Kapitel 12
Das seelische Wesen ruft die Göttliche Mutter, sich in der Materie zu offenbaren
Sein Herz lag irgendwo bewusst und ganz allein
Weit unter ihm wie eine Lampe in der Nacht;
Sich überlassen lag es da, einsam, unvergänglich,
Regungslos vor allzu leidenschaftlichem Willen,
Sein lebend, dargeboten und geopfert Herz
Versunken in mystischer Anbetung,
Zugewandt seiner fernen Quelle von Licht und Liebe.
In der leuchtenden Stille seiner stummen Anrufung
Blickte es auf zu den Höhen, die es nicht sehen konnte;
Strebte es aus den sehnenden Tiefen, die es nicht verlassen konnte.
Im Kern seiner weiten und schicksalhaften Trance
Auf halbem Wege von freiem zu gefallenem Selbst,
Vermittelnd zwischen Gottes Tag und des Sterblichen Nacht,
Verehrung annehmend als sein einzig Gesetz,
Seligkeit annehmend als der Dinge einzigen Grund,
Ablehnend die ernste Freude, die niemand teilen kann,
Ablehnend die Ruhe, die nur für die Ruhe lebt,
Wandte ihr es sich zu, für die es da sein wollte.
In der Leidenschaft seines einsamen Traumes
Lag es da wie ein verschlossener lautloser Andachtsraum,
Wo ein geweihter silberner Boden schläft,
Erhellt von einem einzigen und unbewegten Strahl,
Und eine unsichtbare Gegenwart betend kniet.
An irgend tiefer Brust befreienden Friedens
War alles Übrige mit Ruhe begnügt;
Nur dieses gewiss, dass es eine Wahrheit jenseits gibt.
Alle anderen Wesensteile waren stumm in gesammeltem Schlaf,
Fügten sich der bedächtig besonnenen Macht,
Die der Welt Verirrung und ihren Kummer duldet,
Fügten sich der kosmisch langen Verzögerung,
Zeitlos harrend durch die geduldigen Jahre
Ihrer Ankunft, die sie für Mensch und Erde erbeten hatten;
Dies war der Punkt, der brennend nach ihr nun rief.
Auslöschung konnte dies einsame Feuer nicht ersticken;
Sein Sehen füllte die Öde von Mental und Willen;
Denken tot, doch seine wandellose Kraft verblieb und wuchs.
Gewappnet mit der Intuition einer Seligkeit,
Zu der ein bewegtes Stillsein der Schlüssel war,
Hielt es durch des Lebens großer Leere stand
Inmitten der blanken Verneinungen der Welt.
Es sandte zum Unbekannten sein stimmloses Gebet;
Es lauschte auf die Schritte seiner Hoffnungen,
Dass durch die leeren Unermesslichkeiten sie kehren zurück,
Es wartete auf das Gebot des Wortes,
Das hergelangt vom Höchsten durch das stille Selbst.
III.3.529-73