Kapitel 3

Winde des Wandels

Das Zeitalter der Götter und Religionen ist vorbei

Worte der Mutter

Auf jeden Fall könnte man, um die Dinge zu vereinfachen, sagen, dass die alte Welt in ihrem Charakter, die Schöpfung, die Sri Aurobindo das Obermental nennt, ein Zeitalter der Götter war, und folgerichtig die Zeit der Religionen. Wie ich sagte, ließ die Blume menschlichen Bemühens um etwas, das größer ist als sie, unzählige religiöse Formen entstehen, eine religiöse Beziehung zwischen den besten Seelen und der unsichtbaren Welt. Und auf dem Gipfel all dessen, als Bemühen um eine höhere Erkenntnis, entstand die Idee der Einheit aller Religionen, dieses „einzigen Ganzen“, das hinter all diesen Manifestationen steht. Und diese Idee war sozusagen die äußerste Grenze menschlichen Strebens. Nun, das ist an der Grenze; es ist etwas, was noch vollständig zur Welt des Obermentals gehört, der Schöpfung des Obermentals, und das von dort auf dieses „andere Ganze“ hin blickt, das die neue Schöpfung ist, die es nicht verstehen kann, – die es zu erreichen versucht, kommen fühlt, aber nicht erfasst. Um sie zu verstehen, ist eine Umkehrung nötig. Es ist notwendig, die Schöpfung des Obermentals zu verlassen. Es war notwendig, damit die neue Schöpfung, die supramentale Schöpfung stattfinden kann.

Und jetzt scheinen all diese alten Dinge so alt, so veraltet, so willkürlich – ein solches Zerrbild der wirklichen Wahrheit. In der supramentalen Schöpfung wird es nicht länger Religionen geben. Das ganze Leben wird der Ausdruck, das Erblühen zu Formen einer göttlichen Einheit werden, die sich in der Welt manifestiert. Und es wird nicht mehr das geben, was die Menschen heute Götter nennen.

Die großen göttlichen Wesen selbst werden an dieser neuen Schöpfung teilhaben können; aber um dies zu tun, müssen sie das, was wir die „supramentale Substanz“ nennen könnten, annehmen. Und wenn manche so, wie sie sind, in ihrer Welt bleiben wollen, wenn sie beschließen sich nicht physisch zu manifestieren, wird ihre Beziehung zu den Wesen einer supramentalen Erde eine Beziehung von Freunden, Mitarbeitern und Gleichgestellten sein, denn die höchste göttliche Essenz wird in den Wesen der neuen supramentalen Welt auf Erden manifestiert sein.

Wenn die physische Substanz supramentalisiert ist, wird die Inkarnierung auf der Erde nicht länger eine Minderwertigkeit bezeugen, ganz im Gegenteil. Sie wird eine Fülle verleihen, die sonst nicht erreicht werden kann.

Drei Dinge, die für die Erde erobert werden müssen

Worte der Mutter

Sri Aurobindo sagte mir, dass es drei Schwierigkeiten gibt, und es sind diese drei Dinge, die überwunden werden müssen, damit die Erde bereit ist (dies ist rein äußerlich betrachtet, ich spreche nicht von psychologischen Faktoren): Regierung, Geld, Gesundheit.

Von diesen dreien ist die Gesundheit am engsten mit der inneren Transformation verbunden, doch nicht vollständig, denn sie hängt immer von dem ab, was von außen hereinkommt: Einflüsse, Schwingungen – die Ansteckung von außen. Ihr müsst essen, ihr nehmt alles mit der Nahrung auf – es ist fantastisch! Es gibt so viel, dass Essen eine beträchtliche Arbeit darstellt – die körperliche Verdauung ist nichts, aber die Arbeit der Assimilation und Adaptierung des ganzen Rests ist enorm. Folglich steht die Gesundheit am unmittelbarsten unter dem Einfluss des inneren Fortschritts, aber wie gesagt, nicht vollständig. Darum muss auch sie erobert werden.

Was das Geld betrifft, gab es, als Sri Aurobindo hier war, kein Problem: alles, was wir brauchten, kam. Doch die letzten beiden Jahre begannen schwieriger zu werden, und er sagte häufig, ich denke, ich habe euch das schon erzählt, dass es aus der Haltung der Menschen hier resultierte; dass diese falsche Haltung ein beträchtliches Problem darstellte, – es ist immer schlimmer geworden, es ist ziemlich akut geworden.

Bezüglich der Regierung lagen die Dinge umgekehrt: zu Beginn war sie erschreckend feindselig, ich meine, einfach um nur hier bleiben zu können, mussten wir jede Minute kämpfen. Und Sri Aurobindo sagte mir, dass wahrscheinlich die Gesundheit und das Geld sofort nachgeben würden; vielleicht die Gesundheit zuerst, und das Geld danach, aber nicht sehr viel später. Und er fügte hinzu: „Was die Regierung betrifft, gibt es nur eine Lösung, nur eine: man muss die Regierung SEIN.“ Wenn du nicht die Regierung bist, wirst du es niemals schaffen, außer die Erde ist transformiert – aber dann wird keinerlei Arbeit übrigbleiben!…

…in den drei Bereichen – Regierung, Geld und Gesundheit – kommen die Dinge immer an einen PUNKT, einen Punkt von solcher Anspannung und Verwicklung, dass sie, wenn du nicht die innere Gewissheit hast, immer nur auf die Katastrophe, den Zusammenbruch hinzudeuten scheinen. Und es ist IMMER an diesem Punkt, dass (Geste der abrupten Umkehr) sich alles umdreht – nicht vorher, nicht eine Minute vorher.

Frauen in der neuen Welt

Worte der Mutter

Es stimmt, dass es üblich ist, Frauen mit einem Lächeln herablassender Verachtung in eine Ecke zu verbannen, sobald es um große Ereignisse und Werke geht, was bedeutet: dies ist nicht euer Business, ihr armen, schwachen nutzlosen Geschöpfe… Und Frauen, unterwürfig, kindlich, vielleicht bequem, haben diesen bedauerlichen Zustand akzeptiert, in vielen Ländern zumindest. Ich wage zu behaupten, dass sie Unrecht haben. Im Leben der Zukunft wird es keinen Platz mehr für eine solche Trennung, ein solches Ungleichgewicht zwischen Männlichem und Weiblichen geben. Die wahre Beziehung der beiden Geschlechter fußt auf einer gleichen Basis gegenseitiger Hilfe und enger Zusammenarbeit. Und von nun an müssen wir unsere wahre Position und unseren angemessenen Platz wieder einnehmen und unsere wahre Aufgabe herausstellen – die eines spirituellen Formers und Erziehers. Tatsächlich mögen manche Männer etwas prahlerisch wegen ihrer sogenannten Vorzüge die scheinbare Schwäche von Frauen verachten (obschon sogar diese äußere Schwäche nicht ganz sicher ist), aber jemand sagte ganz richtig: „Gleich, was er tun kann, der Übermensch wird trotzdem von einer Frau geboren werden müssen“.

Der Übermensch wird von einer Frau geboren werden, dies ist eine große, unbestreitbare Wahrheit; doch es reicht nicht auf diese Wahrheit stolz zu sein, wir müssen genau verstehen, was das bedeutet, uns der dadurch geschaffenen Verantwortung bewusst werden und lernen, uns der vor uns liegenden Aufgabe zu stellen. Diese Aufgabe ist genau unser wichtigster Anteil an der gegenwärtigen weltweiten Arbeit.

Das Problem des Feminismus

Worte der Mutter

…das Problem des Feminismus, wie alle Probleme dieser Welt, ist eigentlich ein spirituelles Problem. Denn die spirituelle Wirklichkeit liegt allen anderen zugrunde; die göttliche Welt, die Dhammata des Buddhismus, ist die ewige Basis, auf der alle anderen Welten aufgebaut sind. In Bezug auf diese Höchste Wirklichkeit sind alle gleich, Männer und Frauen, in ihren Rechten und Pflichten; der einzige Unterschied, der in diesem Bereich bestehen kann, beruht auf der Aufrichtigkeit und Leidenschaft des spirituellen Strebens, auf der Beständigkeit des Willens. Und nur durch die Erkenntnis dieser fundamentalen Gleichheit kann die einzige ernsthafte und dauerhafte Lösung für dieses Problem der Beziehung der Geschlechter gefunden werden. Es muss in diesem Licht betrachtet werden und auf dieser Höhe muss der Fokus für das Handeln und das neue Leben gesucht werden, um den herum der zukünftige Tempel der Menschheit errichtet wird.

Das Ende der Institution der Ehe

Worte der Mutter

Natürlich finde ich die ganze Idee einer Ehe amüsant, weil ich die Sache für kindisch halte.

Ihr wisst, dass es in Auroville keine Ehen geben wird. Wenn Männer und Frauen sich lieben und zusammenleben wollen, können sie dies ohne jede Zeremonie tun. Wenn sie sich trennen wollen, können sie dies ebenfalls ganz frei tun. Warum sollten Menschen gezwungen werden zusammenzubleiben, wenn sie aufgehört haben einander zu lieben?

Viele Verbrechen würden verhindert, wenn die Menschen in dieser Hinsicht frei wären. Sie brauchten nichts voreinander geheim halten oder sogar Verbrechen begehen um getrennt zu leben. Natürlich, wenn sie sich wirklich lieben, werden sie weiterhin ganz natürlich zusammenleben, ohne durch irgendein Gesetz dazu gezwungen zu sein. Deshalb sind diese Zeremonie und das Ritual der Hochzeit so kindisch.

In Auroville geborene Kinder werden keinen Familiennamen haben. Sie werden einfach nur den Vornamen haben.

Eine neue und wahrere Grundlage der Beziehung

Worte der Mutter

(Mutter empfahl, ihren folgenden Brief über Heirat zusammen mit der obigen Erklärung zu veröffentlichen.)

Eure physischen Leben, eure materiellen Interessen in einer Partnerschaft zu vereinen, um zusammen den Schwierigkeiten und Erfolgen, den Fehlschlägen und Siegen gegenüberzutreten – das ist in der Tat die Grundlage der Ehe, aber ihr wisst bereits, dass es nicht ausreicht.

In euren Gefühlen vereint zu sein, den gleichen ästhetischen Geschmack zu haben und sich an den gleichen Dingen zu erfreuen, gemeinsam von den gleichen Dingen bewegt zu werden, einer durch den anderen und einer für den anderen – das ist gut, aber es ist nicht genug.

In euren tieferen Gefühlen eins zu sein, eine gegenseitige Zuneigung und Zärtlichkeit aufrecht zu erhalten, die sich trotz aller Schläge des Lebens niemals verändern und jeder Müdigkeit, Irritation und Enttäuschung standhalten, immer und in jeder Situation glücklich, äußerst glücklich über das Zusammensein zu sein, in allen Umständen Ruhe, Frieden und Freude in einander zu finden – das ist gut, das ist sehr gut, das ist unverzichtbar, aber es reicht nicht aus.

Euren Geist zu vereinen, eure Gedanken zu harmonisieren und sie komplementär zu machen, eure intellektuellen Vorlieben und Entdeckungen zu teilen; kurzum, eure Sphäre mentaler Aktivität identisch zu machen durch eine von beiden gleichzeitig erlangte Erweiterung und Bereicherung – das ist absolut notwendig, aber es ist nicht genug.

Hinter allem, in der Tiefe, im Zentrum, auf dem Gipfel des Seins, liegt eine Höchste Wahrheit des Wesens, ein Ewiges Licht, unabhängig von allen Umständen der Geburt, des Landes, der Umgebung, der Erziehung; Das ist der Ursprung, die Ursache und der Meister unserer spirituellen Entwicklung, es ist Das, was unseren Leben eine dauerhafte Richtung gibt; es ist Das, was unsere Schicksale bestimmt; im Bewusstsein Dessen müsst ihr euch vereinen. Im spirituellen Streben und im Aufstieg eins zu sein, mit gleichem Schritt auf dem gleichen Weg voran zu gehen, das ist das Geheimnis einer dauerhaften Einheit.

Die neue Entstehung

Worte der Mutter

Jedes Mal, wenn in die Gesamtheit aller möglichen Kombinationen ein neues Element eingefügt wurde, verursacht es etwas, was man ein Niederreißen ihrer Grenzen nennen könnte: die Einführung von etwas, das alle Grenzen verschwinden lässt, und es kommen neue Möglichkeiten hinein und vervielfachen die früheren Möglichkeiten unendlich. Nun, ihr hattet eine Welt die – gemäß dem alten Wissen – aus zwölf Tiefen oder zwölf – wie kann man es nennen? – aufeinanderfolgenden Dimensionen bestand, und in diese Welt der zwölf Dimensionen werden plötzlich neue Dimensionen eingefügt. Dann sind alle alten Formeln augenblicklich verändert, und die gesamte Möglichkeit der alten Entfaltung wird… man kann nicht sagen verstärkt, aber durch eine fast unendliche Anzahl neuer Möglichkeiten ergänzt, und all dies auf so eine Weise, dass die ganze vorherige Logik in Gegenwart der neuen Logik unlogisch wird…

Aus einer insgesamt eingeschränkten, äußerlichen und begrenzten Sichtweise spreche ich nun mit euch über bestimmte Dinge, die nicht zu meiner eigenen Erfahrung gehören, doch über die ich gehört habe; zum Beispiel, dass es eine große Zahl sogenannter „Wunderkinder“ gibt. Ich habe noch keine getroffen, deshalb kann ich euch nicht sagen, was bei diesen Kindern wirklich außerordentlich ist. Aber nach den berichteten Geschichten gibt es offenbar Arten neuer Typen, die dem gewöhnlichen menschlichen Bewusstsein erstaunlich erscheinen… Doch es ist tatsächlich möglich, dass heute Dinge geschehen, die wir normalerweise nicht beobachten. Aber es ist eine Frage der Interpretation. Das einzige, dessen ich mir sicher bin, ist das, was ich euch gerade erzählt habe, dass sich Qualität, Anzahl und Natur der möglichen Kombinationen im Universum plötzlich so beträchtlich wandeln, dass es wahrscheinlich allen, die Forschung betreiben, ziemlich verwirrend erscheint.

Kinder einer neuen Morgendämmerung

Worte der Mutter

Kürzlich sprachen wir in einer der Mittwochs-Klassen über Wunderkinder. Einige sagen, dass die Zahl der Wunderkinder beträchtlich ansteigt, und einige – sogar Amerikaner – sagen, es ist der Einfluss und das Wirken Sri Aurobindos, und wieder andere sehen darin eine Folge der Atombomben! Aber die Tatsache besteht, dass es eine ziemlich große Zahl von Wunderkindern gibt. Ich wollte nicht detailliert darüber sprechen, weil ich keinerlei Beweise in der Hand hatte, ich hatte keinerlei gutes Beispiel dafür. Danach hat mir jemand ein von einem achtjährigen Kind geschriebenes französisches Buch gegeben. Natürlich gibt es Leute, die diese Möglichkeit diskutieren, aber ich werde euch später erklären, wie so etwas möglich ist.

Das Buch ist für ein achtjähriges Kind bemerkenswert. Dies heißt nicht, dass man das Buch als wunderbar ansehen würde, wenn das Alter des Kindes nicht bekannt wäre. Doch es gibt darin hier und da einige Sätze, die ziemlich erstaunlich sind. Ich habe diese Sätze notiert und werde sie euch vorlesen. (Mutter blättert in ihrem Buch.)

Ein kleiner Satz wie dieser: „Wenn wir einander wirklich lieben, können wir nichts vor einander verbergen“… Das ist offensichtlich schön.

Und dann etwas anderes, das an einen Jungen mit Sommersprossen geschrieben wurde, – ihr wisst, was Sommersprossen sind, nicht wahr? Sie schreibt ihm: „Du bist schön, ja, wirklich, deine Sommersprossen sind so hübsch; man würde sagen, ein Engel hätte auf deinem Gesicht überall Weizenkörner gesät, um die Vögel des Himmels dorthin zu locken.“ Dies ist sicherlich sehr poetisch.

Und schließlich etwas wirklich Schönes, was den Zugang zu der Erklärung liefert, die ich euch geben werde: „Ich bin nur ein Ohr, ein Mund; das Ohr hört einen Sturm von Wörtern, die ich euch nicht erklären kann, die eine gewaltige Stimme in mir hervorschleudert, und mein Mund wiederholt sie und nichts von dem, was ich sage, kann mit dem Strömen des Lichts verglichen werden, das in mir ist.“

Ganz offensichtlich ist dies sehr schön.

Erziehung als Vorbereitung auf die Zukunft

Worte der Mutter

Für die Kinder wäre es das Beste, ihnen, gerade weil sie Kinder sind, den Willen zu vermitteln, die Zukunft zu erobern, den Willen immer nach vorne zu schauen und sich, so schnell sie können, auf das zuzubewegen… was kommen wird, – aber sie sollten nicht die Bürde, den Mühlstein des ganzen drückenden Gewichts der Vergangenheit mit sich schleppen…

Den Kindern sollte gesagt werden: Es gibt wunderbare Dinge, die sich manifestieren werden, bereitet euch darauf vor sie zu empfangen. Wenn sie dann etwas haben möchten, das konkreter und leichter zu verstehen ist, könnt ihr ihnen sagen: Sri Aurobindo kam, um dieses Dinge anzukündigen; wenn ihr ihn lesen könnt, werdet ihr es verstehen. Das weckt das Interesse und den Wunsch zu lernen…

Aber was vor Allem das Wichtigste ist, ist, diese Trennungen abzuschaffen. Und jeder von ihnen, sie alle haben es in ihren Köpfen: den Unterschied zwischen dem Führen eines spirituellen und eines gewöhnlichen Lebens, zwischen einem spirituellen und einem gewöhnlichen Bewusstsein, es gibt nur ein Bewusstsein.

Bei den meisten Menschen ist es zu drei Vierteln eingeschlafen und verzerrt; bei vielen ist es noch völlig verzerrt. Aber was notwendig ist, ganz einfach, ist, nicht von einem Bewusstsein in ein anderes zu springen, sondern sein Bewusstsein zu öffnen (Geste nach oben) und es mit Schwingungen der Wahrheit zu füllen, es in Harmonie mit dem zu bringen, was hier sein muss, – dort existiert es seit aller Ewigkeit. – Aber hier, was muss hier sein? … das „Morgen“ der Erde. Wenn du dich mit einer ganzen Last beschwerst, die du hinter dir her ziehen musst, wenn du alles, was du loslassen musst, hinter dir her schleppst, wirst du nicht sehr schnell vorankommen…

Lehrer der Zukunft

Worte der Mutter

Wir brauchen Menschen – oh! wir würden bemerkenswerte Lehrer brauchen – die zuerst eine ausreichend große Dokumentation dessen besitzen, was bekannt ist, damit sie jede Frage beantworten können, und gleichzeitig wenigstens das Wissen, wenn nicht die Erfahrung haben – die Erfahrung wäre besser – der wahren intuitiven intellektuellen Haltung, und – natürlich würde die Fähigkeit dazu noch vorzuziehen sein – wenigstens die Erkenntnis, dass der wahre Weg des Erkennens die mentale Stille ist, eine aufmerksame Stille, die auf das wahrere Bewusstsein gerichtet ist, sowie die Fähigkeit das zu empfangen, was von dort kommt. Das Beste wäre, diese Fähigkeit zu besitzen; wenigstens sollte erklärt werden, dass es die wahre Sache ist, – eine Art Demonstration, – und dass es funktioniert, nicht nur im Hinblick auf das, was gelernt werden muss, auf die ganze Domäne des Wissens, sondern auch auf den ganzen Bereich dessen, was getan werden sollte: die Fähigkeit, einen genauen Hinweis zu bekommen, wie es ausgeführt werden soll. Und wenn du weitergehst, wandelt es sich zu einem sehr deutlichen Erkennen dessen, was getan werden muss, und zu einer präzisen Indikation über den Zeitpunkt der Ausführung. Zumindest sollten die Kinder, sobald sie die Fähigkeit zum Reflektieren haben – sie beginnt im Alter von sieben Jahren, aber ungefähr mit vierzehn oder fünfzehn ist sie ganz ausgeprägt –, kleine Hinweise erhalten und die Vierzehnjährigen eine vollständige Erklärung, wie sie es tun sollen, und dass dies der einzige Weg ist, mit der tieferen Wahrheit der Dinge in Beziehung zu treten, und dass alles Weitere eine mehr oder weniger unbeholfene Annäherung an etwas ist, das direkt erkannt werden kann.

Die Schlussfolgerung ist, dass die Lehrer selbst zumindest über eine ernsthafte Disziplin und Erfahrung verfügen sollten. Es geht nicht darum, Bücher anzuhäufen und sie einfach so weiterzuerzählen. Auf diese Weise kann man kein Lehrer sein; die Außenwelt mag so sein, wie sie will. Wir sind keine Propagandisten, wir wollen einfach zeigen, was möglich ist, und versuchen zu beweisen, dass es getan werden muss.

Einige Tropfen Wahrheit

Worte der Mutter

Wenn man die Kinder ganz jung mitnimmt, ist es wunderbar. Man muss so wenig tun: es reicht, einfach nur zu sein.

Mache niemals einen Fehler.

Verliere nie niemals die Beherrschung.

Sei immer verständnisvoll.

Und zu wissen und zu erkennen, warum es diese Bewegung, diesen Impuls gegeben hat, wie die innere Verfassung des Kindes ist, und was bei ihm gestärkt und vorangebracht werden soll, – das ist das Einzige, was getan werden muss; und sie zu lassen, sie frei blühen zu lassen; einfach ihnen die Gelegenheit zu geben, viele Dinge zu entdecken, so viel zu berühren, so viel wie möglich zu tun. Es ist ein großes Vergnügen. Und vor allem, nicht zu versuchen ihnen aufzudrängen, was du zu wissen glaubst.

Schimpfe niemals mit ihnen. Sei immer verständnisvoll, und wenn das Kind bereit ist, erkläre; wenn es eine Erklärung noch nicht verstehen kann – wenn du selber es kannst – ersetze die falsche Schwingung durch eine richtige. Aber dies… dies bedeutet, von den Lehrern eine Vollkommenheit zu verlangen, die sie selten besitzen.

Aber es wäre sehr interessant, ein Programm für die Lehrer und ein echtes Studienprogramm zu erstellen, von Grund auf, – das so plastisch ist und Eindrücke so tief empfängt. Wenn man ihnen, wenn sie sehr jung sind, ein paar Tropfen Wahrheit schenkt, würden sie ganz natürlich aufblühen, während ihr Wesen heranwächst. Es wäre eine schöne Arbeit.

Worte der Mutter

Es ist nicht die alte Welt, die sich transformiert, es ist eine neue Welt, die geboren wird. Und wir befinden uns genau in dieser Übergangsphase, in der beide eng mit einander verknüpft sind, – in der die eine noch allmächtig andauert und das gewöhnliche Bewusstsein ganz beherrscht, – in welches aber die neue leise hineinschlüpft, noch ganz bescheiden, unbemerkt – aber in solchem Maß unbemerkt, dass sie vorerst nicht viel stört und im Bewusstsein der meisten Menschen sogar gar nicht wahrnehmbar ist. Und trotzdem sie ist am Werk, wächst, – bis sie stark genug ist, sich sichtbar zu behaupten.

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