Kapitel 5

Erinnern und darbringen

Lebe dauernd in der Gegenwart des Göttlichen; lebe in dem Gefühl, dass es diese Gegenwart ist, die dich bewegt und in dir alles tut. Bringe all deine Regungen ihr dar, nicht nur alle mentalen Tätigkeiten, jeden Gedanken, jede Empfindung, sondern auch die gewöhnlichsten und äußerlichsten, wie zum Beispiel Essen; wenn du isst, musst du fühlen, dass das Göttliche in dir isst. Wenn du so alle Regungen in das Eine Leben zu sammeln vermagst, dann nimmt in dir Einheit den Platz der Trennung ein. Du hast den Zustand hinter dir, in dem ein Teil deiner Natur dem Göttlichen gegeben ist, während der Rest am Gewohnten festhält und sich weiter mit dem Gewöhnlichen abgibt; dein gesamtes Leben hat eine einzige Richtung eingeschlagen; eine vollständige Umwandlung vollzieht sich allmählich in dir.

Warum vergessen wir manchmal das Göttliche oder verlieren den Kontakt mit ihm, wenn wir mit mentalen Regungen oder intellektuellen Dingen beschäftigt sind?

Ihr verliert ihn, weil euer Bewusstsein noch geteilt ist. Das Göttliche wohnt noch nicht in eurem mentalen Geist, ihr seid noch nicht völlig dem Göttlichen Leben geweiht. Sonst könntet ihr euch mit solchen Dingen so viel beschäftigen, wie ihr wollt, ohne dass eure Wahrnehmung des Göttlichen, das euch hilft und stützt, beeinträchtigt würde.

Bei allen Betätigungen, intellektuell oder aktiv, sollte es euer einziges Motto sein: „Sich erinnern und darbringen.“ Was immer ihr unternehmt, tut es als Darbringung an das Göttliche. Das ist eine ausgezeichnete Disziplin für euch und wird euch von vielen dummen und unnützen Dingen abhalten.

Sich selbst völlig zu vergessen in einer ganzheitlichen Weihung ist der sicherste Weg zur Verwirklichung.