Kapitel 1

Licht

Licht sehen

Licht wird im Yoga immer mit dem inneren Auge und sogar mit dem äußeren Auge gesehen, aber es gibt viele Lichter; nicht alle sind und stammen aus dem param jyotih.

Lichter in verschiedenen Farben sind eines der ersten Dinge, die Menschen sehen, wenn sie meditieren.

Es ist keine Einbildung, wenn man diese Lichter sieht – erst wenn die innere Vision offen oder aktiv ist, sieht man sie – denn sie selbst sind subtile und keine physischen Lichter.

Um Licht zu sehen, ist nicht immer ein konzentriertes Mental notwendig – hierfür reicht ein Öffnen irgendwo im Bewusstsein aus.

Um Lichter zu sehen, ist es nicht notwendig, ein ruhiges Mental zu haben; das hängt allein ab vom Sich-Öffnen der feinstofflichen Schau im Stirn-Zentrum zwischen den Augenbrauen. Bei vielen Menschen findet dies zu Beginn der Sadhana statt. Mit Bemühung und Konzentration kann es sogar von jenen, die es in kleinem Umfang als angeborene Fähigkeit besitzen, ohne Sadhana entwickelt werden. Die Ruhe des Mentals wird für andere Dinge gebraucht, zum Beispiel für das Gefühl der Gegenwart der Mutter usw..

Licht zwischen den Augenbrauen deutet auf eine Öffnung des Ajna-Chakras hin, das sich dort befindet – es ist das Zentrum des inneren Mentals, des inneren Willens und der okkulten Vision.

Das äußere Licht bedeutet eine Berührung oder einen Einfluss durch die Kraft, die durch das Licht [die Farbe des Lichtes] näher bezeichnet wird (Gold ist das Licht der Wahrheit, Blau eine spirituelle Kraft von der höheren Ebene), während das innere Licht bedeutet, dass es die [menschliche] Natur als solche durchdrungen hat oder in ihr gefestigt oder häufig tätig ist. Das Licht über uns bedeutet eine Kraft, die auf das Mental herabkommt, das Licht um uns einen allgemein umgebenden Einfluss.

Das goldene und das blaue Licht sind beides Krishnas Lichter. Dadurch, dass du sie einmal gesehen hast, wurde dir angedeutet, dass sie in dir sind und darauf warten, sich zu manifestieren. Aber es muss durch einen seelischen und spirituellen, nicht durch einen physischen Druck geschehen. Wenn der mentale Geist still wird und sich nicht einmischt und wenn die Natur reiner wird und sich für das öffnet, was über dem Mental ist, steigen diese Lichter in den Körper herab und mit ihnen der göttliche Einfluss.

Licht und die Erleuchtung des Bewusstseins

Licht oder Lichtstrahlen sind immer Licht des höheren Bewusstseins, das im Wesen wirkt, um es zu erleuchten oder zu läutern oder um das Bewusstsein zu erwecken oder es auf die Wahrheit einzustimmen.

Es [Licht] ist die Kraft, die alles erleuchtet, worauf es trifft – das Ergebnis kann Vision, Erinnerung, Wissen, rechter Wille, rechter Impuls usw. sein.

Es gibt viele Lichter auf verschiedenen Ebenen – es gibt auch das Göttliche Licht, das von den höheren Ebenen herabkommt und den Körper, Adhar, erleuchtet.

Es ist nicht notwendig oder möglich, das Göttliche Licht zu definieren. Licht ist Licht, genau wie das Licht, das man sieht, nur subtiler – es klärt das Bewusstsein, wirkt als Kraft und ermöglicht Wissen.

Das Göttliche Licht hat keine Funktion – es ist einfach das Licht des Göttlichen Bewusstseins. Wenn du das Ergebnis meinst, so soll es erleuchten, die Dunkelheit und Obskurität beseitigen, die Wesensart für das wahre Bewusstsein, das Wissen usw. vorbereiten.

Licht ist ein allgemeiner Begriff. Licht ist nicht Wissen, sondern die Erleuchtung, die von oben kommt und das Wesen aus der Obskurität und Dunkelheit befreit. Aber dieses Licht nimmt auch unterschiedliche Formen an, wie das weiße Licht der Mutter, das blassblaue Licht von Sri Aurobindo, das goldene Licht der Wahrheit, das seelische Licht ( rosa und rosarot) usw.

Licht, Farben, Blumen werden immer dann gesehen, wenn in einem bestimmten Stadium der Sadhana ein inneres Wirken der Kräfte stattfindet. Das Licht zeigt bekanntlich eine Erleuchtung des Bewusstseins an, die Farbe das Spiel von mentalen (gelb), vitalen und physischen Kräften, wobei es nur solche Kräfte sind, die zur Erleuchtung dieser Wesensteile beitragen. Blumen zeigen meist eine seelische Tätigkeit an.

Verschiedene Formen von Licht

Manchmal sieht man eine Fülle von Licht, manchmal Licht in Formen; die häufigsten Formen sind Sonne, Mond, Stern oder Feuer.

Licht wird häufig vor dem Zentrum der inneren Schau, des inneren Mentals und Willens gesehen, das sich zwischen den Augenbrauen hinter der Stirn befindet. Die Sonne bedeutet das geformte Licht der Göttlichen Wahrheit; das Sternenlicht ist das gleiche Licht, das wie eine überflutende Macht auf das gewöhnliche Bewusstsein wirkt, welches die Nacht der Unwissenheit darstellt. Der Ruf bewirkte das Herabströmen des Lichtes in das innere Wesen.

Es sind keine Kugeln oder Lichtblitze [die man um die Mutter herum sieht], sondern ein Strom oder ein Meer von Licht, das in den Körper eindringt, ihn umgibt und das gesamte Bewusstseinsfeld erhellt. Es kann auch ein lebhaftes Gefühl von Licht und Erleuchtung ohne die Vision geben. Es kann gewöhnlich als ein intensives weißes, diamantenes oder goldnes Licht gesehen oder gefühlt werden oder wie Sonnenlicht oder, für viele, ein blaues oder bläulich-weißes Licht.

Was du gesehen hast, war die Prozession der Streitwagen der Götter (Göttliche Mächte), die Lichtblitze in die Luft warfen, und das andere war die entsprechende Bewegung der Blitze der Wahrheit im Herzen, die das Bewusstsein erhellten. Diese Blitze bringen noch keine Erkenntnis – wie es das Sonnenlicht von oben auf das Mental tut –, aber sie bereiten das Bewusstsein auf Verwirklichung und Erkenntnis vor.

Funken oder Lichtströmungen zeigen das Spiel der Kräfte im oder um das Bewusstsein an.

Jeder wohlgeformte, erleuchtete Gedanke kann als ein Funke des Lichtes gesehen werden.

Ein Glühen bedeutet ein unterdrücktes, aber reiches Licht oder auch eine gewisse warme, leuchtende Heiterkeit.

Die Erklärung von zwei Visionen

1. Wenn sich das Lid über dem Schädel öffnet, bedeutet es, dass sich das mentale Wesen dem Göttlichen Licht geöffnet hat; die Flammen zeigen ein mit Licht erfülltes Streben an, das aufsteigt, um den mentalen Teil mit dem zu verbinden, was über dem Mental ist.

2. Das Göttliche Licht über uns hat verschiedene Farben. Weiß ist die Göttliche Macht der Reinheit, Blau das Licht des spirituellen Bewusstseins, Gold die Tönung des supramentalen Wissens oder des Wissens von den dazwischenliegenden Ebenen.

3. OM (goldfarben), das in den Himmel steigt, bedeutet das supramentalisierte kosmische Bewusstsein, das sich zum Transzendenten Bewusstsein erhebt.

Unter (1) und (2) wird etwas angezeigt, das gegenwärtig geschieht, oder eine Möglichkeit, die sich zu verwirklichen sucht. (3) symbolisiert den Vorgang des Yoga, der, wenn diese Möglichkeit verwirklicht ist, aufgenommen und bis zu seinem natürlichen Ziel verfolgt wird.

Zu deiner Vision. Sie kam als Antwort auf deinen Ruf nach der Ausmerzung aller hässlichen Dinge in deiner Natur, und es wurde dir gezeigt, wie dies effektiv geschehen könnte.

Zuerst wurde dir anschaulich vor Augen geführt, was die niedere Natur ist, ihre schreckliche Dunkelheit und Hässlichkeit, in der die Menschen zufrieden leben. Aber nachdem du ihre wahre Beschaffenheit erkannt hattest, kam von deiner niederen Natur selbst ein Schrei nach Wandlung.

Dann wurde dir das Licht der höheren Natur gezeigt, durch dessen Herabkunft die Wandlung kommen konnte – das weiße Licht des Bewusstseins der Mutter, und eine Flamme davon stieg auf dem gewohnten Weg in dich hinab und erfüllte dich mit Licht. Von dort stieg es in das Unterbewusste hinab und brachte das Licht dorthin. Daraufhin wurde das Bewusstsein (es war das innere Bewusstsein) wie eine Kristallsäule, die die Höhen mit den Tiefen, das Überbewusstsein mit dem Unterbewusstsein verband. In ihm hat sich das Bild der Mutter mit dem Licht in ihr gefüllt.

Dann wurde dir ein Symbol des rupantar gezeigt, die Wandlung der universellen Natur. Diese Wandlung war jedoch nur keimhaft und symbolisch. Danach verschwand dieser Teil der Vision, und du hast wieder die Dunkelheit der niederen Natur gesehen. Aber in dir war das Licht noch immer da und die Gewissheit, die es bringt. Denn die Wandlung muss zuerst im Individuum stattfinden, und nur mit dem Licht und dem Glauben im Einzelnen als Stütze kann die umfassendere Wandlung vollzogen werden.