Teil 5 YOGA UND FEINDLICHE KRÄFTE
Die feindlichen Wesen sind immer im Kampf miteinander; aber sie machen gemeinsame Sache gegen die Wahrheit und das Licht.
– Sri Aurobindo

Kapitel 1
Feindliche Kräfte und Schwierigkeiten im Yoga
Die Existenz der feindlichen Kräfte
Worte Sri Aurobindos
Es ist eine allen Yogis und Okkultisten in Europa und Afrika sowie in Indien seit undenklichen Zeiten bekannte Tatsache, dass, wo immer Yoga ausgeübt oder ein Yagna (yajna = Opfer) dargebracht wird, sich die feindlichen Kräfte sammeln, um es unter allen Umständen zu unterbinden. Es ist bekannt, dass es eine niedrigere Natur und eine höhere, spirituelle Natur gibt, es ist bekannt, dass beide nach verschiedenen Richtungen ziehen und dass zuerst die niedrigere und dann die höhere stärker ist. Es ist bekannt, dass sich die feindlichen Kräfte die Bewegungen der niedrigeren Natur zunutze machen und durch sie die Siddhi zu zerstören oder zu verzögern suchen. Es steht schon in den Upanishaden geschrieben („Es ist schwer, dem Pfad zu folgen, der scharf ist wie des Messers Schneide“), und später sagte Christus, „schwer ist der Weg und schmal das Tor, durch welches man das Königreich des Himmels betritt“ und wiederum, „viele werden gerufen, doch wenige sind auserwählt“ – wegen dieser Schwierigkeiten. Doch ist es ebenso seit altersher bekannt, dass jene, die im Herzen aufrichtig und ehrlich sind und so bleiben, sowie jene, die trotz aller Schwierigkeiten, Fehltritte oder Stürze auf das Göttliche bauen, am Ziel anlangen werden.
Die Menschen werden nahezu unausgesetzt von diesen feindlichen Kräften überfallen, und eine große Anzahl von ihnen steht teilweise oder gänzlich unter ihrem Einfluss. Einige sind von ihnen besessen, andere (wenige) sind Inkarnationen von feindlichen Wesen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind sie sehr aktiv auf der ganzen Erde. Natürlich, in der äußeren Welt draußen gibt es kein Bewusstsein, wie es im Yoga entwickelt wird, durch welches man entweder die Attacken wahrnehmen oder sie bewusst zurückweisen kann – dort geht der Kampf zwischen den seelischen und den feindlichen Kräften meist hinter dem Schleier vor sich, oder er wird, soweit er in Erscheinung tritt, vom Mental nicht verstanden.
Die Funktion der feindlichen Kräfte
Worte Sri Aurobindos
Die feindlichen Kräfte haben eine bestimmte selbstgewählte Aufgabe: Sie besteht darin, den Zustand des Einzelwesens, der Arbeit, der Erde selbst und ihre Bereitschaft für die spirituelle Herabkunft und Erfüllung zu prüfen. Bei jedem Schritt der spirituellen Reise greifen sie voller Ungestüm an, kritisieren und beeinflussen dich, lassen dich verzagen oder stacheln zu Empörung auf, erwecken Unglauben und häufen Schwierigkeiten an. Kein Zweifel, dass sie ihre Rechte, die ihnen aufgrund ihrer Aufgabe eingeräumt wurden, sehr frei auslegen und einen Berg aus dem machen, was uns wie ein Maulwurfshügel erscheint. Ein kleiner, unbedeutender Fehltritt oder Irrtum, und sie stellen sich in den Weg und türmen einen ganzen Himalaya als Behinderung darüber auf. Aber dieser Widerstand wird seit altersher geduldet, nicht nur als Test oder Bewährungsprobe, sondern auch als ein uns auferlegter Zwang, eine größere Stärke zu suchen, eine vollkommenere Selbsterkenntnis, eine intensivere Reinheit und Kraft des Strebens, einen Glauben, den nichts erschüttern kann, eine machtvollere Herabkunft der Göttlichen Gnade.
So ist es bei jedem [dass die äußere Natur auf niedere Schwingungen reagiert], solange keine endgültige Siddhi der Umwandlung eingetreten ist, wodurch es für das gewandelte Instrument unmöglich wird, auf diese Vibrationen zu reagieren, weil sie ihm fremd geworden sind. Bis dahin hängt alles von der Wachsamkeit des Bewusstseins und seinem Willen ab. Eine Wiederholung der Reaktion lässt die Schwierigkeit nicht anwachsen – sie verzögert nur das Freiwerden von den eindringenden Kräften.
Welchen Punkt auch immer die feindlichen Kräfte für ihren Angriff wählen, wie geringfügig er auch dem äußeren Mental erscheinen mag, er wird zu einem kritischen Punkt, und ihn preiszugeben könnte bedeuten, ihnen einen der Schlüssel zur Festung zu überlassen. Selbst wenn er nur eine kleine Hintertüre sperrt, genügt es ihnen, um sich Eingang zu verschaffen.
Nichts ist in Wirklichkeit klein und unwichtig auf dem Großen Pfad. Besonders wenn der Kampf auf die physische Ebene herabgekommen ist, haben solche Unterscheidungen keine Gültigkeit mehr; denn dort haben die „kleinen“ Dinge einen nicht leicht berechenbaren Messwert und sind von großer Bedeutung. Auf dieser Ebene einen unwichtigen Posten zu verlieren kann dazu führen, dass der Verlust der großen Schlacht zur Gewissheit wird.
Alle mussten die Feuerprobe und Prüfung, welche du zu bestehen hast, auf sich nehmen. Wir hätten sie dir erspart, wenn es möglich gewesen wäre; da sie aber eingetreten ist, achten wir darauf, dass du durchhältst und den Sieg davonträgst. Geduld, ruhige Ausdauer, feste Entschlossenheit bis zum Ende auszuharren und zu siegen, das sind die Eigenschaften, die jetzt von dir gefordert werden – jene weniger spektakulären, aber mehr substantiellen Tugenden des Kriegers.
Auch Scharfblick und Wachsamkeit. Verschließe deine Augen nicht gegenüber der Schwierigkeit in dir, kehre ihr nicht den Rücken, doch lass dich durch sie auch nicht entmutigen. Der Sieg ist sicher, wenn wir durchhalten – und welcher Preis in Form von Schwierigkeiten und eigenem Einsatz wäre zu hoch für einen solchen Sieg?
Feindliche Kräfte greifen jeden Sadhak an; manche sind sich dessen bewusst, andere nicht. Ihr Ziel ist, entweder die Person zu beeinflussen oder sich ihrer zu bedienen oder ihre Sadhana oder Arbeit zu verderben, oder irgendein anderes Motiv dieser Art. Es ist nicht ihr Ziel, den Sadhak zu prüfen, aber ihre Attacke kann von der Macht, die den Sadhak lenkt, als Prüfung benutzt werden.
Die Göttliche Manifestation wirkt durch Stille und Harmonie, nicht durch eine katastrophenartige Umwälzung. Letztere ist das Zeichen eines Kampfes meist von gegensätzlichen vitalen Kräften – auf jeden Fall aber eines Kampfes auf der unteren Ebene.
Du denkst zu viel an die feindlichen Kräfte. Diese Art der Inanspruchnahme verursacht viel unnötigen Kampf. Richte dein Mental auf die positive Seite. Öffne dich der Macht der Mutter, konzentriere dich auf ihren Schutz, bitte um Licht, Stille, Frieden, Reinheit und das Wachsen des Wesens in das göttliche Bewusstsein und Wissen hinein.
Ebensowenig ist die Vorstellung von Bewährungsproben eine heilsame Idee und sollte nicht zu weit getrieben werden. Prüfungen werden nicht vom Göttlichen verhängt, sondern von den Kräften der niederen Ebenen – den mentalen, vitalen und physischen –, sie werden vom Göttlichen zugelassen, weil das zur Vorbereitung der Seele gehört und ihr dazu verhilft, sich selbst und ihre Fähigkeiten kennenzulernen sowie die Begrenzungen, denen sie entwachsen muss. Die Mutter prüft dich nicht in jedem Augenblick, sondern hilft dir vielmehr in jedem Augenblick, dich über die Notwendigkeit von Prüfungen und Schwierigkeiten, die dem unteren Bewusstsein angehören, zu erheben. Sich dieser Hilfe immer bewusst zu sein ist dein bester Schutz gegen alle Angriffe, ob von feindlichen Mächten oder deiner eigenen niederen Natur.
Sich selbst gegen die feindlichen Kräfte testen
Worte Sri Aurobindos
Wenn man weiß, wie man aus einer Erfahrung Nutzen ziehen kann, können selbst die Feindlichen Kräfte und ihre Attacken nützlich sein; das heißt natürlich nicht, dass diese Attacken herausgefordert werden sollten. Im Allgemeinen konzentrieren sie sich mit all ihrer Kraft auf einen schwachen Punkt unserer Natur, und wenn wir wachsam sind, können wir diese Schwäche erkennen und aus uns hinausstoßen. Nur ist die Attacke dieser Kräfte zu heftig und aufwühlend und gefährdet auch die guten Dinge in einem, wie Glauben, Frieden usw. – man muss sie daher sorgsam vor allen Attacken bewahren.
Sich zu testen ist gänzlich sinnlos; die erforderliche Prüfung kommt von selbst auf ganz normale Weise – indem man seine Fähigkeiten gebraucht und stufenweise fortschreitet –, andere Tests sind nicht notwendig. Abgesehen davon stammen die auftretenden Prüfungen von den feindlichen Kräften, doch besteht ihre Art zu testen darin, jeden schwachen Punkt auszunützen und mit aller Kraft auf diesen Punkt loszugehen, um die Sadhana zunichte zu machen, oder aber alle gegnerischen Kräfte auf das Bewusstsein zu schleudern, solange es sich noch in einem Übergangsstadium befindet und noch nicht reif ist, all dem zu begegnen. Es handelt sich nicht um einen echten Test, sondern um eine reine Zerstörung, welche an die Stelle der aufbauenden Methode tritt. Indem man unnötigerweise „testet“, fordert man auf gefährliche Weise diesen feindlichen Druck heraus und wühlt Dinge auf, die zu verbannen sind. Bewusst zu sein ist notwendig, doch reicht hierfür eine ruhige Selbsterforschung aus – Schwierigkeiten mit der Absicht des Testens heraufzubeschwören ist die völlig falsche Methode.
Die göttliche und die feindliche Kraft
Worte Sri Aurobindos
Kennst du nicht die Geschichte vom Elefanten Brahman? Alles ist Brahman, im Handeln jedoch musst du den Elefanten als Elefanten-Brahman und den Asura als Asura-Brahman behandeln und keinen von ihnen schlicht und einfach als Brahman. Man muss entweder den Rakshasa meiden oder ihn überwinden; im anderen Fall könnte der Rakshasa den Menschen verschlingen, obwohl beide Brahman sind. Die Brahman-Verwirklichung ist eine innere, statische Verwirklichung; wenn man aber das dynamische Instrument des Göttlichen Bewusstseins und der Göttlichen Kraft geworden ist, dann erhebt sich das Problem Elefant und Rakshasa nicht mehr; denn das, was in jedem einzelnen Fall zu geschehen hat, wird das Göttliche Bewusstsein wissen und die Göttliche Kraft vollbringen. Es ist nicht nötig, innerlich vaira, Hass, zu hegen, doch dem Rakshasa freundlich zu begegnen ist nicht klug, da er dafür unzugänglich ist – er wird zu seinem eigenen Zweck Nutzen daraus ziehen.
Deine Aussage über die Shakti. Die reine Intensität der Kraft beweist nicht, dass es sich um eine schlechte Kraft handelt; die Göttliche Kraft wirkt oft mit großer Intensität. Alles hängt von der Natur der Kraft und ihrem Wirken ab: was tut sie, was scheint ihr Zweck zu sein? Wenn ihr Wirken läutert oder das Körper-System öffnet oder Licht und Frieden mit sich bringt oder die Wandlung der Gedanken, Ideen und Gefühle, des Charakters im Sinne einer Hinwendung zum höheren Bewusstsein vorbereitet, dann ist es die richtige Kraft. Wenn sie dunkel oder düster ist oder das Wesen durch rajasische oder egoistische Suggestionen aufwühlt oder die niedere Natur erregt, dann ist es eine feindliche Kraft.
Die Kräfte der niederen Natur und die feindlichen Kräfte
Worte Sri Aurobindos
Es gibt Menschen, die niemals von feindlichen Kräften berührt werden.
Der normale Widerstand der niederen Natur im menschlichen Wesen und das Wirken der Feindlichen Kräfte sind zwei grundverschiedene Dinge. Ersteres ist etwas Naturbedingtes, jeder Sadhak ist dem unterworfen; letzteres ist ein Übergriff aus der nicht-menschlichen Welt. Dieser Übergriff kann zwei Formen annehmen. 1. Die feindlichen Kräfte benutzen die Kräfte der niederen Natur, üben einen Druck auf sie aus und veranlassen sie, Widerstand zu leisten, während sie sich sonst ruhig verhalten hätten, oder lassen den Widerstand heftig werden, wo er andernfalls leicht und unbedeutend gewesen wäre, oder steigern seine Heftigkeit noch, wenn er bereits heftig ist. Außerdem kann man, wenn die Feindlichen Kräfte auf diese Kräfte der Natur einwirken, eine böswillige Schläue, ein bewusstes Planen und bewusstes Kombinieren erkennen, was im normalen Widerstand der Kräfte nicht besteht. 2. Manchmal fallen die feindlichen Kräfte mit ihren eigenen Kräften ein. Wenn das geschieht, tritt oft eine zeitweilige Besessenheit auf oder es findet zumindest eine unwiderstehliche Beeinflussung statt, die die Gedanken, Gefühle und Taten des betreffenden Menschen abnorm werden lässt – eine schwarze Umwölkung des Gehirns, ein Wirbel im Vital, die auf eine Weise wirken, als hätte der Betreffende die Macht über sich verloren und würde von einer zwingenden Kraft getrieben. Andererseits kann statt der Besessenheit auch nur eine starke Einwirkung bestehen; dann sind die Symptome weniger deutlich, doch kann jeder, der mit der Eigenart dieser Kräfte vertraut ist, leicht erkennen, was geschieht. Und schließlich kann es sich auch nur um eine Attacke handeln und nicht um Besessenheit oder eine Einwirkung; die Person kann dann ihr Getrenntsein bewahren und wird nicht fortgerissen; sie widersteht.
In der gewöhnlichen menschlichen Natur besteht im stofflichen Bewusstsein eine naturbedingte Bewegung, die loszuwerden viel Zeit beansprucht. Wir bezeichnen sie zwar als Kräfte der niederen Natur, dürfen sie aber nicht als feindliche, sondern nur als gewöhnliche Kräfte ansehen. Sie müssen gewandelt werden, was meist viel Zeit in Anspruch nimmt, aber in Ruhe getan werden kann. Man sollte mehr mit der positiven Seite der Sadhana beschäftigt sein als mit ihnen. Wenn man ständig an sie als etwas Feindliches denkt, sich durch ihr Auftreten beunruhigen lässt, sie als feindliche Besessenheit betrachtet, ist das nicht gut.
Wirklich feindliche Dinge gibt es nur wenige, und sie müssen von den gewöhnlichen Bewegungen der menschlichen Natur unterschieden werden. Erstere müssen zurückgewiesen, auf letztere muss ruhig eingewirkt werden, ohne dass man sich durch ihr Auftreten stören oder entmutigen lässt.
Sie [bestimmte niedere Kräfte] sind keine feindlichen Kräfte, sondern einfach die Kräfte der gewöhnlichen Natur. Die feindlichen Kräfte sind jene, die versuchen, alles zu verdrehen, und die sich gegen das Göttliche und gegen den Yoga auflehnen.
Vitaler Widerstand, physische Trägheit und die feindlichen Kräfte
Worte Sri Aurobindos
Es gibt beinahe immer einige Teile des Wesens, die entweder unwillig sind oder sich zu der Bemühung, die von ihnen gefordert wird, unfähig fühlen. Es ist die Seele, das Mental und meist das höhere Vital, die sich für den Yoga vereinigen – denn wenn diese drei sich nicht vereinen, ist es schwierig, überhaupt irgendeinen Yoga auszuüben, der etwas weiter reicht als von Zeit zu Zeit einige Erfahrungen zu haben. Im niederen Vital steckt beinahe immer etwas Widerspenstiges und ein großer Teil des Physischen ist zu dunkel. Wenn der Sadhak sich selbst überlassen wäre, könnte das ohne große Schwierigkeiten behoben werden, doch kommt hier die Feindseligkeit der universalen (niederen) Kräfte ins Spiel – sie wollen ihre Herrschaft über das Wesen nicht aufgeben. Das Ergebnis ist, dass sich der Widerstand des niederen Vitals verschlimmert und sich die Hemmung (Trägheit, passiver Widerstand) im Physischen verstärkt, wodurch diese Suggestionen der Selbstzerstörung, Depression oder Verzweiflung Einlass finden.
Ich glaube, die Ursache ist mehr im Mangel an Schlaf zu suchen; auch im übermäßigen Kampf, den der fortwährende Druck durch die vitalen Störungen und das physische Tamas mit sich bringen, wodurch die Nerven geschwächt werden.
Ebenso wie die vitale Störung ist auch die physische Trägheit mit all ihren Symptomen eine Attacke der feindlichen Kräfte zu dem Zweck, das höhere Sich-Öffnen zu unterbrechen und zu verhindern. Die Ideen, die sich einstellen, um dies zu rechtfertigen, sind ohne Wert – es ist nicht wahr, dass physische Arbeit minderwertiger ist als mentale Bildung; es ist die Arroganz des Intellektes, welche diese Behauptung aufstellt. Jede Arbeit, die für das Göttliche geschieht, ist gleichermaßen göttlich; und die Arbeit der Hände, die für das Göttliche geschieht, ist göttlicher als mentale Bildung zur eigenen Weiterentwicklung, für den eigenen Ruhm oder die eigene mentale Befriedigung.
Diese Trägheit, Dumpfheit und der Schmerz sollten mit der gleichen Entschlossenheit abgeschüttelt werden wie die vitalen Störungen. Das einzig Besondere in deinem Fall ist die hartnäckige Heftigkeit der Attacke auf das Vital – ansonsten ist es genauso wie bei anderen; doch rufe jedes Mal, wenn du zurückweist, die Mutter an und werde frei – nach einer kleinen Weile, wenn es sich um einen heftigen Angriff handelt, und sofort, wenn er weniger heftig ist.
Wenn ein zeitweiliges physisches Unvermögen besteht, kann man ausruhen, doch nur, um die physische Energie zurückzugewinnen. Die Idee, physische Arbeit zugunsten mentaler Selbstentwicklung aufzugeben ist eine Erfindung des mentalen Egos.
Die Trägheit verschafft den feindlichen Kräften für ihr Handeln Spielraum und Macht.
Kapitel 2
Angriffe durch die feindlichen Kräfte
Angriffe sind nicht ungewöhnlich
Worte Sri Aurobindos
Es ist mir nicht ganz klar, weshalb ich gesagt haben soll, dass du für diesen Yoga nicht taugen würdest, wo du doch Erfahrungen hattest und immer noch hast, die typisch für den Yoga sind. Die Hemmnisse im Bewusstsein und die Attacken sind kein Beweis, dass ein Mensch für den Yoga nicht taugt. Niemand übt den Yoga aus, ohne von ihnen heimgesucht zu werden. Selbst jene, die große Siddha-Yogis geworden sind, haben sie während ihrer Sadhana erfahren.
Nicht nur du selbst oder X sind berührt worden, sondern auch andere sind gewaltsam betroffen. Der Angriff war diesmal äußerst schwerwiegend – denn diese Angriffe erfolgen immer in dem Moment, in dem etwas im individuellen oder allgemeinen Bewusstsein bewirkt werden soll.
Die feindlichen Kräfte brauchen für ihren Angriff keinen Grund – sie greifen an, wann und wo immer sie können. Worauf man zu achten hat, ist, dass nichts auf sie reagiert oder sie zulässt.
Diese kritische feindliche Stimme meldet sich in der Natur eines jeden; sie stellt in Frage, argumentiert, leugnet selbst die Erfahrung, lässt an einem selbst oder am Göttlichen zweifeln. Man muss sie als die Stimme des Gegners erkennen, der den Fortschritt zu verhindern sucht, und darf ihr keinerlei Glauben schenken.
Es trifft nicht zu, dass der Raja-Yogi oder andere Yogis von den sie umgebenden Kräften nicht angegriffen würden. Ob moksa [Befreiung] oder Umwandlung das Ziel ist, alle werden angegriffen – denn die vitalen Kräfte wollen weder die Befreiung noch die Umwandlung. Die Yogis sprechen davon lediglich in allgemeinen Redewendungen wie raksasi-maya [die Illusion der Mächte der Finsternis] oder die Attacken von kama, krodha, lobha [Lust, Ärger, Gier] – sie nehmen sich nicht die Mühe, diesen Dingen auf den Grund zu gehen oder zu beobachten, wie sie aufkommen –, die Sache als solche jedoch ist allen bekannt.
Natürlich, die feindlichen Kräfte halten immer Ausschau, um so viel wie möglich von den Dingen zu rauben, die durch den Sadhak empfangen wurden – nicht dass sie selbst daraus Nutzen ziehen würden, aber sie verhindern, dass sie diese Dinge dazu verwendet werden, das Göttliche im Leben aufzubauen.
Angriffe folgen oft einem Fortschritt
Worte Sri Aurobindos
Es geschieht oft auf diese Weise. Wenn ein Fortschritt erzielt wurde (in diesem Fall hat sich die innere Schau geöffnet), greifen die feindlichen Kräfte wuterfüllt an. Besonders nachdem du einen Fortschritt gemacht hast, gilt es, auf der Hut zu sein – um die Attacke abzuwehren, bevor sie sich Eingang verschafft.
Ein erzielter Fortschritt regt die feindlichen Kräfte häufig zur Aktivität an; sie wollen seine Auswirkung so sehr wie möglich verringern. Wenn du eine entscheidende Erfahrung dieser Art hast, solltest du konzentriert bleiben und sie assimilieren – jede Zerstreuung und Veräußerlichung des Bewusstseins ist zu vermeiden.
Die Wesen der vitalen Welt versuchen sehr häufig anzugreifen und zu drohen, nachdem eine gute Erfahrung stattgefunden hat oder ein entscheidender Fortschritt erzielt wurde … Sie haben immer die Hoffnung, den Sadhak durch ihre Attacken und Drohungen von seinem Pfad ablenken zu können.
Es findet immer ein Kampf zwischen den Kräften des Lichtes und den entgegengesetzten Kräften statt; wenn eine wahre Bewegung, ein wahrer Fortschritt zu verzeichnen ist, versuchen letztere eine falsche Bewegung einzuschleusen, um den Fortschritt anzuhalten oder zu verzögern. Manchmal geschieht das, indem sie alte Bewegungen in dir aufwühlen, die noch die Macht zur Wiederkehr besitzen; manchmal gebrauchen sie Bewegungen und Gedanken aus der Atmosphäre, Dinge, die von anderen gesagt werden, um das Bewusstsein zu stören. Wenn im Physischen ein stetiger Friede, das Wirken der Yoga-Kraft und das Selbst-Geben des Wesens gefestigt werden können, entsteht eine sichere Grundlage; dann gibt es keine derartigen Schwankungen mehr, obwohl Schwierigkeiten an der Oberfläche noch andauern können.
Er hat ganz recht, wenn er sagt, dass die Heftigkeit dieser Angriffe durch die Tatsache ausgelöst wurde, dass du die Sadhana ernsthaft aufgenommen und dich gleichsam den Pforten zum Königreich des Lichtes genähert hattest. Das lässt diese Kräfte immer wüten, und sie zerren an jedem Nerv und benützen alle Gelegenheiten oder schaffen welche, um den Sadhak zur Umkehr zu bewegen oder wenn möglich ganz vom Pfade abzudrängen durch ihre Suggestionen, ihre gewaltsame Einflussnahme und dadurch, dass sie alle Arten von Geschehnissen ausnützen, die sich unter diesen Umständen immer häufiger einstellen, damit er jene Pforten nicht erreiche. Ego habe in meinen Briefen an dich mehr als einmal auf diese Kräfte hingewiesen, aber diesen Punkt nicht weiter hervorgehoben, weil ich erkannte, dass in dir wie in den meisten Menschen, deren Mental durch eine moderne europäische Erziehung rationalisiert worden war, keine Neigung bestand, an ein solches okkultes Wissen zu glauben oder ihm zumindest irgendeine Bedeutung beizumessen. Heutzutage suchen die Menschen die Erklärung für alles mit ihrem unwissenden Verstand, ihrer Oberflächen-Erfahrung und in äußeren Geschehnissen. Sie sehen nicht die verborgenen Kräfte und inneren Ursachen, die der traditionellen indischen und der yogischen Erkenntnis durchaus bekannt waren. Natürlich finden diese Kräfte ihren point d‘appui im Sadhak selbst, in den unwissenden Teilen seines Bewusstseins und in seiner Zustimmung zu ihren Suggestionen und Einflüssen; im anderen Fall könnten sie nicht handeln oder mindestens nicht mit Erfolg handeln. Bei dir waren die hauptsächlichen points d‘appui die äußerste Empfindsamkeit deines niederen vitalen Egos und jetzt auch des physischen Bewusstseins mit all seinen starren und gewohnten Meinungen, Vorurteilen und Befangenheiten, mit seinen üblichen Reaktionen, persönlichen Neigungen und dem Festhalten an alten Ideen und Assoziationen, seinen störrischen Zweifeln und der Aufrechterhaltung all dieser Dinge, die wie eine Mauer aus Hemmung und Widerstand das größere Licht ausschließen. Diese Tätigkeit des physischen Mentals ist das, was die Menschen Intellekt und Verstand nennen, obwohl es nur einer Maschine gleicht, die sich im Kreis mentaler Gewohnheiten dreht und sich durchaus unterscheidet vom wahren und freien Verstand, von der höheren buddhi, die der Erleuchtung fähig ist, und noch mehr vom höheren spirituellen Licht oder von jener Einsicht und jenem Feingefühl des seelischen Bewusstseins, welches sofort erkennt, was wahr und recht und was dagegen unwahr und unrecht ist. Diese Einsicht hattest du sehr beständig stets dann, wenn du in einer guten Verfassung warst und besonders wenn die Bhakti in dir stark wurde. Wenn der Sadhak in das physische Bewusstsein herabkommt und die mentalen und vitalen Ebenen verlässt, auf denen er sich zuerst dem Göttlichen zugewandt hatte, werden diese entgegengesetzten Dinge sehr stark und zäh, und da sich die positiven Zustände und Erfahrungen hinter den Schleier zurückziehen und man sich kaum mehr vorstellen kann, sie jemals gehabt zu haben, wird es schwierig, aus diesem Zustand herauszukommen. Die einzige Lösung besteht dann darin, was X dir geraten hat und worauf auch ich bestanden habe, nämlich es durchzustehen. Wenn man einmal den Entschluss fassen und aufrechterhalten kann, sich zu weigern die Suggestionen dieser Kräfte anzunehmen, wie einleuchtend sie auch zu sein scheinen, kann dieser Zustand rasch oder allmählich überwunden werden und damit ganz beendet sein. Den Yoga aufzugeben ist keine Lösung.
Positive und negative Angriffsmittel
Worte Sri Aurobindos
Wenn die feindlichen Kräfte den Yoga nicht durch positive Mittel zugrunde richten können, durch echte Versuchungen oder vitale Ausbrüche, sind sie durchaus bereit, es auf negative Weise zu tun; zunächst durch Depressionen, dann durch gleichzeitige Zurückweisung sowohl des gewöhnlichen Lebens als auch der Sadhana.
Angriffe durch Suggestionen
Worte Sri Aurobindos
Indirekte Attacken sind nicht von dieser Art, sind nicht ein gewaltsames Anstürmen von feindlichen Kräften und ein Überlagern durch sie; sie finden vielmehr durch verhüllte Suggestionen statt, Halb-Wahrheit, Halb-Falschheit, durch den Versuch, die Falschheit im Gewand der Göttlichen Wahrheit darzustellen oder das niedere Bewusstsein auf schlaue Weise mit dem höheren zu vermischen. Sie versuchen, eher durch Arglist zu verleiten als durch Kraft zu siegen.
Wenn die vitalen Kräfte oder Wesen einen Einfluss ausüben, verleihen sie ihm gewisse Formen des Denkens und Wirkens und verlagern sie in das Mental und Vital der Menschen, so dass sie in einer besonderen Weise fühlen, denken, handeln und sprechen. Wer immer sich ihrem Einfluss öffnet, lässt sich von diesen Gestaltungen leiten, vielleicht mit Abweichungen entsprechend dem eigenen vitalen Temperament.
Lass nicht zu, dass diese Suggestionen die Oberhand gewinnen. Jedes Mal, wenn die feindlichen Kräfte angreifen und du sie in Schach hältst, gewinnst du zusätzliche Kraft für den Fortschritt. Sie greifen dich an und drängen dir eine falsche Auffassung auf, in der Hoffnung, dass, wenn du sie akzeptierst, ihre Macht, dich immer wieder heimzusuchen, länger anhalten wird. Lass nicht zu, dass sie, wenn auch für noch so kurze Zeit, die Oberhand gewinnen.
Ich kann mir nicht vorstellen, welche Gründe so subtil wären, dass sie etwas rechtfertigen oder auch nur zu rechtfertigen scheinen, was der Sadhana widerspricht und sie zu zerstören versucht. Das, was dem spirituellen Fortschritt im Wege steht, muss etwas Falsches sein, welche Gründe es auch immer zu seiner Rechtfertigung anführt. Das beste ist, überhaupt nicht auf seine Gründe zu hören.
Wenn die Suggestionen auftreten, ist es zweifellos möglich, aus ihrem Charakter zu schließen, von welcher Art sie sind – und das als solches beweist, dass sie von falschen vitalen Kräften stammen. Die einzig richtige Reaktion darauf ist, sie sofort zurückzuweisen und ihnen nicht zu erlauben, in dein Mental und Vital einzudringen – das heißt, ihr Einfluss darf weder angenommen noch zugelassen werden. Nur sehr wenige können die Kräfte, die hinter den Suggestionen wirken, auf okkulte Weise wahrnehmen – zumindest muss sich erst das kosmische Bewusstsein voll geöffnet haben, denn dann wird die direkte Wahrnehmung leichter möglich –, aber auch mentales Verstehen kann mit gutem Erfolg angewandt werden.
Vitale Kräfte können das Mental angreifen und tun es auch. Viele erhalten Suggestionen von ihnen über das Gehirn, so dass es durchaus möglich ist, dass man sie von oben durch den Kopf kommen fühlt. Das bedeutet aber nicht, dass sie von den Regionen über dem Mental kommen (vom höheren Mental, der Intuition, dem Obermental). Richtiges Folgern bedeutet nichts anderes als eine klare Beweisführung, die von einem bestimmten Standpunkt ausgeht und einen Ausbruch von Ärger nicht gelten lässt.
Ein Fortschritt hat in allen diesen Teilen stattgefunden, doch scheinen sie immer noch auf die Suggestionen der feindlichen Kräfte zu reagieren. Jeder wird von solchen Suggestionen erfasst, doch sollte man sie nicht in sich eindringen lassen, besonders nicht in das Herz, oder erlauben, dass das Vital sie akzeptiert. Offensichtlich verschaffen sie sich Eingang durch das physische Mental und beeinflussen das Oberflächen-Vital und das emotionale Wesen, Du musst die Macht erlangen, sie von dort zurückzuweisen durch eine dauernde und standhafte Ablehnung und Abweisung ihrer Vorschläge. Solange irgend etwas in dir „ja“ sagt oder annimmt, besteht immer die Möglichkeit einer Wiederkehr.
In dir besteht noch die Eigenschaft, auf diese Suggestionen zu reagieren, da sich die frühere Gewohnheit dem Physischen, besonders aber dem unterbewussten Physischen eingeprägt hat. Ego habe dir erklärt, was geschieht – dass diese Dinge, wenn sie vom Mental und Vital zurückgewiesen werden, in das Unterbewusste herabkommen oder in das dich umgebende Bewusstsein hinauswandern; von dorther können sie zurückkehren, wenn sie von den feindlichen Kräften dazu gedrängt werden. Auf diese beiden Weisen versuchen die feindlichen Kräfte ihren Halt zurückzugewinnen. Das Aufsteigen dieser Dinge aus dem Unterbewussten ist aber nicht so schwerwiegend, außer wenn es lange anhält – es ereignet sich in Träumen oder geschieht bruchstückhaft im Wachbewusstsein. Wenn es aber aus dem dich umgebenden Bewusstsein stammt, kann es eine starke Attacke sein, und offensichtlich ist es das, was jetzt stattfindet.
Ich glaube, dass das, was diesen Attacken Kraft verleiht und dazu neigt, dich zu beunruhigen, irgendwo ein Gefühl der Ungeduld ist, dass die Dinge nicht vorankommen, dass ein entscheidender Fortschritt noch nicht erzielt wurde und all dies noch nicht für immer bewältigt ist. Die Periode eines scheinbaren Stillstandes ist nicht notwendigerweise eine nachteilige Angelegenheit, es kann die Vorbereitung für einen neuen Fortschritt von entschiedenerem Charakter sein – was in der Sadhana häufig der Fall ist; du musst aber sorgsam den Fortschritt hüten, den du trotz der Attacken erzielt hast. Der nächste Fortschritt sollte die Herabkunft der vollen spirituellen Ruhe und des Friedens von oben sein – ein Sich-Öffnen des Bewusstseins in die Weite. Sei standhaft, bis das eintritt, und lass nicht zu, dass diese Attacken deine Grundlage erschüttern.
Die feindlichen Attacken auf das äußere Wesen werden als Suggestionen oder als eine Berührung an der Oberfläche des Mentals, Vitals oder des Physischen oder als Bewegungen in der Atmosphäre (das persönliche oder das allgemein umgebende Bewusstsein) empfunden – das innere Wesen jedoch empfindet sie nur als Windböen oder Stürme, die draußen toben. Dringen sie zufällig in das Haus, dann werden sie sofort ausgewiesen und Türen und Fenster krachend hinter ihnen zugeschlagen – denn im Innern gibt es nichts, was sie akzeptieren oder tolerieren würde.
Angriffe durch andere
Worte Sri Aurobindos
Allen diesen Schwierigkeiten sollte man in einem ruhigeren und weniger egoistischen Geist entgegentreten.
Dieser Yoga ist eine spirituelle Schlacht; allein der Versuch ihn auszuüben, rührt alle Arten von feindlichen Kräften auf, und man muss bereit sein, Schwierigkeiten, Leiden und Rückschlägen aller Art in ruhiger, unerschrockener Weise zu begegnen.
Die auftretenden Schwierigkeiten sind Feuerproben und Tests, und wenn man ihnen im rechten Geist entgegentritt, geht man stärker sowie spirituell reiner und größer daraus hervor.
Kein Unglück kann eintreten, die feindlichen Kräfte können dir weder etwas anhaben noch die Oberhand gewinnen, wenn nicht ein Fehler in dir selbst steckt, eine Unreinheit, Schwäche oder mindestens eine Unwissenheit. Man sollte dann diesen Fehler in sich herausfinden und berichtigen.
Wenn eine Attacke feindlicher Kräfte durch ihre menschlichen Handlanger erfolgt, sollte man versuchen, sie nicht mit einem Geist von persönlichem Hass, Ärger oder verwundetem Egoismus zu überwinden, sondern mit einem ruhigen Geist der Stärke und des Gleichmuts sowie durch einen Ruf nach der Göttlichen Kraft, damit sie wirke. Erfolg oder Versagen liegt beim Göttlichen.
Im Umgang mit anderen gibt es eine Art und Weise zu sprechen und zu handeln, die im höchsten Maße kränkend und durch die man dem größten Missverständnis ausgesetzt ist; es gibt aber auch eine Art, die ruhig und fest, doch versöhnlich ist gegenüber jenen, die zur Versöhnung bereit sind – alle jene also, die nicht ganz und gar übelwollend sind. Es ist besser, die letztere Art zu wählen als die erstere. Keine Schwäche, keine Arroganz oder Heftigkeit – das sollte die Haltung sein.
Der Krankheitsanfall nach dem Besuch der Frau ist ganz offensichtlich das Ergebnis einer auf dich einwirkenden feindlichen Kraft. Es gibt Männer und Frauen, die die Träger dieser feindlichen Kräfte sind, und wenn du mit ihnen in Kontakt kommst, wenn du nicht auf der Hut bist und eine Regung hast (in diesem Fall eine sexuelle Regung), die ihnen die Möglichkeit zum Festhalten gibt, dann kann eine feindliche Kraft auf dich überspringen und dich festhalten, und der Angriff nimmt entweder die Form einer mentalen Unruhe, einer moralischen Störung (Charakterverlust usw.), einer vitalen Erschütterung oder eines Nervenzusammenbruchs oder, wie in diesem Fall, einer körperlichen Krankheit an. Diese Dinge sind allen bekannt, die mit dem Wirken okkulter Kräfte vertraut sind, und die Einzelheiten in dem Brief sind ganz untrügliche Anzeichen; solche Angriffe geschehen immer wieder bei Menschen, aber die meisten sind unbewusst und spüren nur die Ergebnisse, nicht aber die Regungen, die dem Angriff beiwohnten, oder deren Ursachen. Wenn sich das Bewusstsein durch Yoga geöffnet hat, wird man sich dessen bewusst und es ist leicht, die Quelle des Angriffs und seine Natur zu fixieren. Die Krankheit kann nur durch das Hinauswerfen oder den Abzug der verursachenden Kraft endgültig geheilt werden; es muss ein ruhiger Wille ausgeübt werden oder aber die Yoga-Kraft oder die Göttliche Sanktion zur Beseitigung herbeigerufen werden; es sollte kein Kampf, sondern ein sehr ruhiger Druck entstehen. Je größer der Glaube, umso mehr gelingt die Aktion.
Ja, es war eine Attacke; die feindlichen Kräfte nehmen oft die Gestalt von dieser oder jener Person an, um mit Hilfe des physischen Kontaktes eine konkretere Macht auf das physische Bewusstsein auszuüben.
Kapitel 3
Der Umgang mit feindlichen Angriffen
Die Angst vor Angriffen
Worte Sri Aurobindos
Ja, die feindlichen Kräfte nutzen jede Störung dieser Art [mentale Angst und Sorge vor etwas Schlimmen] aus, denn sie öffnet sozusagen ihrem Wirken einen Durchgang. Man sollte vor ihnen niemals Furcht haben, denn das lässt sie dreist und aggressiv werden. Zudem ruft die Furcht, wie du richtig bemerkt hast, die gefürchtete Sache herbei – sie muss daher ganz und gar hinausgestoßen werden.
Wenn du Angst vor dem Kommen der feindlichen Kräften hast, setzt du dich ihrer Herrschaft aus.
Zu viel über Angriffe nachdenken
Worte Sri Aurobindos
Das Schlimmste für die Sadhana ist, wenn du in einen morbiden Zustand gerätst und immer an „niedere Kräfte und Attacken“ denkst. Wenn die Sadhana für eine Weile zum Stillstand gekommen ist, dann lass es dabei bewenden, bleibe ruhig, tue gewöhnliche Dinge, ruhe dich aus, wenn Ruhe nötig ist – warte, bis das physische Bewusstsein bereit ist. Meine eigene Sadhana, als sie weit fortgeschrittener war als deine, pflegte für ein halbes Jahr zum Stillstand zu kommen. Ego machte nicht viel Aufhebens davon, sondern verhielt mich ruhig, bis die leere oder dumpfe Periode beendet war.
Das stimmt genau. Über seine eigenen Erfahrungen mit anderen zu sprechen trägt dazu bei, dass sich die Macht der Erfahrung vermindert. Auch wenn du zu viel über die feindlichen Mächte nachdenkst, wirst du ihre Atmosphäre heraufbeschwören. Wenn sie kommen, hat man sie als solche zu erkennen und zurückzuweisen; aber viel über sie nachzudenken, sie zu fürchten, sie zu erwarten oder nach ihnen Ausschau zu halten ist falsch.
Die feindlichen Suggestionen müssen mit Desinteresse und Gleichgültigkeit betrachtet werden. Das hebt die Notwendigkeit eines ständigen Kampfes auf, der als solcher eine Form von Interesse ist, und entmutigt diese Suggestionen.
Es ist besser, sich wegen der feindlichen Kräfte nicht zu beunruhigen. Bewahre ein starkes und aufrichtiges Streben, rufe das Göttliche zur Unterstützung für jede Sache und in jedem Augenblick herbei, und halte dich in all deinen Empfindungen uns gegenüber offen. Das ist der einfachste Weg zum Göttlichen. Wenn du anfängst, dich mit den feindlichen Kräften zu befassen, wird das den Pfad nur erschweren.
Entmutigung angesichts der Angriffe
Worte Sri Aurobindos
Diese Attacken sollten dich nicht entmutigen. Es gibt immer Augenblicke, wenigstens solange die volle Grundlage im Physischen noch nicht geschaffen ist, in denen die alten Bewegungen wieder aufzuleben scheinen. Solange es sich aber nur um den Ansturm einer äußeren Kraft handelt, die das Unterbewusstsein vorübergehend aufwühlt, hat es keineswegs die Bedeutung, dass kein Fortschritt zu verzeichnen sei. Wir haben es mit der ganzen Vielfalt des menschlichen Bewusstseins zu tun, sowohl in seinen verborgenen Teilen als auch an der Oberfläche – und es gibt Ebenen um Ebenen des Bewusstseins, in denen alte Reaktionen lauern können; doch jeder Sieg lässt die Kontrolle stärker werden und bringt die volle Läuterung näher.
Du brauchst dich über die Sache nicht aufzuregen; es genügt, wenn du Bewegungen wie diese bemerkst und wachsam bist, damit sie nicht wieder neuen Boden in dir finden. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich in deinem Kontakt mit der äußeren Welt zu suchen, wodurch gewisse Möglichkeiten des alten Adam in dir geweckt werden. Wenn ein Absacken oder ein Nachlassen des Bewusstseins stattfindet oder es da und dort schwächer wird, schaltet sich mit all seiner Macht der Feind oder Zensor ein, der immer Ausschau hält nach jedem schwachen Punkt, der deinem eigenen Blick verborgen ist; und plötzlich schießt eine falsche Bewegung mit unvermuteter Kraft hoch. Werde bewusst und schließe die Möglichkeit ihrer Erneuerung aus – das ist alles, was zu geschehen hat.
Es ist sicherlich die dem Yoga und der göttlichen Verwirklichung auf Erden feindlich gesinnte Kraft, die in diesem Moment auf dich einwirkt. Es ist die Kraft (eine Kraft und nicht viele), die hier im Ashram ist und von einem zum anderen geht. Bei den einen wie bei X, Y und Z ist es gelungen; andere haben sie von sich abgeworfen und konnten das Licht ihrer Seele befreien; öffnest du dich in diesem Licht für die Nähe und die ständige Gegenwart der Mutter, spürst du, wie sie in ihnen wirkt, und bewegst dich in einem ständigen spirituellen Fortschritt vorwärts. Einige kämpfen noch immer, aber trotz der Bitterkeit des Kampfes konnten sie sich treu an den göttlichen Ruf halten, der sie hierher gebracht hat.
Dass es sich um die gleiche feindliche Kraft handelt, würde sich, auch wenn ihre Präsenz für uns nicht sichtbar und spürbar wäre, daran zeigen, dass die Vorschläge, die sie den Betroffenen macht, immer die gleichen sind. Ihr einziges Hauptzeichen ist immer dieser Impuls, sich vom Ashram, von mir und der Mutter zu entfernen, aus dieser Atmosphäre herauszukommen, und zwar sofort. Denn die Kraft will keine Zeit zum Nachdenken, zum Widerstand, zur rettenden Kraft geben, um zu fühlen und zu handeln. Ihre anderen Zeichen sind Zweifel; tamasische Depression; ein übertriebenes Gefühl der Unreinheit und Untauglichkeit; die Vorstellung, dass die Mutter weit entfernt ist, sich nicht um einen kümmert, nicht das gibt, was sie geben sollte, nicht göttlich ist, mit anderen ähnlichen Suggestionen, die von der Unfähigkeit begleitet sind, ihre Gegenwart oder ihre Hilfe zu spüren; ein Gefühl, dass der Yoga in diesem Leben nicht möglich ist oder nicht getan werden wird; der Wunsch, wegzugehen und etwas in der gewöhnlichen Welt zu tun – die suggerierte Sache selbst variiert je nach dem persönlichen Gemüt. Wenn nicht diese eine unveränderbare feindliche Kraft wirken würde, gäbe es nicht in allen Fällen genau diese Übereinstimmung. In jedem Fall sind es die gleichen Dunkelheiten, die auf die Intelligenz geworfen werden, die gleichen unbewussten Regungen des an die Oberfläche gebrachten Vitals, die gleichen irrationalen Impulse, die zu der besagten Handlung drängen, – Aufbruch, Verzicht auf die Wahrheit der Seele, Verweigerung der Göttlichen Liebe und des Göttlichen Rufes.
Es ist die vitale Krise, die Prüfung, die Feuerprobe für dich wie für die anderen – eine Prüfung und Feuerprobe, die wir jenen, die bei uns sind, gerne ersparen würden, die sie aber durch Beharrlichkeit in einer falschen Bewegungslinie oder durch eine Verfälschung der inneren Haltung auf sich selbst ziehen. Wenn du die Falschheit, die diese Kraft auf den Sadhaka ausübt, gänzlich zurückweist, wenn du dem Licht, das dich hierher berufen hat, treu bleibst, besiegst du und, auch wenn noch ernsthafte Schwierigkeiten bestehen, ist der endgültige Sieg sicher und der göttliche Triumph der Seele über die Unwissenheit und die Dunkelheit.
Diesen Gegen-Kräften wird dann Gelegenheit gegeben, wenn der Sadhak im unabänderlichen Verlauf der Sadhana von der mentalen oder der höheren vitalen Ebene in das physische Bewusstsein herabkommt. Das wird immer begleitet von einem Verblassen der ersten tiefen Erfahrungen und einem Hinabsteigen in die neutrale, dunkle Trägheit, dem Grundgestein der unerlösten physischen Natur. Dorthin müssen das Licht, die Macht, das Ananda des Göttlichen herabkommen, um alles umzuwandeln und alle Dunkelheit und Trägheit für immer zu vertreiben und die leuchtende Energie, das vollendete Licht und die unwandelbare Seligkeit zu errichten. Dort und nicht im Mental oder höheren Vital liegt die ganze Schwierigkeit, dort aber muss auch der Sieg erfochten und die Grundlage einer neuen Welt gelegt werden. Es ist nicht meine Absicht, dir die Schwierigkeit dieser großen und gewaltigen Wandlung zu verhehlen oder die Tatsache, dass möglicherweise eine lange und harte Arbeit vor dir liegt. Bist du aber wirklich nicht willens, dem die Stirn zu bieten und deinen Anteil an der großen Arbeit auf dich zu nehmen? Willst du dieses Unterfangen in seiner ganzen Bedeutung von dir weisen, um einem verrückten, irrationalen Drang nach einer anregenderen Arbeit der Stunde oder des Augenblicks zu folgen, wofür kein echter Ruf in irgendeinem Teil deiner Natur besteht?
Es gibt keinen echten Grund zur Verzweiflung; in allem, was geschehen ist, kann ich keinerlei stichhaltige Begründung dafür erkennen. Die Schwierigkeiten, die du durchmachst, sind nichts im Vergleich mit denen, die andere erfahren und dennoch überwunden haben – andere, die nicht stärker waren als du. Alles was geschah ist, dass durch diese Herabkunft in das physische Bewusstsein die gewöhnliche, äußere menschliche Natur mit ihren elementaren Unvollkommenheiten und unterbewussten, unbefriedigten Impulsen in den Vordergrund getreten ist, und diese sind es, an die sich die feindliche Kraft wendet. Das Mental und höhere Vital haben sich bereits von den Ideen und Illusionen befreit, durch die sie eine Billigung erhielten – einer Illusion der Rechtmäßigkeit und selbst der Würde in ihrer [der Impulse] Befriedigung. Aber ihre Wurzel, der innere irrationale Drang nach Erfüllung, ist noch nicht beseitigt – sie ist zum Beispiel die Ursache für die sexuellen Regungen, die du vor kurzem im Schlaf oder Wachsein hattest. Das war unvermeidlich. Das einzig Notwendige ist, dass dein seelisches Wesen hervortritt und dich dem direkten, wirklichen und immerwährenden Kontakt mit mir und der Mutter öffnet. Bis jetzt hat sich deine Seele durch das Mental, seine Ideale und Begeisterung oder durch das Vital und seine höheren Freuden und Bestrebungen ausgedrückt; das aber ist nicht genug, um die physische Schwierigkeit zu bewältigen und die Materie zu erleuchten und umzuwandeln. Deine Seele selbst, dein seelisches Wesen muss in den Vordergrund treten, vollständig erwachen und die grundlegende Wandlung vollziehen. Das seelische Wesen bedarf nicht der Unterstützung durch intellektuelle Ideen oder äußere Zeichen und Hilfen. Nur es allein kann dir die direkte Empfindung des Göttlichen vermitteln, die fortwährende Nähe, die innere Unterstützung und Hilfe. Du wirst dann nicht länger der Meinung sein, dass die Mutter dir fern sei, oder irgendeinen weiteren Zweifel an der Verwirklichung haben; denn das Mental denkt und das Vital begehrt, aber die Seele fühlt und erkennt das Göttliche.
Weise diese Regungen von Zweifel und Niedergeschlagenheit und all das übrige zurück – sie gehören nicht zu deiner wahren und höheren Natur. Weise diese Suggestionen der Unfähigkeit, Untauglichkeit und all diese irrationalen Bewegungen einer fremden Kraft zurück. Bleibe dem Licht deiner Seele treu, selbst wenn es von Wolken verhüllt ist. Meine Hilfe und die der Mutter werden im Hintergrund wirken selbst in Augenblicken, in denen du sie nicht fühlen kannst. Das einzige Erfordernis für dich und alle ist, sogar in der Finsternis der dunklen Mächte des physischen Bewusstseins deiner Seele gegenüber unbeirrbar treu zu sein und dich des Göttlichen Rufes zu erinnern.
Sei treu, und du wirst siegen.
Zurückweisung von Angriffen
Worte Sri Aurobindos
Die feindlichen Kräfte attackieren deshalb, weil sie in der Vergangenheit freies Spiel hatten – daher wollen sie ihre Tätigkeit erneuern und fortsetzen. Die Art und Weise, ihnen zu begegnen, besteht in einer vollen Zurückweisung und in der Hinwendung zum Göttlichen.
Es genügt, wenn du mit der Kraft in Verbindung bleibst und jede heftige Attacke von Verworrenheit zurückweist. Das Übrige wird durch die Kraft selbst geschehen – denn niemand ist wirklich stark genug, um sich selbst zu wandeln – es geschieht durch die Göttliche Kraft, die herabgerufen wird.
Dieser Zustand, der dich überkommen und von dir Besitz ergreifen will, gehört nicht zu deinem wahren Selbst, sondern ist ein fremder Einfluss. Ihm nachzugeben und Ausdruck zu verleihen hätte daher nichts mit Aufrichtigkeit zu tun, sondern würde etwas ausdrücken, das deinem wahren Wesen fremd ist – etwas, das dir immer fremder wird, je mehr du fortschreitest. Weise ihn stets zurück, wenn er sich einstellt, selbst wenn du fühlst, dass seine Berührung stark ist; öffne dich der Mutter in deinem Mental und deiner Seele, bewahre deinen Willen und Glauben, und du wirst sehen, dass der Einfluss zurückweicht. Und selbst wenn er beharrlich wiederkehrt, dann wende dich ebenso beharrlich und noch beharrlicher dagegen und sei standhaft in der Zurückweisung – das wird ihn entmutigen, und er wird sich erschöpfen; schließlich wird er nur noch schwach sein, ein Schatten seiner selbst, und aufhören zu bestehen.
Sei deinem wahren Selbst gegenüber immer treu – das ist die wahre Aufrichtigkeit. Harre aus und siege!
Du solltest erkennen, dass diese Dinge Attacken sind, die von einer feindlichen Kraft herrühren und auf die deine Natur aufgrund ihres vitalen Begehrens und Egos reagierte – was du Selbstsucht nennst. Wenn sie sich einstellt, musst du begreifen, dass es sich um eine Attacke handelt, und sie zurückweisen, statt sie anzunehmen – und um hierzu fähig zu sein, hast du Begehren und Selbstsucht in dir stets zu missbilligen sowie alles, was daraus entsteht, wie Eifersucht, Ansprüche, Ärger usw. Es hat keinen Sinn einzuwenden, dass es gute Gründe dafür gibt, wenn sich diese Dinge einstellen; selbst wenn alle von dir vorgebrachten Gründe wahr wären, würde es die Tatsache nicht rechtfertigen, dass du ihnen nachgegeben hast – denn in einem Sadhak lässt sich das durch nichts rechtfertigen. Es ist nicht notwendig, dass du es verstehst, denn es gilt nur eines zu verstehen: Begehren, Selbstsucht, Eifersucht, Forderungen, Ärger haben im spirituellen Leben keinen Platz – ob zu Recht oder zu Unrecht.
Wenn du dich daran hältst, wozu du dich entschlossen hast, wird alles in Ordnung gehen – und das rechte Wissen wird kommen, nicht über das Mental mit seinen Argumenten, sondern über die Seele mit ihrer wahren Schau der Dinge.
Die ursprünglichen Wurzeln all dieser Schwierigkeiten liegen natürlich im Vital mit seinen Erwartungen aller Art. Wenn man sich von ihnen befreien will, widersetzt sich das Vital und ist nicht willens, sich davon zu trennen; das aber würde an sich nichts anderes bedeuten als eine Arbeit der Wandlung, Anpassung, Neuordnung, die Zeit beanspruchen mag, aber keine ernsthaften Konflikte und Umwälzungen auslöst. Denn wenn einmal das Mental und der innere Wille gereift sind, von diesen Bewegungen frei zu sein, würde sich auch der Wille des höheren Vitals anschließen; das Übrige aber, das einer Wandlung gegenüber hartnäckiger ist, weil es sich um gewohnheitsmäßige Bewegungen handelt, die im Unterbewussten wurzeln und nicht von der Vernunft oder dem Wissen gelenkt werden, wäre nicht fähig, dauernd oder heftig dem Druck des höheren Willens im Wesen zu widerstehen. Seine Kraft des Widerstandes würde abnehmen, die gewohnten Reaktionen würden sich erschöpfen oder fortfallen. Doch die anhaltende Dauer der Schwierigkeit und ihre Heftigkeit rühren von der Tatsache her, dass es Kräfte in der Natur gibt – nicht persönliche oder individuelle, sondern universale –, die sich von diesen Bewegungen nähren und mit ihrer Hilfe lange Zeit hindurch die individuelle Natur beherrscht haben. Sie wollen ihre Herrschaft nicht aufgeben; und wenn diese Bewegungen hinausgestoßen werden, werfen sie sie in starken Wellen oder mit großer Heftigkeit auf den Sadhak zurück. Oder sie lösen im Vital tiefe Niedergeschlagenheit, Entmutigung und Verzweiflung aus – das ist ihre bevorzugte Waffe –, weil es seinen einstigen Begierdenbereich verloren und noch nichts Sicheres, das ihn ersetzen würde, dafür erhalten hat – die gefestigte und anhaltende seelische und spirituelle Verfassung oder Erfahrung, die zu verhindern das ganze Anliegen dieser Kräfte ist. Daher schaffen sie diesen Aufruhr, und das Vital erlaubt es ihnen, weil es seine alte Gewohnheit ist, auf die niederen Kräfte zu reagieren. Gleichzeitig flößen sie dem Mental Suggestionen ein, damit auch es die Störung, Entmutigung und Niedergeschlagenheit akzeptiere. Das meinte ich damit, als ich sagte, dass dies Attacken von außen seien, die zurückgewiesen werden müssten. Wenn sie nicht ganz zurückgewiesen werden können, muss man dennoch versuchen, mit einem Teil des Mentals bewusst zu bleiben, der sich weigern wird, die Suggestionen zuzulassen oder an der Depression und dem Kummer teilzuhaben – der entschlossen sagt: „Ich weiß, was das ist, und weiß, dass es vorübergeht; ich kann meinen Weg zum Ziel wieder aufnehmen, und nichts kann mich daran hindern, es zu erreichen, da der Wille meiner Seele darauf gerichtet ist und es immer sein wird“. Diesen Punkt, an dem du das immer sagen kannst, musst du erreichen; dann wird die Macht dieser Kräfte abnehmen und dahinschwinden. Unsere Kraft ist mir dir und wird nicht nachlassen, dir zu helfen und dich zu stärken. Die Suggestion, dass wir gleichgültig seien, hat offensichtlich keinen anderen Zweck, als die Depression zu unterstützen und zu nähren. So solltest du es betrachten, und es nicht als etwas Wahres oder als deine eigenen Gedanken anerkennen; denn es kann keinesfalls wahr sein. Dein Erfolg, den Frieden und das Licht zu erreichen, ist ebenfalls unser Anliegen, wie es das deine ist – und sogar noch mehr.
In deinem Brief schreibst du, dass du sehr müde seist, dass Rastlosigkeit und Tamas im Physischen vorherrschen würden, dass fortwährend ein mehr oder weniger intensiver Kampf stattfände zwischen dem seelischen Wesen und der physischen Natur. Nun, genau das war dein Zustand in den letzten Monaten hier. Dann wolltest du abreisen, weil der Druck der Yoga-Kraft zu groß war, weil der Kampf mit der rastlosen und tamasischen Natur und dem asurischen Einfluss zu hart war und kein Ende nahm, weil du dich sehr müde fühltest und das Bedürfnis hattest fortzugehen, um auszuruhen, eine Atempause einzulegen und dich zu erholen.
Und nun willst du in dem gleichen Zustand zurückkommen? Der Druck wird noch größer sein als zuvor und der Kampf andauern; aller Wahrscheinlichkeit nach wirst du noch müder und deprimierter sein als du warst. Dabei wird dies für dich schwerer zu ertragen sein, weil deine persönliche Stellung hier eine gänzlich andere wäre. Du wirst keinen besonderen Aufenthaltsort haben, keine dir übertragene Autorität, keine dir anvertraute Arbeit; du wirst der Mutter nicht nahe sein, sondern ihr fern, zusammen mit den anderen. Keine Nachsicht wird deiner asurischen Natur gegenüber eingeräumt werden, die ein unerträgliches Hemmnis für die Arbeit, dich selbst und für andere gefährlich geworden war. Es liegt auf der Hand, dass du die Bedingungen unzumutbar finden würdest, es sei denn, du hättest dich in der Zwischenzeit einer grundlegenden Wandlung unterzogen. Deshalb darfst du nicht darum bitten herzukommen, solange du nicht eine dauerhafte Ruhe, einen dauerhaften Frieden sowohl in dir als auch in deiner äußeren Atmosphäre errichtet hast.
Wo immer du auch bist, wir werden stets deinem seelischen Wesen nahe und bereit sein, ihm zum Sieg zu verhelfen. So wie jetzt die Dinge um dich stehen, wirkt diese Hilfe vermutlich besser aus der Entfernung als aus der Nähe, wo du sie in jedem Augenblick durch deine falschen inneren Bewegungen und Reaktionen, dein falsches Reden und Handeln zurückweisen würdest. Um aber von unserer Hilfe zu profitieren, wirst du dich zu etwas entscheiden müssen, wozu du noch niemals wirklich fähig warst, mindestens in deinem äußeren Wesen. Du wirst dich in deiner physischen Natur selbst vom Asura und seinen Wegen entschlossen abzukehren haben und dich weigern müssen, ihm unter irgendeinem Vorwand im Denken, Fühlen, Sprechen oder Handeln nachzugeben, was ihm dazu verhelfen würde, weiterhin deine Instrumente zu besitzen und deine Haltung und Handlungsweise zu bestimmen oder zu beeinflussen. Ruhig zu werden und diese hartnäckige und geduldige Zurückweisung mit unserer Hilfe ruhig und einfach aufrechtzuerhalten, ohne rajasischen Kampf, aufrichtig und wirklich und in jeder Einzelheit, nicht bloß in Wunsch und Idee – das ist das Gebot der Stunde. Gespalten zu sein, in dem einen Teil deines Wesens zu streben und mit dem anderen Teil den falschen Bewegungen nachzugeben, sie zu rechtfertigen und zu hegen, kann nur zu endlosem Kampf und endloser Müdigkeit führen. Nur durch diese Wende und Wandlung werden Ringen und Müdigkeit aufhören und wird die Reinheit kommen.
Loslösung
Worte Sri Aurobindos
Ja, das Problem, dass etwas in der menschlichen Natur der Attacke eine Angriffsfläche bietet, besteht immer. Dieses Etwas gibt entweder der Attacke nach oder genießt sie sogar oder es ist, selbst wenn es davon frei sein will, viel zu sehr daran gewöhnt, die alten Gefühle, Gedanken und Suggestionen anzunehmen und auf sie zu reagieren – es hat noch nicht gelernt, wie man nicht darauf reagiert. Für das mentale Wesen ist das wichtigste zurückzutreten, die Annahme zu verweigern, zu sagen: „Damit habe ich nichts mehr zu tun“. Dann kann, selbst wenn das vitale Wesen auf die Attacke reagiert, ein Teil der Natur frei bleiben, sie beobachten und missbilligen. Die nächste Sache für diesen freien Teil ist, den gleichen Willen der Loslösung dem Vital aufzuerlegen, so dass nach einiger Zeit auch dieses fühlt, dass, wenn die Attacke sich einstellt, sie etwas Fremdes ist und nichts mit ihm zu tun hat – so als hätte ein Fremder den Raum betreten und versucht, seine Anschauungen oder seinen Willen den Anwesenden aufzudrängen, Hernach wird es einfacher sein, sich ganz davon zu befreien. Natürlich wirkt die Kraft der Mutter, aber diese Zustimmung des Mentals und Vitals führt zu einem raschen und leicht zu erzielenden Ergebnis; im anderen Fall dauert es lange Zeit und kostet mehr Mühe und Kampf.
Beständigkeit und Ausdauer
Worte Sri Aurobindos
Es wäre ganz falsch, dich von den feindlichen Kräften überwältigen zu lassen. Wenn du in dir selbst standhaft bleibst, kannst du die Attacke zurückweisen, oder sie wird sich selbst erschöpfen und vorübergehen. Unter solchen Umständen musst du wie ein Felsen sein, der von einer stürmischen See bedrängt wird, aber niemals untergeht.
Die niederen Kräfte hoffen, dich durch Beharrlichkeit zu erschöpfen oder durch reine Hartnäckigkeit in dich eindringen zu können – oder zumindest die Verwirklichung durch ihre Attacken zu verzögern. Das ist stets ihre Methode. Wenn sie den Glauben, den Frieden und die samata erschüttern können, halten sie sich für reichlich entschädigt.
Friede und Reinheit
Worte Sri Aurobindos
Wenn du sogar während dieser Attacken den Teil in dir fühlen kannst, in dem fortwährend Friede herrscht, selbst inmitten von Schmerz und Finsternis, und wenn du das immer bewahren kannst, dann ist dies ein großer Gewinn. Dieses Etwas in dir, welches dies nicht immer fühlt, das unentschieden auf halbem Weg bleibt, muss ebenfalls den Schritt der vollen Hingabe vollziehen. Es ist nur ein Teil deines physischen Mentals, der nicht versteht, der immer wieder für die alten Ideen offen ist – er muss umgewandelt werden. Schwäche und Unfähigkeit spielen keine Rolle, denn wenn der volle Friede und die volle Macht im Physischen herrschen, werden sie verschwinden. Die neue Geburt in dir wird mit Sicherheit stattfinden – die erwachte Seele ist damit zum ersten Mal bereits in Berührung gekommen, das übrige wird zwangsläufig folgen.
Vitale Reinheit ist notwendig; es ist aber nicht leicht, sie gegenüber Attacken zu schützen, wenn nicht die Weite vorhanden ist sowie eine solide spirituelle Reinheit und ein Friede, die in diese Weit herabkommen. Natürlich Weite allein genügt nicht.
Glaube und Hingabe
Worte Sri Aurobindos
Wenn Glaube und Hingabe in allen Teilen des Wesens vollkommen sind, ist eine Attacke ausgeschlossen. Bei einem starken zentralen Glauben und der Hingabe in jedem Augenblick können zwar Attacken stattfinden, doch haben sie keine Aussicht auf Erfolg.
Es gibt keine Sadhaks, die niemals durch falsche Kräfte angegriffen wurden – doch wenn man den vollen Glauben hat und sich selbst zu weihen vermag, kann man die Attacke ohne allzu große Schwierigkeit abschütteln.
Es sind Menschen mit einer hohen sattwischen Natur, die der Invasion oder den Attacken der feindlichen Kräfte im Mental und im Vital entgehen, besonders wenn ihre Hingabe gegenüber der Mutter sehr stark ist. Das heißt nicht, dass sie den Schwierigkeiten der niederen menschlichen Natur oder der Sadhana entgehen, doch werden diese Schwierigkeiten nicht durch die wirksame Unterstützung seitens der feindlichen Kräfte verstärkt. Nicht dass sie ihnen keinen Angriffspunkt bieten würden, auf den diese einen Druck ausüben könnten, doch können sie diesen Punkt nicht voll erreichen, weil die Natur in ihrem Aufbau durch den großen Anteil von prakasa [Licht] und sukha [Glücklichsein], welches das Sattwische mit sich bringt, ihnen gegenüber gewappnet ist. Auch besteht eine innere Klarheit, Ausgeglichenheit, eine glückliche Synthese im Wesen, welches das Sonnenlicht mühelos reflektiert und durch das Aufkommen von Wolken und Sturm kaum berührt wird, wodurch die feindlichen Kräfte ihre Möglichkeiten einbüßen. Die sattwische Natur weist es zurück, sich heftig aufwühlen, beunruhigen oder erregen zu lassen. Die Gegner können höchstens den Körper attackieren, und selbst dann kann bei einem ruhigen Nervenwesen der Angriff nur über das rein Stoffliche erfolgen.
Seelische Offenheit
Worte Sri Aurobindos
Wenn sich durch die Konzentration im Herzen die Angriffe der feindlichen Kräfte abschwächen (oder weniger häufig werden), hast du diese Konzentration fortzusetzen, bis du fähig bist, Kopf und Herz zu verbinden, das seelische mit dem höheren Bewusstsein. Davon hängt alles ab. Die Seele muss stark genug sein, um das Vital und das Physische zu zwingen, sich dem Göttlichen hinzugeben; oder das höhere Bewusstsein muss auf eine Weise herabkommen und alles in Beschlag nehmen, dass die alten Bewegungen höchstens noch die Oberfläche berühren, aber nicht mehr eindringen oder die innere Ruhe antasten können; oder beides zusammen, das seelische und das höhere Bewusstsein müssen das ganze Wesen einnehmen. Das sind die drei Möglichkeiten für den Yoga. Wenn die Konzentration im Herzen, also das Erwachen der Seele das wirksamste Mittel gegen die Attacken ist, dann musst du dieser Methode folgen.
Es gibt zwei Dinge, die es den feindlichen Kräften unmöglich machen, auch nur vorübergehend mit einem Angriff auf das Mental oder Vital Erfolg zu haben: erstens, eine uneingeschränkte Liebe, Weihung und volles Vertrauen, die durch nichts erschüttert werden können; zweitens, Ruhe und Gleichmut im Vital und im Mental, die zu einem grundlegenden Wesenszug der inneren Natur geworden sind. Suggestionen können sich dann noch einstellen, äußerliche Dinge können schief gehen, aber das Wesen bleibt ungefährdet. Jedes einzelne der beiden Dinge reicht aus, und in dem Maß, in dem sie zunehmen, nimmt die Existenz der feindlichen Kräfte als ein Phänomen des inneren Lebens ab, obwohl sie in der äußeren Atmosphäre noch weiterbestehen können.
Vertrauen auf die Macht oder die Kraft
Worte Sri Aurobindos
Was den Kontakt mit der Welt und den feindlichen Kräften anbelangt, so ist dies natürlich immer eine der Hauptschwierigkeiten des Sadhaks, doch die Welt und die feindlichen Kräfte umzuwandeln, wäre eine zu große Aufgabe und die persönliche Umwandlung kann darauf nicht warten. Man hat zu lernen, in der Macht zu leben, so dass diese Dinge, diese beunruhigenden Elemente nicht eindringen können, oder aber, wenn sie eindringen, nicht zu stören vermögen; man hat weiterhin zu lernen, durch diese Macht derart geläutert und gestärkt zu sein, dass keine Reaktion mehr auf etwas Feindliches in einem stattfindet. Wenn eine schützende Hülle vorhanden ist, wenn die innere, läuternde Herabkunft kommt und als deren Ergebnis eine Festigung des höheren Bewusstseins im inneren Wesen und wenn dies schließlich selbst in den ganz äußeren, tätigen Teilen das alte unwissende Bewusstsein ersetzt, dann zählen die Welt und die feindlichen Kräfte nicht länger – zumindest nicht für die eigene Seele; es bleibt noch die größere Arbeit der nichtpersönlichen Art, in der man sich natürlich noch mit ihnen auseinandersetzen muss – dieser aber gilt im augenblicklichen Stadium nicht unser Hauptaugenmerk.
Ja, die Göttliche Macht mit ihrer Hilfe und ihrem Wirken ist immer bei dir und wird es immer sein. Während der stärksten Attacken und dunkelsten Stunden war sie verhüllt und verborgen, aber niemals abwesend oder fern und wird es niemals sein.
Üble Kräfte können in Augenblicken der Unbewusstheit oder Halbbewusstheit immer angreifen, oder auch über das Unterbewusste oder äußere Physische – solange nicht alles supramental umgewandelt ist. Nur durch die Yoga-Kraft können sie sofort zurückgestoßen werden.
Vertrauen in die Mutter
Worte Sri Aurobindos
Wenn ein Kampf stattfindet oder ein Widerstand besteht, mag das Rufen nach der Mutter oder das Denken an sie nicht sogleich zum Erfolg führen; selbst der Wille, sich von der Attacke oder dem Widerstand zu befreien, braucht nicht sofort erfolgreich zu sein; dennoch muss man durchhalten, bis das Ergebnis sich einstellt – und wenn man durchhält, muss das Ergebnis zwangsläufig kommen.
Man sieht die negative Seite nur während der Attacken, denn das erste, was die Attacken oder der Widerstand versuchen, ist, die Intelligenz des Mentals zu trüben. Wenn das nicht möglich ist, ist es schwierig, dass sie auch nur zeitweilig die Oberhand gewinnen. Denn wenn das Mental wachsam ist und sich an die Wahrheit hält, bietet lediglich das Vital der Attacke eine Angriffsfläche; obwohl das schmerzhaft genug sein kann, wirkt doch die richtige Haltung des Mentals wie ein Korrektiv, wodurch es leichter wird, das Gleichgewicht wiederzugewinnen, und die wahre Verfassung des Vitals kehrt rascher zurück. Wenn das Vital sein Gleichgewicht bewahrt, kann die Attacke das physische Bewusstsein lediglich durch Suggestionen beeinträchtigen, sie wirkt mehr an der Oberfläche und vermag lediglich eine zeitweilige Rastlosigkeit, ein Unbehagen oder eine Unpässlichkeit im Körper auszulösen – das übrige Bewusstsein bleibt unberührt. Es ist daher sehr wichtig, sich daran zu gewöhnen, die richtige mentale Einstellung beizubehalten, selbst inmitten einer Attacke, wie stark sie auch sei. Den Glauben zu bewahren, ist hierfür die beste Hilfe – den Glauben, dass das Göttliche immer gegenwärtig ist, dass ich zu Ihm gelangen werde, wie groß die Prüfungen auch sein mögen. Das lässt dich auch andere Dinge im wahren Licht sehen.
Mit tamasischem Ego ist das Ego der Schwäche gemeint, der Selbstverachtung, der Verzweiflung, des Unglaubens. Das rajasische Ego ist durch Stolz und Eigendünkel aufgebläht oder setzt sich ständig oder wo immer es kann hartnäckig durch; das tamasische Ego hingegen hat immer das Gefühl: „Ich bin schwach, ich bin elend, ich bin machtlos, ich werde vom Göttlichen weder geliebt, noch bin ich von ihm auserwählt, ich bin so schlecht und unfähig – was kann das Göttliche für mich tun?“ Oder auch: „Ich bin in besonderem Maß für Unglück und Leiden ausersehen; jeder andere wird mir vorgezogen, alle machen Fortschritte, nur ich bleibe zurück; alles lässt mich im Stich, vor mir liegt nichts als Flucht, Tod oder Verhängnis“, usw. usw., oder etwas von allem oder alles zusammen gemischt. Manchmal vermengen sich der rajasische und tamasische ahankar miteinander und unterstützen sich gegenseitig auf subtile Weise. In beiden Fällen ist es das „Ich“, das ein Spektakel veranstaltet und die wahre Schau trübt. Die wahre spirituelle oder seelische Schau ist diese: „Was immer auch geschehen mag, meine Seele ist ein Kind des Göttlichen und muss das Göttliche früher oder später erreichen. Ego bin unvollkommen, suche aber die Vollendung des Göttlichen in mir – das aber wird nicht durch mich, sondern durch die Göttliche Gnade zuwege gebracht; wenn ich mich an das halte, wird die Göttliche Gnade selbst alles tun“. Das „Ego“ muss den ihm angemessenen Platz einnehmen, als ein kleiner Teil, ein kleines Instrument des Göttlichen, etwas, das ohne das Göttliche nichts ist, aber mit der Gnade all das sein kann, was das Göttliche will, dass es sei.
Die Hilfe der Mutter ist immer gegenwärtig, du bist dir dessen nur nicht bewusst, außer wenn die Seele aktiv und das Bewusstsein nicht umwölkt ist. Wenn Suggestionen auftreten, ist das kein Beweis dafür, dass die Hilfe nicht vorhanden ist. Alle Sadhaks sind Suggestionen ausgeliefert, selbst die größten Sadhaks oder die Avatare – wie es bei Buddha oder Christus der Fall war. Hindernisse sind vorhanden, sie sind ein Teil der Natur und müssen überwunden werden. Was erreicht werden muss, ist, nicht diese Suggestionen zu akzeptieren, sie nicht als die Wahrheit oder die eigenen Gedanken anzuerkennen, sondern sie als das zu sehen, was sie sind, und sich von ihnen getrennt zu halten. Hindernisse müssen als etwas Falsches im Mechanismus der menschlichen Natur betrachtet werden, was geändert werden muss, und nicht als Sünden und Fehltritte, die einen an sich selbst und der Sadhana verzweifeln lassen.
Du fragst, ob die feindliche Kraft stärker sei als die Göttliche Kraft. Die Folgerung deiner Frage ist, dass der Mensch für sein Tun nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, und für alles, was er tut oder wie sehr er auch irrt und folglich strauchelt, die Göttliche Kraft verantwortlich ist. Wenn dem so ist, dann ist es weder nötig noch nützlich, die Sadhana auszuüben. Man braucht nur still dazusitzen und die feindliche Kraft oder die Göttliche Kraft tun zu lassen, was sie will. Dieser Theorie zufolge hatte der Teufel ganz recht, als er zu Christus sagte: „Stürze dich von diesem Berg und lass Seine Engel kommen, damit sie dich auffangen“; und Christus hatte völlig unrecht, als er die Einflüsterung zurückwies und sagte: „Es steht geschrieben, du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen“! Er hätte hinunterspringen sollen, und wenn er zerschmettert worden wäre, hätte das nur bewiesen, dass die feindlichen Kräfte mächtiger wären als die Göttlichen Kräfte.
Wenn eine feindliche Kraft auftritt, darf man sie nicht akzeptieren und ihre Suggestionen willkommen heißen, sondern muss sich der Mutter zuwenden und durch nichts von ihr abwenden lassen. Ob man sich öffnen kann oder nicht, man muss loyal und treu sein. Loyalität und Treue aber sind keine Eigenschaften, wofür man den Yoga auszuüben hat. Es sind einfach Dinge, die jeder Mann und jede Frau, die nach der Wahrheit streben, erreichen sollten.
Das ist es, was jedermann erkennen sollte. Es ist die seelische Treue, welche die Macht bringt, sich gegen den Asura zu stellen, und die den Schutz der Mutter wirksam werden lässt.