Kapitel 11

Die Göttliche Liebe

Eine Legende

Vor langer, sehr langer Zeit, in dem dürren Land, das jetzt Arabien ist, verkörperte sich ein göttliches Wesen, um auf Erden die Höchste Liebe zu erwecken. Wie so oft, wurde es von den Menschen verfolgt, missverstanden, verdächtigt, gejagt. Von seinen Angreifern tödlich verwundet, wollte es allein und in Stille sterben, um sein Werk vollenden zu können, und so floh es vor seinen Verfolgern. Da tauchte plötzlich in der weiten, kahlen Ebene ein kleiner Granatapfelbusch auf. Der Retter kroch unter dessen niedrige Zweige, um in Frieden seinen Körper zu verlassen. Im selben Augenblick breitete sich der Busch auf wunderbare Weise aus, wuchs, wurde größer, tiefer, dichter, so dass die Verfolger, als sie daran vorbeikamen, überhaupt nicht auf den Gedanken kamen, dass der Verfolgte darunter verborgen sein könnte, und weiterliefen.

Während das heilige Blut Tropfen für Tropfen zu Boden fiel und ihn fruchtbar machte, deckte sich der Busch mit großen, wunderschönen, scharlachroten, vor Blumenblättern strotzenden Blüten – unzählbaren Blutstropfen…

Dies sind die Blüten, die für uns die Göttliche Liebe ausdrücken und enthalten.