Kapitel 3

Erkenne dein Selbst in allen Dingen

Misstraue allen Utopien, die die Sünde zerstören oder den Teil des Bodens, in dem sie wächst, wegkratzen wollen, und dabei eben die Wurzeln der Sünde – aus Unwissenheit und Begehren geborenes Egogefühl, Ahankara – aufrechterhalten. Denn wo Ahankara ist, werden Vorlieben und Abneigungen, ragadveshau, geboren, das ursprüngliche Dualitäten-Paar: Vorliebe für das, was die Wunschbefriedigung fördert, Abneigung gegen das, was sie behindert, das Gefühl von Besitz, das Gefühl von Verlust, von Anziehung und Abstoßung, von Zauber und Abscheu, Liebe und Hass, Mitleid und Grausamkeit, Freundlichkeit und Zorn, – die unendliche und ewige Prozession der Dualitäten. Lasse nur eine von ihnen zu, und alle anderen kommen als Folge hinterher gestolpert…

Oh Sohn des uralten Yoga, erkenne dein Selbst in allen Dingen; lass dich durch nichts ängstigen, verabscheue nichts; fürchte niemanden, hasse niemanden, sondern erfülle deinen Teil mit Kraft und Mut; so wirst du sein, was du wirklich bist, Gott in deinem Sieg, Gott in deiner Niederlage, Gott in deinem Tod und deiner Marter, – Gott, der nicht besiegt werden wird und der nicht sterben kann. Soll Gott jemanden fürchten? soll Er verzweifeln? soll Er zittern und beben? Nein, es sind die Insekten, welche deinen Körper und dein Gehirn bilden, die da schwanken und zittern; Du in ihnen betrachtest mit ruhigen Augen ihren Schmerz und Schrecken; denn sie sind nichts als Schatten, die von sich als von einer Realität träumen. Erkenne das Selbst in allen Geschöpfen, erkenne alle Geschöpfe im Selbst; dann wird am Ende der Schrecken in Furcht vor dir fliehen, Schmerz wird dich nicht erfassen, auf dass er nicht selbst durch deine Berührung gequält werde; Tod wird nicht wagen, sich dir zu nähern, auf dass er nicht erschlagen werde.