Kapitel 1
Einführung
Die evolutionäre Erschaffung des mentalen Wesens und seines Oberflächenlebens, die sich um den verborgenen König zentriert, so dass der Mensch im Leben der Welt die Träume Gottes ausarbeitet.
In der unbestimmten Formlosigkeit des Selbstes
Machte Schöpfung ihre ersten geheimnisvollen Schritte,
Machte sie die Gestalt des Körpers zum Haus der Seele
Und Materie lernte zu denken und Person wuchs heran;
Sie sah den Raum sich füllen mit den Saaten des Lebens
Und sah das menschliche Geschöpf in der Zeit entstehen.
Zuerst erschien eine trübe halbneutrale Flut
Von Dasein, die da auftauchte aus unendlichem Nichts:
Ein Bewusstsein sah auf die nichtbewusste Weite
Und Freude und Schmerz rührten sich in der fühllosen Leere.
Alles war das Werk einer blinden Weltenergie:
Unbewusst ihrer eigenen Taten wirkte sie,
Gestaltend ein Universum aus der Gehaltlosigkeit.
In fragmentarischen Wesen wurde sie sich gewahr:
Ein Chaos winziger Empfindsamkeiten
Scharte sich um den Nadelkopf eines kleinen Egos;
Darin fand sein Gleichgewicht ein fühlend Geschöpf,
Das sich regte und lebte als ein atmend, denkend Ganzes.
Auf einem düsteren Ozean unterbewussten Lebens
Wachte ein formloses Oberflächenbewusstsein auf:
Ein Strom von Gedanken und Gefühlen kam und ging,
Ein Schaum von Erinnerungen verfestigte sich und wurde zu
Einer hellen Kruste von gewohntem Empfinden und Denken,
Einem Sitz lebendiger Persönlichkeit,
Und wiederkehrende Gewohnheiten täuschten Dauer vor.
Das im Werden begriffene Mental arbeitete an veränderlicher Form,
Baute ein beweglich Haus auf treibendem Sand,
Eine treibende Insel auf einem bodenlosen Meer.
Ein bewusstes Wesen ward durch dieses Mühen gemacht;
Es blickte rings umher auf sein schwieriges Feld
Auf der grünen Erde voll Wunder und Gefahr;
In einem kurzlebigen Körper hoffte es zu überleben,
Sich verlassend auf die falsche Ewigkeit der Materie.
Es fühlte eine Gottheit in seinem zerbrechlichen Hause;
Es sah blaue Himmel, träumte von Unsterblichkeit.
Eine bewusste Seele in der Welt des Nichtbewussten,
Verborgen hinter unserem Denken und Hoffen und Träumen,
Ein unbeteiligter Meister, der unterzeichnet, was Natur vollführt,
Lässt den Statthalter Mental zum Schein den König sein.
In seinem schwimmenden Haus auf dem Meer der Zeit
Sitzt der Herrscher bei der Arbeit und rastet nie:
Er ist eine Marionette im Tanz der Zeit;
Er wird getrieben von den Stunden, des Augenblicks Ruf
Nötigt ihn mit dem Gedränge von Lebensbedürfnissen
Und dem Babel der Stimmen der Welt.
Weder Schweigen noch traumlosen Schlaf kennt dieses Mental,
In den unaufhörlichen Runden seiner Schritte
Schreiten unablässig Gedanken durch sein lauschend Gehirn;
Es schuftet wie eine Maschine und vermag nie anzuhalten.
In die vielstöckigen Räume des Körpers
Dringen endlos wimmelnd die Botschaften des Traumgottes ein.
Alles ist ein hunderttönig Murmeln und Brabbeln und Zischeln,
Da ist ein unermüdlich Hin- und Hergerenne,
Ein hastend Gelaufe und ein unaufhörlich Geschrei.
Die Sinne als eilfertige Diener antworten sofort
Auf jedes Klopfen an die äußeren Tore,
Bringen die Besucher der Zeit herein, melden jeden Ruf,
Gestatten die tausend Anfragen und Forderungen
Und Botschaften in Verbindung stehender Mentale
Und das schwere Geschäft ungezählter Leben
Und all den tausendfachen Handel der Welt.
Sogar in den Gebieten des Schlafes gibt es nur wenig Ruhe;
In seltsam unterbewussten Träumen äfft des Lebens Schritte er nach,
Irrt er in einem subtilen Reich von Symbolszenen umher,
Mit dünnluftigen Gesichten und schemenhaften Formen bepackt er
Seine Nacht oder bevölkert sie mit Gestalten, fahl und dünn,
Und verweilt nur einen Augenblick in stillem Selbst.
Wagend in den unendlichen Mentalraum,
Breitet er seine Schwingen des Denkens aus in innerer Luft,
Oder reisend im Wagen der Vorstellungskraft,
Durchquert er den Erdball, reist unter den Gestirnen,
Zu subtilen Welten nimmt er seinen ätherischen Kurs,
Besucht die Götter auf Lebens wundersamen Gipfeln,
Verkehrt mit Himmel, lässt sich mit Hölle ein.
Dies ist die kleine Oberfläche des Menschen Leben.
Er ist dies und das ganze Universum dazu;
Zum Ungesehenen klimmt er, den Abgrund wagen seine Tiefen;
Im Innern ist eine ganze mysteriöse Welt eingeschlossen.
Sich selbst unbekannt, lebt er als verborgener König
In großen geheimen Räumen hinter reichem Behang;
Ein Genießer der unsichtbaren Freuden des Geistes,
Lebt er vom süßen Honig der Einsamkeit:
Ein namenloser Gott in einem unzugänglichen Tempel,
Verwahrt er im geheimen Adytum seiner innersten Seele
Die verhüllten Mysterien des Seins
Unter der Schwelle, hinter schattigen Pforten,
Oder verschlossen in weiten Kellern nichtbewussten Schlafes.
Der makellose Göttliche Allwundervolle
Gießt in die silberne Reinheit seiner Seele
Seinen Glanz und seine Größe und das Licht
Der Selbsterschaffung im Grenzenlosen der Zeit
Wie in ein herrlich spiegelndes Glas.
Der Mensch arbeitet im Leben der Welt die Träume Gottes aus.
VII.2.118-210