Kapitel 1

Orientierungshilfen

Worte Sri Aurobindos

Für konzentriertes Meditieren ist bewegungsloses Sitzen die natürliche Haltung. Gehen, Stehen und andere Tätigkeiten hingegen sind aktive Zustände, in denen man erst dann konzentrations- und aufnahmefähig ist, wenn das Bewusstsein einen Zustand der nachhaltigen Ruhe und Passivität erreicht hat. Am zuträglichsten für die Konzentration ist ein passives, in sich ruhendes Bewusstsein. Um diesen Zustand zu erreichen, nimmt man am besten eine bewegungslose, in sich ruhende Sitzhaltung ein. Alternativ kann man sich auch hinlegen, aber das ist zu passiv, und man neigt dann eher zu Trägheit, als dass man in sich ruht. Aus diesem Grund sitzen Yogis immer in einem Asana [einer bestimmten Körperhaltung]. Mit etwas Übung kann man auch im Laufen, Stehen oder Liegen meditieren, aber Sitzen ist die natürlichste Haltung.

Worte Sri Aurobindos

Zu Beginn ist auf längere Zeit die Konzentration erforderlich – man muss sich zu ihr sogar unter Umständen zwingen –, da die menschliche Natur und das Bewusstsein noch nicht bereit sind. Trotzdem ist die Konzentration umso besser, je natürlicher und ruhiger sie ist. Wenn jedoch das Bewusstsein und die Natur dann einmal so weit sind, muss die Konzentration zu jeder Zeit ohne Anstrengung spontan und leicht möglich sein. Zuletzt wird sie zum natürlichen und bleibenden Zustand des Wesens – sie ist dann nicht mehr Konzentration, sondern die gefestigte Gelassenheit der Seele im Göttlichen.

Worte Sri Aurobindos

Es ist wahr, konzentriert zu sein und gleichzeitig eine äußere Arbeit zu verrichten, ist zu Beginn nicht möglich. Es wird jedoch möglich werden. Entweder teilt sich das Bewusstsein in zwei Teile, wobei der eine, innere Teil im Göttlichen ruht und der andere, äußere die äußerliche Arbeit verrichtet, oder aber das ganze System ist derart ausgeglichen, dass die Kraft durch das passive Instrument die Arbeit tut.

Worte Sri Aurobindos

Du musst die Furcht vor der Konzentration ablegen. Die Leere, die du über dich kommen fühlst, ist das Schweigen des großen Friedens, in dem du dein Selbst wahrnimmst, nicht als das kleine Ego, das im Körper eingeschlossen ist, sondern als das spirituelle Selbst, so weit wie das Universum. Bewusstsein wird nicht aufgelöst, es sind die Grenzen des Bewusstseins, die aufgelöst werden. In diesem Schweigen mögen die Gedanken eine Zeitlang aufhören, es mag nichts als eine große, grenzenlose Freiheit und Weite bestehen, in dieses Schweigen aber, in diese leere Weite kommt von oben der unermessliche Friede herab, das Licht, die Seligkeit, das Wissen, das höhere Bewusstsein, in denen du das Einssein mit dem Göttlichen fühlst. Es ist der Beginn der Umwandlung, und nichts gibt es dabei zu fürchten.

Worte Sri Aurobindos

Die meisten Menschen verbinden Bewusstsein mit dem Gehirn oder Mental, da dies das Zentrum für intellektuelles Denken und mentale Schau ist, doch ist Bewusstsein nicht auf diese Art des Denkens oder der Schau begrenzt. Es ist überall im menschlichen System und hat verschiedene Zentren. So ist zum Beispiel das Zentrum für die innere Konzentration nicht im Gehirn, sondern im Herzen, und das Zentrum, das vitales Begehren verursacht, befindet sich noch weiter unten.

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