Kapitel 36
Geschichten über Mut
Vor langer, langer Zeit, als Brahmadatta in Benares herrschte, da richtete einer seiner Feinde, der König eines anderen Landes, einen Elefanten ab, um mit ihm in den Krieg zu ziehen.
Der Krieg wurde erklärt. Der wunderbare Elefant trug den König, seinen Herrn, bis zu den Mauern von Benares.
Von den Mauern herab schütteten die Bewohner der belagerten Stadt kochend-heiße Flüssigkeit und schossen Steine mit ihren Schleudern. Anfangs zog sich der Elefant vor diesem erschreckenden Regen zurück.
Aber der Mann, der ihn abgerichtet hatte, rannte zu ihm und schrie:
„O Elefant, du bist ein Held! Handle wie ein Held und reiße die Tore nieder!“
Ermutigt von diesen Worten, griff das riesige Tier an, durchbrach die Tore und führte so seinen König zum Sieg.
Dies zeigt, wie Mut über Hindernisse und Schwierigkeiten triumphiert und die Tore zum Sieg öffnet.
Siddhartha, der Erhabene, wies seine Schüler gewöhnlich dazu an, ihr Bestes zu geben und dann darauf zu vertrauen, dass es Früchte tragen werde.
Er sprach: „Ebenso wie eine Henne Eier legt und sie bebrütet, ohne sich ständig zu sorgen: ´Werden meine kleinen Küken mit ihrem Schnabel aus der Schale brechen und das Tageslicht erblicken?`, so sollt auch ihr keine Angst haben: Folgt standhaft dem Edlen Pfad, so werdet auch ihr das Licht erreichen.“
Und dies ist wahrer Mut: den geraden Weg zu gehen, dem Sturm, der Dunkelheit und dem Leid mutig zu begegnen und durchzuhalten und immer, allen Widrigkeiten zum Trotz, dem Licht entgegenzugehen.