Kapitel 31
Ein fröhlicher Bewohner dieser Welt
In Persien lebte eine Frau, die Honig verkaufte. Sie besaß eine sehr angenehme Art, und die Kunden drängten sich um ihren Stand. Der Dichter, der ihre Geschichte erzählt, behauptet, selbst wenn sie Gift verkauft hätte, die Leute hätten es von ihr gekauft, als wäre es Honig.
Ein griesgrämiger Mann sah, welch großen Gewinn sie mit ihren süßen Waren machte und beschloss, den gleichen Handel zu beginnen.
Also baute er einen Stand auf, doch hinter den Reihen von Honigtöpfen wirkte sein Gesicht wie Essig. Jeder, der zu ihm kam, wurde mürrisch behandelt. Deshalb ging jeder an ihm vorbei und er blieb auf seinen Waren sitzen. „Nicht einmal eine Fliege wagte sich an seinen Honig“, erzählt der Dichter. Als der Abend kam, hatte er immer noch nichts verdient. Eine Frau bemerkte ihn und meinte zu ihrem Mann: „Ein bitteres Gesicht macht auch den Honig bitter.“
War die Honigverkäuferin nur freundlich, um Kunden anzulocken? Lasst uns lieber hoffen, dass ihre Fröhlichkeit ihrem guten Charakter entsprang. Wir sind nicht bloß auf der Welt, um zu kaufen oder zu verkaufen; wir sollten hier einander Kameraden sein. Die Kunden der guten Frau spürten, dass sie mehr war als eine Honigverkäuferin: Sie war eine fröhliche Bewohnerin dieser Welt.