Kapitel 4

Mit Liebe und Freude erinnern

Der zu erstrebende Zustand, die wirkliche Errungenschaft des Yoga, die endgültige Vollendung und Erfüllung, auf die alles Übrige nur vorbereitet, ist ein Bewusstsein, dem es unmöglich ist, irgendetwas ohne das Göttliche zu tun, denn ohne das Göttliche verschwindet die eigentliche Ursache deines Handelns. Wissen, Macht, alles ist weg. Doch solange du die Kräfte, die du benutzt, für die deinen hältst, vermisst du die Unterstützung des Göttlichen nicht.

Am Anfang des Yoga neigt man dazu, das Göttliche oft zu vergessen. Doch beständige Aspiration stärkt das Erinnern und mindert das Vergessen. Doch nicht mit strenger Disziplin oder aus Pflicht sollte diese Aspiration aufrechterhalten werden. Sie muss eine Regung voller Liebe und Freude sein. So wird sehr bald ein Zustand erreicht, in dem man sich einsam, traurig und elend fühlt, wenn man nicht in jedem Augenblick und bei allem, was man tut, der Gegenwart des Göttlichen bewusst ist.

Wann immer du bemerkst, dass du etwas tun kannst, ohne die Gegenwart des Göttlichen zu empfinden, und es dir dabei sehr wohl ist, musst du einsehen, dass du in jenem Teil deines Wesens nicht hingegeben bist. Auf diese Weise lebt der gewöhnliche Mensch, der keineswegs das Gefühl hat, das Göttliche zu brauchen. Doch für einen Sucher des Göttlichen Lebens ist das ganz anders. Wenn du die Einheit mit dem Göttlichen ganz und gar verwirklicht hast, würdest du einfach tot umfallen, wenn das Göttliche sich auch nur für eine Sekunde von dir zurückziehen würde. Denn das Göttliche ist nun das Leben deines Lebens, deine ganze Existenz, deine einzige und vollständige Unterstützung. Wenn das Göttliche nicht da ist, bleibt nichts übrig.

Im Bewusstsein der Göttlichen Präsenz zu leben, ist das Einzige, was zählt.