sich in einer Atmosphäre des Schutzes einschließen

Worte der Mutter

Im Übrigen ist es immer möglich, sich durch eine Schutzatmosphäre zu isolieren, wenn man eine äußerst ruhige Schwingung schaffen kann, eine derart ruhige, dass gleichsam eine Mauer um dich herum gebildet wird. Doch vibriert man die ganze Zeit, die ganze Zeit als Reaktion auf Schwingungen, die von außen kommen. Wenn du das merkst, ist da die ganze Zeit etwas, das so macht, so, so, so (Handbewegungen), das auf alle Schwingungen reagiert, die von außen kommen. Nie bist du in einer völlig ruhigen Atmosphäre, die von dir selbst ausgeht, das heißt, die aus dem Innern kommt und nach außen geht – und nicht etwas, das von außen kommt und nach innen geht –, etwas wie eine Umhüllung um dich herum, ganz ruhig und still, so, und du kannst überall vorbeigehen, und alle diese Schwingungen von außen fangen nicht an, so zu machen (Handbewegung) rings um deine Atmosphäre.

Bete vor dem Schlafen

Worte der Mutter

Etwas kann man auf jeden Fall ohne jedes Risiko tun, nämlich, sich vor dem Einschlafen konzentrieren, jede Spannung im physischen Wesen lockern, versuchen – das heißt im Körper –, dass der Körper wie ein Schwamm auf dem Bett liegt, dass da nichts mehr ist, das Verkrampfungen und Krämpfe aufweist; ihn vollständig entspannen, als wäre er etwas Schwammähnliches. Und dann das Vital: es beruhigen, es so gut wie es dir möglich ist ruhig stellen, es so still, so friedvoll wie möglich machen. Und dann auch das Mental: versuchen, das Mental einfach inaktiv zu halten. Man muss eine große Kraft voller Frieden, eine Kraft großer Ruhe, des Schweigens, wenn möglich, auf das Gehirn legen, und dann nicht aktiv Gedanken nachjagen, nichts Anstrengendes tun, nichts, nichts. Auch da muss man die Bewegung lockern, aber sie in möglichst großer Stille und Ruhe entspannen.

Hat man das alles einmal gemacht, kannst du ein Gebet, eine Aspiration hinzufügen, gemäß deinem Naturell, um das Bewusstsein, den Frieden zu erbitten und um während des ganzen Schlafs vor allen feindlichen Kräften beschützt zu werden, um in einer konzentrierten ruhigen Aspiration und in einem Schutz zu sein. Bitte die Gnade, über deinen Schlaf zu wachen, und dann schlafe ein. Das ist Einschlafen unter den bestmöglichen Bedingungen. Was danach passiert, hängt von deinen inneren Impulsen ab, doch wenn du das unbeirrt machst, Nacht für Nacht, Nacht für Nacht, zeigt es nach einiger Zeit Wirkung.

Aufrichtigkeit schützt

Worte der Mutter

Welches ist die grundlegende Tugend, die zur Vorbereitung auf das spirituelle Leben geformt werden muss?

Ich habe es viele Male gesagt, doch ist dies eine Gelegenheit, es zu wiederholen: es ist Aufrichtigkeit.

Eine Aufrichtigkeit, die total und absolut werden muss, denn Aufrichtigkeit allein ist dein Schutz auf dem spirituellen Pfad. Wenn du nicht aufrichtig bist, wirst du mit Sicherheit beim nächsten Schritt fallen und deinen Kopf anschlagen. Alle Arten von Kräften, Willen, Wünschen, Einflüssen, Wesenheiten halten Ausschau nach dem geringsten kleinen Riss in dieser Aufrichtigkeit und dringen durch diesen sofort ein und beginnen, dich in Verwirrung zu stürzen.

Daher, bevor du irgend etwas tust, irgend etwas beginnst, irgend etwas versuchst, sei dir vor allem sicher, dass du nicht nur so aufrichtig bist, wie du sein kannst, sondern noch aufrichtiger werden willst. Dann das ist dein einziger Schutz.

Wahrheit schützt

Worte der Mutter

Aber in der Tat ist das Ergebnis sehr einfach, denn sofort erleiden sie die Folgen ihrer Vortäuschung – sie sagen, es gäbe keine, aber sie bekommen sie zu spüren. Ich habe ein ganz frappierendes Beispiel bei einem Sannyasin erlebt, der wütend auf jemand war, der nicht sein Schüler werden wollte – schon das bewies, dass er diesen Zustand keineswegs verwirklicht hatte –, und er wollte sich rächen. Er hatte tatsächlich gewisse Kräfte. Er hatte eine sehr starke Formation aufgebaut, um den Betreffenden zu vernichten, der sich geweigert hatte, sein Schüler zu werden. Dieser hatte zufällig Kontakt mit Sri Aurobindo. Er erzählte ihm die Geschichte, und Sri Aurobindo erzählte sie mir weiter. Die Folge davon war, dass die Formation dieses Sannyasins, der mit dem sogenannten göttlichen Willen handelte, derart auf ihn zurückfiel, dass er starb!

Und es war einfach die Tatsache der Wiederherstellung der Wahrheit. Sonst war da weiter nichts zu tun.

Die Moral der Geschichte ist also, dass man nicht so tun darf, als ob, man muss es sein – mehr sein als scheinen; man muss ganz aufrichtig sein und darf seine Begierden nicht mit schönen Theorien zudecken.

Mir sind viele Menschen begegnet, die behaupteten, den vollkommenen Gleichmut und die vollkommene Freiheit zu haben, und die sich hinter dieser Theorie des „Alles ist der göttliche Wille“ versteckten und in Wirklichkeit in ihrem Denken den göttlichen Willen durch ihren eigenen ersetzten und keineswegs verwirklicht hatten, was sie behaupteten. Es waren Faulpelze, die Anstrengungen scheuten und ihre Natur lieber so behalten wollten, wie sie war, als an ihrer Umwandlung zu arbeiten. Voilà!

Liebe Mutter, haben diese Leute Kräfte?

Ja! Manche haben große Kräfte. Aber das sind Kräfte, die aus dem Vital und aus einer Verbindung mit vitalen Wesenheiten kommen.

Es gibt alle Arten von Kräfte. Nur halten sich diese Kräfte nicht vor der wahren göttlichen Macht – sie können keinen Widerstand leisten. Aber gegenüber gewöhnlichen Individuen haben sie große Macht.

Dann können sie Böses tun?

Sehr viel. Sie können es nicht nur, sie tun es. Sie tun viel Böses Die Zahl der Menschen, die geplagt werden, weil sie das Unglück hatten, einem sogenannten Sannyasin1 zu begegnen, ist erheblich hoch, sehr erheblich. Ich erzähle dir das nicht, um dir Angst zu machen, denn hier [im Ashram] bist du geschützt; ich sage dir das, weil es eine Tatsache ist. Bei der Initiation haben diese Menschen eine Kraft aus der vitalen Welt auferlegt bekommen, die äußerst gefährlich ist. Das ist zwar nicht immer der Fall, geschieht aber doch recht häufig.

Denn Aufrichtigkeit ist eine so seltene Tugend in der Welt, dass man sich mit Respekt davor verneigen sollte, wenn man ihr begegnet. „Aufrichtigkeit“ – was wir Aufrichtigkeit nennen ist nämlich eine vollkommene Ehrlichkeit und Transparenz: dass da nirgends irgend etwas ist, das einen Anspruch erhebt, sich versteckt oder sich für etwas ausgeben will, das es nicht ist.

1 Später fügte die Mutter folgenden Kommentar hinzu: „Selbstverständlich bezieht sich dies nur auf diejenigen, die den orangefarbenen Rock allein zu dem Zweck anlegen, ihre egoistischen Leidenschaften hinter dem Schleier eines allgemein geachteten Gewandes zu verbergen. Es kann sich hier nicht um diejenigen handeln, die ein reines Herz haben und deren Kleidung einfach das äußere Zeichen ihrer vollständigen Weihung an das spirituelle Leben ist.“

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