Kapitel 3
Der Kontakt der Liebe
Worte der Mutter
Was in den Raum projiziert worden war, musste zu sich selbst zurückgeführt werden, ohne dabei jedoch das Universum auszulöschen, das so geschaffen worden war. Daher strömte Liebe hervor, die unwiderstehliche Kraft der Vereinigung.
Sie brütete über der Dunkelheit und der Unbewusstheit; sie war zerstreut und fragmentiert im Schoße der unergründlichen Nacht. Und dann begann das Erwachen und der Aufstieg, die langsame Heranbildung von Materie und ihre endlose Progression. Es ist in der Tat Liebe, in einer entstellten und verdunkelten Form, die mit all den Impulsen der physischen und vitalen Natur assoziiert ist, als der Drang hinter aller Bewegung und Gruppierung, die recht wahrnehmbar im Pflanzenreich wird. In Bäumen und Pflanzen ist es die Notwendigkeit, zu wachsen, um mehr Licht, mehr Luft, mehr Raum zu erlangen; in Blumen ist es die Gabe ihrer Schönheit und ihres Duftes in einem liebenden Aufblühen. Dann ist es in Tieren Liebe, die hinter dem Hunger und Durst steht, die Notwendigkeit der Aneignung, Expansion, Fortpflanzung, kurz, sie ist hinter jedem Begehren, ob bewusst oder nicht. Und bei den höheren Spezies liegt sie in der selbstaufopfernden Hingabe des Weibchens an ihre Jungen. Dies führt uns ganz natürlich zur menschlichen Art, in der diese Assoziation mit der triumphalen Ankunft mentaler Aktivität ihren Höhepunkt erreicht, denn sie ist bewusst-und-gewollt geworden. Sobald irdische Entwicklung es möglich machte, nahm die Natur diese sublime Kraft der Liebe und stellte sie in den Dienst ihrer schöpferischen Arbeit, indem sie sie mit ihrem Fortpflanzungstrieb verknüpfte und vermischte. Diese Assoziation wurde sogar so eng, so innig, dass nur sehr wenige Menschen in ihrem Bewusstsein genügend erleuchtet sind, um imstande zu sein, diese Regungen voneinander zu trennen und sie getrennt zu erfahren. Auf diese Weise hat Liebe jede Degradierung erlitten, sie wurde auf die Ebene des Animalischen heruntergezogen.
Seitdem tritt in den Werken der Natur auch deutlich der Wille auf, schrittweise und stufenweise und durch immer zahlreichere und komplexere Gruppierungen die ursprüngliche Einheit wieder neu zu schaffen. Nachdem die Natur die Kraft der Liebe gebraucht hatte, um zwei Menschen zusammenzubringen, um die Zweier-Gruppe zu bilden, den Ursprung der Familie, nachdem sie die engen Grenzen des persönlichen Egoismus gebrochen hatte und ihn in einen Zweier-Egoismus verwandelte, brachte sie dann mit dem Auftreten von Kindern eine komplexere Einheit hervor, die Familie. Und im Laufe der Zeit wurden mit vielfältigen Verbindungen zwischen Familien, durch individuellen Austausch und Blutvermischung größere Gruppierungen gebildet: Sippen, Stämme, Kasten, Klassen, was zur Schöpfung von Nationen führte. Dieses Werk der Gruppenbildung erfolgte gleichzeitig in den verschiedenen Teilen der Welt und kristallisierte sich in den verschiedenen Völker. Und allmählich wird die Natur auch diese Völker verschmelzen in ihrer Bemühung, eine wirkliche und materielle Grundlage für eine geeinte Menschheit zu schaffen.