Kapitel 4

Wie man sich bei der Arbeit an das Göttliche erinnert

Worte Sri Aurobindos

Die Schwierigkeit, die von dir oder jedem anderen Sadhak in der Sadhana empfunden wird, ist nicht so sehr eine Frage der Gegenüberstellung von Meditation, Bhakti und Werken. Die Schwierigkeit liegt vielmehr in der Haltung, die man einnehmen soll, in der Annäherung oder wie immer du es nennen willst.

Wenn du noch nicht die ganze Zeit über an das Göttliche zu denken vermagst, macht das nicht viel aus. Zu Beginn der Arbeit daran zu denken, sich zu weihen und am Ende zu danken, sollte für den Augenblick genügen; oder auch an das Göttliche zu denken, wenn eine Pause eingetreten ist. Deine Methode scheint mir ziemlich mühsam und schwierig zu sein – du scheinst zu versuchen, mit ein und demselben Teil des Mentals dich [des Göttlichen] zu erinnern und zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob dies möglich ist. Wenn Menschen während der Arbeit immer an das Göttliche denken (dies ist möglich), findet es meist im Hintergrund ihres Mentals statt, oder aber es wird allmählich die Fähigkeit des doppelten Denkens oder doppelten Bewusstseins erlangt – eines im Vordergrund, das arbeitet, und eines zuinnerst, das betrachtet und sich des Göttlichen erinnert. Es gibt noch einen anderen Weg, der lange Zeit der meine war – ein Zustand, in dem die Arbeit automatisch geschieht, ohne die Vermittlung des persönlichen Denkens oder der mentalen Tätigkeit, während das Bewusstsein schweigend im Göttlichen verharrt. Dies erreicht man jedoch nicht so sehr, indem man es ausprobiert, als durch ein einfaches, immerwährendes Streben und den Willen, sich zu weihen – oder aber durch eine Bewegung des Bewusstseins, die das innere vom instrumentalen Wesen trennt. Das Streben und der Wille sich zu weihen, die eine größere Kraft herabrufen, welche die Arbeit tut, ist eine Methode, die große Ergebnisse zeitigt, selbst wenn dies bei einigen lange Zeit dauert. Das ist das große Geheimnis der Sadhana, zu wissen wie die Dinge von der Macht dahinter oder darüber getan werden, und nicht durch die Bemühung des eigenen Mentals. Ich sage nicht, dass die Bemühung des Mentals nicht notwendig ist oder kein Ergebnis zeitigt – doch wenn es versucht, alles selbst zu tun, dann ist das ein schwerfälliges Beginnen für alle außer den spirituellen Athleten. Ich glaube auch nicht, dass dieser andere Weg die ersehnte Abkürzung ist. Es kann wie gesagt lange Zeit in Anspruch nehmen, sein Ziel zu erreichen. Geduld und feste Entschlossenheit sind auf jedem Weg der Sadhana notwendig.

Stärke ist in Ordnung für die Starken – doch die Aspiration und die Gnade, die auf dieses sehnsuchtsvolle Streben antwortet, sind nicht insgesamt ein Märchen; sie sind die großen Realitäten des spirituellen Lebens.

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