Kapitel 3

Das konservative Mental und östlicher Fortschritt

Das Aufkommen einer neuen radikalen Idee im Mental der Menschen ist Zeichen eines bevorstehenden Wandels im Leben des Einzelnen und in der Gesellschaft. Sie mag bekämpft werden, die Reaktion der alten Idee mag eine Zeitlang erfolgreich sein, doch das Ringen lässt weder die Gedanken und Gefühle noch die Gewohnheiten und Institutionen der Gesellschaft so bestehen, wie sie bei Beginn dieses Ringens waren. Ob man es weiß oder nicht, man ist vorangeschritten, und der Wandel ist unumkehrbar. Entweder ersetzen neue Formen die alten Institutionen, oder die alten haben sich tiefgreifend gewandelt, während sie im Außenaspekt Kontinuität aufrechterhalten. Oder die alten erhalten sich in einer Periode größerer Unbeweglichkeit, zunehmender Verfälschung, fortschreitender Entartung des Geistes und des Schwindens wirklicher Kraft, was ihnen in der Zukunft nur eine umso größere Katastrophe und unbedingtes Verschwinden garantiert. Die Vergangenheit kann höchstens ein partielles Überleben oder einen sanften Tod erreichen, vorausgesetzt, sie versteht es, aufgeschlossen mit der Zukunft Übereinkunft zu erzielen.

Das konservative Mental ist nicht willens, dieses Gesetz anzuerkennen, obwohl es durch die Geschichte der Menschheit hindurch zu beobachten ist und man Beispiele in Hülle und Fülle aus allen Zeiten und Gegenden anführen kann. Bei seiner Weigerung wird das Mental unterstützt durch die Tatsache, dass rasante Revolutionen und bedeutende umstürzende Veränderungen vergleichsweise selten vorkamen. Es wird geblendet durch den Schleier, den die Natur so häufig über ihre Wandlungsvorgänge ausbreitet. Betrachten wir in diesem Licht beispielsweise die europäische Geschichte, so fesseln unsere Aufmerksamkeit nur wenige hervorragende Wendepunkte: die Entwicklung und das Ende der Demokratie im alten Athen, der Übergang von der römischen Republik zum römischen Kaiserreich, das Auftauchen des feudalen Europas aus den Ruinen Roms, die Christianisierung Europas, Reformation und Renaissance, die zusammen eine neue Gesellschaft vorbereiteten, die Französische Revolution, die gegenwärtig rasche Entwicklung auf einen sozialistischen Staat hin und der Ersatz der Konkurrenz durch organisierte Kooperation. Weil unser Hinblick auf die europäische Geschichte hauptsächlich politisch gefärbt ist, sehen wir nicht, dass sich ebenso Gesellschaft und Denken ständig verändern. Aber es lassen sich zwei große Veränderungszyklen ausmachen. Der eine führt von den alten Völkern der Vorzeit zur kultivierten Gesellschaft der griechisch-römischen Welt, der andere von dem halb-barbarischen feudalen Christentum zur intellektuellen, materialistischen, zivilisierten Gesellschaft der Neuzeit.

Im Gegensatz dazu waren die großen Revolutionen im Osten spirituell und kulturell. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen treten hier zurück und sind leicht zu übersehen, obwohl sie tatsächlich stattfanden und verblüffend waren, wenn auch weniger tiefgreifend als in Europa. Ihre Unauffälligkeit wird außerdem noch betont durch ihren Mangel an Profil, die Langsamkeit und Feinheit ihres Ablaufs und die instinktive Beharrlichkeit und Ehrerbietung, mit der alte Namen und Formeln bewahrt worden sind, während die Sache selbst wesentlich modifiziert wurde, bis ihr ursprünglicher Sinn nur noch als fromme Fiktion erhalten blieb. So benutzte Japan seinen unantastbaren Mikado als Deckmantel für den Wechsel zu einer aristokratischen, feudalen Regierung und holte ihn in neuerer Zeit wieder hervor, um den Übergang von der mittelalterlichen Gesellschaft in den breiten Strom der Moderne zu überdecken und nicht allzu ernste Erschütterungen zu erfahren. In Indien wird an der Fiktion der alten viergliedrigen Gesellschaftsordnung festgehalten, die in spirituellem Idealismus, sozialer Gruppenzugehörigkeit, ethischer Disziplin und wirtschaftlicher Funktion gründet, um die ganz andere, komplexe, chaotische Kasten-Ordnung zu verdecken und zu rechtfertigen, die in Wahrheit auf Geburt, Vorrecht, örtlicher Sitte und religiösem Formalismus beruht, auch wenn sie noch einige Bruchstücke der alten Beweggründe erhält und damit durcheinanderbringt. Die Entwicklung der Gesellschaft von einem Typus zum anderen, in den psychologischen Motiven und tatsächlichen Institutionen so entgegengesetzt und ohne offenkundigen Wechsel der Formen, bleibt eines der seltsamsten Phänomene in der Sozialgeschichte der Menschheit und bedarf noch gründlicher Erforschung.

Unser Mental ist geneigt, die Dinge zu nehmen, wie sie sind, und nur das zu schätzen, was in klaren äußeren Umständen hervortritt. Wir beherrschen nicht das Gesetz der Feinheit und Verstellung der Natur. Wir vermögen die Motive, Notwendigkeiten, großen revolutionären Vorgänge und auffälligen Veränderungen zu erkennen und bis zu einem gewissen Grade zu ergründen, wir können die kurzen Reaktionen betrachten und richtig einordnen, welche die äußere Verwirklichung neuer Ideen zwar nicht verhindern, aber mindestens modifizieren. Wir können zum Beispiel erkennen, dass die Restauration der römischen Oligarchie durch Sulla, die Restauration in England durch die Stuarts oder die kurze Rückkehr der Monarchie in Frankreich durch die Bourbonen keine wirklichen Restaurationen darstellen, sondern ein vorübergehendes Eindämmen der Flut, begleitet von unzureichenden Konzessionen und erzwungenen Entwicklungen, die nicht Rückkehr zur Vergangenheit bedeuteten, sondern Form und Tempo der unausweichlichen Revolution bestimmten. Schwieriger ist es, wenngleich nicht unmöglich, das Wirken einer Idee gegen alle Widerstände durch viele Jahrhunderte richtig einzuschätzen. Wir können heute zum Beispiel begreifen, dass wir die Anfänge der Französischen Revolution nicht bei Rousseau oder Mirabeau oder dem unbesonnen handelnden Ludwig XVI. suchen müssen, vielmehr in den Bewegungen, die zurückdatieren bis zu den Capets und den Valois, während die Niederlage der Calvinistischen Reformation in Frankreich und der absolute Triumph des monarchistischen Systems über den Adel und das Bürgertum unter der Herrschaft von Ludwig XIII. und Ludwig XIV. genau genommen das war, was ihren ungeheuren Ausbruch und Sieg vorbereitete und ihren Ablauf vorherbestimmte. Ein Doppelsieg entschied über den Zerfall der Monarchie in Frankreich: der Niedergang der Kirche und das Verschwinden der Aristokratie, nachdem der Adel darin gescheitert war, die liberale Sache sowohl bezüglich der Religion wie hinsichtlich der Politik gewissenhaft in die Hand zu nehmen.

Aber die Natur hält noch mehr subtile und verborgene Entwicklungen in ihrem Umgang mit dem Menschen bereit, durch die sie die Menschen zum Wandel führt, ohne dass sie es wissen. Weil sie diese Methoden hauptsächlich bei den riesigen Massen des Ostens angewandt hat, ist die konservative Einstellung des Mentals hier so viel stärker als im Westen. Sie vermag die Illusion zu nähren, dass es sich nicht verändert hat, dass es den Ideen der entrückten Altvorderen, ihrer Religion, ihren Überlieferungen, ihren Institutionen, ihren gesellschaftlichen Idealen unverrückbar treu verbunden ist, dass es eine göttliche oder eine animalische Unbeweglichkeit sowohl im Denken wie in der Lebensroutine bewahrt hat und frei gewesen ist vom Gesetz menschlicher Veränderung, auf Grund dessen der Mensch und seine gesellschaftlichen Organisationen entweder voranschreiten oder degenerieren müssen, aber in keinem Falle unverändert gegenüber den Angriffen der Zeit sich erhalten können. Der Buddhismus kam und ging, und der Hindu bekennt noch immer, zur vedischen Religion zu gehören, die von seinen arischen Vorfahren hochgehalten und praktiziert worden ist, und nennt sein Glaubensbekenntnis Arischen Dharma, die ewige Religion. Erst wenn wir näher hinsehen, erkennen wir den ganzen Umfang der Selbsttäuschung. Buddha ist in der Tat aus Indien weggegangen, doch der Buddhismus blieb zurück. Er hat sich in riesigem Umfang dem Geist der nationalen Religion aufgeprägt und Formen hinterlassen, die durch den Tantrismus bestimmt werden sollten, mit dem er eine Allianz und in seiner mittleren Periode eine Art Fusion eingegangen war. Was er zerstörte, konnte niemand wiederherstellen, was er hinterließ, konnte niemand zerstören. Der zweifache Zyklus, den Indien von der frühen vedischen Zeit bis zum Indien Buddhas und den Philosophen und dann von Buddha bis zum Hereinbrechen der Europäer durchlebte, bedeutete auf seine Art eine ebenso ungeheure Umwandlung auf religiösem, gesellschaftlichem, kulturellem, ja sogar auf politischem und administrativem Gebiet wie der Doppel-Zyklus in Europa. Aber weil er an alten Namen für neue Dinge festhielt, alte Formeln für neue Methoden und alte Hüllen für neue Institutionen verwendete und weil der Wechsel stets innerlich vollzogen, aber äußerlich leise und unaufdringlich gestaltet wurde, waren wir in der Lage, die Fiktion von einem unveränderlichen Osten in die Welt zu setzen und aufrechtzuerhalten. Man kommt noch zu einem weiteren Ergebnis: Während der europäische Konservative das Gesetz des Wandels in der menschlichen Gesellschaft begriffen hat und weiß, dass er sich bewegen muss und mit den Fortschrittlichen lediglich über die rechte Geschwindigkeit und die genaue Richtung des Wandels auseinanderzusetzen hat, bildet sich der östliche oder besser der indische Konservative noch immer ein, das wahre Gesetz des sterblichen Wesens heiße Stabilität. Er praktiziert eine Art Yoga-Asana auf dem Strom der Zeit, und weil er sich selbst nicht bewegt, glaubt er – denn er hält seine Augen geschlossen und beobachtet gewöhnlich nicht die Ufer –, er könne auch den Strom an der Bewegung hindern.

Das konservative Prinzip hat ebenso seinen Vorteil, wie ein rascher Fortschritt seine Auswüchse und Gefahren birgt. Er unterstützt die Erhaltung grundlegender Kontinuität, was der Langlebigkeit von Kulturen und der Dauerhaftigkeit dessen dient, was wertvoll war in der Vergangenheit des Menschengeschlechtes. So blieb in Indien der religiöse Geist wahrhaft zeitlos, auch wenn die Religion ihre Gestalt und ihr Naturell erheblich veränderte. Das Grundgesetz spiritueller Disziplin ist dasselbe wie in der Anfangszeit, die grundlegenden Wahrheiten sind bewahrt, in ihren Inhalten sogar angereichert worden, und ihre Ausgestaltungen können durch die verschiedenen Wandlungen sämtlichst zurückverfolgt werden bis zu ihrer Herkunft aus dem Veda. Andererseits führt diese mentale Gewohnheit zur Anhäufung einer großen Menge von Zusätzen, die einst wertvoll waren, aber ihre Wirkung verloren haben, und zur Anhäufung von abgestorbenen Formen und Losungsworten, die keiner lebendigen Wahrheit mehr entsprechen und keine verständliche, hilfreiche Bedeutung mehr haben. Der ganze verwesende Abfall der Vergangenheit wird als zu heilig festgehalten, um von irgendeiner weltlichen Hand angetastet zu werden, und doch verstopft er nur die Ströme nationalen Lebens oder verdirbt ihre Gewässer. Wenn kein erfolgreicher Reinigungsprozess stattfindet, tritt plötzlich der Zustand allgemeiner Unpässlichkeit im Sozialkörper auf, wobei der Grundsatz der Erhaltung zur Ursache der Auflösung wird.

Das gegenwärtige Welt-Zeitalter stellt eine Phase ungeheurer Umwandlungen dar. Nicht eine sondern viele radikale Ideen beschäftigen das Mental der Menschheit und beunruhigen ihr Leben durch vehementes Suchen und Bemühen um Veränderung. Obwohl das Zentrum der Unruhe im fortschrittlichen Europa liegt, wird doch der Osten rasch in dieses aufgewühlte Meer des Denkens, in diesen Zusammenbruch alter Ideen und Institutionen hineingezogen. Keine Nation oder Gemeinschaft kann noch länger psychisch zurückgezogen und fern der Einung der modernen Welt bleiben. Es darf sogar behauptet werden, dass die Zukunft der Menschheit hauptsächlich von der Antwort abhängt, die auf das moderne Rätsel der Sphinx durch den Osten und vor allem durch Indien, den altehrwürdigen Wächter der asiatischen Idee und seiner tiefgreifenden spirituellen Geheimnisse, erteilt wird. Denn die lebensentscheidende Frage des Zeitalters zielt darauf ab, ob der künftige Fortschritt der Menschheit durch das moderne wirtschaftliche, materialistische Mental des Westens bestimmt werden soll oder durch einen edleren Pragmatismus, der geleitet, emporgehoben und erleuchtet wird durch spirituelle Kultur und spirituelles Wissen. Der Westen war niemals darin erfolgreich, sich wahrhaftig zu spiritualisieren, und blieb letzten Endes fast ausschließlich auf ein Handeln im Äußeren festgelegt, das durch politische und wirtschaftliche Ideale und Notwendigkeiten bestimmt war. Trotz der Wiedererweckung des religiösen Geistes und der Zunahme einer weitverbreiteten, doch noch keineswegs tiefschürfenden oder gar erleuchtenden spirituellen und seelischen Neugierde und Suche, muss er immer nur in den weltlichen Dingen herumrühren und seine Probleme als denkendes politisches und wirtschaftliches Tier durch mechanische Methoden lösen, weil er einfach keinen anderen Standpunkt kennt und an keine andere Methode gewöhnt ist. Auf der anderen Seite war der Osten stets offen für tiefgreifende Erweckungen und hielt seine spirituelle Begabung intakt, auch wenn sie zur Zeit träge und unschöpferisch ist, und er seiner Spiritualität gestattet hat, zu sehr in toten Formen dahinzudösen. Daher liegt die Hoffnung der Welt im Wiedererwachen der alten spirituellen Praxis und tiefen Schau und Ausgestaltungsmacht im Osten im beharrlichen Kontakt mit dem Westen und bei Ausgießen des Lichtes von Asien über den Okzident, aber nicht in den jetzigen statischen, kraftlosen, unanwendbaren Formen, sondern in neuer, bewegter, dynamischer und wirksamer Gestalt.

Indien, das Herz des Orients, muss sich wandeln, wie sich der gesamte Westen und der ganze Osten wandeln muss, und es kann nicht einem Wandel im Sinne jener Probleme ausweichen, die ihm von Europa aufgezwungen werden. Der neue Orient wird notwendigerweise das Ergebnis von Ausgleich und gegenseitiger Durchdringung oder von einem heißen Ringen zwischen progressiven und konservativen Idealen und Tendenzen sein. Deshalb wird die sich ergebende Kultur, die aus einem auferstandenen Indien geboren wird, sehr wohl eine tiefgreifende Veränderung in der künftigen Weltzivilisation hervorrufen, falls das konservative Mental in diesem Land sich für die notwendige Transformation genügend öffnet. Wenn es jedoch in seinen toten Fiktionen abgeschottet verharrt oder versucht, den neuen Erfordernissen mit dem Mental des Schulmeisters und Sophisten zu begegnen, die lieber mit luftigen Worten und Gedanken hantieren als mit wirklichen Tatsachen, Wahrheiten und Möglichkeiten, oder wenn es darum kämpft, auch nur ein klägliches Mindestmaß an Wandel zu vermeiden, dann wird das künftige Indien in die unfertige Gestalt der verwestlichten sozialen und politischen Reformer gepresst, deren Mental, arm an originellem Denken und unerleuchtet von lebendiger Erfahrung, nichts anderes vermag, als die Formen und Vorstellungen Europas zu reproduzieren, um uns alle in hinkende Affen des Westens zu verwandeln, – denn die neuen Ideen können nicht daran gehindert werden, sich zu verwirklichen. Vielleicht wäre noch das Beste, was passieren könnte, dass sich ein neues spirituelles Erwachen aus den Tiefen des unermesslichen Lebens regt, das diesmal die großen Probleme des irdischen Lebens ebenso wie die der Seele und ihrer jenseitigen Bestimmung erfolgreicher in seine Horizonte einbezieht, ein Erwachen, das sich eng verbündet mit dem wiedererstehenden spirituellen Suchen des Westens und seinem Streben nach Vollkommenheit der Menschheit. Diese dritte und bis jetzt unbekannte Größe ist in der Tat die Kraft, die durchweg im Osten gebraucht wird. Denn gegenwärtig haben wir lediglich die zwei Extreme in Gestalt einer konservativen Unbeweglichkeit und einer fortschrittlichen Kraft, die kaum weniger blind und unwirksam ist, weil sie aus zweiter Hand stammt und bloß das Europa des 19. Jahrhunderts imitiert, und dazwischen eine vage fließende Menge an Ungewissheit. Daraus ergibt sich ein unaufhörliches Fiasko und die Unfähigkeit, etwas Weites, Machtvolles, Sicheres und Lebensnotwendiges zu entwickeln – ein Dahintreiben im Strom der Umstände, ein beständiges Greifen nach Einzelheiten und Unwesentlichem und das Scheitern bei dem Versuch, die Lebensprobleme, die uns das Zeitalter aufgibt, zu lösen. Es wird etwas benötigt, das versucht, hervorgebracht zu werden. Doch bis jetzt, so kann man mit dem Veda sagen, macht sich die Mutter klein und dünn, verbirgt sie die künftige Geburt in ihrem Wesen und will sie dem Vater nicht verraten. Erst wenn sie in Antrieb und Idee groß wird, werden wir seine Geburt erleben.

Wenn wir gründlich nachdenken, werden wir erkennen, dass die Vergangenheit in der Tat eine gewaltige Macht der Bewahrung darstellt, aber einer Bewahrung, die nicht unbeweglich ist, die im Gegenteil sich selbst als Material für Wandel und neue Verwirklichung anbietet. Wir erkennen, dass die Gegenwart beständigen Wechsel und neuerliche aktuelle Verwirklichung bedeutet, wie sie die Vergangenheit ersehnt und erzwingt, und dass die Zukunft jene Kraft neuer Verwirklichung bildet, die noch nicht aktuell ist, auf die die Vergangenheit sich hinbewegte und um derentwillen sie lebte. Wir begreifen dann, dass es keinen wirklichen Gegensatz zwischen diesen dreien gibt. Wir erkennen, dass sie Teil einer einzigen Bewegung sind, eine Art Trinität von Vishnu-Brahma-Maheshwara, die in untrennbarer Aktion die eine Gottheit vollenden. Doch das menschliche Mental in seinem Besessen-sein von Teilung und Entgegensetzung versucht, sie in Streit zu sehen, und teilt die Menschheit ein in verschiedene Lager, in die Parteigänger der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, sowie in die Parteigänger aller Arten von Kompromiss zwischen jenen drei Kräften. Die Natur macht lebhaft Gebrauch von der Auseinandersetzung zwischen diesen Parteigängern, und ihre Verfahrensart ist in unserem gegenwärtigen Zustand leidenschaftlicher Unwissenheit und egoistischer Halsstarrigkeit notwendig. Trotzdem handelt es sich vom Standpunkt höherer Erkenntnis aus um eine bedauernswerte, törichte Auseinandersetzung.

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