Kapitel 9

Über dem Leid stehen

Worte der Mutter

Man kann von Leiden befallen sein und sie dennoch nicht spüren, so leben, als gäbe es sie nicht. Das heißt, ein Unglück, ein „Kreuz“, trifft lediglich das äußere Bewusstsein, das Physische, das Mentale, das Vitale und das Seelische – in Wahrheit steht das Seelische über allem Leiden. Nehmen wir als ein einfaches Beispiel eine Krankheit. Eine körperliche Störung verursacht Schmerz, gelegentlich sogar viel, aber manche Leute sind in einem solchen Zustand, dass ihre physischen Schmerzen für sie gar nicht existieren, überhaupt nicht real sind. Dasselbe gilt für Trennungen: Liebt man jemanden und weilt fern von ihm, leidet man – das ist eines der verbreitetsten Leiden; die Verbundenheit wird zerrissen. Nun, in einem bestimmten Bewusstseinszustand kann die wirkliche Verbindung zwischen zwei Wesen nicht reißen, denn sie gehört nicht in den Bereich, wo die Dinge reißen. Folglich steht man über dem, was geschehen kann.

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