Kapitel 11

Eine Sternschnuppe und die Verwirklichung

Liebe Mutter, man sagt, wenn man eine Sternschnuppe sieht und in dem Augenblick nach etwas sehnsuchtsvoll strebt, erfülle sich diese Aspiration im Laufe des Jahres. Ist das wahr?

Weißt du, was das bedeutet? – Diese Aspiration muss sich während der Zeit ausdrücken, in der die Sternschnuppe sichtbar ist, und das ist nicht lange, nicht wahr? Nun, wenn eine Aspiration fähig ist, sich in der Zeit auszudrücken, in der die Sternschnuppe sichtbar ist, bedeutet das, dass sie die ganze Zeit gegenwärtig ist, vorn im Bewusstsein – das trifft nicht auf gewöhnliche Dinge zu, es hat nichts damit zu tun, es handelt sich um eine spirituelle Aspiration. Tatsache ist aber, wenn du fähig bist, deine spirituelle Aspiration gerade in dem Augenblick auszusprechen, dann ist sie ganz vorn in deinem Bewusstsein, beherrscht sie dein Bewusstsein. Und was dein Bewusstsein beherrscht, kann sich zwangsläufig sehr rasch verwirklichen.

Ich hatte Gelegenheit, dieses Experiment zu machen. Genau das. In dem Augenblick, als die Sternschnuppe vorbeizog, in demselben Augenblick sprang es aus dem Bewusstsein hervor: „Die göttliche Einung verwirklichen, für meinen Körper.“ Genau in diesem Augenblick.

Und bevor das Jahr zu Ende ging, war es geschehen.

Doch es geschah nicht wegen der Sternschnuppe. Es geschah deshalb, weil das mein ganzes Bewusstsein beherrschte und ich nur daran dachte: Ich wollte nur dies, ich dachte nur daran, ich handelte nur deswegen. Und dann war das, wozu man im Allgemeinen ein ganzes Leben braucht – es heißt, das Minimum seien 35 Jahre! –, ehe noch zwölf Monate vergangen waren vollbracht.

Aber nur, weil ich an nichts anderes dachte.

Und weil ich nur daran dachte, konnte ich – gerade als die vorüberziehende Sternschnuppe aufleuchtete – nicht nur irgendeinen Eindruck formulieren, sondern in deutlichen Worten ausdrücken: „Die Einung mit dem Göttlichen verwirklichen“, dem inneren Göttlichen, dem Thema, von dem wir sprechen, genau das, wovon wir gerade sprechen.

Daher ist nicht die Sternschnuppe das Wichtige, sondern die Aspiration. Die Sternschnuppe ist nur so etwas wie ein äußeres Zeichen, nichts anderes. Aber es ist nicht notwendig, dass da eine Sternschnuppe ist, damit man schnell verwirklichen kann! Notwendig ist, dass der Wille des ganzen Wesens auf einen Punkt konzentriert ist.

Wie kann man sich in jedem Augenblick daran erinnern, dass man alles, was man tut, für Dich tut? Wie soll man vor allem dann vorgehen, wenn man eine vollständige Darbringung leisten will, ohne zu vergessen, dass sie für das Göttliche ist?

Um das zu erreichen, muss man einen hartnäckigen Willen und eine große Geduld aufbringen. Aber wenn man den Entschluss gefasst hat, es zu tun, wird die göttliche Hilfe da sein, um zu unterstützen und zu helfen. Diese Hilfe spürt man innerlich im Herzen.

Segen.

Was sollten wir tun, um immer in Kontakt mit dem Göttlichen zu bleiben, so dass keine Person und kein Ereignis uns von diesem Kontakt abbringen kann?

Aspiration. Aufrichtigkeit.

Ist die ständige Rückbesinnung auf das Göttliche der Beginn der Einswerdung?

Der Beginn der Einswerdung kommt noch vor dem ständigen Erinnern. Wenn man sich beständig erinnert, spürt man oft eine Präsenz, die sich beim Erinnern aufdrängt.