Kapitel 5
Das wirkliche Hindernis der Hingabe
Worte der Mutter
Das wirkliche Hindernis der Selbst-Hingabe … ist die Verliebtheit des Individuums in seine eigenen Begrenzungen. Es ist eine natürliche Liebe, da in der eigentlichen Prägung des individuellen Wesens eine Neigung besteht, sich an bestimmte Grenzen zu halten. Ohne das gäbe es kein Gefühl des Getrenntseins – alles wäre vermischt, wie es oft in den mentalen und vitalen Strömungen des Bewusstseins geschieht. Es ist vor allem der Körper, der die trennende Individualität bewahrt, indem er nicht so fließend ist. Aber sobald diese Getrenntheit etabliert ist, schleicht sich die Angst ein, sie zu verlieren – ein gesunder Instinkt in vielerlei Hinsicht, aber in Bezug auf das Göttliche falsch angewandt. Denn im Göttlichen verlierst du nicht wirklich deine Individualität: Du gibst nur deinen Egoismus auf, um das wahre Individuum, die göttliche Persönlichkeit zu werden, die nicht zeitbedingt ist wie diese Konstruktion des physischen Bewusstseins, das du gewöhnlich für dein ´Selbst` hältst. Ein einziger Kontakt mit dem göttlichen Bewusstsein genügt, um sogleich zu sehen, dass man sich in ihm nicht verliert. Im Gegenteil, du erwirbst eine wahrhaft individuelle Fortdauer, die hundert Tode des Körpers und alle Wechselfälle der vital-mentalen Evolution überleben kann.