Kapitel 4

Erblühen der neuen Schöpfung

Wahre Menschheit unter dem supramentalen Einfluss

Worte der Mutter

Es kam nach einer Vision von Pflanzen und der spontanen Schönheit von Pflanzen (es ist etwas so Wundervolles), dann des Tieres mit einem so harmonischen Leben (so lange die Menschen nicht eingreifen), und all das war an seinem richtigen Platz; dann von der wahren Menschheit, das heißt, dem Maximum dessen, was eine mentale Ausgeglichenheit an Schönheit, Harmonie und Charme, Eleganz des Lebens und Lebensfreude – ein Gefühl vom Leben in Schönheit – hervorbringen kann, und die natürlich all das unterdrückt, was hässlich, niedrig und vulgär ist. Es war eine feine Menschheit – Menschheit in ihrer höchsten Form, aber schön. Und vollkommen mit ihrem Menschsein zufrieden, weil sie in Harmonie lebt. Und vielleicht ist es auch wie ein Versprechen dessen, zu dem fast die gesamte Menschheit unter dem Einfluss der neuen Schöpfung werden wird. Es schien mir, dass es das war, was das supramentale Bewusstsein aus der Menschheit machen könnte. Es gab sogar einen Vergleich mit dem, was die Menschheit aus der Tierart gemacht hat. Es ist natürlich äußerst vermischt, aber die Dinge wurden perfektioniert, verbessert, vollständiger genutzt. Unter dem Einfluss des Mentals ist die Animalität zu etwas anderem geworden, was natürlich etwas Gemischtes ist, da der mentale Geist unvollständig war. Ebenso gibt es unter ausgeglichenen Menschen Beispiele für ein harmonisches Menschsein; und das schien anzuzeigen, wie die Menschheit unter dem supramentalen Einfluss werden könnte.

Nur liegt das weit in der Zukunft. Man darf nicht erwarten, dass es sofort geschieht, – es ist noch sehr weit bis dahin.

Es ist ganz klar sogar jetzt eine Periode des Übergangs, die recht lange dauern kann und die ziemliche schmerzhaft ist. Nur wird die schmerzhafte (oft schmerzhafte) Mühe durch eine klare Vision des Zieles, das erreicht werden muss, kompensiert, des Zieles, das erreicht werden wird: eine Versicherung, ja Gewissheit. Aber es würde etwas sein, das die Macht hätte, allen Irrtum, alle Deformation, alle Hässlichkeit des mentalen Lebens auszulöschen, – und dann eine sehr glückliche, sehr mit ihrem Menschsein zufriedene Menschheit, die überhaupt keine Notwendigkeit spürt, etwas anderes als menschlich zu sein, doch mit einer menschlichen Schönheit, einer menschlichen Harmonie.

Wege der Verwirklichung in die Zukunft

Worte der Mutter

Dies eröffnet Wege der Verwirklichung in die Zukunft, Möglichkeiten, die schon vorhergesehen worden sind, wenn sich ein ganzer Teil der Menschheit den neuen Kräften unbewusst oder bewusst geöffnet hat, und sozusagen in ein höheres, harmonischeres, vollkommeneres Leben erhoben wird… Sogar wenn individuelle Transformation nicht immer möglich ist, wird es eine Art allgemeine Erhebung, eine Harmonisierung von Allem geben, die es ermöglicht, dass eine neue Ordnung, eine neue Harmonie etabliert werden und der Kummer und Kampf der jetzigen Unordnung verschwindet und von einer Ordnung ersetzt wird, die ein harmonisches Funktionieren des Ganzen erlaubt.

Es wird andere Konsequenzen geben, die umgekehrt dazu tendieren, das zu eliminieren, was die Intervention des mentalen Geistes im Leben an Verzerrungen, Hässlichkeit und der ganzen Masse an Störungen hervorgebracht hat, die Leid, Elend, moralischen Verfall, einen ganzen Bereich schmutziger und abstoßender Armseligkeit verstärkt haben, was einen großen Teil des menschlichen Lebens zu etwas so Schrecklichem macht. Das muss verschwinden. Dies macht die Menschheit auf so viele Arten unendlich schlimmer als die Tiere in ihrer Einfachheit und der natürlichen Spontanität und Harmonie, die ihnen trotz allem eigen ist. Das Leiden der Tiere ist niemals so elend und schäbig, wie es in einem ganzen Teil der Menschheit ist, der durch den Gebrauch einer Mentalität, die ausschließlich im Dienste egoistischer Bedürfnisse steht, pervertiert wurde.

Wir müssen uns darüber erheben, hinauf in Licht und Harmonie springen oder zurückfallen, hinunter in die Einfachheit eines gesunden, unverfälschten Tierlebens…

Aber diejenigen, die nicht erhoben werden können, die sich dem Voranschreiten verweigern, können automatisch das mentale Bewusstseins verlieren, nicht mehr nutzen und auf eine sub-humane Stufe und zurückfallen…

Der Teil der Menschheit, des menschlichen Bewusstseins, der sich mit dem Supramental vereinen und sich selbst befreien kann, wird vollständig transformiert sein, – er schreitet voran zu einer zukünftigen Wirklichkeit, deren äußere Form noch nicht zum Ausdruck gekommen ist. Der Bereich, der der Natur, der Einfachheit des Tieres am nächsten ist, wird in die Natur resorbiert und gänzlich assimiliert werden. Doch der korrumpierte Teil des menschlichen Bewusstseins, der durch seinen Missbrauch des Mentals Pervertierung zulässt, wird vernichtet werden.

Dieser Typus der Menschheit ist Teil eines fruchtlosen Versuchs, der beseitigt werden muss, – so wie es auch andere fehlgeschlagene Arten gegeben hat, die im Lauf der Weltgeschichte verschwunden sind.

Eine ideale Stadt

Worte der Mutter

Die Erde braucht

einen Ort, an dem die Menschen fern von allen nationalen Rivalitäten, gesellschaftlichen Konventionen, widersprüchlichen Moralvorstellungen und konkurrierenden Religionen leben können;

einen Ort, an dem sich die Menschen, befreit von aller Sklaverei der Vergangenheit, sich ganz der Entdeckung und Praxis des Göttlichen Bewusstseins widmen können, welches sich zu manifestieren sucht.

Auroville möchte dieser Ort sein und bietet sich allen an, die die Wahrheit von morgen leben wollen.

Worte der Mutter

Wie können Menschen, die verschiedene Wertvorstellungen haben, harmonisch zusammen leben und arbeiten?

Die Lösung besteht darin, tief in sich selbst zu gehen und den Ort zu finden, an dem sich alle Unterschiede verknüpfen, um eine grundlegende und ewige Einheit zu bilden.

Ein Schritt zur Abschaffung von Armut und Leid

Worte der Mutter

Wird ein Tag kommen, wenn es keine armen Menschen und kein Leid in der Welt mehr geben wird?

Das ist für alle, die Sri Aurobindos Lehre verstehen und an ihn glauben, eine absolute Gewissheit.

In der Absicht, einen Ort zu schaffen, an dem dies realisiert werden kann, wollen wir Auroville ins Leben rufen.

Aber um diese Verwirklichung zu ermöglichen, muss jeder von uns eine Anstrengung unternehmen, sich zu transformieren, denn die meisten Leiden der Menschen sind das Ergebnis ihrer eigenen Fehler, sowohl physisch als auch moralisch.

Wie kannst du glauben, dass es in Auroville kein Leid mehr geben wird, so lange die Menschen, die kommen um dort zu leben, Menschen der gleichen Welt sind und mit den gleichen Schwächen und Fehlern geboren wurden?

Ich habe nie gedacht, dass es in Auroville kein Leid mehr geben würde, weil die Menschen, so wie sie sind, das Leiden lieben und es herbeirufen, sogar wenn sie es verwünschen.

Doch wir werden versuchen sie zu lehren, wirklich den Frieden zu lieben und zu versuchen Gleichmut zu praktizieren.

Was ich meinte, war unfreiwillige Armut und Betteln.

Das Leben in Auroville wird so organisiert sein, dass dies nicht vorkommt, – und wenn Bettler von außerhalb kommen, werden sie entweder gehen müssen oder ihnen wird Unterkunft gewährt und die Freude an der Arbeit vermittelt.

Worte der Mutter

In Auroville „ist alles ein gemeinsamer Besitz“. Bedeutet dies, dass alles von allen genutzt werden kann? Oder sollten Dinge nur an diejenigen gegeben werden, die gut damit umgehen?

All dies impliziert ein Bewusstsein, das auf der Erde nicht sehr weit verbreitet ist.

Es bedeutet nicht, dass Dinge an Leute gegeben werden sollten, die nicht wissen, wie man sie benutzt.

Um Auroville zu verwalten, ist ein Bewusstsein erforderlich, das frei von allen Konventionen ist und sich der supramentalen Wahrheit bewusst ist…

Worte der Mutter

Welche politische Organisation wünschst du dir für Auroville?

Mir fällt eine amüsante Definition ein: eine göttliche Anarchie. Aber die Welt wird das nicht verstehen. Die Menschen müssen sich ihrer Seele bewusst werden und sich spontan organisieren, ohne festgelegte Regeln und Gesetze, – das ist das Ideal.

Hierfür muss man im Kontakt mit seinem seelischen Wesen stehen, man muss von ihr geleitet werden und die Vorherrschaft und der Einfluss des Egos müssen verschwinden.

Kein Betteln, keine Polizei, keine Gefängnisse

Worte der Mutter

Betteln ist in Auroville nicht erlaubt. Personen, die auf der Straße betteln, werden folgendermaßen verteilt: Kinder in die Schule, Alte in ein Heim, Kranke ins Krankenhaus, Gesunde an die Arbeit.

Dafür werden eine Schule, ein Heim, ein Krankenhaus und spezielle Arbeitsräume arrangiert. Sie werden nicht mit den anderen gemischt, da es sein kann, dass Menschen von außerhalb kommen und auf der Straße betteln.

Es gibt keine Polizei. Wir haben… wir haben keine passende Bezeichnung gefunden… eine Wachmannschaft, ein Bataillon von Wachen, etwas, wie die Feuerwehrleute in Japan, die Turner sind und bei Unfällen alles tun – egal was, bei Erdbeben, – sie tun alles. Sie erklettern Häuser. Statt der Polizei wird es ein Bataillon von Wachen geben, die regelmäßig zu den verschiedenen Stadtteilen gehen, um zu schauen, ob sie gebraucht werden. Und wenn sie Leute antreffen, die betteln, werden diese verteilt, wie ich sagte. Es wird eine Schule für die Kinder geben, ein Heim für die Alten, ein Krankenhaus für Kranke und Behinderte, und einen Ort, an dem allen Arbeit vermittelt wird, welche… Es wird jede mögliche Art von Arbeit geben, vom Fegen bis… alles, und wenn Arbeit anfällt, erledigen sie sie entsprechend ihren Fähigkeiten. Dies muss organisiert werden.

Eine spezielle Schule für Kinder, um sie das Arbeiten zu lehren, ihnen die Dinge beizubringen, die für ihre Arbeit unerlässlich sind.

Kein Gefängnis, keine Polizei.

Keine Ärzte, keine ´Hospitäler`

Worte der Mutter

Ärzte würden ohne Krankenhäuser nicht existieren, verstehst du. Ich sage nicht, dass sie sie bewusst begünstigen, aber sie stehen auf ziemlich … freundschaftlichem Fuß.

Es ist sehr subtil, aber absolut wahr.

Ich sehe ein bestimmtes Schwingungsphänomen der Zellen mit dem Bewusstsein (nennen wir es universelles Bewusstsein), und dann genau dasselbe im medizinischen Bewusstsein, – wenn du wüsstest, wie verändert es ist! Es nimmt zunächst einen sehr konkreten Charakter an (den es sonst nicht hat), und dann sehr… schwankt es zwischen „fatal“ und „unausweichlich“. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Es ist wie eine Art starres Schicksal. Wenn sie sagen: „Oh, es ist eine Krankheit“, – ist es vorbei. Und es stimmt nicht, es gibt so etwas wie „eine Krankheit“ nicht, es gibt keine zwei identischen Fälle.

Ihre Atmosphäre ist also ein Problem…

Ja. Im Krankenhaus hier wurde aus deiner tatsächlich leichten inneren Störung eine Krankheit…

So ist das…

Und das richtet sich nicht gegen einen bestimmten Arzt (sie leiden selbst unter der Atmosphäre, ohne es zu wissen): es ist die medizinische Atmosphäre.

Krankheit ist ihre Existenzberechtigung: ohne Krankheiten gäbe es keine Ärzte. Man bräuchte sie nicht, sie würden etwas anderes sein: sie könnten etwas anderes werden, aber keine Ärzte; etwas anderes, sehr Nützliches, ich weiß nicht – Wissenschaftler der menschlichen Konstitution, der Lebensmittelverwertung, Wissenschaftler aller möglichen Dinge, die gut zu wissen sind, aber keine „Ärzte“. – Ein Arzt ist dazu da, um Krankheiten zu heilen, deshalb muss es Krankheiten geben, damit man Ärzte hat.

Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es schon vor der Existenz von Ärzten Krankheiten gab. – Es gab Störungen, es gab Unfälle, es gab alle diese Dinge, denn all dies existiert, doch es gab nicht das ETIKETT „Krankheit“. Und je gebildeter Ärzte werden (das heißt, je besser sie ihr Handwerk verstehen), desto dauerhafter und unveränderlicher werden Krankheiten. Der Nutzen eines Doktors liegt also darin, sie zu heilen, – ohne Krankheiten würden sie nicht gebraucht.

Sie sollten Wissenschaftler des Lebens sein… Die Chinesen hatten diese Idee bis zu einem gewissen Grad. Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber in der Vergangenheit hatte jede Familie einen Arzt (ein Arzt konnte viele Familien betreuen), und der Arzt wurde nur bezahlt, wenn jedermann bei guter Gesundheit war. – Wenn jemand krank war, wurde ihm das Gehalt gestrichen!

Freiwilliger Beitrag: Keine Steuern

Worte der Mutter

Das ist nun klar: es wird keine Steuern geben, aber jedermann muss durch seine Arbeit, sei es mit Sachleistungen oder mit Geld zum allgemeinen Wohlergehen beitragen. Die nur Geld haben, werden Geld geben. Aber die Wahrheit ist, „Arbeit“ kann innere Arbeit sein, – doch das man kann nicht sagen, weil die Menschen nicht ehrlich genug sind. Die Arbeit kann eine okkulte, rein innere Arbeit sein; aber dafür muss sie absolut aufrichtig und wahrhaftig sein, und es muss die Befähigung dafür geben: keine Anmaßung. Aber nicht notwendigerweise eine körperliche Arbeit…

Es ist eine Art Anpassung des kommunistischen Systems, aber nicht im Geiste der Nivellierung, sondern entsprechend der Fähigkeit und der Position – nicht der psychologischen oder intellektuellen, sondern der inneren Position jedes Einzelnen.

Was wahr ist, ist, dass jeder Mensch das Recht hat – doch es ist nicht ein „Recht“… Die Organisation sollte derart sein, sollte so gestaltet sein, dass die materiellen Bedürfnisse aller gewährleistet sind, doch nicht den Vorstellungen von Rechten und Gleichheit entsprechend, sondern auf der Basis der Mindestbedürfnisse. Und sobald dies eingerichtet ist, soll jeder Einzelne frei sein Leben organisieren können, – nicht seinen finanziellen Mitteln, sondern seinen inneren Fähigkeiten entsprechend.

Worte der Mutter

Lösung des wirtschaftlichen Problems:

Synthese zweier Probleme:

(1) Anpassung der Produktion an den Bedarf;

(2) Anpassung des Bedarfs an die Produktion.

Ein Machtwechsel

Worte der Mutter

…dasselbe gilt für Länder und Staaten: es ist derselbe Machtwechsel. Anstelle persönlicher Autoritäten wird es eine göttliche Autorität geben. Und genau dieser Machtwechsel verursacht das unsägliche Chaos, in dem die Menschen heute leben – aufgrund des Widerstands.

Je mehr ein Teil des Wesens (gleich welcher) sich der Zeit des Übergangs nähert, das heißt, je mehr er zu diesem Übergang bereit ist, desto sensibler wird er. Und wenn man in der Lage ist, über die Stufe der Probleme hinauszugehen und sie aus der universellen Sicht zu sehen, erlangen die Schwierigkeiten für die persönliche Sensibilität eine sehr ausgeprägte Schärfe. Dies hatte ich vorher schon wahrgenommen, jetzt wiederholt sich das in Bezug auf den Körper. Er erhält eine Empfindlichkeit, die … nun, erschreckend ist. Menschen, die nicht wissen, warum das so ist, haben große Angst… Die Möglichkeit von Krankheit, von… Und für Probleme gilt dasselbe. Nur, für diejenigen, die wissen und das verstanden haben, ist es die Gelegenheit einen letzten Fortschritt zu machen, – dies zu tun (Mutter öffnet ihre Hände nach oben).

Im Wesentlichen muss sich das, was noch immer die Illusion hat, etwas Getrenntes zu sein, auflösen. Es muss sich sagen: „Das hat nichts mit mir zu tun, es existiert nicht.“ Dies ist die beste Haltung, die man annehmen kann. Dann… ist es in den Großen Universalen Rhythmus aufgenommen.