Kapitel 1
Auszüge aus Savitri
Wenn in der sinnlosen Leere Schöpfung erstand,
Wenn von einer körperlosen Kraft Materie geboren ward,
Wenn Leben im unbewussten Baum aufsteigen konnte,
Wenn Entzücken in smaragdgrünen Blättern hervortreten
Und ein Lachen der Schönheit in der Blume aufblühen konnte,
Wenn Sinne erwachen konnten in Gewebe, Nerv und Zelle,
Und Denken die graue Substanz des Gehirns ergriff
Und Seele aus ihrer Verborgenheit durch das Fleisch hervorlugte,
Wie soll das namenlose Licht nicht auf die Menschen überspringen,
Und unbekannte Mächte nicht aus dem Schlafe der Natur erstehen?
Savitris Erfahrung des kosmischen Bewusstseins
Sie war das eine Selbst all dieser Selbste,
Sie war in ihnen und alle waren sie in ihr.
Eine mächtige Wesenseinheit war dies zuerst,
Worin ihre eigene Identität verloren ging:
Was sie selbst zu sein schien, war ein Bild des Ganzen.
Sie war ein unterbewusstes Leben von Baum und Blume,
Das erste Aufbrechen der honigsüßen Knospen des Frühlings;
Sie glühte in der Inbrunst und Pracht der Rose,
Sie war das rote Herz der Passionsblume,
Das Traumweiß des Lotus in seinem Teich.
Aus unterbewusstem Leben stieg sie zum Mental,
War Denken und Leidenschaft des Herzens der Welt,
Sie war die Gottheit, verborgen im Herzen des Menschen,
Sie war das Aufsteigen seiner Seele hin zu Gott.
Er wacht auf bei Morgengrauen und ruft von jedem Zweig,
Liegt benommen im Stein und träumt in Blume und Baum.
Sein Lachen der Schönheit bricht in grünen Bäumen aus,
Seine Momente der Schönheit triumphieren in der Blume;
Der Gesang der blauen See, die wandernde Stimme des Baches,
Sind das Murmeln, das von der Harfe des Ewigen fällt.
Diese Welt ist Gott, erfüllt in der Äußerlichkeit.
Das Lächeln dieser Verzückung ist insgeheim überall;
Sie strömt im Atem des Windes, im Saft des Baumes,
In Blättern und Blumen blüht ihre bunte Pracht.
Der Erde Blumen erblühen und lachen über Zeit und Tod;