Kapitel 7
Die Meinungen anderer Menschen
Worte der Mutter
Du hast ganz recht, wenn du dich nicht von den Stimmungen und Launen der Menschen beeinflussen lässt. Du musst dich über all das erheben in dem ständigen Gefühl der Gegenwart, der Liebe und des Schutzes des Göttlichen.
Worte der Mutter
Lass nichts von außen an dich herankommen und dich stören. Was die Menschen denken, tun oder sagen, ist von geringer Bedeutung. Das Einzige, was zählt, ist deine Beziehung zum Göttlichen.
Worte der Mutter
Sich durch das, was andere tun, denken oder sagen, verletzt zu fühlen, ist immer ein Zeichen von Schwäche und ein Beweis dafür, dass das ganze Wesen nicht ausschließlich dem Göttlichen zugewandt ist, nicht allein unter dem göttlichen Einfluss steht. Und dann, anstatt die göttliche Atmosphäre aus Liebe, Toleranz, Verständnis und Geduld mit sich zu bringen, ist es das eigene Ego, das sich als Antwort auf das Ego eines anderen mit Starrheit und verletzten Gefühlen entlädt, und die Disharmonie wird verschlimmert. Das Ego versteht nie, dass das Göttliche in verschiedenen Menschen unterschiedlich wirkt und dass es ein großer Fehler ist, die Dinge von seinem eigenen egoistischen Standpunkt aus zu beurteilen, der die Verwirrung nur noch vergrößert. Was wir mit Leidenschaft und Intoleranz tun, kann nicht göttlich sein, denn das Göttliche wirkt nur in Frieden und Harmonie.
Worte der Mutter
Wer fehlerlos ist, kümmert sich nicht um die Meinung anderer.
Worte der Mutter
Dem Göttlichen gegenüber formbar zu sein, bedeutet, sich Ihm nicht mit der Starrheit vorgefasster Ideen und fester Prinzipien entgegenzustellen. Und das erfordert eine große Kraft, denn je mehr man sich dem göttlichen Willen anpasst, desto mehr gerät man in Konflikt mit dem menschlichen Willen, der nicht in Kontakt mit dem göttlichen Willen steht.
Worte der Mutter
Es ist viel schwerer im Angesicht von etwas sehr Unangenehmen – seien es Worte oder Taten, die gegen dich gerichtet sind – ruhig, unbewegt, unerschütterlich zu bleiben, als mit der gleichen Gewalttätigkeit zu antworten.
Nimm an, jemand beleidigt dich; und du kannst angesichts dieser Beleidigungen unbewegt bleiben (nicht nur äußerlich, ich meine ganz und gar), ohne in irgendeiner Weise erschüttert oder berührt zu sein: du bist da, wie eine Kraft, gegen die niemand etwas ausrichten kann und du antwortest nicht, du machst keinerlei Geste, du sagst kein Wort, all die Beleidigungen, die man dir entgegenschleudert, lassen dich völlig unberührt, innerlich und äußerlich; du kannst deinen Herzschlag absolut ruhig halten, du kannst die Gedanken in deinem Kopf völlig still und ruhig halten, ohne dass sie im geringsten gestört werden, das heißt, dein Kopf antwortet nicht unmittelbar mit ähnlichen Schwingungen und deine Nerven fühlen sich nicht von dem Bedürfnis bedrängt, ein paar Schläge zurück zu hauen, um sich Erleichterung zu verschaffen; wenn du so sein könntest, dann würdest du über statische, festbleibende Kraft verfügen, und sie ist unendlich viel wirksamer, als wenn du die Art von Kraft aufwenden würdest, die dich Beleidigung mit Beleidigung erwidern lässt, Schlag mit Schlag und Erregung mit Erregung.
Worte Sri Aurobindos
Es kommt nicht darauf an, was andere über dich denken, sondern was du wirklich bist.
Worte Sri Aurobindos
Wenn du Sadhana tust, darfst du dich nicht darum kümmern, was andere wollen oder denken oder sagen, sondern nur darum, was das Richtige ist und was das Göttliche von dir will.
Worte Sri Aurobindos
Es hat keinen Sinn, auf das zu hören, was die Leute sagen, oder auf Vorschläge. Beides sind Dinge, von denen man lernen muss, sich nicht beeinflussen zu lassen. Ein gewisser Gleichmut, samata, in diesen Dingen ist notwendig, um die wahre Haltung zu erlangen. Das Einzige, was zählt, ist die Verwirklichung des Göttlichen.
Worte Sri Aurobindos
Derartige Vorwürfe (wie ein Stein zu sein usw.) gegen den Sadhak, der auf seinem Pfad gegenüber den gewöhnlichen menschlich-vitalen Forderungen fest bleibt, werden meist von Menschen erhoben, die dafür kein Verständnis haben. Das aber sollte dich nicht stören. Es ist besser, ein Stein auf dem Weg zum Göttlichen zu sein, als weicher, nachgiebiger Lehm auf den schlammigen Pfaden der gewöhnlichen vitalen menschlichen Natur.
Worte der Mutter
Die ganze Welt ist in einem Zustand von Kampf und Konflikt zwischen den Mächten der Wahrheit und des Lichtes, die sich offenbaren möchten, und dem Widerstand all dessen, das sich nicht wandeln will, welches das Vergangene verkörpert, das festgefahren und verhärtet ist und sich weigert zu verschwinden. Naturgemäß empfindet jeder Einzelne seine eigenen Schwierigkeiten und sieht sich denselben Hindernissen gegenübergestellt.
Es gibt für dich nur einen Weg. Es ist totale, vollständige und bedingungslose Hingabe. Was ich damit meine, ist nicht nur das Hingeben deiner Handlungen, deiner Arbeit, deiner Bestrebungen, sondern auch all deiner Gefühle, in dem Sinne, dass all dein Tun, dein ganzes Sein ausschließlich dem Göttlichen gehört. Auf diese Weise fühlst du dich über die dich umgebenden menschlichen Reaktionen erhoben – nicht nur erhoben, sondern auch gegen sie durch einen Wall Göttlicher Gnade geschützt. Sobald du kein Begehren, keine Bindung mehr hast, sobald du alle Notwendigkeit aufgibst, Belohnung von Menschen zu empfangen, wer immer sie sein mögen – in dem Wissen, dass der einzige Gewinn, den es lohnt zu erhalten, vom Höchsten stammt und dieser nie versagt –, sobald du die Gebundenheit an alle äußeren Wesen und Dinge aufgegeben hast, fühlst du in deinem Herzen augenblicklich diese Gegenwart, diese Macht, diese Gnade, die dich immer begleiten.
Und es gibt kein anderes Heilmittel. Es ist das einzige, für jeden, ohne Ausnahme. Allen, die leiden, muss dasselbe gesagt werden: Alles Leiden ist das Zeichen, dass die Hingabe nicht vollständig ist. Dann, wenn du solch einen Schlag in dir fühlst, statt zu sagen: „Oh, das ist schlimm!“ oder: „Dieser Umstand ist schwierig“, sagst du: „Meine Hingabe ist nicht vollkommen.“ Dann ist alles in Ordnung. Und dann fühlst du die Gnade, die dir hilft und die dich führt, und du setzt deinen Weg fort. Und eines Tages gehst du in jenen Frieden ein, den nichts trüben kann. Du antwortest auf all die entgegengesetzten Kräfte, all die gegenläufigen Strömungen, die Angriffe, die Missverständnisse, die bösen Absichten mit demselben Lächeln, das aus dem vollen Vertrauen in die Göttliche Gnade entspringt. Und das ist der einzige Ausweg, es gibt keinen anderen.
Diese Welt ist eine Welt der Konflikte, des Leids, der Schwierigkeiten, der Strapazen; sie ist daraus gemacht. Sie hat sich noch nicht gewandelt, es wird noch einige Zeit dauern, bis sie sich wandelt. Und für jeden gibt es einen Ausweg. Wenn du dich auf die Gegenwart der Höchsten Gnade stützt, ist das der einzige Ausweg.
…Erwarte keine menschliche Anerkennung – denn die Menschen wissen nicht, worauf sie Wert legen sollen, und wenn es etwas gibt, das ihnen überlegen ist, mögen sie es nicht.
Aber woher soll diese Kraft kommen?
In dir selbst. Die Göttliche Gegenwart ist in dir. Sie ist in dir. Du suchst sie im Außen; schau nach innen. Sie ist in dir. Die Präsenz ist da. Du willst die Anerkennung von anderen, um Kraft zu bekommen – du wirst sie nie bekommen. Die Stärke ist in dir. Wenn du willst, kannst du nach dem streben, was dir als höchstes Ziel erscheint, höchstes Licht, höchstes Wissen, höchste Liebe. Aber es ist in dir – sonst könntest du es nie erreichen. Wenn du tief genug in dich gehst, wirst du es dort finden, wie eine Flamme, die immer direkt nach oben brennt.
Und glaube nicht, dass es so schwierig ist, das zu tun. Weil der Blick immer nach außen gerichtet ist, spürst du die Präsenz nicht. Wenn du aber, anstatt nach außen zu schauen, dich konzentrierst und betest – nach innen, zum höchsten Wissen –, um in jedem Augenblick zu wissen, was zu tun ist, wie es zu tun ist, und wenn du alles gibst, was du bist, alles, was du tust, um Vollkommenheit zu erlangen, wirst du spüren, dass die Unterstützung da ist, immer führt, den Weg zeigt. Und wenn es eine Schwierigkeit gibt, dann übergibst du sie, anstatt zu kämpfen, der höchsten Weisheit, damit sie sich darum kümmert – damit sie sich um all den schlechten Willen, all die Missverständnisse, all die schlechten Reaktionen kümmert. Wenn du dich völlig hingibst, ist es nicht mehr deine Angelegenheit: Es ist die Angelegenheit des Höchsten, der es aufnimmt und besser als jeder andere weiß, was zu tun ist. Das ist der einzige Ausweg, der einzige Ausweg. So, mein Kind.