Kapitel 2

Wer ist der Sadhaka und die Sadhana im Yoga?

Worte Sri Aurobindos

In allem, was im Universum geschieht, wirkt das Göttliche durch seine Shakti, doch ist es von seiner Yoga-Maya verschleiert und wirkt in der niederen Natur durch das Ego des Jiva.

Auch im Yoga ist es das Göttliche, das sowohl der Sadhaka ist als auch die Sadhana; es ist seine Shakti mit ihrem Licht, ihrer Macht, ihrem Wissen, ihrem Bewusstsein und ihrem Ananda, die die Sadhana möglich macht, indem sie auf den Adhara einwirkt und, wenn er sich ihr geöffnet hat, mit diesen göttlichen Kräften in ihn einströmt. Aber solange die niedere Natur noch aktiv ist, bleibt die persönliche Bemühung des Sadhaka erforderlich.

Die geforderte persönliche Anstrengung besteht in einem dreifachen Bemühen der Aspiration, der Zurückweisung und der Hingabe,…

Worte Sri Aurobindos

In diesem Yoga besteht das ganze Prinzip darin, sich dem Göttlichen Einfluss zu öffnen. Er ist über dir, und sobald du dir seiner bewusst werden kannst, musst du ihn in dich herabrufen. Er kommt als Frieden, als Licht, als eine wirkende Kraft in das Mental und den Körper herab, als die Präsenz des Göttlichen mit oder ohne Form, als Ananda. Bevor man dieses Bewusstsein erlangt hat, muss man Glauben haben und nach dem Sich-Öffnen streben. Die Aspiration, der Ruf, das Gebet sind Formen von ein und derselben Sache, und alle sind wirksam. Du kannst diejenige Form annehmen, die zu dir kommt oder die dir am leichtesten erscheint. Der andere Weg ist die Konzentration. Du konzentrierst dein Bewusstsein im Herzen (einige tun es im Kopf, andere über dem Kopf), meditierst dort über die Mutter und rufst sie dorthin. Man kann eines davon oder beides zu verschiedenen Zeiten tun – was immer auf natürliche Weise zu dir kommt oder was zu tun du im Augenblick bewegt wirst. Besonders am Anfang besteht die eine große Notwendigkeit darin, das Mental zu beruhigen und zur Zeit der Meditation alle Gedanken und Regungen, die der Sadhana fremd sind, zurückzuweisen. Im ruhigen Mental wird eine fortschreitende Vorbereitung für die Erfahrung stattfinden. Doch darfst du nicht ungeduldig werden, wenn nicht alles auf einmal geschieht. Es nimmt Zeit in Anspruch, die völlige Ruhe in das Mental zu bringen. Du musst damit fortfahren, es zu versuchen, bis das Bewusstsein bereit ist.

Worte Sri Aurobindos

Eine Enthüllung von innen her oder eine Herabkunft von oben – dies sind die beiden höchsten Wege der Yoga-Siddhi. Es kann den Anschein haben, dass eine Bemühung von Seiten des äußeren Oberflächen-Mentals oder der Oberflächen-Gefühle, eine Tapasya irgendwelcher Art, einige dieser Dinge aufbaut, die Ergebnisse aber sind meist ungewiss und unvollständig, verglichen mit dem Ergebnis der beiden fundamentalen Wege. Das ist der Grund, warum wir in diesem Yoga stets auf einem „Sich-Öffnen“ als unerlässlich für den Erfolg der Sadhana bestehen – einem nach innen gerichteten Sich-Öffnen des inneren Mentals, Vitals und Physischen gegenüber unserem innersten Teil, der Seele, und einem nach oben gerichteten Sich-Öffnen gegenüber dem, was sich oberhalb des Mentals befindet.

Worte Sri Aurobindos

Es hat hier nie eine richtige Hingabe gegeben, ein freiwilliges und einfaches Sich-geben in die Hände der Göttlichen Mutter. Und doch ist genau das der einzige Weg, um im supramentalen Yoga erfolgreich zu sein. Hier geht es nicht darum, ein Yogi, ein Sannyasi oder ein Tapaswi zu sein. Hier geht es um Transformation, und die Transformation kann nur durch eine Kraft getan werden, die unendlich viel größer als deine eigene ist; sie kann nur getan werden, indem man wahrlich zu einem Kind in den Händen der Göttlichen Mutter wird.

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