Kapitel 3
Ein ständiger Bezug auf den Ursprung
…die Praxis dieses Yoga verlangt, dass wir uns ständig an das eine zentrale Wissen erinnern. Wenn wir dieses Wissen dann stetig nach außen hin im Wirken aktivieren, wird unsere Erinnerung daran immer mehr intensiviert: In allem ist das eine Selbst; das eine Göttliche ist alles. Alle Wesen sind im Göttlichen; alle sind das Göttliche. Im Universum gibt es nichts anderes. Dieser Gedanke oder dieser Glaube ist so lange unser tragender Grund, bis er vollends zur Substanz im Bewusstsein des Wirkenden wird. Das Eingedenksein und eine das Selbst dynamisierende Meditation dieser Art führen am Ende mit Notwendigkeit zu einer tiefen ununterbrochenen Schau und einem lebendigen allumfassenden Bewusstsein dessen, woran wir uns mit einer solchen Macht erinnern oder worüber wir so beständig meditieren. Denn wir werden gezwungen, jeden Augenblick mit dem Ursprung allen Seins, Wollens und Handelns in enger Beziehung zu stehen. Zugleich umfassen wir in Jenem, das ihre Ursache und ihr Erhalter ist, alle besonderen Formen und Erscheinungen und kommen doch über sie hinaus. Dieser Weg kann nicht zu seinem Ende gelangen, ohne dass wir das Wirken des universalen Geistes überall so lebendig und vital, auf seine Weise so konkret schauen wie beim physischen Sehen. Auf seiner höchsten Höhe erhebt sich dieser Yoga dazu, dass wir ständig in der Gegenwart des Supramentals und des Transzendenten leben, denken, wollen und handeln. Wir sollen dann alles, was wir sehen und hören, berühren und empfinden oder dessen wir bewusst werden, als Jenes wissen und fühlen, das wir innig verehren und dem wir dienen. So wandelt sich alles in ein Ebenbild der Göttlichkeit um, es wird als eine Wohnung der Gottheit wahrgenommen und ist in die ewige Allgegenwart eingehüllt.
Lasst uns meditieren über die verheißungsvollste Form Savitris, über das Licht des Höchsten, das uns mit der Wahrheit erleuchten möge. (Sri Aurobindos Gayatri)