Kapitel 3

Die vier Schritte im Karma-Yoga

Wodurch die Hingabe an den Göttlichen Willen erreicht werden kann

Worte Sri Aurobindos

Das sind die Schritte, durch die eine völlige Überantwortung (surrender) des gesamten Wesens und der Natur unter den Göttlichen Willen vorbereitet und zuwege gebracht werden kann: Selbst-Hingabe, die wahr, total und ohne Vorbehalt ist: völlige Selbst-Darbringung (consecration) und vollkommene Ausgeglichenheit, Gleichmut, Gelassenheit (equality), schonungslose Ausmerzung des Egos und umwandelnde Befreiung der Natur von ihren aus der Unwissenheit stammenden Wirkensweisen.

1. Eine völlige Selbst-Darbringung

Von Anfang an ist der Geist einer völligen Selbst-Darbringung in unserem Wirken notwendig. Das soll zunächst zum beständigen Willen und dann zum tief eingewurzelten Bedürfnis in unserem ganzen Wesen werden. Zuletzt wird das zu einer automatischen, jedoch lebendigen und bewussten Gewohnheit. Wir werden vom Selbst dazu gedrängt, jegliches Wirken dem Höchsten und der verhüllten Macht, die in uns, in allen Wesen und in allen Wirkensweisen des Universums gegenwärtig ist, als ein Opfer darzubringen. Das Leben ist der Altar dieses Opfers, und unsere Werke sind unsere Opfergaben. Die Gottheit, der sie dargebracht werden, ist eine transzendente und universale Macht und Gegenwart, die zunächst von uns viel mehr nur gefühlt und geahnt als gewusst und geschaut wird. Das Opfer, die Selbst-Darbringung, hat zwei Seiten: einmal das Werk selbst, zum anderen den Geist, in dem es getan wird, den Geist der Ehrfurcht vor dem Meister aller Werke in allem, was wir sehen, denken und erfahren.

Das Wirken selbst wird am Anfang durch die klarste Erkenntnis bestimmt, die wir in unserer Unwissenheit aufbringen können. In diesem Licht begreifen wir das Werk als das, was ausgeführt werden soll. Grundsätzlich ist es einerlei, ob die gestaltende Kraft dabei unser Pflichtbewusstsein oder unser Mitgefühl für unsere Mitmenschen ist. Sie kann auch unsere Vorstellung von dem sein, was dem Wohl der anderen oder dem Wohl der Welt dient, oder die Lenkung durch einen Menschen, den wir als unseren Meister anerkennen, weil er weiser als wir und darum für uns der Repräsentant jenes Herrn aller Werke ist, an den wir glauben, den wir aber noch nicht kennen. Das Prinzip ist dasselbe. In allem Wirken muss das Wesentliche des Opfers der Werke enthalten sein. Dieses Wesentliche ist die völlige Hingabe (surrender) jeglichen Verlangens nach der Frucht unseres Wirkens, also der Verzicht auf alles Hängen am Ergebnis, um dessentwillen wir arbeiten. Solange wir mit einem Hang zum Resultat arbeiten, wird das Opfer nicht dem Göttlichen sondern unserem Ego dargebracht. Wenn wir anders darüber denken, betrügen wir uns selbst. Wir machen dabei unsere eigene Vorstellung vom Göttlichen, unser Pflichtbewusstsein, unser Mitfühlen für unsere Mitmenschen, unsere Idee von dem, was das Wohl der Welt oder der anderen erfordert, ja sogar unseren Gehorsam dem Meister gegenüber zu einem Vorwand für das, was nur das eigene Ego befriedigt, für unsere eigenen Liebhabereien, – ein trügerischer Schutzschild gegen das Gebot, dass wir alles Begehren aus unserer Natur ausrotten sollen.

Auf dieser Stufe des Yoga, ja im ganzen Verlauf des Yoga, ist diese Form des Begehrens und diese Gestalt des Egos der Feind, gegen den wir stets mit wacher Aufmerksamkeit auf der Hut sein müssen. Wir dürfen nicht den Mut verlieren, wenn wir diesen Widerpart immer wieder in unserem Innern finden, wo er auf der Lauer liegt und alle möglichen Tarnungen annimmt. Wir sollten wachsam sein, ihn in allen seinen Masken entdecken und unerbittlich seinen Einfluss ausmerzen. Das erleuchtende Wort bei diesem Vorgang ist jene entscheidende Zeile der Gita: „Du hast ein Recht auf das Wirken, aber nie und unter keinen Umständen auf seine Frucht.“ Die Frucht gehört einzig und allein dem Herrn aller Werke. Wir sollen allein darauf bedacht sein, den Erfolg unserer Arbeit durch ein treues, sorgfältiges Handeln vorzubereiten, um ihn dann, wenn er eintritt, dem göttlichen Meister darzubringen. Danach sollen wir in gleicher Weise, wie wir unserem Hang nach der Frucht des Werkes entsagt haben, auch dem Hang zum Werk selbst entsagen. Wir sollen jeden Augenblick bereit sein, eine bestimmte Arbeit, einen Ablauf oder ein Feld unseres Handelns gegen ein anderes auszutauschen oder gar alles Wirken aufzugeben, wenn das der klare Befehl des Meisters ist. Sonst handeln wir nicht um seinetwillen, sondern für unsere eigene Befriedigung und Lust am Wirken, aus dem Bedürfnis nach Betätigung unserer unruhig-aktiven Natur oder um unseren Liebhabereien zu dienen. Das alles sind Stützpunkte und Verstecke unseres Egos. So notwendig sie auch für den gewöhnlichen Antrieb des Lebens sein mögen, so müssen wir sie doch beim Wachsen des spirituellen Bewusstseins aufgeben und durch ihr göttliches Gegenstück ersetzen. Ananda, eine nicht-personale, von Gott gelenkte Freude wird die unerleuchtete Befriedigung des Vitals und seiner Lust ausmerzen. Die freudvolle Antriebskraft der Göttlichen Energie wird das unruhig-aktive Bedürfen ersetzen. Die Befriedigung der Liebhabereien wird kein Ziel oder Bedürfnis mehr sein. Statt dessen werden wir den Göttlichen Willen durch die natürliche dynamische Wahrheit im Wirken einer freien Seele und einer erleuchteten Natur zur Erfüllung bringen. Am Ende werden wir dann genau so, wie wir das Verlangen nach der Frucht des Wirkens und nach dem Werk selbst aus unserem Herzen ausmerzen konnten, auch die letzte Gebundenheit an die Idee und das Empfinden aufgeben, wir selbst seien der Täter. Wir sollen allein die Göttliche Shakti über uns und in unserem Innern als den wahren und alleinigen Wirkenden erkennen und fühlen.

2. Eine vollkommene Ausgeglichenheit und Gelassenheit

Der Verzicht auf alle Gebundenheit an das Werk und seine Frucht ist der Anfang einer umfassenden Bewegung hin zu absoluter Ausgeglichenheit, Gelassenheit im Mental und in der Seele, die alles in sich einhüllen muss, wenn wir im Geist vollkommen werden wollen. Die Ehrfurcht vor dem Meister der Werke erfordert, dass wir ihn klar erkennen und in Freude anerkennen: in uns selbst, in allen Dingen und Ereignissen. Eine harmonische Ausgeglichenheit ist das Kennzeichen anbetender Ehrfurcht. Sie ist der Grund der Seele, auf dem ein wahres Opfer und ein wahrer Dienst Gottes vollbracht werden können. Der Herr existiert in der Welt in gleicher Weise in allen Wesen. Wir dürfen darum keine wesenhaften Unterschiede zwischen uns und den anderen machen: zwischen dem Weisen und dem Unwissenden, zwischen Freund und Feind, Mensch und Tier, dem Heiligen und dem Sünder. Wir dürfen niemanden hassen, niemanden verachten, uns von niemandem abgestoßen fühlen. Denn wir sollen in allen den Einen sehen, der sich nach seiner Lust verkleidet oder offenbart. In dem einen ist er nur ein wenig, in dem anderen mehr geoffenbart. In anderen ist er verborgen oder gänzlich entstellt, je nach seinem Willen und seinem Wissen dessen, was seiner Absicht am besten dient, wenn er in ihnen Gestalt annimmt und in ihrer Natur wirkt. Alles ist unser Selbst, ein einziges Selbst, das viele Gestaltungen angenommen hat. Hass und Abneigung, Spott und Abscheu, Anhänglichkeit, Zuneigung und Bevorzugung sind auf einer gewissen Stufe natürlich, notwendig und unvermeidlich. Diese Regungen dienen oder helfen dazu, die Entscheidung der Natur in uns zu bilden und durchzuführen. Für den Karma-Yogin sind sie aber etwas Überlebtes, ein Hindernis und Ausdruck der Unwissenheit. Je weiter er fortschreitet, desto mehr fallen sie von seiner Natur ab. Die Kind-Seele benötigt sie für ihr Wachstum. Bei dem Menschen aber, der in der göttlichen Bildung erwachsen wird, fallen sie ab. In der Gott-Natur, zu der wir emporkommen sollen, kann es wohl eine stahlharte, ja eine zerstörende Strenge geben, jedoch keinen Hass, eine göttliche Ironie, aber keinen Hohn, eine ruhige, klarblickende und kraftvolle Zurückweisung, aber keinen Abscheu und keinen Widerwillen. Selbst wenn wir etwas vernichten müssen, dürfen wir es nicht verabscheuen und ihm nicht die Anerkennung versagen, dass auch es eine verkleidete und zeitweilige Bewegung des Ewigen ist.

Da nun alle Dinge dieses einzige Selbst in seiner Manifestation sind, sollen wir überall Gleichmut und Gelassenheit der Seele aufbringen: gegenüber dem Hässlichen und dem Schönen, dem Verkrüppelten und dem Vollkommenen, dem Edlen und dem Gemeinen, dem Angenehmen und dem Unangenehmen, dem Guten und dem Bösen. Auch hier darf es keinen Hass, Hohn und Widerwillen geben. Statt dessen sollen wir mit gleichmütigem Blick alle Dinge in ihrem wahren Charakter und an dem ihnen bestimmten Platz sehen…

3. Eine schonungslose Entblößung des Egos

Bevor das Mühen um die Ausmerzung des Begehrens und um die Gewinnung der harmonischen Ausgeglichenheit der Seele zu seiner absoluten Vollkommenheit und Reife kommen kann, müssen wir jene Richtung der spirituellen Entwicklung vollendet haben, die zur Vernichtung des Ego-Empfindens führt. Für den Karma-Yogin ist bei dieser Umwandlung der Verzicht auf den Egoismus im Handeln das wichtigste Element. Selbst wenn wir die Frucht unseres Wirkens und das Verlangen nach dieser Frucht an den Meister des Opfers hingeben, haben wir uns doch nur vom Egoismus des rajasischen Begehrens getrennt. Wir können immer noch jene egoistische Annahme hegen, wir selbst seien der Täter des Werkes. Wir sind immer noch an die Empfindung gebunden, dass wir selbst die Handlung vollziehen und ihre Ursache sind und dass wir ihr unsere Zustimmung erteilen. Immer noch meinen wir, es sei das „Ich“, das auswählt und bestimmt. Immer noch übernimmt unser „Ich“ die Verantwortung und fühlt Schuld oder Verdienst.

Ein wesentliches Ziel unseres Yoga ist, dass dieser sich absondernde Ego-Sinn völlig beseitigt wird. Wenn ein Ego noch eine Zeitlang in uns verbleiben soll, kann es nur eine Form von ihm sein, die weiß, dass sie nur äußere Form ist und bereitwillig verschwindet, sobald das wirkliche Zentrum des Bewusstseins sich manifestiert oder in uns gegründet ist. Das wahre Zentrum ist eine lichtvolle Ausdrucksform des einzigen Bewusstseins, ein reiner Kanal und ein Instrument des einzigen Daseins. Als Stütze für die individuelle Manifestation und Aktion der universalen Kraft offenbart es stufenweise die hinter ihm wirkende wahre Person in uns, das zentrale ewige Wesen, das immer dauernde Sein des Höchsten, Macht und Teil der transzendenten Shakti, amsah sanatanah, para prakritir jivabhuta.

Auch bei diesem Vorgang, in dem sich die Seele allmählich von dem düsteren Gewand des Egos befreit, gibt es ein Vorwärtsschreiten auf festgelegten Stufen. Dem Herrn gehört nicht allein die Frucht der Werke, ihm muss all unser Wirken selbst gehören. Er ist ebenso sehr der wahre Herr unseres Handelns, wie er der Herr der Früchte unseres Wirkens ist. Das sollen wir nicht nur mit dem denkenden Mental sehen, das muss für unser Bewusstsein und für unseren Willen im vollen Sinn wahr werden. Der Sadhaka soll nicht nur denken und wissen, sondern er soll gerade im Augenblick des Wirkens, bei seinem Anfang und ganzen Verlauf, konkret und intensiv sehen und fühlen, dass sein Wirken ihm selbst gar nicht angehört, sondern dass es von dem Höchsten Dasein herkommt und durch ihn hindurchgeht. Er soll immer einer Kraft, einer Gegenwart und eines Willens bewusst bleiben, die durch seine individuelle Natur hindurch handeln. Hat er diese Einstellung, dann besteht wieder die Gefahr, dass er sein eigenes verkleidetes oder sublimiertes Ego oder eine eigene untergeordnete Macht mit dem Herrn verwechselt und an die Stelle seiner höchsten Gebote die Forderungen des Egos setzt. Dabei kann er in den vielfachen Hinterhalt seiner niederen Natur geraten und seine vermeintliche Unterwerfung unter eine höhere Macht in eine Entschuldigung dafür verdrehen, dass er seinem eigenen Egowillen, seinem Begehren und seinen Leidenschaften übertrieben und unkontrolliert frönt. Darum wird von uns an diesem Punkt große Aufrichtigkeit verlangt, die wir nicht nur dem bewussten Mental, mehr noch dem hinter der Schwelle unserer Bewusstheit verborgenen (subliminalen) Teil unserer Natur auferlegen müssen, der voll von verborgenen Vorgängen und Prozessen ist…

4. Beseitigung des Schleiers der Natur und der niederen Beweggründe

Nach der Unterwerfung unseres instrumentalen Egos unter die Göttliche Shakti müssen wir einen noch größeren Schritt tun. Es genügt nicht, dass wir sie als die einzige Kosmische Kraft erkennen, die uns und alle Geschöpfe auf den Ebenen des Mentals, des Lebens und der Materie in Bewegung hält. Das ist die niedere Natur, und es verbleibt eine Unvollkommenheit in den dynamischen Teilen, auch wenn dort das Wissen, das Licht und die Macht des Göttlichen in der Unwissenheit verborgen da sind und wirken, auch wenn sie zum Teil deren Hülle durchbrechen und etwas von ihrem wahren Charakter offenbaren, auch wenn sie von oben herniederkommen und die niederen Wirkensweisen emporheben, ja selbst wenn wir den Einen in einem spiritualisierten Mental, in einer spiritualisierten Lebensbewegung und in einem spiritualisierten Körperbewusstsein verwirklichen. Es kommt nur zu einer stotternden Antwort an die Höchste Macht. Eine Hülle liegt über dem Antlitz des Göttlichen, eine ständige Vermischung mit der Unwissenheit. Erst wenn wir uns für die Göttliche Shakti in der ganzen Wahrheit ihrer Kraft auftun, die über diese niedere Prakriti hinausgeht, können wir vollkommene Werkzeuge ihrer Macht und ihres Wissens werden.

Ziel des Karma-Yoga soll nicht nur Befreiung, vielmehr Vollkommenheit sein. Das Göttliche wirkt durch unsere Natur und im Einklang mit unserer Natur. Wenn unsere Natur unvollkommen ist, wird das Werk auch unvollkommen, vermischt und unzulänglich sein. Es mag sogar durch grobe Irrtümer und Verfälschungen, durch moralische Schwäche und ablenkende Einflüsse stark beeinträchtigt werden. Auch dann wird das Werk Gottes in uns getan. Das geschieht jedoch dann unserer Schwäche entsprechend und nicht im Einklang mit der Stärke und Reinheit seines Ursprungs. Wenn wir nicht einen Integralen Yoga erstreben würden, wenn wir statt dessen nur die Befreiung des Selbstes in uns oder das bewegungslose Sein des Purusha suchen würden, der von der Prakriti getrennt ist, könnte diese dynamische Unvollkommenheit bedeutungslos sein. Wir könnten uns in das Schweigen des Geistes zurückziehen und rein und unberührt nur das Wirken der Prakriti beobachten. Dann würden wir still und unverwirrt, nicht deprimiert und nicht entzückt, die Vollkommenheit so wenig als uns zugehörig akzeptieren wie die Unvollkommenheit, das Versagen so wenig wie das Verdienst, die Sünde so wenig wie die Tugend. Wir würden dabei wahrnehmen, dass es die Qualitäten der Natur sind, die sich auf dem Gebiet ihrer guna auswirken und diese Vermischung hervorrufen. In der integralen Verwirklichung kann das nur ein Schritt auf dem Wege sein. Das ist nicht der Ort unseres dauernden Verbleibens. Wir erstreben die göttliche Verwirklichung nicht nur in der Unbeweglichkeit des Geistes, sondern auch in der Bewegung der Natur. Das kann erst geschehen, wenn wir die Gegenwart und die Macht des Göttlichen bei jedem Schritt und in jeder Regung, bei jeder Form unserer Aktivität, bei jeder Wendung unseres Willens, bei allem Denken, Fühlen und Impuls empfinden. Zweifellos können wir sie in gewissem Sinn selbst in der Natur der Unwissenheit fühlen. Dort ist aber die göttliche Macht und Gegenwart vermummt, herabgemindert und in niederer Gestalt. Wir verlangen nach etwas Größerem: unsere Natur soll eine Macht des Göttlichen in der Wahrheit dieses Göttlichen und in dem Licht und der Kraft des ewigen, seines Selbst bewussten Willens und in der Weite des ewig dauernden Wissens sein.

Sobald die Verschleierung durch das Ego beseitigt ist, müssen auch die Hülle der Natur und deren niedere Wirkensweisen entfernt werden, die unser Mental, unser Leben und unseren Körper beherrschen. Sobald die Begrenzungen des Egos zu schwinden beginnen, erkennen wir, woraus die Hülle besteht. Wir entdecken das Wirken der kosmischen Natur in uns. Innerhalb oder hinter der kosmischen Natur empfinden wir die Gegenwart des kosmischen Selbstes und die Kraftentfaltungen des die Welt durchdringenden Ishwara. Der Meister des Instruments steht hinter diesem ganzen Wirken. Selbst innerhalb dieses Wirkens wird seine Hand und der Antrieb durch einen großen lenkenden und bestimmenden Einfluss fühlbar. Wir dienen nun nicht mehr dem Ego oder der Egokraft. Wir gehorchen dem Meister der Welt und seinem evolutiven Impuls. Bei jedem Schritt sagen wir in der Sprache des Sanskritverses: „So wie es mir von Dir verordnet ist, der Du in meinem Herzen Deinen Sitz hast, so, O Herr, handle ich.“ Dieses Handeln kann von zweifacher, sehr verschiedener Art sein: die eine ist nur erleuchtet, die andere ist transformiert und in eine höhere Übernatur emporgehoben. Wir können bei der Methode des Wirkens verbleiben, die durch unsere Natur aufrechterhalten und von ihr befolgt wird, wenn wir durch sie und durch ihre Illusion des Egoismus so „umhergetrieben werden, als seien wir auf eine Maschine montiert“ (Gita). Jetzt geschieht das mit vollem Verständnis für die Maschine, wie sie vom Meister der Werke, den wir dahinter fühlen, für seine Absichten mit der Welt gebraucht wird. So weit sind schon manche großen Yogins auf den Ebenen des spiritualisierten Mentals gelangt. Die Bewegung braucht nicht bei dieser Stufe Halt zu machen. Es gibt eine größere supramentale Möglichkeit. Wir können über das spiritualisierte Mental hinauskommen und spontan in der lebendigen Gegenwart der ursprünglichen göttlichen Wahrheits-Kraft der Höchsten Mutter handeln. Wenn alle unsere Antriebskräfte geeint sind mit ihrer Bewegung und untergegangen sind in ihr, wenn unser Wille eins ist mit ihrem Willen und unsere Energie in die ihrige freigesetzt ist, werden wir ihr Wirken durch uns empfinden als das des Göttlichen, das sich in einer erhabenen Weisheitsmacht offenbart. Wir werden dessen inne, dass das Mental, das Leben und der Körper nach ihrer Transformation nur Kanäle eines höchsten Lichtes und einer höchsten Kraft sind, die jenseits von ihnen ist und die unfehlbar in ihren Abläufen wirkt, da sie transzendent und in ihrem Wissen total ist. Wir sollen aber nicht nur die Empfänger, Kanäle und Instrumente dieses Lichtes und dieser Kraft sein, sondern zu einem Teil dieser Weisheitsmacht in unserer eigenen, hoch erhobenen und bleibenden Erfahrung werden.

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