Kapitel 17
Die Wende des Bewusstseins
Worte der Mutter
Es gibt einen Augenblick – denn es ist eine Frage, die mehr und mehr intensiv und mehr und mehr akut wird –, wo du sogar das Gefühl hast, dass die Dinge fremdartig sind, das heißt, dass sie nicht wirklich sind. Ein Augenblick kommt, wo dieses Gefühl, das du von dir selbst hast, du selbst zu sein, seltsam wird, eine Art Gefühl von Unwirklichkeit. Und die Frage taucht immer wieder auf: „Was also bin ich?“ Nun, es gibt einen Augenblick, da sie mit soviel Konzentration und solcher Intensität aufkommt, dass mit dieser Intensität der Konzentration plötzlich eine Wende stattfindet, und dann, statt auf dieser Seite zu sein, bist du auf jener, und wenn du auf jener Seite bist, ist alles sehr einfach: Du verstehst, du weißt, du bist, du lebst, und dann siehst du deutlich die Unwirklichkeit des Übrigen, und das ist genug.
Siehst du, man mag Tage, Monate, Jahre, Jahrhunderte, viele Leben lang zu warten haben, bevor dieser Augenblick eintritt. Doch wenn man seine Aspiration intensiviert, gibt es einen Augenblick, in dem der Druck so groß ist und die Dringlichkeit der Frage so stark, dass etwas im Bewusstsein sich wendet, und dann ist es das, was man fühlt: Statt hier zu sein, ist man dort, statt von außen zu sehen und zu versuchen, nach innen zu sehen, ist man innen. In dem Augenblick, da man innen ist, ändert sich absolut alles, vollständig, und all das, was einem natürlich, normal, wirklich, berührbar erschien, all das erscheint einem grotesk, sehr sonderbar, sehr unwirklich, ganz absurd. Aber man hat etwas berührt, das zuhöchst wahr ist und ewig schön, und das verliert man niemals mehr.
Wenn einmal die Wende stattgefunden hat, kannst du in ein äußeres Bewusstsein gleiten, ohne den normalen Kontakt mit den Dingen des Lebens zu verlieren, doch die Wende bleibt und verändert sich nie mehr. Du magst in deinem Umgang mit anderen ein wenig in deren Unwissenheit und Blindheit zurückfallen, doch immer ist etwas vorhanden, lebendig, sich innerlich erhebend, das sich nicht mehr regt, bis es alles durchdringen kann, bis zu dem Punkt, an dem sie vorüber ist, an dem die Blindheit für immer verschwindet. Und dies ist eine durchaus fühlbare Erfahrung, etwas Konkreteres als der konkreteste Gegenstand, konkreter als ein Schlag auf deinen Kopf, wirklicher als irgendetwas, was immer es sei.