Kapitel 11

Nie schimpfen

Worte der Mutter

Ein Kind sollte nie gescholten werden. Man wirft mir vor, schlecht über die Eltern zu reden! Aber ich habe sie in Aktion gesehen und weiß, dass neunzig Prozent der Eltern ein Kind ausschimpfen, das spontan kommt, um einen Fehler einzugestehen: „Du bist sehr ungezogen. Geh jetzt, ich habe viel zu tun“ – anstatt dass sie dem Kind mit Geduld zuhören und ihm erklären, wo sein Fehler liegt, wie es besser gehandelt hätte. Und das Kind, das mit guten Absichten gekommen war, geht tief verletzt davon mit dem Gefühl: „Warum werde ich so behandelt?“ Dann sieht das Kind, dass seine Eltern nicht vollkommen sind – was offensichtlich heutzutage für die Eltern zutrifft – es sieht, dass sie im Unrecht sind und sagt sich: „Warum schimpfen sie mich denn aus, sie sind genau wie ich!“

Worte der Mutter

Ein anderer Fehler, den man vermeiden muss: Schelte dein Kind nicht ohne guten Grund und nur, wenn es ganz unvermeidlich ist. Ein Kind, das zu oft gescholten wird, verhärtet sich gegenüber dem Tadel und misst den Worten oder dem strengen Ton nicht mehr viel Bedeutung bei. Und vor allem achte gut darauf, dass du es nie für einen Fehler ausschimpfst, den du selbst begehst. Kinder sind sehr aufmerksame und scharfsichtige Beobachter; sie entdecken alsbald deine eigenen Schwächen und nehmen sie mitleidslos zu Notiz.

Wenn ein Kind etwas Falsches getan hat, sieh zu, dass es den Fehler spontan und offen bekennt; und wenn es ihn eingestanden hat, gib ihm mit Wohlwollen zu verstehen, was es falsch gemacht hat, damit es den Fehler nicht wiederholt, aber schelte es nie; ein Fehler, der eingestanden wurde, muss immer vergeben werden. Du solltest nicht irgendeine Furcht zwischen dir und deinem Kind treten lassen; Furcht ist ein sehr übles Mittel der Erziehung: Sie erzeugt unweigerlich Täuschung und Lüge. Nur eine wache Zuneigung, die fest und doch sanft ist, und ein angemessenes praktisches Wissen werden die Vertrauensbande heranbilden, die unerlässlich sind für dich, um dein Kind effektiv erziehen zu können. Und vergiss nicht, dass du dich ständig unter Kontrolle halten musst, um deiner Aufgabe gerecht werden zu können und wahrlich die Pflicht zu erfüllen, die du deinem Kind aufgrund der bloßen Tatsache schuldest, dass du es in die Welt gesetzt hast.

Worte der Mutter

Ein Kind sollte aufhören, ungezogen zu sein, indem es lernt, sich seiner Ungezogenheit zu schämen, nicht weil es Angst vor Bestrafung hat.

Im ersten Fall macht es echten Fortschritt.

Im zweiten Fall sinkt es eine Stufe tiefer im menschlichen Bewusstsein, denn Furcht ist eine Degradierung des Bewusstseins.

Worte der Mutter

Kinder schlagen – alle Schläge sind absolut verboten, selbst der geringste Klaps oder der „freundschaftliche“ Knuff. Ein Kind zu schlagen, weil es nicht gehorcht oder nicht versteht oder weil es die anderen stört, deutet auf mangelnde Selbstbeherrschung hin und ist schädlich für Lehrer und Schüler.

Man kann, wenn notwendig, disziplinarische Maßnahmen ergreifen, aber in vollständiger Ruhe und nicht aufgrund einer persönlichen Reaktion.

Worte der Mutter

Du bist ein „guter Lehrer“, aber zu beanstanden ist die Art deines Umgangs mit den Kindern.

Die Kinder sollen in einer Atmosphäre der Liebe und Sanftheit erzogen werden.

Niemals Gewalt. Niemals Schelte.

Immer eine sanfte Freundlichkeit, und der Lehrer muss das lebendige Beispiel der guten Eigenschaften sein, die das Kind erwerben muss.

Den Kindern muss es Freude machen, zur Schule zu gehen, Freude machen zu lernen, und der Lehrer muss ihr bester Freund sein, der ihnen das Beispiel der Eigenschaften gibt, die sie erwerben müssen.

Und all dies hängt ausschließlich vom Lehrer ab. Was er tut und wie er sich benimmt.

Worte der Mutter

Liebe Mutter, sollte man ein Kind bestrafen?

Bestrafen? Was meinst du mit bestrafen? Wenn ein Kind in der Klasse lärmt und die anderen an der Arbeit hindert, musst du ihm sagen, dass es sich gut benehmen soll; und wenn es weiter damit fortfährt, kannst du es aus dem Klassenraum schicken. Das ist keine Bestrafung, es ist eine natürliche Konsequenz seiner Handlungen. Aber bestrafen? Bestrafen! Du hast kein Recht zu bestrafen. Bist du denn das Göttliche? Wer hat dir das Recht gegeben zu bestrafen? Die Kinder können dich ebenso für deine Handlungen bestrafen. Bist du selbst vollkommen? Weißt du, was gut oder was schlecht ist? Nur das Göttliche weiß es. Nur das Göttliche hat das Recht zu bestrafen.

Die Schwingungen, die du aussendest, bringen dich mit entsprechenden Schwingungen in Kontakt. Wenn du schädliche und destruktive Schwingungen aussendest, ziehst du ganz natürlich entsprechende Schwingungen an und das ist die wirkliche Bestrafung, wenn du dieses Wort gebrauchen willst; aber das entspricht in keiner Weise der göttlichen Organisation der Welt.

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