Kapitel 11
Waches und schlafendes Bewusstsein
Worte der Mutter
Du findest, dass an manchen Tagen alles gut läuft: Du bist beredt, die Schüler hören zu und verstehen leicht. Aber es gibt andere Tage, an denen das, was du lehren musst, nicht kommt, sie hören dir nicht zu – du bist verdrossen und bereitest Verdruss. Das heißt, im ersten Fall ist dein Bewusstsein wach und auf das gesammelt, was du tust, während es im anderen Fall mehr oder weniger schläft – du bist auf deine rein äußerlichen Mittel angewiesen. Verfügst du aber in diesem Fall über einen Wissensstand, so kannst du den Schülern etwas sagen. Hast du einen gebildeten, vorbereiteten Verstand, also ein gutes Werkzeug, das leicht anspricht, wenn du es benutzen willst, und hast du all die nötigen Notizen und Begriffe beisammen, läuft alles prima. Hast du aber nichts im Kopf und außerdem keinen Kontakt mit deinem höheren Bewusstsein, bleibt dir nichts anderes übrig, als ein Buch zu nehmen und deine Lektion abzulesen – du bist gezwungen, den Verstand eines anderen zu benutzen.