Kapitel 3
Das Ziel des Yogis in den Künsten
Das Ziel des Yogis in den Künsten sollte nicht in einem nur ästhetischen, mentalen oder vitalen Genuss bestehen, sondern vielmehr darin, dem Göttlichen, das er überall sieht, zu huldigen mit einer Enthüllung der Bedeutung seiner Werke, jenes Eine Göttliche in Göttern, Menschen, Lebewesen und Gegenständen auszudrücken. (Sri Aurobindo, The Synthesis of Yoga, p. 133)
Wie können wir „jenes Eine Göttliche ausdrücken“?
Das hängt vom Thema ab, das man ausdrücken möchte: Götter, Menschen oder Dinge.
Wenn man ein Bild malt, Musik komponiert oder Dichtung schreibt, hat jeder seine eigene Ausdrucksweise. Jeder Maler, jeder Musiker, jeder Dichter, jeder Bildhauer hat oder sollte einen einzigartigen, persönlichen Kontakt zum Göttlichen haben; und durch die Arbeit, die seine Spezialität ist, durch die Kunst, die er gemeistert hat, muss er diesen Kontakt auf seine eigene Weise ausdrücken, mit seinen eigenen Worten, seinen eigenen Farben. Anstatt die äußeren Formen der Natur zu kopieren, betrachtet er diese Formen für sich als Hülle von etwas anderem, gerade eben seiner Beziehung zu den Wirklichkeiten, die dahinterstehen, die tiefer sind, und er versucht sie das ausdrücken zu lassen. Anstatt nur das zu imitieren, was er sieht, versucht er sie von dem, was sich hinter ihnen befindet, sprechen zu lassen, und dies macht den ganzen Unterschied zwischen einer lebendigen Kunst und einer eben nur flachen Kopie der Natur aus.