Kapitel 5

Göttlicher Schutz

Supramentaler Schutz

Worte der Mutter

Damit sich eine neue Gattung auf der Erde einrichten kann, müsste sie notwendigerweise gegen andere irdische Elemente geschützt werden, um überleben zu können, und der Schutz ist die Macht (nicht etwa eine künstliche, äußere und falsche, sondern die wahrhafte Macht, der siegreiche Wille). Es ist also nicht undenkbar, dass das supramentale Wirken, schon bevor es ein Wirken der Harmonisierung, der Erleuchtung, der Freude, der Schönheit ist, ein Wirken der Macht ist, um als Schutz zu dienen. Natürlich müsste sich dieses Wirken, um wahrhaft erfolgreich sein zu können, auf das Wissen und die Wahrheit, auf die Liebe und die Harmonie gründen; aber jene Dinge könnten sich manifestieren – sichtbar, allmählich –, wenn sozusagen der Boden durch das Wirken eines souveränen Willens und einer souveränen Macht vorbereitet wäre.

Doch damit das geringste dieser Dinge möglich ist, bedarf es zunächst einer vollkommen ausgeglichenen Grundlage, eines Gleichgewichts, das aus völliger Egoismuslosigkeit, aus der vollkommenen Hingabe an den Höchsten und aus echter Reinheit entspringt: jener der Identifikation mit dem Höchsten. Ohne die Grundlage dieses vollkommenen Gleichgewichts ist die supramentale Macht gefährlich, und man darf ihr unter gar keinen Umständen nachjagen und sie an sich ziehen wollen, denn sie ist auch in unendlich kleiner Menge so mächtig und so furchtbar, dass das ganze System aus den Fugen geraten kann.

Worte der Mutter

Der Schutz steht über der Gruppe – und wenn das Handeln der Gruppe koordiniert und diszipliniert ist, wirkt der Schutz. Wenn aber ein Einzelner selbständig handelt, wirkt der Schutz nur in dem Maß seines Glaubens.

Die Materie empfänglicher für die höhere Kraft machen

Worte der Mutter

Ich bin zu diesem Schluss gekommen: durch Schauen, durch Beobachten habe ich gesehen, dass das, was wir mangels eines besseren Wortes „Supramental“ nennen, dass dieses Supramental die Schöpfung für die höhere Kraft empfänglicher macht, die wir „göttlich“ nennen, weil wir… es ist zwar göttlich in Bezug auf das, was wir sind, aber… Es ist etwas (Geste der Herabkunft und des Druckes), das die Materie empfindsamer machen muss und „empfänglicher“ für die Kraft. Wie soll ich sagen? Jetzt ist alles, was unsichtbar oder unempfindsame ist, unwirklich für uns, (ich meine für den Menschen allgemein). Wir sagen, es gebe „konkrete“ Dinge und solche, die es nicht sind. Nun, dies Vermögen, diese Macht, die nicht materiell ist, wird auf konkretere Weise mächtig auf der Erde als die materiellen irdischen Dinge. So ist das.

Das ist es, der Schutz und das Verteidigungsmittel der supramentalen Wesen. Es wird etwas sein, das der Erscheinung nach nicht materiell ist, jedoch auf die Materie eine größere Macht ausübt als materielle Dinge. Das, das wird von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde wahrer. Der Eindruck ist, dass diese Kraft, wenn sie von dem gelenkt wird, was wir das „Göttliche“ nennen, dass sie kann, dass sie wirklich kann – verstehst du, sie hat die Macht, die Materie zu bewegen, sie kann einen materiellen Unfall verursachen; sie kann aus einem ganz und gar materiellen Unfall retten, sie kann die Folgen von etwas völlig Materiellem aufheben – sie ist stärker als die Materie. Das ist das ganz und gar Neue und Unbegreifliche; und das schafft dann eine Art Verwirrung im gewöhnlichen Bewusstsein der Menschen. Das ist es. Es scheint, dass… Es ist nicht mehr, wie es war. Und es gibt wirklich etwas Neues – es ist nicht mehr, wie es war.

Worte der Mutter

Es sind Eifersucht, egoistische Unzufriedenheit und verletzte Eitelkeit, die die Türen des Bewusstseins für die feindlichen Angriffe öffnen, indem sie einen aus dem Schutz des Göttlichen herausziehen.

Die ideale Haltung

Worte der Mutter

Doch diese Art von Gefühl, dass man nur einen einzigen Daseinszweck hat, ein einziges Ziel, einen einzigen Beweggrund, die ganze vollkommene und vollständige Weihung an das Göttliche, die so weit geht, dass man sich nicht mehr vom Göttlichen unterscheiden kann, dass man Es gänzlich ist, vollständig, total, ohne irgendeine persönliche Reaktion, die dazwischentreten könnte, das ist die ideale Haltung; und im Übrigen ist es die einzige, durch die man im Dasein und im Werk vorankommen kann, absolut geschützt vor allem und geschützt vor sich selbst, der allergrößten Gefahr für einen – es gibt keine größere Gefahr als das Selbst (ich fasse das „Selbst“ hier im Sinn eines egoistischen Ich).

In allem nur die Göttliche Gegenwart sehen

Worte der Mutter

Dieses Bewusstsein hat die Fähigkeit, alles in eine immerwährende Ekstase zu verwandeln, denn anstatt die Dinge in ihrer disharmonischen Erscheinung zu sehen, sieht man überall nur die göttliche Gegenwart, den göttlichen Willen und die göttliche Gnade; und jedes Ereignis, jedes Element, jeder Umstand, jede Form verwandelt sich in eine Art und Weise, eine Besonderheit, durch die man sich dem Göttlichen inniger und tiefer nähern kann. Die Disharmonien verschwinden, das Hässliche vergeht; es gibt nur noch den Glanz der göttlichen Gegenwart in einer in allen Dingen strahlenden Liebe.

Es ist klar, dass man praktisch gesehen fähig sein muss, stetig und unerschütterlich hoch oben zu bleiben, um in diesem Zustand sein zu können, ohne sich recht ärgerlichen Konsequenzen auszusetzen. Aus diesem Grund haben sich wahrscheinlich diejenigen, die diesen Zustand erleben wollten, aus der Welt zurückgezogen und die allumfassende Berührung durch die Natur gefunden… Ich muss sagen, ohne den Menschen gegenüber unfreundlich sein zu wollen, dass es unendlich viel leichter ist, diesen Bewusstseinszustand zu verwirklichen, wenn man von Bäumen, Blumen, Pflanzen und selbst Tieren umgeben ist als von Menschen. Es ist viel leichter, aber es ist nicht unerlässlich. Und wenn man will, dass der Zustand wirklich ganzheitlich ist, muss man jeden Augenblick in ihm sein können, wer oder was auch immer vorhanden ist.

Es gibt unzählige solcher Legenden oder Geschichten, wie etwa die von Prahlad1, die wir kürzlich im Kino gesehen haben. Sie sind wie Illustrationen zu diesem Bewusstseinszustand. Und ich bin nicht nur überzeugt, sondern ich habe die ganz konkrete Erfahrung selbst gemacht: Wenn man angesichts einer Gefahr, eines Feindes, eines bösen Willens fähig ist, in diesem Zustand zu bleiben und das Göttliche in allen Dingen zu sehen, nun, dann wird die Gefahr keine Wirkung haben, der böse Wille wird einem nichts anhaben können, und der Feind wird entweder umgewandelt oder ergreift die Flucht. Das ist eine feststehende Tatsache.

Aber ich möchte eine Bemerkung hinzufügen, die recht wichtig ist. Man darf diesen Zustand oder dieses Bewusstsein nicht aus einem Motiv heraus suchen, es suchen, weil es ein Schutz oder eine Hilfe ist. Man muss es aufrichtig, spontan, ständig haben; es muss eine normale, natürliche, mühelose Seinsweise sein. Dann ist es wirksam. Wenn man aber versucht, die Schwingung auch nur im geringsten mit dem Gedanken zu imitieren, dass man dieses oder jenes Ergebnis erhält, gelingt das nicht. Dabei kommt überhaupt nichts heraus. Und dann wird man in seiner Unkenntnis vielleicht sagen: „Oh, das ist mir doch gesagt worden, aber es ist gar nicht so!“ Das ist deshalb so, weil da irgendwo eine Unaufrichtigkeit war.

Sonst, wenn man wirklich aufrichtig ist, das heißt, wenn es ein vollständiges und spontanes Erlebnis ist, dann ist es allmächtig. Wenn man jemandem in die Augen schauen und dort spontan die göttliche Gegenwart sehen kann, vergehen die schlimmsten Anwandlungen, und die schlimmsten Hindernisse verschwinden; und die Flamme einer unendlichen Freude erwacht, in dem anderen manchmal genauso wie in einem selbst. Ist im anderen die geringste Möglichkeit vorhanden oder ein ganz kleiner Riss im bösen Willen, leuchtet sie wieder auf.

Gnade und die karmischen Folgen

Worte der Mutter

Eine Handlung hat immer eine Folge, und diese Folge bringt eine andere Folge mit sich und so fort. Das ist absolut unvermeidbar. Das ist die universale Gerechtigkeit. Du hast einen schlechten Gedanken, und der zeitigt ein Ergebnis. Und dieses Ergebnis hat wiederum ein Ergebnis. Du kannst dich dem nicht entziehen, ausgenommen durch das Eingreifen der Gnade. Gerade die Gnade hat die Macht, all das zu ändern. Und nur die Gnade kann es ändern. Es ist ein derart strenges, derart furchtbares Gesetz, dass man nicht heraus kann, wenn man einmal drinsteckt. Und in dem Moment, wo man auf die Erde kommt, gerät man da hinein. Das ganze irdische Dasein ist so, es ist so angelegt. Und alles, was man tut, alles, was man sagt, alles, was man denkt, alles, was man fühlt, hat eine Konsequenz. Und diese Konsequenz hat wiederum eine Konsequenz und so fort. Will man sich nun auf einen praktischen Standpunkt stellen, kann man Beispiele heranziehen und sagen: „Wenn du das tust, wird automatisch das und das geschehen.“ Wenn du zum Beispiel in einer vom Menschen organisierten Gesellschaft ein Verbrechen begehst, wirst du für dein Verbrechen bestraft. Wenn du einen Fehler begehst, leidest du in deinem Gewissen wegen des begangenen Fehlers. Und im Gesetz, wie es der Mensch gemacht hat, heißt es immer, dass die Unkenntnis des Gesetzes keine Entschuldigung sei. Wenn du das Gesetz nicht beachtest, wirst du bestraft. Wenn du einen Fehler machst, ohne zu wissen, dass es ein Fehler ist, schützt dich das nicht, du wirst bestraft. Nun, in der Natur ist es auch so. Wenn du ein Gift zu dir nimmst, ohne zu wissen, dass es ein Gift ist, wird es dich trotzdem vergiften. Verstehst du?… Außer die Gnade greift ein. Und da die Gnade allmächtig ist, kann sie alles ändern. Das habe ich erklärt. Aber ohne die Gnade gibt es keine Hoffnung. Denn die Unwissenheit ist ja nun mal ständig in der Menschheit vorherrschend.

Die Göttliche Gegenwart in der Schöpfung

Worte der Mutter

In jedem ist diese spirituelle Gegenwart, dieses innere Licht sogar ganz am Anfang da… Sie ist tatsächlich überall. Ich habe sie des öfteren in gewissen Tieren gesehen. Sie ist wie ein glänzender Punkt, der einer bestimmten Herrschaft und einem bestimmten Schutz zugrundeliegt; etwas, das auch in einem Halbbewusstsein eine gewisse Harmonie mit der übrigen Schöpfung möglich macht, damit die hoffnungslosen Katastrophen keine ständige und allgemeine Einrichtung sind. Ohne diese Gegenwart wäre die durch die vitalen Gewalttätigkeiten und Leidenschaften geschaffene Unordnung so groß, dass sie in jedem Augenblick eine allgemeine Katastrophe herbeiführen könnten, eine Art totale Zerstörung, durch die das Fortschreiten der Natur verhindert würde. Diese Gegenwart, dieses spirituelle Licht – das man fast ein spirituelles Bewusstsein nennen könnte – findet sich in jedem Wesen und in jedem Ding und bewirkt, dass trotz aller Disharmonien, trotz aller Leidenschaften, trotz aller Gewalttätigkeiten ein Mindestmaß an allgemeiner Harmonie herrscht, dank derer das Werk der Natur vollendet werden kann.

Und diese Gegenwart tritt ganz klar im Menschen hervor, auch im unentwickeltsten. Und selbst der entsetzlichste Mensch, der den Eindruck der Inkarnation eines Teufels oder eines Ungeheuers erweckt, hat etwas in sich, das gleichsam eine unwiderstehliche Gewalt ausübt – auch beim Schlimmsten gibt es Dinge, die nicht möglich sind. Und ohne diese Gegenwart, wenn das Wesen ausschließlich von feindlichen Kräften, Kräften des Vitals beherrscht würde, gäbe es dieses Unmöglichkeit nicht.

Jedes Mal, wenn eine Welle dieser feindlichen Kräfte, die so ungeheuerlich sind, sich über die Erde ausbreitet, hat man das Gefühl, dass das Umsichgreifen von Unordnung und Schrecken durch nichts mehr aufzuhalten ist, und immer tritt unerwartet und unerklärlich in einem bestimmten Augenblick eine Gewalt dazwischen und gebietet der Woge Einhalt, und es kommt nicht zur totalen Katastrophe. Und das ist dieser Gegenwart – der höchsten Gegenwart – in der Materie zu verdanken.

Das einzige Heilmittel

Worte der Mutter

Die ganze Welt ist in einem Zustand von Kampf und Konflikt zwischen den Mächten der Wahrheit und des Lichtes, die sich offenbaren möchten, und dem Widerstand all dessen, das sich nicht wandeln will, welches das Vergangene verkörpert, das festgefahren und verhärtet ist und sich weigert zu verschwinden. Naturgemäß empfindet jeder Einzelne seine eigenen Schwierigkeiten und sieht sich denselben Hindernissen gegenübergestellt.

Es gibt für dich nur einen Weg. Es ist totale, vollständige und bedingungslose Hingabe. Was ich damit meine, ist nicht nur das Hingeben deiner Handlungen, deiner Arbeit, deiner Bestrebungen, sondern auch all deiner Gefühle, in dem Sinne, dass all dein Tun, dein ganzes Sein ausschließlich dem Göttlichen gehört. Auf diese Weise fühlst du dich über die dich umgebenden menschlichen Reaktionen erhoben – nicht nur erhoben, sondern auch gegen sie durch einen Wall Göttlicher Gnade geschützt. Sobald du kein Begehren, keine Bindung mehr hast, sobald du alle Notwendigkeit aufgibst, Belohnung von Menschen zu empfangen, wer immer sie sein mögen – in dem Wissen, dass der einzige Gewinn, den es lohnt zu erhalten, vom Höchsten stammt und dieser nie versagt –, sobald du die Gebundenheit an alle äußeren Wesen und Dinge aufgegeben hast, fühlst du in deinem Herzen augenblicklich diese Gegenwart, diese Macht, diese Gnade, die dich immer begleiten.

Und es gibt kein anderes Heilmittel. Es ist das einzige, für jeden, ohne Ausnahme. Allen, die leiden, muss dasselbe gesagt werden: Alles Leiden ist das Zeichen, dass die Hingabe nicht vollständig ist. Dann, wenn du solch einen Schlag in dir fühlst, statt zu sagen: „Oh, das ist schlimm!“ oder: „Dieser Umstand ist schwierig“, sagst du: „Meine Hingabe ist nicht vollkommen.“ Dann ist alles in Ordnung. Und dann fühlst du die Gnade, die dir hilft und die dich führt, und du setzt deinen Weg fort. Und eines Tages gehst du in jenen Frieden ein, den nichts trüben kann. Du antwortest auf all die entgegengesetzten Kräfte, all die gegenläufigen Strömungen, die Angriffe, die Missverständnisse, die bösen Absichten mit demselben Lächeln, das aus dem vollen Vertrauen in die Göttliche Gnade entspringt. Und das ist der einzige Ausweg, es gibt keinen anderen.

Mutters Schutz nach dem Tod

Worte der Mutter

Jede Nacht, zur gleichen Stunde, arbeitete ich daran – zwischen der rein irdischen Atmosphäre und der seelischen Atmosphäre –, einen Pfad des Schutzes über das Vital zu errichten, damit die Menschen nicht hindurchgehen müssen (für diejenigen, die bewusst aber ohne Wissen sind, ist es eine sehr schwierige Passage - höllisch.) Ich bereitete diesen Pfad vor, machte diese Arbeit (es muss um 1903 oder 1904 gewesen sein, ich erinnere mich nicht genau) viele Monate lang. In dieser Zeit geschahen alle möglichen außergewöhnlichen Dinge – außergewöhnlich. Ich könnte lange Geschichten erzählen…

Dann, als ich nach Tlemcen ging, erzählte ich Madame Théon davon. „Ja“, sagte sie mir, „das ist Teil der Arbeit, für die du auf die Erde gekommen bist. Jeder, dessen seelisches Wesen auch nur ein wenig erwacht ist und der dein Licht zu sehen vermag, wird im Moment des Sterbens zu deinem Licht gehen, egal wo er stirbt, und du wirst ihm helfen, hindurchzugehen.“ Und diese Arbeit wird ständig fortgesetzt. Sie hat mir eine beträchtliche Anzahl von Erfahrungen gegeben, was mit den Menschen passiert, wenn sie ihren Körper verlassen. Ich habe alle Arten von Erfahrungen gemacht, alle Arten von Beispielen – es ist wirklich sehr interessant.

Sri Aurobindos Schutz nach dem Tod

Worte der Mutter

Vor nicht allzu langer Zeit starb die Schwester von M. (psychologisch war sie in einem schrecklichen Zustand – sie hatte keinen Glauben). Nun, an diesem Tag, gerade als ich erfuhr, dass sie starb, hatte ich oben im Badezimmer mit Sri Aurobindo eine Art Gespräch (das passiert sehr oft), und ich fragte ihn: „Was passiert mit solchen Menschen, wenn sie hier im Ashram sterben?“ „Schau“, antwortete er, und ich sah sie dahinscheiden; und auf ihrer Stirn sah ich Sri Aurobindos Symbol in einem festen goldenen Licht (nicht sehr leuchtend, aber sehr konkret). Da war es. Und mit der Präsenz dieses Zeichens spielte der psychologische Zustand keine Rolle mehr – nichts berührte sie. Und sie ging in aller Ruhe und Gelassenheit davon. Dann sagte Sri Aurobindo zu mir: „Alle, die im Ashram gelebt haben und dort sterben, haben automatisch den gleichen Schutz, unabhängig von ihrem inneren Zustand.“ Ich kann nicht sagen, dass ich überrascht war, aber ich bewunderte die mächtige Kraft, durch die die einfache Tatsache, hier gelebt zu haben und hier zu sterben, ausreichte, um einem bei diesem Übergang bestmöglich zu helfen.

Bedingungen für den Schutz

Worte Sri Aurobindos

Je vollkommener dein Glaube, deine Aufrichtigkeit und deine Überantwortung sind, desto mehr werden Gnade und Schutz bei dir sein. Und wenn die Gnade und der Schutz der Göttlichen Mutter mit dir sind, was könnte dir dann noch passieren oder wen hättest du noch zu fürchten? Schon ein wenig davon wird dich durch alle Schwierigkeiten, Hindernisse und Gefahren bringen; umgeben von ihrer ganzen Gegenwart kannst du sicher deinen Weg gehen, denn er ist der Ihrige, unbekümmert um jegliche Bedrohung, von keiner noch so mächtigen Feindseligkeit beeinflusst, weder aus dieser Welt noch aus unsichtbaren Welten. Ihre Berührung kann Schwierigkeiten in Gelegenheiten, Fehlschlag in Erfolg, Schwäche in unbeugsame Stärke wandeln. Denn die Gnade der Göttlichen Mutter ist die Zustimmung des Höchsten und ihre Wirkung ist heute oder morgen gewiss, eine beschlossene Sache, unvermeidbar und unwiderstehlich.

Worte der Mutter

Es ist wahr, dass der göttliche Schutz immer um uns herum ist, aber er wirkt nur dann vollständig, wenn wir mit Gefahren konfrontiert werden, die unvermeidlich waren; das heißt, der Schutz wirkt am besten, wenn plötzlich Gefahren auftauchen, während wir eine Arbeit für das Göttliche verrichten. Aber eine Arbeit aufzunehmen, die überhaupt nicht notwendig und nicht einmal wirklich nützlich und zudem extrem gefährlich ist, und sich dabei auf den göttlichen Schutz zu verlassen, um vor allen möglichen Konsequenzen bewahrt zu werden, ist eine Regung, die einer Herausforderung des Göttlichen gleichkommt, und die das Göttliche niemals akzeptieren wird.

Worte Sri Aurobindos

Die Erfahrung, die du mit der Kraft des Namens und des Schutzes gemacht hast, ist die eines jeden, der ihn mit dem gleichen Glauben und Vertrauen benutzt hat. Für diejenigen, die aus dem Herzen nach dem Schutz rufen, kann er nicht versagen.

Die innere Gottheit bewacht und schützt uns

Worte der Mutter

Welchen Wert haben unsere Triebe und unsere Wünsche, unsere Ängste und unsere Gefühlsausbrüche, unsere Leiden und unsere Kämpfe, all diese inneren Wechselfälle, die von unserer unbändigen Fantasie übermäßig dramatisiert werden – welchen Wert haben sie vor dieser großen, dieser erhabenen und göttlichen Liebe, die sich aus dem Innersten unseres Wesens über uns neigt, unsere Schwächen erträgt, unsere Fehler berichtigt, unsere Wunden heilt, unser ganzes Wesen in ihren regenerierenden Strömen badet? Denn die innere Gottheit drängt sich nie auf, sie fordert nicht und droht nicht; sie bietet sich an und gibt sich, versteckt und vergisst sich im Herzen aller Wesen und Dinge; sie klagt nie an, sie urteilt nicht, flucht nicht und verurteilt nicht, sondern arbeitet unaufhörlich, um ohne Druck zu vervollkommnen, ohne Vorwurf zu heilen, ohne Ungeduld zu ermutigen, um jeden mit allem Reichtum zu beschenken, den er zu empfangen vermag; sie ist die Mutter, deren Liebe Früchte bringt und nährt, bewacht und schützt, berät und tröstet; weil sie alles versteht, kann sie alles ertragen, alles entschuldigen und verzeihen, alles erhoffen und vorbereiten; alles in sich tragend, besitzt sie nichts, was nicht allen gehört, und weil sie über alle herrscht, ist sie die Dienerin aller; darum werden alle, groß und klein, die mit ihr Könige und in ihr Götter sein wollen, wie sie – nicht Despoten, sondern Diener im Kreise ihrer Brüder.

Die Gottheit

Worte Sri Aurobindos

Dieses Gedicht ist eine sachliche Aufzeichnung eines Erlebnisses, das Sri Aurobindo während einer Fahrt in einer Pferdekutsche auf den Straßen von Baroda hatte.

Ich saß hinter dem Tanz von Gefahrs Hufen

In der lärmenden Straße, die eine Laune des Futuristen zu sein schien,

Und fühlte jäh, übersteigend der Natur Furchen,

In mir und mich umgebend den Körper von Ihm.

Über meinem Kopf war ein mächtiges Haupt zu sehen,

Ein Antlitz voller Ruhe der Unsterblichkeit

Und ein allvermögender Blick, der den Schauplatz hielt

Im weiten Umkreis seiner höchsten Gewalt.

Sein Haar war vermengt mit der Sonne und dem Wind;

Die Welt war in Seinem Herzen und Er war ich:

Ich barg in mir den Frieden des Ewigwährenden,

Die Stärke des Einen, dessen Substanz nie zu sterben vermag.

Der Moment verging, und alles war wie zuvor;

Nur trug ich diese todlose Erinnerung.

1 In der indischen Mythologie war Prahlad der Sohn des Königs Hiranyakashipu, der ein leidenschaftlicher Gegner des Gottes Vishnu war. Der König halle den Vishnukult in seinem Reich untersagt, und als er erfuhr, dass sein Sohn Prahlad diesen Gott in seinem eigenen Palast verehre, lieferte er ihn den Schlangen aus, die ihn nicht bissen. Dann ließ er ihn von einem Hügel herab ins Meer werfen, aber das Kind wurde wunderbar von den Wellen getragen. Als der König wutentbrannt seinen Sohn fragte, wer ihn gerettet habe, antwortete das Kind: „Vishnu ist überall, in den Schlangen und im Meer.“ Hierzu eine interessante Anmerkung: Der König selbst war durch den Fluch gewisser Rishis aus dem Himmel Vishnus verjagt worden. Sie ließen ihm die Wahl zwischen drei irdischen Leben als Feind Vishnus und zehn irdischen Leben als Verehrer Vishnus. Und der König wählte den kürzesten Weg.

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