Kapitel 6
Ausdruck des Göttlichen in der Manifestation und Verwendung der Kraft nur für das Göttliche
Oh Herr, oh allmächtiger Meister, einzige Wirklichkeit, gib, dass kein Irrtum, keine Dunkelheit, keine unheilvolle Unwissenheit sich in mein Herz und mein Denken einschleichen können.
Im Handeln ist die Persönlichkeit der notwendige und unentbehrliche Vermittler Eures Willens und Eurer Kräfte.
Je stärker, je komplexer, kräftiger, individualisierter und bewusster die Persönlichkeit ist, umso mächtiger und nutzbringender kann das Instrument dienen. Aber aufgrund eben dieses Charakteristikums der Persönlichkeit, fällt sie leicht der fatalen Illusion ihrer separaten Existenz anheim und wird ganz allmählich zu einer Trennwand zwischen Euch und dem, auf das Ihr einwirken wollt: nicht zu Beginn, in der Manifestation, sondern in der Übermittlung des Gewinns. Das heißt, statt wie ein treuer Diener, ein Übermittler, der Euch genau das zurückbringt, was Euch gehört – die in Antwort auf Euer Wirken ausgesendeten Kräfte, gibt es in der Persönlichkeit eine Tendenz, einen Teil der Kräfte für sich zu behalten mit der Idee: „Ich bin es, der dies oder jenes geleistet hat, ich, dem gedankt wird…“. Schädliche Täuschung, dunkle Falschheit, jetzt bist du entdeckt und demaskiert worden. Das ist der Krebs, der die Frucht des Handelns zersetzt, alle seine Ergebnisse verfälscht.
Oh Herr, oh mein süßer Meister, einzige Wirklichkeit, löst dieses Gefühl des „Ich“ auf. Ich habe nun verstanden, dass das „Ich“ für Eure Manifestation notwendig bleiben wird, so lange es ein manifestiertes Universum gibt. Das „Ich“ aufzulösen, es sogar zu vermindern oder zu schwächen, bedeutet, Euch teilweise oder gänzlich des Mittels der Manifestation zu berauben. Aber was grundsätzlich und endgültig unterdrückt werden muss, ist das täuschende Denken, täuschende Fühlen, das täuschende Gefühl des separaten „Ich“. In keinem Augenblick, unter keinen Umständen dürfen wir vergessen, dass unser „Ich“ außerhalb von Euch keine Realität besitzt.
Oh mein süßer Meister, mein göttlicher Herr, reißt diese Illusion aus meinem Herzen, damit Eure Dienerin rein und gläubig werden und Euch alles getreulich und vollkommen zurückbringen kann, was Euch gehört. Lasst mich in Stille kontemplieren und diese höchste Unwissenheit verstehen und sie für immer auflösen. Jagt diesen Schatten von meinem Herzen und lasst in ihm Euer Licht als seinen unbestrittenen Herrscher regieren.