Kapitel 8
Fange Ärger sofort im vitalen Zentrum in der Brust ein
Worte der Mutter
Süße Mutter, gibt es so viele Schlangen, wie es schlechte Regungen gibt?
Ja, genau! (Lachen) Da gibt es viele, eine ganze Armee. Wenn sie im Kopf sind, ist es ärgerlich, denn es ist noch viel schwieriger sie zu entdecken, und man hat so viele falsche Vorstellungen, dass es sehr schwer ist, da irgendeine Ordnung hineinzubringen. Wo man den Ärger am leichtesten findet und heilt, ist hier (Mutter zeigt auf das Brustzentrum), aber dort schmerzt er am Meisten. Jedoch ist das der Ort, wo man ihn am ehesten entdeckt und am gründlichsten heilt. Weiter unten im Vital ist es dunkler und verstrickter – es ist ziemlich verworren. Alles ist miteinander vermischt und es gibt dort viele dieser Dinge – wenn sie da sind, es gibt viele. Du musst erst etwas Ordnung hineinbringen, bevor du sie finden kannst. Da sind einige, die sehr verstrickt sind – so (Geste). Zum Beispiel haben viele Menschen die Angewohnheit in Rage zu geraten, – plötzlich ergreift sie von ihnen Besitz. Puh! Sie werden furchtbar wütend. Man muss an dieser Stelle nach dem Grund suchen; und hier ist alles so verworren, alles vermischt. Man muss sehr tief gehen und das sehr schnell, denn sie verbreitet sich mit der Geschwindigkeit einer Sturmflut. Und wenn sie sich ausgebreitet hat, ist es eine ziemliche Masse von… wie schwarzer Rauch, der aufsteigt und das Bewusstsein belastet, und es ist sehr, sehr schwer, dort irgendeine Ordnung hineinzubringen. Aber wenn man spürt, dass die Wut dabei ist aufzusteigen, und man sich sofort in das vitale Zentrum begibt und es dort mit einer Lampe gut ausleuchtet, kann man die Ecke finden. Wenn man die Ecke entdeckt, hop!, tut man dies, hält sie fest und es ist vorbei, der Ärger fällt sofort in sich zusammen, sogar bevor man Zeit hatte auch nur ein Wort zu sagen. Ich gebe dieses Beispiel; es gibt hundert andere. All die Angelegenheiten des Gefühls, Eitelkeit, Ehrgeiz, Passionen – Passionen… ja, aber nicht nur materielle Leidenschaften: ich meine (ich verwende das Wort nicht gerne, denn es ist eine Travestie, aber trotzdem), was Menschen Liebe nennen – all das. Dort findet man sie, alle Anhaftungen, alle Sentimentalität, all das findet sich dort.
Kapitel 9
Still werden und schreiben
Worte der Mutter
Tatsächlich sollte man das immer tun, wenn man fühlt, dass man von dem einen oder anderen Impuls erfasst wird, besonders von Anwandlungen von Ärger. Wenn man es als strenge Disziplin nimmt, statt zu handeln oder zu sprechen (denn Sprechen ist eine Handlung) und unter dem Impuls zu agieren, sich zurückzuhalten und es so zu machen, wie ich gesagt habe, setzt man sich still und konzentriert hin, schaut seinen Ärger ruhig an und schreibt ihn auf. Wenn man damit fertig ist, ist er verschwunden – jedenfalls meistens.
Kapitel 10
Richtige Haltung – die positive Seite entwickeln
Worte der Mutter
Noch einmal dasselbe: Leute, die ärgerlich werden… die Gewohnheit, in Wut zu geraten, ärgerlich zu werden…, man kämpft dagegen an, weigert sich ärgerlich zu werden, weist diese Schwingungen von Ärger von seinem Wesen zurück…. Aber dies muss durch eine unerschütterliche Ruhe, eine völlige Toleranz, ein Verstehen der anderen Meinung, einen klaren und ruhigen Blick und eine gelassene Entscheidung ersetzt werden, – dies ist die positive Seite.
Worte der Mutter
Siehst du, sobald du zum Beispiel eine Woge körperlichen Ungleichgewichts und bevorstehendem Kranksein spürst, nun, dann bedeutet die Konzentration im richtigen Geist eine Konzentration auf innere Ruhe, auf Vertrauen auf die göttliche Gnade und einen Willen, physisch im Gleichgewicht und bei guter Gesundheit zu bleiben. Dies ist die richtige Geisteshaltung. In einem anderen Fall mag man eine Welle des Ärgers oder einen Anfall von Übellaunigkeit verspüren, die von außen kommen. Dann sollte man sich in eine innere Stille zurückziehen, eine Loslösung von überflüssigen Dingen – immer in Hingabe an den göttlichen Willen und mit einem Willen, nur das auszudrücken, was von oben kommt. Dies ist die richtige Haltung. Und es ist immer so. Natürlich kommt es immer auf dieselbe Sache hinaus, dass man sich an das Göttliche erinnert und sich in Seinen Dienst stellt und das will, was Es will.
Worte Sri Aurobindos
Die Tatsache, dass der Ärger mit solcher Kraft kommt, zeigt selbst zur Genüge, dass er nicht aus dir selbst hervorgeht, sondern von außen kommt. Es ist ein Ansturm von Kraft aus der universellen Natur, der versucht, das individuelle Wesen in Besitz zu nehmen und es zu veranlassen, nach dieser Kraft von außen zu handeln und nicht nach dem Willen der Seele im Innern. Diese Dinge treten im Lauf der Sadhana auf, weil der Sadhak sich von der niederen Natur befreien will und versucht, sich der Mutter zuzuwenden und in ihrem Bewusstsein und in der höheren Natur zu leben. Die Kräfte der niederen Natur wünschen das nicht und attackieren ihn, um ihre Herrschaft zurück zu gewinnen. Wenn dies geschieht, ist es nötig innerlich ruhig zu bleiben, sich an die Mutter zu erinnern oder sie zu rufen und den Ärger oder was und wann er auch immer kommt oder obschon er oft kommt, zurückzuweisen. Wenn dies getan ist, dann verlieren diese Kräfte nach und nach ihre Macht einzudringen. Es ist leichter, wenn man klar spürt, dass die Kräfte von außen kommen und nicht zu einem selbst gehören; aber sogar, wenn du dies nicht spüren kannst, muss der mentale Geist diese Vorstellung aufrecht erhalten und sich weigern, sie weiterhin als Teil der Natur zu akzeptieren. Diese Idee, die Mutter sei streng gewesen, war natürlich eine Suggestion, die mit der eindringenden Kraft kam, um ihren Angriff zu unterstützen. Solche Vorstellungen kommen während des Pranams zu vielen Sadhaks (obschon nicht mehr so viele wie früher) und sind die Ursache für viele ihrer Störungen. Solche Suggestionen müssen sofort entschieden zurückgewiesen werden.
Worte Sri Aurobindos
Ich denke, du hast immer die Idee gehabt, einem Impuls oder einer Regung Ausdruck zu verleihen sei der beste oder sogar einzige Weg, sie loszuwerden. Aber das ist eine falsche Vorstellung. Wenn du Ärger Ausdruck verleihst, setzt du die Gewohnheit ärgerlich zu werden fort oder bestärkst sie; du verringerst die Angewohnheit nicht oder wirst sie los. Der erste Schritt zu einer Schwächung der Macht des Ärgers in der Natur und dann zu seiner völligen Beseitigung liegt darin, ihm jeglichen Ausdruck im Handeln oder Sprechen zu verweigern. Danach kann man ihn mit größeren Aussichten auf Erfolg auch aus dem Denken und Fühlen verbannen. Das gilt für alle anderen verkehrten Regungen genauso.
All diese Regungen kommen von außen, aus der universellen niederen Natur, oder sie werden von negativen Kräften – Kräften, die deinem spirituellen Fortschritt schaden – auf dich geworfen. Deine Methode, sie als zu dir gehörig zu sehen, ist wieder eine falsche Methode, denn auf diese Weise vergrößerst du ihre Macht zurückzukehren und von dir Besitz zu ergreifen. Wenn du sie als etwas Eigenes ansiehst, gibst du ihnen das Recht da zu sein. Wenn du sie als etwas Fremdes empfindest, haben sie kein Recht dazu, und der Wille kann mehr Kraft entwickeln sie wegzuschicken. Was du immer als zu dir zugehörig empfinden und haben musst, ist dieser Wille und die Kraft Zustimmung zu verweigern und einer falschen Regung keinen Zutritt zu geben oder, wenn sie hereinkommt, die Kraft sie wegzuschicken, ohne ihr Ausdruck zu verleihen.
Wenn Du das Zurückweisen im Sinne von Hinauswerfen schwierig findest, dann ist die Verweigerung der Zustimmung der einzige Weg. Zum Beispiel im Hinblick auf Stimmen oder Suggestionen: nicht auf sie hören, nicht glauben, was sie dich glauben machen wollen, nicht ausführen, was sie dich tun lassen wollen oder wozu sie dich drängen.
Natürlich ist es der beste Weg, wenn du den Kontakt mit der Mutter und ihrem Licht und ihrer Kraft aufrechterhalten kannst und nur das annimmst, was von der höheren Kraft kommt, und diesem folgst. Zweitens, halte das Denken ruhig, erlaube ihm nicht, zu aktiv zu werden, von einer Sache zur nächsten zu springen. Das stiftet Verwirrung.
Worte Sri Aurobindos
Inbrünstig war ihr im Selbst ruhender unerschütterlicher Wille;
Ihren mentalen Geist, ein Meer weißer Aufrichtigkeit,
Leidenschaftlich im Fließen, trübte nicht eine verworrene Welle.
Kapitel 11
Ärger ist eine Deformation der Kraft des Vitals
Worte der Mutter
51. Wenn ich von gerechtem Ärger höre, wundere ich mich über des Menschen Fähigkeit zur Selbsttäuschung. (Sri Aurobindo, Aphorism)
Wenn man sich selbst betrügt, tut man dies immer in gutem Glauben. Man handelt immer für das Wohl des anderen oder das Wohl der Menschheit und das eigene – das versteht sich von selbst! Wie betrügt man sich dann?
Ich möchte dir gerne selbst eine Frage stellen! Weil deine Frage auf zweierlei Weise verstanden werden kann. Man kann sie auf dieselbe ironische und humorvolle Weise nehmen, wie Sri Aurobindo es in seinem Aphorismus getan hat, in dem er sich über die menschliche Fähigkeit zum Selbstbetrug wundert. Das heißt, du setzt dich an die Stelle von jemandem, der sich selbst belügt und sagst: „Aber ich handele in gutem Glauben. Ich will für andere immer das Gute et cetera – das Wohlergehen der Menschheit, den Dienst für das Göttliche, das versteht sich von selbst! Und wie kann ich mich dann selbst betrügen?“
Aber tatsächlich gibt es zwei Arten sich selbst zu betrügen, die sehr unterschiedlich sind. Zum Beispiel magst du von bestimmten Dingen sehr schockiert sein, nicht aus persönlichen Gründen, sondern eben in deinem guten Willen und deinem Eifer, dem Göttlichen zu dienen, wenn du siehst, dass Leute sich schlecht benehmen, egoistisch sind, untreu und verräterisch. Dies ist ein Zustand, in dem du diese Dinge überwunden hast und ihnen nicht mehr gestattest sich in dir zu manifestieren. Aber in dem Maße, in dem du mit dem äußeren Bewusstsein, den gewöhnlichen Ansichten, dem gewohnten Leben und den gewohnten Denkweisen verbunden bist, sind sie immer noch möglich, sie existieren unterschwellig, weil sie das Gegenteil der Qualitäten darstellen, die du erlangen möchtest. Und diese Gegensätzlichkeit ist immer noch da, – bis du über sie hinausgehst und diese Eigenschaft oder Unvollkommenheit nicht mehr hast. So lange du die Tugend hast, schlummert ihr Gegenteil immer latent in dir; erst, wenn du über beidem – der Tugend und der Unvollkommenheit – stehst, verschwindet es.
Deshalb kommt diese Entrüstung, die du fühlst, von der Tatsache, dass du nicht gänzlich über ihr stehst; du befindest dich auf der Ebene, auf der du völlig ablehnst und selbst nicht so handeln könntest. Bis dahin ist nichts zu sagen, außer, du zeigst auf heftige Weise deine Empörung. Wenn Ärger dazwischenkommt, liegt es daran, dass ein völliger Widerspruch zwischen dem Gefühl, das du haben möchtest, und deiner Art auf andere zu reagieren, besteht. Denn Ärger ist eine Entstellung der vitalen Kraft, ein obskures und ganz unregeneriertes Vital, ein Vital, das all den gewöhnlichen Handlungen und Reaktionen unterworfen ist. Wenn diese vitale Kraft durch einen unwissenden und egoistischen individuellen Willen gebraucht wird, und dieser Wille auf Widerstand von anderen individuellen Willen um sich herum trifft, verwandelt sich diese Kraft unter dem Druck des Widerstands in Ärger und versucht mit Gewalt zu bekommen, was mit dem bloßem Druck der Kraft selber nicht zu erreichen ist.
Außerdem sind Ärger und jede andere Art von Gewalt immer ein Zeichen von Schwäche, Ohnmacht und Unfähigkeit.
Und hier kommt Selbstbetrug nur von der Zustimmung, die man ihm erteilt oder dem ihm anhaftenden schmeichelnden Beiklang, denn Ärger kann nur etwas Blindes, Unwissendes und Asurisches – dem Licht Feindliches – sein.
Worte der Mutter
Aber wenn man die Wurzel des Übels ganz herausreißen kann?
Ah! Man darf sich dessen nicht so sicher sein. Ich habe Leute gekannt, die die Welt retten wollten, indem sie sie so reduzierten, dass keine Welt mehr übrig geblieben ist! Dies ist der asketische Weg, – du willst das Problem aus dem Weg haben, indem du die Möglichkeit zu diesem Problem ausschaltest. Aber dies wird nie etwas ändern.
Nein, es gibt ein Mittel – eine sicheres, – aber deine Methode muss sehr klarsichtig sein, und du musst ein ganz waches Bewusstsein deiner selbst und dessen, was sich da ereignet und der Art und Weise, in der Dinge geschehen, haben. Lass uns das Beispiel einer zu Wutausbrüchen und Gewalt neigenden Person nehmen. Nach der einen Methode würde ihr gesagt werden: „Werde so ärgerlich, wie du willst, – du wirst die Konsequenzen deines Ärgers spüren, und dies wird dich heilen.“ Dies ist fragwürdig. Bei einer anderen Methode würde ihm gesagt: „Sitze auf deinem Ärger und er wird verschwinden.“ Auch dies ist fragwürdig. In jedem Fall wirst du immer auf ihm sitzen müssen, denn wenn du jemals für eine Minute aufstehen würdest, würdest du sehen, was geschieht. Nun, … was müsste man tun?
Du musst immer bewusster werden. Du musst beobachten, wie sich die Sache entwickelt, auf welchem Weg sich die Gefahr nähert, und sie konfrontieren, bevor sie dich vereinnahmen kann. Wenn du dich von einer Unvollkommenheit oder einer Schwierigkeit heilen willst, gibt es nur eine Methode: völlig wachsam zu sein, ein sehr aufgewecktes und aufmerksames Bewusstsein zu haben. Zuerst musst du sehr klar sehen, was du tun möchtest. Du darfst nicht zögern, voller Zweifel sein und sagen: „Ist es gut, dies zu tun oder nicht, soll man dies mit in Betracht ziehen oder eher nicht?“ Du siehst, wenn du auf dein Denken vertraust, wird es immer vor und zurück pendeln: es schwankt die ganze Zeit. Wenn du eine Entscheidung triffst, wird es dir alle Argumente dafür präsentieren, dass deine Entscheidung nicht gut ist, und du wirst zwischen „ja“ und „nein“, schwarz und weiß hin- und hergerissen sein und nichts erreichen. Deshalb musst du als Erstes genau wissen, was du willst – wissen – nicht mental, sondern durch Konzentration, durch Aspiration und einen sehr bewussten Willen. Das ist das Wichtige. Danach, musst du allmählich durch Beobachtung und nicht nachlassende Wachsamkeit eine Art Methode finden, die dir entspricht. – Es ist sinnlos, andere davon zu überzeugen, dass sie die gleiche Methode wie du verwenden sollen, denn das wird nicht gelingen. Jedermann muss seine eigene Methode finden, jeder muss seine eigene Methode haben; und in dem Maße, wie du deine Methode in die Praxis umsetzt, wird sie immer klarer und immer genauer werden. Du kannst einen bestimmten Punkt korrigieren, einen anderen klären et cetera. So fängst du an zu arbeiten… Eine Zeitlang wird alles gut gehen. Dann, eines Tages, siehst du dich mit einer unüberwindbaren Schwierigkeit konfrontiert und wirst dir sagen: „Ich habe all dies unternommen, und hier ist alles genau so schlimm wie vorher!“ In diesem Fall musst du dann durch eine noch intensivere Konzentration eine innere Tür in dir öffnen und eine Kraft in diese Bewegung bringen, die früher nicht da war, einen Zustand des Bewusstseins, den es vorher nicht gab. Und dann, wenn dein eigener persönlicher Wille erschöpft ist und nichts mehr erreicht, wird da eine Kraft sein. Wenn die individuelle Kraft versagt, sagen gewöhnliche Leute: „Das ist gut, ich kann nichts weiter tun, es ist vorbei.“ Aber ich sage dir, wenn du dich vor dieser Wand befindest, ist es der Anfang von etwas Neuem. Durch eine unnachgiebige Konzentration musst du auf die andere Seite der Wand gelangen, und dort wirst du ein neues Wissen, eine neue Kraft, eine neue Hilfe finden, und du wirst ein neues System ausarbeiten können, eine neue Methode, die dich sicherlich sehr weit bringen wird.
Ich sage dies nicht, um dich zu entmutigen; nur, die Dinge geschehen so. Und das Schlimmste von allem ist entmutigt zu werden, wenn das passiert. Du musst dir sagen: „Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, bin ich bis zu einem gewissen Punkt gelangt, aber diese Methoden lassen mich nicht weiterkommen. Was sollte ich tun? … Hier sitzen und mich nicht mehr rühren? – Ganz und gar nicht. Ich muss andere Transportwege finden.“ Dies wird ziemlich oft passieren, aber nach einiger Zeit wirst du daran gewöhnt sein. Du musst dich einen Augenblick hinsetzen, meditieren, und dann andere Mittel finden. Du musst deine Konzentration erhöhen, dein Streben und dein Vertrauen, und mit der neuen Hilfe, die zu dir kommt, ein neues Programm erstellen, andere Methoden ausarbeiten, um die zu ersetzen, die du hinter dir gelassen hast. Auf diese Weise kommt man Schritt für Schritt voran.
Aber du musst sehr darauf achten, auf jeder Ebene so vollkommen wie möglich das anzuwenden, was du gewonnen oder gelernt hast. Wenn du in einem nach innen gerichteten Bewusstseinszustand bleibst und den inneren Fortschritt nicht im Außen umsetzt, wird gewiss eine Zeit kommen, wo du dich überhaupt nicht bewegen kannst. Denn dein gleich gebliebenes äußeres Wesen wird wie eine Fessel sein, die dich zurückzieht und am Vorankommen hindert. Deshalb ist es das Allerwichtigste (was jeder bejaht, aber nur wenige tun), das, was du weißt, zu praktizieren. Damit hast du eine gute Chance auf Erfolg, und mit Hartnäckigkeit wirst du sicherlich dorthin gelangen.
Du musst niemals entmutigt werden, wenn du dich vor einer neuen Mauer findest, niemals sagen: „Oh! Was soll ich tun? Sie ist immer noch da.“ Auf diese Weise wird die Schwierigkeit immer noch da sein und noch da sein und noch da sein, bis ganz zum Schluss. Erst wenn du das Ziel erreichst, wird dann alles zerbröckeln.
Kapitel 12
Leid, das Ärger anderen verursachen kann
Worte der Mutter
Es ist übrigens genau das Gleiche mit Flüchen oder wenn man ärgerlich wird und schlimme Dinge zu Leuten sagt. Dies kann ihnen so viel Leid verursachen – manchmal noch größeres Leid, als wenn du ihnen einen Schlag versetzt hättest. Bei sehr sensiblen Menschen kann es Magenprobleme oder Herzrasen verursachen, weil du eine böse Kraft hineingelegt hast, die zerstören kann.