Kapitel 13

Wahre Weihung

Worte der Mutter

Es sollte zwei parallele Bewegungen in der Entwicklung eines Individuums geben, und weil es im Allgemeinen die eine oder andere dieser Bewegungen vernachlässigt, um sich einzig und allein auf eine zu konzentrieren, ist sein Fortschritt so stockend und unausgewogen.

Eine dieser Bewegungen ist es, sich aller Wesenselemente bewusst zu werden, materieller und sensorischer sowie intellektueller und spiritueller Natur. Wir müssen den Mechanismus des Lebens in uns mit all seinen Tendenzen, Qualitäten, Fähigkeiten und vielfältigen Aktivitäten sehr unvoreingenommen kennenlernen, d.h. ohne jegliche vorgefasste Vorstellung von Gut oder Böse, ohne jegliche absolute oder willkürliche Beurteilung darüber – denn unseren Urteilen mangelt es zwangsläufig an Klarsicht –, was bestehen und was verschwinden sollte, was gefördert und was unterdrückt werden sollte. Unsere Sichtweise von dem, was wir sind, muss objektiv sein, ohne Vorurteile, wenn wir wollen, dass sie aufrichtig und integral ist: Wir stehen vor einem Universum, das wir bis ins kleinste Detail erforschen müssen, es in seinen dunkelsten und unendlichsten Elementen kennen müssen, und zwar mit einer wissenschaftlichen Haltung von vollkommener mentaler Unpersönlichkeit, das heißt, ohne jegliche Vorurteile.

Was auch immer wir denken mögen, diese Arbeit der Beobachtung, Analyse und Selbstbeobachtung ist nie abgeschlossen. Auf jeden Fall sollten wir, solange wir uns auf der Erde in einem physischen Körper befinden, immer das immens komplexe Wesen, das wir sind, studieren, damit sich kein Element unserem Wissen und damit unserer Kontrolle entziehen kann: Denn wir können nur das meistern, was wir wissen, und das beherrschen, was wir gemeistert haben.

Dies führt uns zu der zweiten Bewegung, die parallel zur ersten und gleichzeitig mit ihr bestehen sollte. Es ist die Weihe, die beständige und ständig wiederholte Hingabe aller Elemente, die wir der Kontrolle des Höchsten und des Göttlichen Gesetzes unterwerfen.

Jedes Element, das sich seiner selbst bewusst geworden ist, jede Tendenz, jede Fähigkeit, muss sich der Souveränen Führung der Ewigen Essenz des Seins mit dem einfachen Vertrauen eines Kindes hingeben. Sie wird all diese Elemente auf die richtige Weise anordnen, klassifizieren und nutzen. Sie und nur Sie allein ist in der Lage, das Brauchbare vom Unbrauchbaren zu trennen, das, was gefördert, von dem, das beseitigt werden muss. Und zweifellos, da für Sie alles gleichwertig ist, kann auch alles genutzt werden, denn durch Sie wird alles umgewandelt, erleuchtet, verklärt: Alles, was sich Ihrer bewusst wird und sich Ihr hingibt, wird zu Ihr und entkommt so allen Vorstellungen von Gut und Böse, die rein äußerlich und menschlich sind.

Nur eine dieser Bewegungen, eine dieser Einstellungen ohne die andere, ist unvollständig und einseitig. Unser Wesen als Ganzes der Höchsten Essenz zu weihen, reicht nicht aus: Alle Elemente, die wir nicht kennen und nicht gemeistert haben, entziehen sich dieser Weihe und folgen daher ihrem eigenen Gesetz, anstatt sich dem Ewigen Gesetz zu unterwerfen, und werden so zur Quelle jeglicher Störung, jeglicher unerwarteten Revolte in einem, der sich völlig als Diener des Gesetzes betrachtet hatte. Aber er vergaß all die unbekannten Winkel seines Wesens, die auch einen Anspruch auf Leben und Aktivität haben und sich ihrerseits manifestieren, aber in einer Aktivität, die im Verhältnis zum Wesen als Ganzes ungeordnet und disharmonisch ist, da sie sich dem zentralen Willen entziehen.

Andererseits ist es vergeblich und unfruchtbar, ja sogar gefährlich, uns selbst in unseren kleinsten Dingen bewusst zu werden, wenn dies nicht um der Ordnung willen geschieht, damit die Göttliche Essenz zum Allmächtigen Herrscher über all diese Elemente gemacht werden kann, wenn wir nicht ihre vorbehaltlose Hingabe an Ihre höchste Führung, das Souveräne Gesetz, sicherstellen.

Nur in der ausgewogenen Vereinigung dieser beiden Haltungen kann man sich wirklich, integral, als ein Diener des Ewigen bezeichnen.

Worte der Mutter

Das kleinste Detail des Lebens und des Handelns, jede Regung des Denkens, sogar des Empfindens, des Gefühls, die gewöhnlich kaum von Bedeutung sind, wird anders, sobald man sie betrachtet und sich fragt: „War das als eine Darbringung an das Göttliche gedacht, habe ich das als eine Darbringung an das Göttliche empfunden…?“ Erinnerst du dich in jedem Augenblick deines Lebens daran, wird die Einstellung eine völlig andere als früher. Alles wird sehr weit. Es ist eine Kette unzähliger kleiner Dinge, deren jedes seinen Platz hat, während man sie vorher durchließ, ohne sie zu bemerken. Das weitet den Bereich des Bewusstseins. Nimmst du eine halbe Stunde deines Lebens und betrachtest sie mit der Frage: „Ist dies eine Weihung an das Göttliche?“, so siehst du, dass die kleinen Dinge etwas Großes werden, und du gewinnst den Eindruck, dass das Leben reich und leuchtend wird.

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