Kapitel 4

Das spirituelle Zeitalter und das Supramental – Die Stunde Gottes

Es gibt Augenblicke, in denen der Geist unter den Menschen wandelt und der Atem des Herrn weit verbreitet ist über den Wassern unseres Seins. Es gibt auch andere Augenblicke, in denen er sich zurückzieht und die Menschen sich selbst überlassen sind, um mit der Stärke oder Schwäche ihrer Selbstsucht zu wirken. Das erste sind Zeiten, in denen selbst geringste Anstrengung zu großen Ergebnissen führt und das Schicksal wandelt. Das andere sind Zeiträume, in denen viel Mühe nur geringe Ergebnisse hervorbringt. Es ist wahr, letztere können die ersten vorbereiten, vielleicht auch das bisschen Opferrauch sein, das zum Himmel steigt und den Reigen der göttlichen Mildtätigkeit herabruft. Unselig sind der Mensch und die Nation, die – wenn der göttliche Augenblick eintritt – schlafend vorgefunden werden oder unvorbereitet, ihn zu nutzen, weil die Lampen für die Begrüßung nicht in Ordnung gehalten und die Ohren gegenüber dem Anruf verschlossen waren. Aber dreimal Wehe denen, die stark und bereit sind, aber die Kraft verschwenden oder den Augenblick missbrauchen. Sie erleiden nicht wiedergutzumachenden Verlust oder eine große Verheerung.

In der Stunde Gottes reinige deine Seele von allem Selbstbetrug, von Scheinheiligkeit und eitler Selbstgefälligkeit, so dass du deinem Geist geradezu ins Auge blicken und vernehmen kannst, zu was du berufen bist. Alle Falschheit in deinem Wesen, die einstmals dein Verteidigungsmittel gegenüber dem Auge des Herrn und dem Licht des Ideals war, wird jetzt zum Spalt in deiner Rüstung und lädt zum Schlag ein. Selbst wenn du für einen Augenblick siegreich bist, umso schlimmer für dich, denn der Schlag wird später erfolgen und dich auf der Höhe deines Triumphes zu Boden werfen. Doch wenn du geläutert bist, lass alle Furcht beiseite! Denn die Stunde ist oft von Schrecken erfüllt, ein Feuer, ein Wirbelwind, ein Sturm, ein Zerstampfen in Gottes Kelter des Zorns. Nur der, der sich in ihr auf der Wahrheit seines Vorhabens aufrichten kann, soll stehen; und selbst wenn er fällt, wird er sich wieder erheben; und selbst wenn er scheinbar auf den Schwingen des Sturmes hinweggetragen wird, soll er zurückkehren. Und lass nicht weltliche Klugheit dir zu dicht ins Ohr flüstern! Denn es ist die Stunde des Unerwarteten, des Unberechenbaren, des Unermesslichen. Messe nicht die Macht des Atems mit deinen unzulänglichen Instrumenten, sondern habe Vertrauen und gehe vorwärts.

Doch vor allem halte deine Seele, sei es auch nur für eine Weile, frei vom Lärm des Egos. Dann wird ein Feuer vor dir einhergehen in der Nacht, der Sturm wird dein Gehilfe sein, und deine Fahne wird auf der höchsten Höhe jener Herrlichkeit wehen, die es zu erobern galt.

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