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  1. SRI AUROBINDO
  2. Savitri – Eine Legende und ein Symbol (Englisch | Deutsch)

Dritter Canto

Der Yoga des Königs:

Der Yoga von der Befreiung der Seele

Einer Welt Verlangen erzwang ihre sterbliche Geburt.

Einer an vorderster Front der uralten Suche,

Protagonist in dem rätselhaften Spiel,

In dem der Unbekannte sich selbst durch Formen verfolgt

Und durch die Stunden seine Ewigkeit begrenzt

Und das blinde Leere zu leben und zu sehen ringt,

Ein Denker und Schwerarbeiter in der Luft des Ideals,

Brachte in die stumme Not der Erde ihre leuchtende Macht herab.

Ihm eigen war ein Geist, der von weiteren Sphären herniederstieg

In unsere Provinz flüchtiger Eintagsschau,

Ein Kolonist aus der Unsterblichkeit.

Ein weisender Strahl auf der Erde unsicheren Straßen,

Seine Geburt hielt ein Symbol und ein Zeichen hoch;

Sein menschliches Selbst, gleich einem durchsichtigen Mantel,

Umhüllte den Allweisen, der die nicht sehende Welt führt.

Raum und Zeit des Kosmos angehörig

Und hier Gottes Schuld an Erde und Mensch begleichend,

War eine höhere Sohnschaft sein göttliches Recht.

Obwohl einwilligend in sterbliche Unwissenheit,

Hatte sein Wissen teil am unsagbaren Licht.

Als Kraft der ursprünglichen Permanenz,

Verstrickt in den Augenblick und seinen Fluss,

Behielt er die Schau von den Weiten dahinter:

In ihm war eine Macht aus dem Unerkennbaren.

Als Archivar der Symbole des Jenseits,

Als Schatzmeister übermenschlicher Träume

Trug er den Stempel mächtiger Erinnerungen

Und goss ihren reichen Glanz auf das Leben der Menschen.

Seine Tage waren ein langes Wachsen dem Höchsten zu.

Ein himmelwärts gerichtet Wesen, speisend seine Wurzeln

Mit Nahrung aus okkulten spirituellen Quellen,

Stieg durch weiße Strahlen zu einer unsichtbaren Sonne empor.

Seine Seele lebte als Gesandte der Ewigkeit,

Sein mentaler Geist war wie ein Feuer, das Himmel erstürmt,

Sein Wille ein Jäger auf den Fährten des Lichtes.

Ein ozeanischer Impuls hob jeden Atemzug empor;

Jede Tat hinterließ die Fußabdrücke eines Gottes,

Jeder Augenblick war ein machtvoller Flügelschlag.

Das kleine Fleckchen unserer Sterblichkeit,

Berührt von diesem Einwohner aus den Höhen,

Wurde zum Spielplatz des lebendig Unendlichen.

Diese körperliche Erscheinung ist nicht alles;

Die Gestalt täuscht, die Person ist eine Maske;

Verborgen tief im Menschen können Himmelsmächte wohnen.

Sein zerbrechliches Schiff befördert durch das Meer der Jahre

Ein Inkognito des Unvergänglichen.

Ein Geist, der eine Flamme Gottes ist,

Ein feuriger Teil des Wundervollen,

Künstler seiner eigenen Schönheit und Freude,

Verweilt unsterblich in unserer sterblichen Armut.

Dieser Bildhauer der Formen des Unendlichen,

Dieser abgeschirmte unerkannte Einwohner,

Eingeweihter seiner eigenen verborgenen Mysterien,

Versteckt in einem kleinen stummen Kern sein kosmisches Denken.

In der stummen Stärke der okkulten Idee,

Die vorherbestimmte Form und Tat festlegt,

Passagier von Leben zu Leben, von Stufe zu Stufe,

Wechselnd sein Selbstbildnis von Gestalt zu Gestalt,

Sieht er die Ikone unter seinem Blicke wachsen

Und im Wurm den kommenden Gott voraus.

Zuletzt gelangt der Wanderer auf den Pfaden der Zeit

An die Grenzen der Ewigkeit.

In das vergängliche Symbol des Menschseins eingehüllt,

Fühlt er seine Substanz unsterblichen Selbstes

Und verliert seine Verwandtschaft mit der Sterblichkeit.

Ein Lichtstrahl des Ewigen trifft mit voller Kraft sein Herz,

Sein Denken dehnt sich in die Unendlichkeit aus;

Alles in ihm wendet sich den Weiten des Geistes zu.

Seine Seele bricht aus, sich mit der Überseele zu vereinen,

Sein Leben wird ozeanisiert durch jenes Überleben.

Er hat von den Brüsten der Mutter der Welten getrunken;

Eine unermessliche Übernatur füllt seinen Körper:

Sie nimmt den immerwährenden Boden seines Geistes an

Als Sicherheit für ihre sich wandelnde Welt

Und formt die Gestalt ihrer ungeborenen Mächte.

Als selbst unsterblich konzipiert sie sich in ihm,

Im Geschöpf wirkt unverhüllt die Schöpferin:

Ihr Antlitz wird durch seines gesehen, ihre Augen durch seine Augen;

Ihr Wesen ist seines durch eine weite Wesensgleichheit.

Dann ist enthüllt im Menschen das offenkundig Göttliche.

Ein statisches Geeintsein und eine dynamische Macht

Kommen in ihn hernieder, die Siegel der integralen Gottheit;

Seine Seele und sein Körper nehmen jene herrliche Prägung an.

Eine lange dämmrige Vorbereitung ist das Leben des Menschen,

Ein Kreislauf von Mühsal und Hoffnung und Krieg und Frieden,

Ausgefurcht vom Leben auf dem obskuren Boden der Materie.

In seinem Aufstieg hin zu einem Gipfel, den noch kein Fuß betrat,

Sucht er in einem von Flammen durchzuckten Halbschatten

Nach einer verhüllten Wirklichkeit, halb erkannt, stets verfehlt,

Forschend nach etwas oder jemand nie Gefundenem,

Kult eines Ideals, das hier nie verwirklicht wurde,

Eine endlose Spirale von Aufstieg und Fall,

Bis endlich erreicht ist der gigantische Punkt,

Wo durchscheint die Glorie von ihm, für den wir geschaffen wurden,

Und wir einbrechen in die Unendlichkeit Gottes.

Über die Grenzen unserer Natur hinaus entkommen wir

In den Bogen lebendigen Lichtes der Übernatur.

Dies ward nun bezeugt in jenem Sohn der Kraft;

In ihm legte jener hohe Übergang seinen Grund.

Als ursprüngliche und überirdische Immanenz,

Deren künstlerisches Wirken der ganze Prozess der Natur ist,

Legte der kosmische Arbeiter heimlich seine Hand an,

Diese schwache Lehmmaschine für Himmelszwecke umzuwandeln.

Eine Gegenwart wirkte hinter dem doppelsinnigen Schirm:

Sie stampfte seinen Boden, eines Titanen Gewicht zu tragen,

Verfeinernd halbfertige Blöcke von natürlicher Kraft,

Meißelte sie sein Wesen in einen Gott.

Der Kunsthandwerker des magischen Materials des Selbstes,

Der da ausarbeitet seinen hohen und schwierigen Plan

In der weiten Werkstatt der wundervollen Welt,

Modellierte in innerer Zeit seine rhythmischen Partien.

Dann kam das unerwartete transzendente Wunder:

Zeigen konnte der vermummt makellose Großartige,

Im okkulten Mutterleibe des Lebens in den Wehen liegend,

Seine erträumten Herrlichkeiten kommender Dinge.

Eine Krone der Architektur der Welten,

Ein Mysterium vermählter Erde und Himmel

Fügte Göttlichkeit der sterblichen Struktur hinzu.

Ein Seher ward geboren, ein leuchtender Gast der Zeit.

Für ihn verschwand das begrenzende Firmament des Mentals.

An der Greifenspitze von Nacht und Tag

Riss ein Spalt im alles verbergenden Gewölbe auf;

Die bewussten Enden des Wesens wichen rollend zurück:

Die Grenzsteine der kleinen Person brachen zusammen,

Das Insel-Ego einte sich mit seinem Festland.

Überwunden war diese Welt der starr begrenzenden Formen:

Des Lebens Schranken öffneten sich dem Unbekannten.

Aufgehoben waren die Vereinbarungen des Begriffsvermögens

Und, streichend die harte Klausel der Unterwerfung,

Annulliert der Vertrag der Seele mit dem Nichtwissen der Natur.

All die grauen Hemmnisse waren zerrissen

Und zerbrochen war des Intellekts harter und glänzender Deckel;

Wahrheit fand ungeteilt immensen Himmelsraum;

Eine empirische Vision sah und wusste;

Das begrenzte Mental wurde zu einem grenzenlosen Licht,

Das endliche Selbst vermählte sich mit Unendlichkeit.

Sein Marsch schwang sich nun hoch in eines Adlers Flug.

Aus seiner Lehrzeit bei der Unwissenheit

Erhob ihn Weisheit in ihr meisterliches Handwerk

Und machte ihn zum Erz-Steinmetz der Seele,

Zum Erbauer des geheimen Hauses des Unsterblichen,

Zum Anwärter auf die überirdische Zeitlosigkeit:

Von oben riefen Freiheit und Herrschaft ihn;

Über dem Zwielicht des Mentals und des Lebens sterngeführter Nacht

Erstrahlte die Morgenröte eines spirituellen Tages.

Wie er so wuchs in sein weiteres Selbst hinein,

Bestimmte Menschentum immer weniger sein Tun;

Ein größeres Wesen sah eine größere Welt.

Ein furchtloser Wille nach Erkenntnis wagte die Seile zu beseitigen,

Die Vernunft zur Absicherung spannt und die ein Hemmnis sind

Für den Höhenflug des Mentals, den Sprung der Seele ins Unendliche.

Schon seine ersten Schritte durchbrachen unsere kleinen Erdschranken

Und schlenderten in einer weiteren freieren Atmosphäre umher.

Mit Händen, gestützt von einer verklärenden Macht,

Nahm spielend auf er wie den Bogen eines Riesen,

Der in einer versiegelten und geheimen Höhle verborgen liegt,

Jene Kräfte, die ungenutzt im Menschen schlummern.

Wunder wurde bei ihm eine ganz normale Tat

Und machte zum üblichen Teil göttlicher Werke,

Prachtvoll natürlich auf dieser Höhe,

Leistungen, an denen die Kraft sterblicher Herzen zerbrechen würde,

Verfolgte mit einer königlich machtvollen Leichtigkeit

Ziele, die für den Alltagswillen der Natur zu erhaben sind:

Zahlreich kamen die Gaben des Geistes zu ihm;

Sie waren Grundstruktur seines Lebens und sein Privileg.

Eine unverfälschte Wahrnehmung verlieh ihre leuchtende Freude:

Ihre innige Schau wartete nicht auf das Denken;

Sie umfing die ganze Natur mit einem einzigen Blick,

Sie schaute in das eigentliche Selbst der Dinge;

Nicht mehr getäuscht durch die Gestalt, sah er die Seele.

Sie wusste, was sich in Wesen unbekannt verbarg;

Sie ergriff die Idee im Mental, den Wunsch im Herzen;

Sie riss aus grauen Falten der Verschwiegenheit

Die Motive heraus, die die Menschen vor eigenem Blicke verbergen.

Er fühlte das pulsierende Leben anderer Menschen

Mit all ihrem Glück und ihrem Kummer eindringen in ihn;

Ihre Liebe, ihr Zorn, ihr stillschweigend Hoffen

Kamen in Strömen oder in flutenden Wogen

In den reglosen Ozean seiner Ruhe.

Er hörte den inspirierten Klang seiner eigenen Gedanken

Im Gewölbe des Mentals von anderen widerhallen;

Die Gedankenströme der Welt passierten seine Sicht;

Sein inneres Selbst kam dem Selbst anderer nah

Und trug die Bürde von Verwandtschaft, ein gemeinsames Band,

Und stand doch unberührt, König seiner selbst, allein.

Ein magischer Akkord beflügelte und stimmte

Die alten irdischen Saiten auf ätherische Symphonien ein;

Es erhob die Diener des Mentals und Lebens

Zu frohen Partnern in der Seele Antwort,

Gewebe und Nerven wandelten sich zu empfindsamen Saiten,

Aufnehmer von Glanz und Ekstase; es machte

Die Mittel des Körpers zu Akolyten des Geistes.

Ein himmlischeres Wirken von feinerer Art

Erhellte mit seiner Anmut des Menschen äußere Weltlichkeit;

Der Seele Erfahrung von dessen tieferen Hüllen

Schlief nun nicht mehr von der Materie Dominanz betäubt.

In der toten Mauer, die uns vom weiteren Selbst verschließt,

In die Verborgenheit eines scheinbaren Schlafes hinein,

Dem mystischen Gebiet jenseits unserer wachen Gedanken,

Ging eine Tür auf, eingebaut von der Kraft der Materie,

Und gab Dinge frei, noch nie erfasst vom irdischen Sinn:

Eine Welt, unsichtbar und unbekannt dem äußeren Mental,

Erschien in den stillen Räumen der Seele.

Er saß in geheimen Kammern und schaute hinaus

In die lichten Länder des Ungeborenen,

Wo alles vom Mental erträumte sichtbar und wahr ist

Und nahe gerückt, was sich das Leben ersehnt.

Er sah die Makellosen in ihren Sternenheimen,

Gekleidet mit der Herrlichkeit einer todlosen Gestalt,

In den Armen des Friedens des Ewigen liegen,

Versunken in die Herzschläge der Gott-Ekstase.

Er lebte in jenem mystischen Raum, wo Denken geboren

Und Wille genährt wird von einer ätherischen Macht

Und gespeist mit der weißen Milch von den Kräften des Ewigen

Bis dieser gleich dem eines Gottes wird.

In des Zeugen okkulten Zimmern mit mentalerbauten Wänden

Öffneten sich auf verborgene Innenräume, versteckte Gänge hin

Die Fenster der inneren Schau.

Er besaß das Haus der ungeteilten Zeit.

Hochhebend den schweren Vorhang des Fleisches

Stand da auf einer schlangenbewachten Schwelle er

Und spähte in schimmernd endlose Korridore aus,

Still und lauschend in dem stillen Herz

Auf das Neue und Unbekannte, das näher kam.

Er blickte durch die leeren Schweigsamkeiten

Und hörte die Schritte der ungeträumten Idee

Auf den fernen Alleen der Jenseitigkeit.

Er hörte die geheime Stimme, das Wort, das weiß,

Und sah das geheime Antlitz, das unser eigenes ist.

Die inneren Ebenen enthüllten ihre Tore aus Kristall;

Seltsame Mächte und Einflüsse berührten sein Leben.

Eine Vision kam von höheren Reichen als unseren,

Ein Bewusstsein von helleren Gefilden und Himmeln,

Von Wesen, weniger umrissen als kurzlebige Menschen

Und feineren Körpern als diese vergänglichen Rahmenwerke,

Von Objekten, viel zu fein für unseren stofflichen Griff,

Taten, dynamisiert von einem übermenschlichen Licht,

Und Bewegungen, angetrieben von einer überbewussten Kraft,

Und Freuden, wie sie nie durch sterbliche Glieder strömten,

Und lieblichere Szenen als die der Erde und glücklichere Leben.

Ein Bewusstsein von Schönheit und von Seligkeit,

Ein Wissen, das zu dem wurde, was es wahrnahm,

Ersetzte den gesonderten Sinn und das Herz

Und zog die ganze Natur in seine Umarmung.

Der mentale Geist lehnte sich hinaus, den verborgenen Welten zu:

Luft glühte und wimmelte von wunderbaren Formen und Farben,

In der Nase bebte himmlischer Wohlgeruch,

Auf der Zunge weilte der Honig vom Paradies.

Ein Kanal der universellen Harmonie,

Hören war ein Strom magischer Audienz,

Ein Bett für okkulte Töne, die Erde nicht hören kann.

Aus einem verborgenen Trakt des Schlummer-Selbstes

Kam die Stimme von einer Wahrheit, versunken und unbekannt,

Die unter den kosmischen Oberflächen fließt,

Nur inmitten eines allwissenden Schweigens gehört,

Erfasst durch intuitives Herz und geheimen Sinn.

Er erfasste die Bürde von Geheimnissen, versiegelt und stumm,

Er drückte das unerfüllte Bedürfnis der Erde aus

Sowie das Lied von der Verheißung unverwirklichter Himmel

Und alles, was sich in allgewaltigem Schlaf verbirgt.

In dem unaufhörlichen Drama, getragen von der Zeit

Auf jener langen lauschenden Flut, die der Welt

Unlösbaren Zweifel auf einer ziellosen Pilgerreise trägt,

Schäumte und sprudelte ein Gelächter schlaflosen Vergnügens

Und Gemurmel von Begehren, das nicht sterben kann:

Ein Schrei kam von der Welt Freude zu sein,

Von der Herrlichkeit und Größe ihres Willens zu leben,

Erinnerung an das Abenteuer der Seele im Raum

Als Reisende durch die magischen Jahrhunderte

Und durch die Mühsal des Seins im Universum der Materie,

Ihrem Suchen nach der mystischen Bedeutung eigener Geburt

Und der Freude über hohe spirituelle Erwiderung,

Ihrem Beben vor Befriedigung und Zufriedenheit

In all der Lieblichkeit der Gaben des Lebens,

Ihrem starken Atem und Puls, der Spannung von Hoffen und Angst,

Ihrem Geschmack an Schmerzen und Tränen und Ekstase,

Ihrer Verzückung herzzerreißender Hieb von plötzlicher Seligkeit,

Dem Schluchzen ihrer Leidenschaft und endlosen Pein.

Das Raunen und Flüstern der ungehörten Klänge,

Das um unser Herz sich drängt, aber kein Fenster findet

Um einzutreten, schwoll zu einem Lobgesang

Von allem, was darunter leidet, noch unbekannt zu sein,

Von allem, das vergebens sich bemüht, geboren zu werden,

Von all der Lieblichkeit, die niemand je genießen wird,

Und von all der Schönheit, die niemals sein wird hier.

Unhörbar für unsere tauben sterblichen Ohren,

Webten die weiten Weltrhythmen ihren gewaltigen Gesang,

In den unsere Reime einzupassen Leben hier strebt,

Auflösend unsere Grenzen in das Unbegrenzbare,

Einstimmend das Endliche auf Unendlichkeit.

Ein leises Murmeln entstieg den unterbewussten Höhlen,

Das Stammeln der ursprünglichen Unwissenheit;

Als Antwort auf diese undeutlich gesprochenen Fragen

Stürzte mit blitzendem Nacken und Donners Schwingen

Ein strahlender Hymnus an das Unausdrückbare

Und der Choral des überbewussten Lichtes herab.

Dort war alles enthüllt, was niemand hier auszudrücken vermag;

Vision und Traum waren Fabeln, von einer Wahrheit erzählt,

Oder Symbole, wahrhaftiger als Fakten,

Oder waren Wahrheiten, bekräftigt durch übernatürliche Siegel.

Unsterbliche Augen nahten und blickten in die seinigen,

Und Wesen aus vielen Königreichen kamen und sprachen:

Die Ewiglebenden, die wir die Toten nennen,

Konnten ihre Glorie jenseits von Tod und Geburt verlassen,

Um jene Weisheit zu verkünden, die jede Formulierung übersteigt:

Die Könige des Bösen und die Könige des Guten,

Berufungskläger vor dem Richterstuhl der Vernunft,

Verkündeten ihre gegensätzlichen Heilsbotschaften

Und alle glaubten von sich Wortführer Gottes zu sein:

Die Götter des Lichtes und die Titanen der Finsternis

Kämpften um seine Seele wie um einen kostbaren Preis.

Mit jeder Stunde, gelöst aus dem Köcher der Zeit,

Erklang ein Lied von neuer Entdeckung,

Eines Bogenschusses Schwirren von jungem Versuch.

Jeder Tag war eine spirituelle Romanze,

Als wäre er in eine helle neue Welt hineingeboren;

Abenteuer sprang als ungeahnter Freund herbei

Und Gefahr brachte einen beißend süßen Geschmack von Freude:

Jedes Ereignis war eine tiefe Erfahrung.

Es gab große Begegnungen, epische Zwiegespräche,

Und Ratschläge kamen, gekleidet in himmlische Reden,

Und honigsüße Zusprüche, gehaucht von okkulten Lippen,

Um dem Herzen zu helfen, dem Ruf der Verzückung nachzugeben,

Und süße Verlockungen stahlen sich aus den Reichen der Schönheit

Und plötzliche Ekstasen aus einer Welt der Seligkeit.

Es war eine Region des Wunders und der Wonne.

Seine klare Hellhörigkeit konnte jetzt alles empfangen;

Ein Kontakt, durchbebt von machtvoll Unbekanntem.

Erweckt zu neuen überirdischen Nähen,

Gab die Berührung Antwort den subtilen Unendlichkeiten,

Und mit einem silbernen Schrei sich öffnender Tore

Schossen Blitze des Schauens in das Unsichtbare.

Stetig wuchsen sein Bewusstsein und seine Schau;

Sie nahmen einen weiteren Schwung an, einen höheren Flug;

Er überschritt die Grenze, abgesteckt für die Herrschaft der Materie,

Und durchschritt die Zone, wo Denken Leben ersetzt.

Aus dieser Welt der Zeichen trat er plötzlich

In ein stilles Selbst, wo keine Welt mehr war,

Und schaute dahinter in eine namenlose Weite.

Diese Symbol-Gebilde verloren ihr Recht zu leben,

Alle Merkmale fielen, die unser Sinn zu erkennen vermag;

Dort schlug das Herz nicht mehr bei des Körpers Berührung,

Dort blickten die Augen nicht mehr nach der Schönheit Form.

In seltenen und leuchtenden Intervallen der Stille

Schwang er sich in ein zeichenloses Gebiet,

Das voll war mit den tiefsinnigen Inhalten der Formlosigkeit,

Wo Welt in ein einziges Sein verzückt versunken war

Und alles erkannt ward durch das Licht der Wesenseinheit

Und Geist sein eigener Selbstbeweis war.

Der Blick des Höchsten schaute durch menschliche Augen hinaus

Und sah alle Dinge und Geschöpfe als sich selbst

Und kannte alles Denken und Wort als seine eigene Stimme.

Dort ist Einheit viel zu nah für Suchen und Ergreifen

Und Liebe ist ein Sehnen des Einen nach dem Einen,

Und Schönheit ist ein süßer Unterschied im Gleichen

Und Einssein ist die Seele der Vielfalt.

Dort einen sich all die Wahrheiten in einer einzigen Wahrheit,

Und alle Ideen kehren zur Wirklichkeit zurück.

Dort sich selbst erkennend durch ihr eigenes zeichenloses Selbst,

Saß Weisheit hoch erhaben, wortlos, absolut,

Unbegleitet in der ewigen Ruhe,

Allsehend, bewegungslos, souverän und allein.

Dort braucht Erkenntnis keine Worte, um Idee zu verkörpern;

Idee, suchend ein Heim im Grenzenlosen,

Überdrüssig ihrer heimatlosen Unsterblichkeit,

Sucht nicht zu rasten in Denkens gemeißelter brillanter Zelle,

Deren einziges Fenster den Blick auf die Dinge beschneidet

Und nur einen kleinen Bogen von Gottes weitem Himmel erhascht.

Das Grenzenlose verkehrt mit dem Grenzenlosen dort;

Weilend dort, kann man weiter sein als die Welt;

Dort weilend, ist man seine eigene Unendlichkeit.

Sein Zentrum lag nicht mehr im irdischen Mental;

Eine Macht sehenden Schweigens erfüllte seine Glieder:

Eingefangen von einer lautlos weißen Epiphanie

In eine Schau, die Formen übersteigt,

In eine Lebensweise, die Leben übersteigt,

Nahte er sich dem stillen Bewusstsein, das alles stützt.

Die Stimme, die nur durch Sprache das Mental bewegen kann,

Wurde schweigendes Wissen in der Seele;

Die Stärke, die nur im Handeln ihre Wahrheit fühlt,

War nun beheimatet in einem stummen allmächtigen Frieden.

Ein Müßigsein in der Arbeit der Welten,

Ein Innehalten in der Freude und Angst des Erkundens

Gaben dem Druck der Natur die Ruhe Gottes wieder.

Eine weite Eintracht beendete des Lebens Debatte.

Der Krieg der Gedanken, der Vater des Weltalls ist,

Der Zusammenprall der Kräfte, die obsiegen wollen

Sowohl im ungeheuren Stoß, der einen Stern entzündet,

Wie bei der Bildung eines winzigen Körnchens Staub,

Die Furchen, die im Raum ihre stumme Ellipse ziehen,

Gepflügt vom Suchen der Weltbegier,

Die langen Rückflüsse der Flut der Zeit,

Die Qual, die schärft der Lust furchtbare Kraft,

Die Bewegung weckt im dumpfen Schleim der Erde

Und aus Lehm eine Persönlichkeit formt,

Der Kummer, der da stillt den Hunger der Natur,

Der Östrus, der mit dem Feuer des Schmerzes erschafft,

Das Schicksal, das Tugend mit Scheitern straft,

Die Tragödie, die ein langes Glück zerstört,

Das Weinen der Liebe, der Streit der Götter,

Vergingen in einer Wahrheit, die im eigenen Lichte lebt.

Frei stand seine Seele, ein Zeuge und ein König.

Nicht mehr absorbiert in dem vom Augenblick gerittenen Fluss,

Wo der mentale Geist unaufhörlich treibt wie auf einem Holzfloß,

Eilend von Phänomen zu Phänomen,

Verweilte er ruhevoll in unteilbarer Zeit.

Wie ein längst geschriebenes und nun aufgeführtes Stück,

Hielt er in seiner Gegenwart seine Zukunft und Vergangenheit,

Fühlte in den Sekunden die ungezählten Jahre

Und sah die Stunden wie Tupfen auf einem Blatt.

Ein Aspekt der unbekannten Wirklichkeit

Veränderte den Sinn der kosmischen Szenerie.

Dieses riesige materielle Universum wurde

Zum winzigen Ergebnis einer gewaltigen Kraft:

Der ewige Strahl, ereilend den Augenblick,

Erleuchtete Das, was noch nie erschaffen war.

Denken legte sich nieder in eine mächtige Sprachlosigkeit;

Der sich abmühende Denker weitete sich und ward still,

Transzendente Weisheit berührte sein zitternd Herz:

Über die lichte Grenze des Denkens hinweg konnte seine Seele segeln;

Das Mental schirmte nicht mehr das uferlos Unendliche ab.

Durch ein leeres weichendes Himmelsgewölbe erhaschte er

Hinter letztem Schimmern und Dahintreiben schwindender Sterne

Die überbewussten Reiche reglosen Friedens,

Wo Urteil aufhört und das Wort verstummt ist

Und das Unfassbare pfadlos und einsam liegt.

Keine Form tauchte auf, kein Laut erhob sich;

Nur Schweigen und das Absolute waren da.

Aus dieser Stille stieg neugeboren der mentale Geist

Und erwachte zu Wahrheiten, einst unausdrückbar,

Und Formen erschienen, stumm bedeutungsvoll,

Ein sehendes Denken, eine selbstoffenbarende Stimme.

Er kannte die Quelle, aus der sein Geist kam:

Bewegung ward vermählt mit dem reglos Weiten;

Er trieb seine Wurzeln tief in das Unendliche,

Er gründete sein Leben auf Ewigkeit.

Erst währten diese himmlischeren Zustände nur eine Weile,

Diese großen Aufschwünge weiter Ausgeglichenheit.

Nur allzu bald zerreißt die hohe und leuchtende Spannung,

Des Körpers steinerne Stille und des Lebens verschwiegene Trance,

Die atemlose Macht und Ruhe schweigenden Mentals;

Oder sie vergehen langsam wie ein goldner Tag sich senkt.

Die rastlos niederen Teile sind des Friedens müde;

Eine Wehmut nach alten kleinen Werken und Freuden,

Ein Bedürfnis, kleine vertraute Selbste zurückzurufen,

Zu wandern auf dem gewohnten und minderwertigen Weg,

Der Drang, in einem natürlichen Niedergleiten auszuruhen,

Wie ein Kind, das Gehen lernt, nicht lange gehen kann,

Ersetzen den titanischen Willen, immer höher aufzusteigen,

Dämpfen das heilige Feuer auf des Herzens Altar.

Ein altes Ziehen unterbewusster Bindungen erneuert sich;

Es zerrt den Geist von den Höhen wider seinen Willen nieder

Oder eine dumpfe Schwerkraft zieht uns abwärts

Zur blind getriebenen Trägheit unserer Basis.

Auch das kann sich der oberste Diplomat zunutze machen,

Er macht unseren Fall zum Mittel eines größeren Aufstiegs.

Denn in das stürmische Gebiet unwissender Natur,

In das halbgeordnete Chaos sterblichen Lebens,

Folgen der gestaltlos Mächtige, das Selbst ewigen Lichtes

Im Schatten der Herabkunft des Geistes;

Die Zwillings-Dualität, die auf ewig eins ist,

Erwählt ihr Heim inmitten des Tumults der Sinne.

Er kommt ungesehen in unsere dunkleren Teile

Und verrichtet, verhüllt von der Finsternis, sein Werk,

Ein feinsinniger und allwissender Gast und Führer,

Bis auch sie den Drang und Willen zur Wandlung spüren.

Alles hier muss lernen, einem höheren Gesetz zu gehorchen,

Unsere Körperzellen haben die Flamme des Unsterblichen zu halten.

Sonst würde der Geist seine Quelle alleine erreichen

Und eine halberlöste Welt ihrem ungewissen Schicksal überlassen.

Die Natur würde auf ewig unerlöst sich weiter mühen;

Unsere Erde würde auf ewig hilflos im Raum sich weiter drehen

Und der Zweck dieser immensen Schöpfung scheitern,

Bis schließlich das frustrierte Universum zugrunde ging.

Selbst seine gottgleiche Kraft emporzusteigen, musste sinken:

Sein größeres Bewusstsein trat in den Hintergrund;

Dumpf und verfinstert strebte sein Menschenäußeres

Wieder die einstigen Erhabenheiten zu fühlen,

Die hohe rettende Berührung zu bringen, die ätherische Flamme,

In seine entsetzliche Not die göttliche Kraft zurückzurufen.

Immer strömte die Macht zurück wie plötzlicher Regen,

Oder langsam wuchs eine Präsenz in seiner Brust;

Sie klomm auf eine unvergessene Höhe zurück

Oder erhob sich über den Gipfel, von dem sie fiel.

Mit jedem seiner Aufstiege kam ein größeres Standvermögen,

Ein Verweilen auf einer höheren Geist-Ebene;

Das Licht verweilte für eine längere Zeit in ihm.

In diesem Pendeln zwischen Erde und Himmel,

Im Aufstieg dieser unbeschreiblichen Kommunion,

Da wuchs in ihm, gleich zunehmendem Mond,

Die Pracht der Ganzheit seiner Seele.

Eine Vereinigung des Wirklichen mit dem Einzigartigen,

Ein Blick des Alleinigen aus jedem Antlitz,

Die Gegenwart des Ewigen in den Stunden

Erweiterte des sterblichen Mentals Teilschau auf die Dinge,

Überbrückte die Kluft zwischen des Menschen Kraft und Schicksal,

Machte das Fragmentwesen, das wir hier sind, zu einem Ganzen.

Schließlich ward eine feste spirituelle Selbstsicherheit gewonnen,

Ein ständiges Wohnen im Reich des Ewigen,

Eine Sicherheit im Schweigen und Strahl,

Ein fester Standort in dem Unwandelbaren.

Die Höhen seines Wesens lebten in dem stillen Selbst;

Sein mentaler Geist konnte ruhen auf einem überirdischen Grund

Und niederschauen auf den Zauber und das Spiel,

Wo im Schoße von Nacht und Morgenröte das Gotteskind liegt

Und der Immerwährende der Zeit Verkleidung trägt.

Zu den stillen Höhen und den unruhigen Tiefen

Gab sein gleichmütiger Geist seine weite Zustimmung:

Eine gelassene Heiterkeit voll besonnener Stärke,

Ein weiter unerschütterlicher Blick auf die Unrast der Zeit

Sah allen Geschehnissen mit unverändertem Frieden entgegen.

Gleichgültig gegenüber Kummer und Freude,

Unbeeindruckt von Wunder und Ruf,

Nahm er regungslos den Fluss der Dinge wahr,

Unterstützte ruhig und distanziert alles, was ist:

Seines Geistes Stille half der ringenden Welt.

Inspiriert vom Schweigen und dem Blick geschlossener Augen

Wirkte seine Kraft mit einer neuen lichterfüllten Kunst

Auf jenes rohe Material, aus dem alles gemacht ist,

Und auf die Verweigerung der Trägheit Masse

Und auf die graue Front der Welt Unwissenheit

Und dumpfen Materie und des gewaltigen Irrtums des Lebens.

Wie ein Bildhauer aus dem Stein eine Gottheit meißelt

Schlug langsam er die dunkle Umhüllung ab,

Die Verteidigungslinie der Natur Unwissenheit,

Das Blendwerk und Mysterium des Nichtbewussten,

In dessen schwarzem Schleier der Ewige sein Haupt verbirgt,

Damit er unerkannt in kosmischer Zeit wirken kann.

Eine Pracht der Selbsterschaffung von den Gipfeln,

Eine Verklärung in den mystischen Tiefen,

Ein freudigeres kosmisches Wirken konnte beginnen

Und in ihm neu formen die Weltgestalt,

Gott gefunden in Natur, Natur erfüllt in Gott.

Schon war in ihm zu sehen jenes Werk der Macht:

Leben baute sich sein Heim auf den hohen Gipfeln des Selbstes;

Seine Seele, sein Mental und Herz wurden zu einer einzigen Sonne;

Einzig des Lebens niedere Bereiche blieben noch düster.

Aber auch dort, im ungewissen Schatten des Lebens,

Gab es eine Anstrengung und einen feurigen Atem;

Die vieldeutige Himmelskraft wirkte dort vermummt,

Vom reglosen Frieden des inneren Zeugen bewacht.

Sogar zu dieser ringenden Natur, noch unten gelassen,

Kamen Zeiten starker Erleuchtung:

Blitze von Glorie über Glorie flammten auf,

Erfahrung war eine Erzählung von Glut und Feuer,

Luft wehte um die Fregatten der Götter,

Seltsame Reichtümer segelten ihm aus dem Ungesehenen zu;

Herrlichkeiten der Einsicht füllten die Leere des Denkens,

Wissen sprach zu den nichtbewussten Schweigsamkeiten,

Flüsse von Seligkeit und lichterfüllter Kraft flossen herab,

Besuche von Schönheit, Sturmböen von Freude

Regneten herab vom allmächtigen Mysterium dort oben.

Von dorther stießen die Adler der Allwissenheit hernieder.

Ein dichter Schleier war gerissen, ein gewaltiges Flüstern zu hören;

In der Abgeschiedenheit seiner Seele wiederholt,

Sang ein Weisheitsruf aus verzückten Transzendenzen

Auf den Bergen einer ungesehenen Welt;

Die Stimmen, die ein inneres Lauschen hört,

Übermittelten ihm ihre prophetischen Äußerungen,

Und flammenumhüllte Ausbrüche des unsterblichen Wortes

Und Blitze eines okkulten offenbarenden Lichtes

Näherten sich ihm aus unerreichbarer Heimlichkeit.

Ein inspiriertes Wissen saß auf einem Throne im Innern,

Das in Sekunden mehr Erleuchtung brachte als Verstand in Jahren:

Ein Iktus enthüllenden Glanzes fiel

Wie ein weisender Akzent auf die Wahrheit,

Und wie eine Wetterleuchte das ganze Gelände zeigt,

So flammte eine schnelle intuitive Wahrnehmung auf.

Ein einziger Blick vermochte Wahr und Falsch zu unterscheiden

Oder im Dunkel sein schnelles Fackelfeuer emporzuheben,

Um die Antragsteller zu prüfen, die durch des Mentals Tore drängen,

Gedeckt durch die gefälschten Unterschriften der Götter,

Um die magische Braut in ihrer Verkleidung aufzudecken

Oder das scheinbare Antlitz von Denken und Leben abzutasten.

Inspiration auf ihren blitzesschnellen Füßen,

Die plötzliche Gesandte von den allsehenden Gipfeln,

Durchquerte oft die lautlosen Korridore seines Mentals

Und brachte ihr rhythmisches Gefühl für Verborgenes.

Eine Musik sprach, übersteigend sterbliche Rede.

Wie aus einer goldnen Phiole der Allseligkeit

Ergoss sich eine Freude voll Licht, eine Freude plötzlicher Schau,

Ein Entzücken des mit Schauer erfüllten unsterblichen Wortes

Wie in einen leeren Kelch ihm in sein Herz,

Eine Wiederholung der uranfänglichen Freude Gottes,

Die schuf in einer jungen und jungfräulichen Zeit.

Allwissen, in einem kurzen Augenblick, auf engem Raum erhascht,

In wortlos erhabene Gedanken verpackt,

Hinterlegte in der erwartungsvollen Stille seiner Tiefen

Einen Kristall des allerhöchsten Absoluten,

Einen Teil der unausdrückbaren Wahrheit,

Enthüllt durch Schweigen der schweigenden Seele.

In seiner Stille wirkte die starke Schöpferin;

Ihre Macht, sprachlos nun, wurde inniger;

Sie schaute auf das Gesehene und das Unvorhergesehene,

Unvermutete Bereiche machte sie zu ihrem heimischen Feld.

Allschau sammelte sich in einem einzigen Strahl,

Als würden die Augen einen unsichtbaren Punkt fixieren

Bis durch die Intensität eines einzigen Lichtfleckes

Die Apokalypse einer Welt von Bildern

In das Königreich des Sehers hereintritt.

Ein großer nackter Arm von Herrlichkeit erhob sich plötzlich;

Er zerriss das lichtundurchlässige Gespinst des Nichtwissens:

Die unausdenkbar scharfe Spitze ihres erhobenen Fingers

Legte mit einem Flammenstich das verschlossene Jenseits frei.

Ein Auge, wach in stimmlosen Höhen der Trance,

Ein mentaler Geist, der am Unvorstellbaren zupft,

Überspringend mit einem einzigen und riskanten Sprung

Die hohe schwarze Mauer, die das Überbewusste hinter sich verbirgt,

So drang sie ein mit der Sense inspirierter Rede

Und plünderte das weite Gebiet des Unkennbaren.

Eine Sammlerin unendlich kleiner Körner der Wahrheit,

Eine Garbenbinderin unendlicher Erfahrung,

Durchdrang sie die behüteten Geheimnisse der Weltkraft

Und ihre magischen Verfahren, eingehüllt in tausend Schleier;

Oder sie sammelte die verlorenen Geheimnisse, der Zeit entfallen,

Aus dem Staub und aus den Ritzen seines aufsteigenden Weges

Inmitten längst vergessener Träume eines eilenden Mentals

Und begrabener Überreste eines vergessenen Raumes.

Eine Reisende zwischen Gipfel und Abgrund,

Vereinte sie die fernen Enden, die sichtlosen Tiefen,

Oder streifte entlang der Wege von Himmel und Hölle,

Wie ein Spürhund nach jeglichem Wissen suchend.

Eine Reporterin und Schreiberin verborgenen Weisheitsgespräches,

Übermittelte sie mit brillierenden Berichten von himmlischer Rede,

Durch das getarnte Amt des okkulten Mentals gelassen,

Dem Propheten und dem Seher

Den inspirierten Körper der mystischen Wahrheit.

Eine Aufzeichnerin der Erkundigungen der Götter,

Sprecherin der verschwiegenen Schauungen des Höchsten,

Brachte sie sterblichen Menschen unsterbliche Worte.

Über dem brillanten schmalen Bogen des Verstandes,

Freigesetzt wie strahlende Luft, die trübt einen Mond,

Schwammen ausgedehnte Räume einer Schau ohne Säumung

Oder Grenze in den Horizont seines Geistes hinein.

Ozeane des Seins empfingen seine reisende Seele

Und riefen zu unendlicher Entdeckung auf;

Zeitlose Gefilde der Freude und absoluten Macht

Erstreckten sich, umgeben von der ewigen Stille;

Die Wege, die zu endlosem Glück hinführen,

Verliefen wie ein Traumlächeln durch andächtige Weiten:

Enthüllt erhoben sich im Lichtschein eines goldnen Augenblicks

Weiße Sonnensteppen im pfadlos Unendlichen.

Entlang einer nackten Kurve im grenzenlosen Selbst

Deuteten die Punkte, die der Dinge verschlossenes Herz durchziehen,

Die unbestimmbare Linie an,

Die den Ewigdauernden durch die Jahre trägt.

Die magisch gebundene Ordnung des kosmischen Mentals,

Die zwängt die Freiheit der Unendlichkeit ein

Mit dem starren Aufmarsch von Symbol-Fakten der Natur

Und des Lebens unablässigen Signalen von Ereignissen,

Wandelte zufällige Wiederholungen in Gesetze,

Ein Chaos von Zeichen in ein Universum.

Aus den reichen Wundern und den komplexen Windungen

Des Geistes Tanz mit Materie als seiner Maske

Trat klar die Ausgewogenheit der Welt Gestaltung hervor,

Ihre Symmetrie der selbstgeordneten Wirkungen,

Die in den tiefen Perspektiven der Seele gesteuert werden,

Und der Realismus ihrer irrealen Kunst,

Ihre Logik von unendlicher Intelligenz,

Ihre Magie einer sich wandelnden Ewigkeit.

Auf das ewig Unbekannte ward ein Blick geworfen:

Die Buchstaben stachen aus dem regungslosen Wort heraus:

Im unwandelbar namenlosen Ursprung

War, wie aus unermesslichen Meeren auftauchend,

Die Spur der Ideen zu sehen, die die Welt erschufen,

Und, gesät in die schwarze Erde der Natur Trance,

Der Same der blinden und gewaltigen Begierde des Geistes,

Woraus der Baum des Kosmos empfangen ward

Und seine magischen Arme durch einen Traum von Raum ausbreitet.

Gewaltige Wirklichkeiten nahmen Gestalt an:

Da blickte aus dem Schatten des Unbekannten

Das körperlos Namenlose, das Gottes Werden sah

Und zu erlangen sucht aus des Sterblichen Mental und Seele

Einen todlosen Körper und einen göttlichen Namen.

Die unbewegten Lippen, die großen überwirklichen Schwingen,

Das Gesicht, maskiert von überbewusstem Schlaf,

Die Augen mit ihren geschlossenen Lidern, die alles sehen,

Erschienen von jenem Architekt, der in Trance erschafft.

Das ursprüngliche Begehren, geboren in der Leere,

Lugte hervor; er sah die Hoffnung, die niemals schläft,

Die Füße, die eilen hinter flüchtigem Schicksal her,

Den unbeschreibbaren Sinn des endlosen Traumes.

Kaum für einen Augenblick geschaut, nicht sichtbar dem Mental,

Gleichsam einer Fackel, gehalten von einer Macht Gottes,

Flimmerte die strahlende Welt der immerwährenden Wahrheit

Gleich einem blassen Stern am Rande der Nacht

Über dem schimmernden Grat des goldnen Obermentals.

Erhascht ward wie durch einen raffinierten Schleier sogar

Das Lächeln der Liebe, das gutheißt das lange Spiel,

Die ruhige Nachsicht und die mütterlichen Brüste

Der Weisheit, die das Kinderlachen des Zufalls säugen,

Das Schweigen, die Amme der Macht des Allmächtigen,

Die allumfassende Stille, Schoß des unsterblichen Wortes,

Und das ruhige sinnende Angesicht des Zeitlosen

Und das schöpferische Auge der Ewigkeit.

Die inspirierende Göttin betrat die Brust eines Sterblichen,

Schuf dort ihren Arbeitsraum für weissagendes Denken

Und ihr Heiligtum für prophetische Rede

Und thronte auf dem Dreifuß des Mentals:

Oben ward alles weit gemacht, unten alles erhellt.

Im Kern der Dunkelheit grub sie die Quellen des Lichtes aus,

Den unentdeckten Tiefen gab sie eine Form,

Verlieh den ungeäußerten Weiten einen vibrierenden Ruf,

Und durch riesige uferlose, stimmlose, sternenlose Breiten

Trug sie erdwärts Fragmente enthüllenden Denkens,

Geschlagen aus dem Schweigen des Unsagbaren.

Eine Stimme im Herzen äußerte den ungesprochenen Namen,

Ein Traum suchenden Denkens, den Raum durchwandernd,

Betrat das unsichtbare und verbotene Haus:

Gefunden ward der Schatz von einem himmlischen Tag.

Im tiefen Unterbewussten leuchtete ihre Juwelenlampe;

Hochgehoben zeigte sie die Schätze der Höhle,

Wo, von den geizigen Händlern der Sinne

Ungenutzt, behütet unter den Drachenkrallen der Nacht,

Sie eingehüllt in Samtfalten der Dunkelheit schlafen

Und deren unschätzbarer Wert die Welt hätte retten können.

Eine Finsternis, die in ihrer Brust den Morgen trägt,

Schaute nach dem ewigen weit wiederkehrenden Schein,

In Erwartung der Ankunft eines stärkeren Lichtstrahles

Und der Befreiung der verlorenen Herden der Sonne.

In einer herrlichen Übertriebenheit von Gottes Verschwendung

Sorglos ausgestreut im üppigen Schöpfungswerk,

Zurückgelassen in den Schächten der bodenlosen Welt

Und gestohlen von den Räubern der Tiefe,

Liegen die goldnen Schekel des Ewigen

Verwahrt vor Berührung und Blick und des Denkens Begier,

Eingeschlossen in dunklen Gewölben der unwissenden Flut,

Damit die Menschen sie nicht finden und gleich den Göttern werden.

Eine Vision erstrahlte auf den sichtlosen Höhen,

Eine Weisheit leuchtete auf aus den stimmlosen Tiefen:

Eine tiefere Deutung steigerte Wahrheit,

Eine grandiose Umkehrung von Nacht und Tag;

All die Werte der Welt wandelten sich, erhöhend des Lebens Ziel;

Ein weiseres Wort, ein höherer Gedanke kamen herein als das,

Was das langsame Mühen menschlichen Geistes erbringen kann,

Ein geheimer Sinn erwachte, der überall

Eine Gegenwart und Erhabenheit zu erkennen vermochte.

Das Universum war nun nicht mehr dieser Wirbel ohne Sinn,

Träge herumgetragen auf einer immensen Maschinerie;

Es warf seine grandiose leblose Vorderseite hinweg,

War kein Mechanismus mehr oder Werk des Zufalls,

Sondern eine lebendige Bewegung von Gottes Körper.

Ein Geist, verborgen in Kräften und Formen,

War der Betrachter dieser regsamen Szenerie:

Die Schönheit und das unaufhörliche Wunder

Ließen ein Leuchten vom Ungeoffenbarten ein:

Das gestaltlos Immerwährende bewegte sich darin,

Suchend in Seelen und Dingen seine eigene vollkommene Gestalt.

Leben verlor nun öde und bedeutungslose Form.

Im Kampf und Umbruch der Welt

Sah er die Wehen einer Gottheit Geburt.

Ein geheimes Wissen maskiert als Unwissenheit sich;

Schicksal verdeckte mit einer ungesehenen Notwendigkeit

Das Zufallsspiel eines allmächtigen Willens.

Als eine Herrlichkeit und eine Entzückung und eine Lieblichkeit,

Unerkannt saß im Herzen der Allselige;

Der Erde Schmerzen waren das Lösegeld für ihre gefangene Freude.

Eine frohe Gemeinschaft färbte die vorüberziehenden Stunden;

Die Tage waren Wanderer auf einem vorbestimmten Wege,

Die Nächte Gefährten seines sinnenden Geistes.

Ein himmlischer Impetus beschwingte alles in seiner Brust;

Der schleppende Gang der Zeit wurde zu einem herrlichen Marsch;

Der göttliche Zwerg schwang sich hoch zu uneroberten Welten,

Die Erde wurde zu eng für seinen Sieg.

Einst nur erfassend den schweren Schritt

Einer blinden Macht auf menschlicher Winzigkeit,

Ward Leben nun ein sicherer Zugang hin zu Gott,

Dasein ein göttliches Experiment

Und der Kosmos der Seele Gelegenheit.

Die Welt war eine Empfängnis und eine Geburt

Von Geist in Materie zu lebendigen Formen

Und Natur trug den Unsterblichen in ihrem Schoße,

Damit sie durch ihn zum ewigen Leben aufsteigen möge.

Sein Wesen legte sich nieder in lichten reglosen Frieden

Und badete in Quellen reinen spirituellen Lichtes;

Es wanderte in weiten Bereichen des Weisheitsselbstes,

Erleuchtet von den Strahlen einer ewigwährenden Sonne.

Sogar das subtile Selbst seines Körpers im Innern

Konnte die irdischen Teile zu höheren Dingen erheben

Und auf sich den Hauch einer himmlischeren Luft verspüren.

Es war bereits auf dem Weg zur Göttlichkeit:

Emporgetragen auf beschwingten Winden einer jähen Freude,

Hochgehalten in ein Licht, das es nicht immer halten konnte,

Verließ es des Mentals Distanz zur höchsten Wahrheit

Und verlor des Lebens Unvermögen zur Seligkeit.

Alles, was jetzt in uns unterdrückt ist, begann aufzutauchen.

So kam es zur Befreiung seiner Seele von Unwissenheit,

Zur ersten spirituellen Wandlung seines Mentals und Körpers.

Eine weite Gotteserkenntnis strömte von oben herab,

Eine neue Welterkenntnis wuchs von innen heran:

Seine täglichen Gedanken schauten auf zum Wahren und Einen,

Seine gewöhnlichsten Taten entsprangen einem inneren Licht.

Erwacht zu den Linien, die Natur verbirgt,

Eingestimmt auf ihr Walten, das unseren Horizont übersteigt,

Wurde er mit einem verdeckten Universum eins.

Sein Griff überraschte ihre Quellen mächtigster Energien;

Er sprach mit den unbekannten Wächtern der Welten,

Formen nahm er wahr, die unsere sterblichen Augen nicht sehen.

Seine weiten Augen gaben nicht sichtbaren Wesenheiten Gestalt,

Er sah die kosmischen Kräfte bei ihrem Werk

Und fühlte den okkulten Antrieb hinter des Menschen Willen.

Die Geheimnisse der Zeit waren ihm ein offenes Buch;

Die Zeugnisse der Zukunft und Vergangenheit

Umrissen ihre Auszüge auf ätherischer Seite.

Geeint und harmonisch durch des Schöpfers Geschicklichkeit,

Hielt Menschliches in ihm Schritt mit dem Göttlichen;

Seine Taten waren kein Verrat an der inneren Flamme.

Dies schmiedete an die Erde die Größe seines Äußeren.

In den Zellen seines Körpers wuchs ein Genius,

Der da kannte den Sinn seiner schicksalsträchtigen Werke,

Verwandt dem Marsch unerfüllter Mächte

Jenseits von Lebens Bogen in Geistes Unermesslichkeiten.

Abseits lebte er in der Einsamkeit seines Mentals,

Ein Halbgott, der das Leben der Menschen formt:

Einer einzigen Seele Bestreben erhob die Menschenart;

Eine Macht wirkte, doch niemand wusste, woher sie kam.

Die universalen Stärken waren verknüpft mit seiner;

Füllend mit deren grenzenlosen Weiten die Winzigkeit der Erde,

Zog er jene Energien an, die ein Zeitalter verändern.

Ungreifbar für den gewöhnlichen Blick,

Machte er große Träume zur Gussform für künftige Dinge

Und goss seine Taten wie Bronze den Jahren zu.

Sein Gang durch die Zeit ließ menschliches Schreiten zurück.

Seine Tage waren einsam und herrlich wie die der Sonne.

Ende des dritten Cantos

Vierter Canto

Das geheime Wissen

Auf einer Höhe stand er, die auf größere Höhen blickte.

Unsere ersten Annäherungen an den Unendlichen

Sind Herrlichkeiten der Morgenröte an einem wunderbaren Rande

Während die glorreiche Sonne noch ungesehen bleibt.

Was wir jetzt sehen ist ein Schatten dessen, was kommen muss.

Der Erde Aufblick zu einem fernen Unbekannten

Ist ein Auftakt nur des epischen Aufstiegs

Der menschlichen Seele aus ihrem flachen irdischen Zustand

Hin zur Entdeckung eines größeren Selbstes

Und zum fernen Schimmer eines ewigen Lichtes.

Diese Welt ist ein Anfang und ein Fundament,

Wo Leben und Mental die Struktur ihrer Träume errichten;

Eine ungeborene Macht muss Wirklichkeit erbauen.

Eine an den Tod gebundene Winzigkeit ist nicht alles, was wir sind:

Unsterblich warten unsere vergessenen Weiten

In unserem obersten Selbst entdeckt zu werden;

Unermessliche Breiten und Tiefen des Seins sind uns zu eigen.

Dem unbeschreiblichen Geheimnis nah verwandt,

Mystisch, ewig in unverwirklichter Zeit,

Sind die Höhenlagen der Natur des Himmels Nachbarn.

Auf diese hochgelegenen Machtgebiete, unserem Forschen versiegelt,

Zu weit entfernt von den Poststraßen der äußeren Natur,

Zu hoch zum Atmen für unser sterbliches Leben,

Weist tief in uns eine vergessene Verwandtschaft hin

Und eine leise Stimme von Ekstase und Gebet

Ruft nach diesen schillernden verlorenen Unermesslichkeiten.

Auch wenn wir es versäumen in unsere Seele zu schauen

Oder im irdischen Bewusstsein eingebettet liegen,

Haben wir dennoch Wesensteile, die dem Licht entgegenwachsen,

Gibt es noch helle Gebiete und klare Himmel

Und Eldorados von Herrlichkeit und Ekstase

Und Tempel für die Gottheit, die keiner sehen kann.

Eine gestaltlose Erinnerung weilt noch in uns

Und manchmal, wenn unser Blick nach innen gerichtet ist,

Hebt sich der Unwissensschleier der Erde von unseren Augen;

Es gibt ein kurzes wunderreiches Entrinnen.

Diesen engen Randbereich begrenzter Erfahrung

Als Leben uns zugeteilt, lassen wir zurück,

Unsere kleinen Runden, unser ungenügendes Feld.

Unsere Seele kann in großen einsamen Stunden

Stille Regionen unvergänglichen Lichtes besuchen,

Allsehende Adlergipfel schweigender Macht

Und mondflammige Ozeane prompter unergründlicher Seligkeit

Und ruhige Unermesslichkeiten spirituellen Raumes.

Im Entfaltungsprozess des Selbstes

Wählt das unbeschreibliche Mysterium manchmal

Ein menschliches Gefäß für seine Herabkunft aus.

Ein Hauch aus überirdischer Luft weht herab,

Geboren ist eine Gegenwart, ein führendes Licht erwacht,

Eine Stille fällt auf die Instrumente hernieder:

Fest, regungslos wie ein Marmordenkmal,

Steinstill, ist der Körper ein Sockel,

Der eine Figur ewigen Friedens trägt.

Oder eine enthüllende Kraft stürmt flammend herein;

Aus einem weiten überirdischen Kontinent

Bricht Wissen durch, mit sich ziehend seine strahlenden Meere,

Und von der Macht, der Flamme bebt die Natur.

Eine größere Persönlichkeit nimmt manchmal

Von uns Besitz, die wir dennoch als unsere eigene erkennen:

Oder wir beten den Meister unserer Seele an.

Dann schrumpft das kleine körperliche Ego und fällt ab;

Nicht mehr beharrend auf sein gesondertes Selbst,

Verlierend die Förmlichkeit seiner gesonderten Geburt,

Lässt es uns eins sein mit Natur und mit Gott.

In Momenten, wenn die inneren Lampen leuchten

Und die lieb gewonnenen Gäste des Lebens draußen bleiben,

Sitzt unser Geist allein und spricht zu seinen Tiefen.

Ein weiteres Bewusstsein öffnet seine Tore dann;

Aus spirituellen Verschwiegenheiten dringt

Ein Strahl der zeitlosen Glorie ein und hält eine Weile inne,

Um mit unserem ergriffenen und erleuchteten Lehm zu verkehren

Und unserem Leben ihren großen weißen Stempel aufzuprägen.

In dem vergesslichen Bereich des sterblichen Mentals,

Offenbart den geschlossenen Prophetenaugen der Trance

Oder in einer tiefen inneren Einsamkeit

Von einem seltsam unstofflichen Sinn bezeugt,

Erscheinen die Signale der Ewigkeit.

Die Wahrheit, dem mentalen Geist unwissbar, enthüllt ihr Antlitz,

Wir hören, was sterbliche Ohren nie vernommen haben,

Wir spüren, was irdischer Sinn nie erspürt hat,

Wir lieben, was gewöhnliche Herzen abweisen und fürchten;

Zu einer strahlenden Allweisheit verstummt unser Mental;

Eine Stimme ruft aus den Gemächern der Seele;

Wir erleben die Ekstase der Gottheit Berührung

In goldnen Gemächern unsterblichen Feuers.

Vertraut sind diese Zeichen einem größeren Selbst,

Das von uns ungesehen in unserem Innern lebt;

Nur manchmal kommt ein heiligerer Einfluss daher,

Die Flut einer mächtigeren Brandung trägt unser Leben

Und eine göttlichere Gegenwart bewegt die Seele;

Oder es bricht etwas durch die irdischen Verhüllungen,

Die Anmut und Schönheit spirituellen Lichtes,

Die flüsternde Zunge eines himmlischen Feuers.

Uns selbst und hohes Fremdes, das wir spüren,

Das ist und waltet ungesehen, als wäre es nicht;

Es folgt den Linien einer immerwährenden Geburt,

Doch scheint es zu vergehen mit seiner sterblichen Gestalt.

Der Apokalypse gewiss, die da kommen wird,

Zählt es nicht die Augenblicke und die Stunden;

Erhaben, geduldig, ruhig sieht es die Jahrhunderte vergehen,

Wartend auf das langsame Wunder unserer Wandlung

In dem bedächtigen sicheren Verfahren der Weltkraft

Und dem langen Marsch der allenthüllenden Zeit.

Es ist der Ursprung und der Meisterschlüssel,

Ein Schweigen über dem Haupt, eine innere Stimme,

Ein im Herzen thronend lebendiges Bild,

Eine mauerlose Weite und ein unergründbarer Punkt,

Die Wahrheit all dieser kryptischen Darbietungen im Raum,

Das Wirkliche, wonach unsere Sehnsucht strebt,

Der geheime grandiose Sinn unseres Lebens.

Ein Schatz an Honig in den Waben Gottes,

Eine Herrlichkeit, die in einem dunklen Mantel brennt,

Ist dieses unsere Glorie von der Flamme Gottes,

Unser goldner Brunnen von der Welt Freude,

Eine im Umhang des Todes vermummte Unsterblichkeit,

Die Gestalt unserer ungeborenen Göttlichkeit.

Es wacht über unser Schicksal in inneren Tiefen,

Wo die ewige Saat vergänglicher Dinge schläft.

Immer tragen wir in uns einen magischen Schlüssel

Verborgen unter des Lebens fest verschlossener Hülle.

Ein flammender Zeuge im Heiligtum

Schaut durch die Zeit und die blinden Mauern der Form;

Ein zeitloses Licht ist in seinen verborgenen Augen;

Er sieht die geheimen Dinge, für die es keine Worte gibt,

Und kennt das Ziel der unbewussten Welt

Und das Herzstück des Mysteriums der reisenden Jahre.

Doch ist alles abgeschirmt, unterschwellig, mystisch;

Es bedarf des intuitiven Herzens, der Wendung nach innen,

Es bedarf der Macht eines spirituellen Blickes.

Sonst erscheint dem kurzen Moment-Blick unseres wachen Mentals

Unser zweifelhafter Kurs als eine ziellose Reise,

Die ein Zufall festgelegt oder ein Wille gewagt hat,

Oder die eine Notwendigkeit ohne Zweck oder Grund

Unwillentlich gezwungen hat, aufzutauchen und zu sein.

In diesem dichten Feld, wo nichts klar oder sicher ist,

Scheint äußerst fraglich uns das eigene Sein,

Unser Leben ein vages Experiment, die Seele

Ein flackerndes Licht in einer fremden unwissenden Welt,

Die Erde ein grob mechanisches Missgeschick,

Ein Netz des Todes, in welchem wir durch Zufall leben.

Alles Erlernte scheint zweifelhaftes Raten zu sein,

Das Vollbrachte ein Übergang oder ein Abschnitt,

Wobei das Weitere unserer Sicht sich entzieht,

Ein Zufallsgeschehen oder ein unvermutetes Geschick.

Aus dem Unbekannten gehen wir hin zum Unbekannten.

Unsere kurzes Dasein hier wird stets umringt

Von grauen Schatten unbeantworteter Fragen;

Die zeichenlosen Mysterien des dunklen Nichtbewussten

Stehen ungelöst hinter der Startlinie des Schicksals.

Ein sehnsuchtsvolles Streben im tiefen Abgrund der Nacht,

Saat eines vergänglichen Körpers und halb erleuchteten Mentals,

Hebt einsam seine Zunge bewussten Feuers

Einem todlosen Licht entgegen, das für immer verloren ging;

Es hört nur, einziger Widerhall seines Rufes,

Die schwache Antwort in des Menschen unkundigem Herz

Und findet, ohne zu verstehen warum es kam

Oder aus welchem Grund hier all dies Leiden herrscht,

Gottes Zustimmung zum Paradoxon des Lebens

Und zum Rätsel des Unsterblichen Geburt in der Zeit.

Entlang eines sich über Äonen schlängelnden Pfades

In der gewundenen Schwärze ihrer unkundigen Reise

Schleppt die Erdgöttin sich durch den Sand der Zeit.

Ein Wesen ist in ihr, das sie zu erkennen hofft,

Ein Wort spricht zu ihrem Herzen, das sie nicht hören kann,

Ein Schicksal zwingt, dessen Form sie nicht sehen kann.

Auf ihrer unbewussten Kreisbahn durch die Leere

Strebt sie aufzusteigen aus ihren mentallosen Tiefen,

Ein gefahrvolles Leben ist ihr Gewinn, eine ringende Freude;

Ein Denken, das begreifen kann, doch kaum erkennt,

Erhebt sich langsam in ihr und erschafft

Die Idee, die Sprache, die mehr bezeichnet als erhellt;

Eine zitternde Freude, die weniger ist als Seligkeit,

Quillt über aus all dieser Schönheit, die sterben muss.

Erschreckt durch den Kummer, der ihr an den Füßen zerrt,

Und der hohen noch unerlangten Dinge bewusst,

Nährt sie in ihrer schlaflosen Brust seit jeher

Ein innerliches Drängen, das Ruhe und Frieden von ihr nimmt.

Unwissend und müde und unbesiegbar

Sucht sie durch der Seele Krieg und bebenden Schmerz

Die reine Vollkommenheit für ihre entstellte Natur,

Einen Hauch von Göttlichkeit auf ihrem Stein und Schlamm.

Einen Glauben erfleht sie, der eine Niederlage überdauern kann,

Die Süße einer Liebe, die den Tod nicht kennt,

Das Strahlen einer Wahrheit, die für immer gesichert ist.

Ein Licht wächst in ihr, sie nimmt eine Stimme an,

Sie lernt ihren Zustand zu deuten und die vollbrachte Tat,

Doch das eine notwendig Wahre entzieht sich ihrem Erfassen,

Sie selbst und alles, deren Zeichen sie ist.

Ein unartikuliertes Flüstern treibt ihre Schritte an,

Wovon sie zwar die Stärke fühlt, doch nicht den Sinn;

Einige seltene Andeutungen kommen als Wegweiser,

Gewaltig kündende Blitze spalten ihr Gehirn,

Und manchmal, in ihren Stunden des Träumens und des Sinnens,

Da schaut auf sie die lang entbehrte Wahrheit,

Als sei sie ganz weit weg und doch im Innern ihrer Seele.

Ein Wandel naht, der ihrer Vermutung entflieht,

Und, immer wieder aufgeschoben, zu Versuch und Hoffnung zwingt,

Doch sterblicher Hoffnung zu großes Wagnis scheint.

Eine Schau begegnet ihr von überirdischen Mächten,

Sie lockend, verlorenen mächtigen Verwandten gleich,

Die mit entfremdet weit leuchtendem Blicke nahen.

Dann wird sie zu allem bewegt, was sie nicht ist,

Und streckt ihre Arme aus nach dem, was nie ihr eigen war.

Die Arme ausstreckend in das unbewusste Leer,

Betet sie leidenschaftlich zu unsichtbaren Formen der Götter,

Erflehend vom stummen Schicksal und mühender Zeit

Was am meisten sie braucht, am meisten sie übersteigt,

Ein Mental, nicht heimgesucht vom Glanz der Illusion,

Einen Willen, der die Gottheit der Seele zum Ausdruck bringt,

Eine Stärke, die nicht durch ihre Schnelle zu Fall gebracht wird,

Eine Freude, die Leid nicht als ihren Schatten nach sich zieht.

Nach diesen sehnt sie sich und fühlt sie für sich bestimmt:

Des Himmels Privileg fordert sie als ihr eigenes Recht.

Gerecht ist ihr Anspruch, den gutheißen die allbezeugenden Götter,

Offenkundig in einem größeren Lichte als dem der Vernunft:

Unsere Intuitionen sind seine Besitzurkunden;

Was unser blindes Denken verschmäht, nimmt unsere Seele an.

Der Erde geflügelte Chimären sind der Wahrheit Stuten im Himmel,

Das Unmögliche ist Gottes Zeichen für künftige Dinge.

Aber nur wenige können über den jetzigen Zustand hinausblicken

Oder diese verfilzte Hecke der Sinne überspringen.

Alles, was sich auf der Erde und jenseits davon ereignet,

Ist Teil von einem unermesslichen Plan,

Den der Eine in seinem Herzen wahrt und allein nur kennt.

Unsere äußeren Geschehnisse haben ihren Samen im Innern,

Und selbst dies willkürliche Schicksal, das den Zufall nachahmt,

Diese Masse unbegreiflicher Ergebnisse,

Sind die stumme Schrift jener Wahrheiten, die ungesehen wirken:

Die Gesetze des Unbekannten erschaffen das Bekannte.

Die Ereignisse, die das Erscheinungsbild unseres Lebens prägen,

Sind eine Geheimschrift unterschwelligen Bebens,

Das nur selten wir erfassen oder undeutlich verspüren,

Sind ein Ergebnis unterdrückter Wirklichkeiten,

Die kaum nach oben dringen an den stofflichen Tag:

Sie sind geboren aus des Geistes Sonne verborgener Mächte,

Die sich durch den Notstand einen Tunnel graben.

Doch wer wird eindringen in den kryptischen Schlund

Und erfahren, welch tiefes Bedürfnis der Seele

Eine beiläufige Tat und die Konsequenz bestimmte?

Versunken in die Routine täglichen Handelns,

Sind unsere Augen fixiert auf einen äußeren Schauplatz;

Wir hören das Knirschen der Räder der Umstände

Und fragen staunend nach dem geheimen Grund der Dinge.

Doch ein vorausschauend Wissen könnte unser sein,

Könnten wir den Stand unseres Geistes im Innern einnehmen,

Könnten wir die gedämpfte Stimme des Daimons vernehmen.

Zu selten fällt der Schatten von dem, was da kommt,

In einem Augenblick auf den geheimen Sinn,

Der die Erschütterung des Unsichtbaren fühlt,

Und in jenen wenigen, die Antwort geben,

Teilt das mächtige Walten des kosmischen Willens

Selten unserer Schau sein Abbild mit,

Gleichsetzend den Geist der Welt mit unsrigem.

Unser Spielraum ist festgelegt auf den engen Bogen

Von dem, was wir beobachten und berühren und Denken errät,

Und selten dämmert das Licht von dem Unbekannten,

Das den Propheten und Seher in uns weckt.

Das Äußere und das Unmittelbare sind unser Feld,

Die tote Vergangenheit ist unser Hintergrund und Halt;

Das Mental hält die Seele gefangen, wir sind Sklaven unserer Taten;

Wir können unseren Blick nicht lösen, um der Weisheit Sonne zu sehen.

Erbe des kurzzeitig animalischen Mentals,

Lebt der Mensch, noch ein Kind in den mächtigen Händen der Natur,

Nur in der Aufeinanderfolge der Augenblicke;

Auf eine sich wandelnde Gegenwart beschränkt sich sein Recht;

Sein Gedächtnis starrt zurück auf eine geisterhafte Vergangenheit,

Die Zukunft flieht vor ihm, während er sich bewegt;

Er sieht Kleider der Einbildung, aber kein Gesicht.

Bewaffnet mit einer begrenzten unsicheren Stärke

Rettet er vor widrigem Zufall die Früchte seiner Arbeit.

Eine ringende Unwissenheit ist Gefährtin seiner Weisheit:

Er wartet, um die Folgen seines Handelns zu sehen,

Er wartet, um die Richtigkeit seiner Gedanken abzuwägen,

Er weiß nicht, was oder wann er etwas vollbringen wird;

Er weiß nicht, ob er schließlich überleben wird

Oder wie das Mastodon und das Faultier enden

Und untergehen wird auf dieser Erde, wo er König war.

Er weiß nichts über die Bedeutung seines Lebens,

Er weiß nichts von seinem hohen und herrlichen Schicksal.

Nur die Unsterblichen auf ihren todlosen Höhen,

Die jenseits der Mauern von Raum und Zeit wohnen,

Meister des Lebens, frei von den Bindungen des Denkens,

Die Überwacher von Schicksal und Zufall und Willen sind

Und Kenner des Theorems vom Weltbedarf,

Sehen die Idee, die Macht, die den Lauf der Zeit verändert,

Mit lichtdurchstrahlten Mähnen aus unentdeckten Welten kommen,

Hören, während blinden Herzens die Welt sich müht,

Die galoppierenden Hufen des unvorhergesehenen Ereignisses,

Die den übermenschlichen Reiter tragen, sich nähern

Und, ungerührt von der Erde Getöse und aufgeschrecktem Geschrei,

Wieder zurückkehren in das Schweigen der Berge Gottes;

Wie Blitz aufflammt, wie Donner braust, so ziehen sie vorbei

Und hinterlassen ihre Spur auf der zerstampften Brust des Lebens.

Über der Welt stehen die Weltschöpfer,

Gewahren in der Erscheinung den mystischen Quell.

Diese achten nicht auf das trügende äußere Spiel,

Sie wenden sich nicht dem emsigen Getrampel des Augenblicks zu,

Sondern lauschen mit der ruhigen Geduld des Ungeborenen

Auf die langsamen Schritte eines fernen Geschicks,

Die da näherkommen durch die gewaltigen Strecken der Zeit,

Unbemerkt für das Auge, das nur auf Ursache und Wirkung schaut,

Ungehört inmitten dem Getöse auf der menschlichen Ebene.

Aufmerksam auf eine ungesehene Wahrheit achtend, nehmen sie

Einen Laut wahr wie von unsichtbaren Augur-Schwingen,

Stimmen von unerlotetem Sinngehalt,

Gemurmel, das im Innern von der Materie Schlaf sinniert.

In des Herzens profundem Gehör erfassen sie

Das Raunen, das dem sorglosen Ohr des Lebens entgeht,

Eine Prophetenrede in Denkens allwissender Trance.

Über der Illusion der Hoffnungen, die vergehen,

Hinter dem Schein und der offenkundigen Tat,

Hinter dem Uhrwerk Zufall und vager Vermutung,

Inmitten des Ringens der Kräfte, den trampelnden Füßen,

Durch die Schreie der Angst und der Freude,

Durch Triumph, Kampf und Verzweiflung,

Sehen sie die Seligkeit, wonach der Erde Herz geschrien hat

Auf dem langen Weg, der sein Ende nicht sehen kann,

Sich windend unentdeckt durch die skeptischen Tage

Und ihn zu treffen, um die unbekümmert regsame Welt zu führen.

So wird der maskierte Transzendente seinen Thron besteigen.

Wenn Finsternis zunimmt und der Erde Brust erstickt

Und des Menschen leibliches Mental die einzige Lampe ist,

Wird wie der Schritt des Diebes in der Nacht verborgen sein

Der Schritt von jenem, der ungesehen sein Haus betritt.

Eine Stimme wird kaum hörbar sprechen, die Seele gehorchen,

Eine Macht sich stehlen in das innere Gemach des Mentals,

Ein Charme und eine Süße des Lebens verschlossene Türen öffnen

Und Schönheit die widerstrebende Welt bezwingen,

Das Wahrheitslicht überraschend die Natur erobern,

Eine List Gottes das Herz zur Seligkeit zwingen

Und die Erde unerwartet göttlich werden.

In Materie wird die Glut des Geistes entfacht,

In Leib um Leib entflammen die heilige Geburt;

Nacht wird erwachen zum Lobgesang der Sterne,

Die Tage zum glücklichen Pilgerzuge werden,

Unser Wille eine Kraft von der Macht des Ewigen

Und Denken die Strahlen einer spirituellen Sonne.

Wenige werden sehen, was noch niemand jetzt versteht;

Gott wird werden, während die Gelehrten reden und schlafen;

Denn der Mensch wird das Kommende vor seiner Zeit nicht wissen

Und Glaube wird nicht sein, bis das Werk vollbracht ist.

Ein Bewusstsein, das seine eigene Wahrheit nicht kennt,

Ein umherschweifender Jäger irreführender Morgendämmerungen,

Bewegt sich zwischen dem dunklen und lichten Ende des Seins

Hier in einem Halblicht, das als das Ganze erscheint:

Ein Interregnum in der Wirklichkeit

Trennt das integrale Denken ab, die totale Macht;

Es kreist oder steht in einem vagen Zwischenraum,

Ist voller Zweifel über seinen Anfang und sein Ende,

Oder wandert auf einer Straße, die kein Ende hat;

Fern der ersten Abenddämmerung, der letzten Flamme,

Lebt es in einer riesigen leeren Nichtbewusstheit

Wie ein Gedanke, der in weiter Leere verharrt.

Als regte ein unverständliches Satzgebilde

Das Mental zu Abermillionen Deutungen an,

So verleiht es einer willkürlichen Welt einen Sinn.

Eine Vermutung, gestützt auf zweifelhafte Beweise,

Eine missverstandene Botschaft, ein wirrer Gedanke,

Der dessen Ziel verfehlt, ist alles, was es sagen kann,

Oder ein Fragment vom allumfassenden Wort.

Es belässt zwei riesige Buchstaben sinnentleert

Während ohne Vollmacht das Mittel-Zeichen kreist

Und ein rätselhaftes Universum trägt,

Als würde eine Gegenwart ohne Zukunft oder Vergangenheit,

Wiederholend stets den Wirbel derselben Umwälzung,

In seiner eigenen Nichtigkeit um seine Achse gedreht.

Derart ist die Bedeutung der Schöpfung verhüllt;

Denn ohne Zusammenhang steht da die kosmische Seite:

Ihre Zeichen starren uns an wie eine unbekannte Schrift,

Als erschiene, durch eine unbekannte Sprache verhüllt

Oder als Code von prachtvollen Zeichen ohne einen Schlüssel,

Ein Abschnitt aus einer feinsinnigen Parabel.

Sie trägt für Augen vergänglicher Geschöpfe

Die Pracht eines unbrauchbaren Wunders;

Sich selbst verschwendend, das es eine Weile noch bestehen mag,

Ein Fluss, der nie sein Meer zu finden vermag,

Eilt es am Rande der Zeit durch Leben und Tod;

Die Flamme seines mächtigen Wirkens ist ein Feuer in der Nacht.

Dies ist unser tiefstes Bedürfnis, noch einmal das zu vereinen,

Was jetzt getrennt, gegensätzlich und entzweit ist,

Ein jedes für sich in souveränen Sphären, die nie sich treffen

Oder gegenüberstehen, wie entfernte Pole von Nacht und Tag.

Wir müssen die immense Lücke füllen, die wir schufen,

Den einsamen Konsonanten des geschlossenen Endlichen wieder

Mit den offenen Vokalen der Unendlichkeit vermählen,

Ein Bindestrich muss Materie und Mental verbinden,

Die schmale Landenge der aufsteigenden Seele:

Wir müssen das geheime Band in den Dingen erneuern,

Unser Herz an die verlorene göttliche Idee erinnern,

Das vollkommene Wort neu begründen, vereinen

In einem Laut das Alpha und das Omega;

Dann werden Geist und Natur eins miteinander sein.

Zwei sind der Enden im rätselhaften Plan.

Im weiten zeichenlosen Äther des Selbstes,

Im unwandelbaren Schweigen, weiß und nackt,

Fernab, voll Glanz wie das Gold blendender Sonnen,

Verhüllt vom Strahl, den kein sterbliches Auge zu ertragen vermag,

Brennen des Geistes unverhüllte und absolute Gewalten

In der Einsamkeit der Gedanken Gottes.

Ein Entzücken und ein Leuchten und eine Stille,

Unbehelligt vom Zutritt verwundeter Herzen,

Sich verweigernd der Idee, die auf Kummer blickt,

Weit entfernt von der Kraft, die aufschreit vor Schmerz,

Leben sie in seiner unübertragbaren Seligkeit.

Makellos in Selbsterkenntnis und Selbstkraft

Ruhen sie still auf dem ewigen Willen.

Sie gehorchen einzig ihm und seinem Gesetz;

Sie dienen keinem Zweck, verfolgen kein Ziel.

Unerbittlich in ihrer zeitlosen Reinheit,

Verschmähen sie Bestechung oder Tauschhandel durch Huldigung;

Unbeeindruckt vom Schrei der Revolte und ignorantem Gebet

Berechnen sie nicht unsere Tugend und nicht unsere Sünde;

Sie neigen sich nicht den flehenden Stimmen zu,

Sie pflegen nicht den Verkehr mit Irrtum und seiner Herrschaft;

Sie sind Wächter des Schweigens der Wahrheit,

Sie sind Hüter des unabänderlichen Dekrets.

Eine innige Hingabe ist ihre Quelle der Macht,

Eine stille Wesenseinheit ihr Weg zu wissen,

Bewegungslos ist ihr Handeln wie ein Schlaf.

Friedvoll, gewahrend das Wirrsal unter den Sternen,

Todlos, betrachtend die Werke von Tod und Zufall,

Unbewegt, sehend die Jahrhunderte vorüberziehen,

Unberührt, während die lange Karte des Schicksals entrollt,

Schauen sie mit unbefangenen Augen auf unser Ringen,

Und doch könnte ohne sie der Kosmos nicht sein.

Unzugänglich für Begehr und Verhängnis und Hoffnung,

Hält ihre Position unantastbarer Macht

Reglos aufrecht das gewaltige Werk der Welt,

Deren Unwissen wird durch ihr Wissen erhellt,

Deren Sehnsucht dauert durch ihre Gleichgültigkeit an.

Wie die Höhe stets das Niedere lockt hinaufzusteigen,

Wie die Weiten das Kleine locken, Ungeheures zu wagen,

Treibt ihre Distanziertheit den Menschen, sich selbst zu übertreffen.

Unsere Passion ringt, sich mit des Ewigen Ruhe zu vermählen,

Unser zwergischer Suchergeist, des Allwissenden Licht zu finden,

Unser hilfloses Herz, des Allmächtigen Kraft zu verwahren.

Sich fügend der Weisheit, die Hölle schuf

Und die raue Nützlichkeit von Tod und Tränen,

Sich fügend den langsamen Schritten der Zeit, sind sie scheinbar

Unbekümmert angesichts des Leides, das der Welt Herz durchbohrt,

Unbekümmert des Schmerzes, der ihr Leib und Leben zerreißt;

Über Freude und Kummer schreitet diese Herrlichkeit hinweg:

Sie haben keinen Anteil an dem Guten, das stirbt,

Stumm, rein, sind sie unbeteiligt an den Übeltaten;

Sonst könnte ihre Kraft, geschwächt, nicht mehr erretten.

Gewahr der Wahrheit, die den Extremen Gottes innewohnt,

Wissend um die Bewegung einer allsehenden Kraft,

Die langsamen Auswirkungen der langen ungewissen Jahre

Und das unerwartet Gute aus jämmerlichen Taten,

Sieht der Unsterbliche nicht wie wir fälschlich sehen.

Er blickt auf verborgene Aspekte und verhüllte Mächte,

Er kennt das Gesetz und den natürlichen Verlauf der Dinge.

Nicht angetrieben vom Tatendrang des kurzen Lebens,

Nicht aufgewühlt vom Sporn des Mitleids und der Angst,

Eilt er nicht, den kosmischen Knoten aufzulösen

Oder der Welt zerrissen widerstreitendes Herz zu versöhnen.

In der Zeit wartet er auf die Stunde des Ewigen.

Und doch gibt es eine geheime spirituelle Hilfe;

Während die Windungen einer schleppenden Evolution sich entrollen

Und die Natur sich ihren Weg durch Unnachgiebiges bahnt,

Thront über allem eine göttliche Intervention.

Lebendig in einem toten sich drehenden Universum

Wirbeln wir nicht auf einem zufälligen Erdball hier herum,

Einer Aufgabe überlassen, die unsere Kräfte übersteigt;

Sogar durch die wirre Anarchie, Schicksal genannt,

Und durch die Bitternis von Tod und Fall,

Ist da zu spüren über unserem Leben ausgestreckt eine Hand.

In ungezählten Körpern und Geburten ist sie uns nah;

In ihrem sich nie lösenden Griff wahrt sie für uns sicher

Das eine unentrinnbar höchste Resultat,

Das uns kein Wille nehmen und kein Verhängnis ändern kann,

Die Krone bewusster Unsterblichkeit,

Die Gottheit, verheißen unserer ringenden Seele

Als erstmals eines Menschen Herz Tod trotzte und Leben erlitt.

Einer, der diese Welt geformt hat, bleibt immer ihr Herr:

Unsere Fehler sind seine Schritte auf dem Wege;

Er wirkt durch die harten Wechselfälle unseres Lebens,

Er wirkt durch den schweren Atem von Kampf und Mühe,

Er wirkt durch unsere Sünden und Sorgen und unsere Tränen,

Sein Wissen setzt unser Nichtwissen außer Kraft;

Was immer der äußere Anschein ist, den wir zu ertragen haben,

Was immer unsere großen Übel sind und unser gegenwärtiges Los,

Wenn wir nichts sehen können als Dahintreiben und Not,

So lenkt uns doch eine mächtige Führung durch alles hindurch.

Haben wir dieser großen zerteilten Welt gedient,

Stehen uns Gottes Seligkeit und Einheit zu.

Ein Datum steht fest im Kalender des Unbekannten,

Ein Jahrestag der erhabenen Geburt:

Dann rechtfertigt unsere Seele ihren wechselvollen Gang

Und alles wird nahe kommen, was jetzt ein Nichts ist oder fern.

Diese ruhigen und fernen Mächte werden endlich handeln.

Unbeirrbar bereit für das ihnen zugedachte Werk,

Erwarten die ewigweisen barmherzigen Herrlichkeiten

Den Klang der Stimme des Inkarnierten,

Um die Klüfte der Unwissenheit zu überspringen und zu überbrücken

Und die hohlen schmachtenden Schlünde des Lebens zu heilen

Und den Abgrund, der das Universum ist, zu füllen.

Hier inzwischen am Gegenpol des Geistes,

Im Mysterium der Tiefen, die Gott geschaffen hat

Als seine Zuflucht unterhalb von des Denkers Sicht,

In diesem Kompromiss einer strengen absoluten Wahrheit

Mit dem Licht, das nah am dunklen Ende der Dinge wohnt,

In dieser Tragikomödie der göttlichen Verkleidung,

Diesem langen weiten Suchen nach der stets nahen Freude,

In diesem grandiosen Traum, aus dem die Welt erschaffen ist,

In diesem goldnen Dom auf einem schwarzen Drachengrund,

Da wirkt die bewusste Kraft in der Brust der Natur,

Eine dunkelgekleidete Arbeiterin im kosmischen Gefüge,

Lehmgebilde von ungeborenen Göttern tragend,

Vollstreckerin der unabdingbaren Idee,

Behindert, von den Ringen des Schicksals umschlossen,

Geduldige Treuhänderin der langsamen ewigen Zeit,

Erfüllt von Stunde zu Stunde ihren geheimen Auftrag.

In vermummten gebieterischen Tiefen sieht sie alles voraus;

Das stumme Vorhaben von den unbewussten Schlünden

Antwortet einem Willen, der auf den Höhen sieht,

Und die erste Silbe des sich entfaltenden Wortes,

Schwerfällig, rohen Sinns, birgt dessen leuchtenden Schluss,

Wissend um die gewaltige Herabkunft des höchsten Sieges

Und um das Omen des immensen Aufstiegs der Seele.

Alle hier, wo ein Jegliches sein alleinig Selbst zu sein scheint,

Sind Figuren des einzigen transzendenten Einen:

Nur durch ihn sind sie, sein Atem ist ihr Leben;

Eine ungesehene Gegenwart formt den vergesslichen Lehm.

Ein Spielgefährte in der mächtigen Mutter Spiel,

Kam Einer auf diesen fragwürdig wirbelnden Erdball,

Um sich vor ihrer Verfolgung in Kraft und Form zu verbergen.

Ein heimlicher Geist im Schlaf des Nichtbewussten,

Eine gestaltlose Energie, ein lautloses Wort,

War er hier, bevor die Elemente es vermochten aufzutauchen,

Bevor es ein Licht des Mentals gab oder das Leben atmen konnte.

Gehilfe ihrer kosmischen Riesenvortäuschung,

Wandelt er seine Abbilder in wirkliche Gebilde

Und macht das Symbol mit der Wahrheit gleich:

Er gibt seinen zeitlosen Gedanken eine Gestalt in Zeit.

Er ist die Substanz, er ist das Selbst der Dinge;

Sie hat aus ihm ihre Werke der Fertigkeit und Macht geschmiedet:

Sie hüllt ihn ein in die Magie ihrer Launen

Und macht aus seinen Myriaden Wahrheiten ihre zahllosen Träume.

Der Meister des Seins ist zu ihr herabgekommen,

Ein unsterbliches Kind, geboren in flüchtige Jahre.

In erschaffenen Objekten, in den Personen, die sie ersinnt,

Jagt sie träumend ihrer Vorstellung von ihm nach

Und fängt hier einen Blick und dort eine Geste ein:

Ständig wiederholt er in ihnen seine unaufhörlichen Geburten.

Er ist der Schöpfer und die Welt, die er schuf,

Er ist das Gesehene und er ist der Seher;

Er selbst ist der Täter und die Tat,

Er selbst ist der Wissende und das Gewusste,

Er selbst ist der Träumer und der Traum.

Es sind Zwei, die Eins sind und in vielen Welten spielen;

Im Wissen und Unwissen haben sie sich gesprochen und getroffen

Und Licht und Finsternis sind ihrer Augen Austausch;

Unsere Lust und Pein sind ihre Kämpfe und Umarmung,

Unsere Taten, unsere Hoffnungen sind Inhalt ihrer Geschichte;

Sie sind insgeheim vermählt in unserem Denken und Leben.

Das Universum ist eine endlose Maskerade:

Denn hier ist nichts so, wie es scheint;

Es ist eine Traumtatsachen-Schau von einer Wahrheit,

Die, wäre sie kein Traum, nie völlig wahr sein würde,

Ein Phänomen ragt da bedeutungsvoll heraus

Vor düsteren Hintergründen der Ewigkeit;

Wir akzeptieren sein Gesicht und gehen an seiner Bedeutung vorbei;

Ein Teil wird gesehen, wir halten es für das Ganze.

Mit uns in den Rollen schufen sie so ihr Spiel:

Autor und Darsteller mit sich selbst als Bühne

Bewegt er sich da als Seele, sie als Natur.

Hier auf der Erde, wo wir unsere Rolle spielen müssen,

Kennen wir nicht des Dramas weiteren Verlauf;

Unsere geäußerten Sätze verschleiern, was eigentlich gemeint ist.

Ihren mächtigen Plan hält sie zurück vor unserem Blick:

Sie hat ihre Glorie und ihre Seligkeit versteckt

Und die Liebe und die Weisheit in ihrem Herzen verschleiert;

Von all dem Wunder und der Schönheit, die ihr zu eigen sind,

Verspüren wir ein verdunkelt Weniges nur.

Auch er trägt hier eine verminderte Göttlichkeit;

Er hat seine Allmacht aufgegeben,

Auf seine Ruhe hat er verzichtet wie auf Grenzenlosigkeit.

Er kennt nur sie, sich selbst hat er vergessen;

Ihr hat er alles hingegeben, um sie groß zu machen.

Er hofft, in ihr sich neu zu finden,

Verkörpert, vermählend den Frieden seiner Unendlichkeit

Mit der Ekstase ihrer schöpferischen Leidenschaft.

Obwohl Besitzer der Erde und der Himmel,

Überlässt er ihr die kosmische Verwaltung

Und schaut allem zu, der Zeuge ihres Schauspiels.

Auf ihrer Bühne ein Statist,

Spricht er kein Wort oder verbirgt sich hinter den Kulissen.

In ihrer Welt nimmt er Geburt an, wartet auf ihren Willen,

Deutet den Sinn ihrer rätselhaften Gesten,

Die schwankend zufälligen Wendungen ihrer Laune,

Arbeitet ihre Bedeutungen heraus, die sie nicht zu kennen scheint,

Und dient ihrem geheimen Ziel in langer Zeit.

Als Eine, die zu groß für ihn ist, verehrt er sie;

Er vergöttert sie als seines Begehrens Herrin,

Er unterwirft sich ihr, die seinen Willen antreibt,

Er verbrennt den Weihrauch seiner Nächte und Tage

Und bringt sein Leben dar, eine Opferpracht.

Ein verzückter Bewerber um ihre Liebe und Gunst,

Bedeutet ihm die Seligkeit in ihr seine ganze Welt:

Er wächst durch sie in all seines Wesens Kräften;

Er liest durch sie Gottes verborgene Absicht in den Dingen.

Oder, ein Höfling in ihrem zahllosen Gefolge,

Zufrieden bei ihr zu sein und sie nah zu fühlen,

Macht er das Beste aus dem Wenigen, was sie gibt,

Und was immer sie tut, schmückt er mit seiner Freude aus.

Ein Blick kann ihm den ganzen Tag wundervoll machen,

Ein Wort von ihren Lippen beschwingt die Stunden mit Glück.

Er stützt sich auf sie in allem, was er tut und ist:

Er baut auf ihre Freigiebigkeiten seine stolzen glücklichen Tage

Und führt seine pfauengefiederte Lebensfreude mit sich

Und sonnt sich in der Herrlichkeit ihres flüchtigen Lächelns.

Auf tausendfache Weise dient er ihren königlichen Wünschen;

Er lässt die Stunden um ihren Willen kreisen,

Lässt all ihre Launen widerspiegeln; alles ist beider Spiel:

Diese ganze weite Welt ist nur er und sie.

Dies ist der Knoten, der die Sterne miteinander verknüpft:

Die Zwei, die eins sind, sind das Geheimnis aller Macht,

Die Zwei, die eins sind, sind die Macht und das Recht der Dinge.

Seine Seele stützt schweigend die Welt und sie,

Seine Taten sind die Register ihres Gebots.

Glücklich liegt er untätig ihr zu Füßen:

Seine Brust bietet er an für ihren kosmischen Tanz,

Von dem unser aller Leben das bebende Theater ist,

Und das niemand ertragen könnte, wäre nicht seine Stärke darin,

Doch auch niemand verlassen würde, wegen seiner Freude.

Seine Werke, seine Gedanken sind von ihr ersonnen worden,

Sein Wesen ist ein weiter Spiegel ihres Wesens:

Aktiv, spricht und bewegt er sich inspiriert durch sie;

Seine Taten gehorchen den ungesagten Forderungen ihres Herzens:

Passiv, erduldet er die Stöße der Welt

Als ihre Berührung, die ihm seine Seele und sein Leben formt:

Seine Reise durch die Tage ist ihre Sonnenbahn;

Er läuft auf ihren Wegen; er folgt ihrem Kurs.

Ein Zeuge und Schüler ihrer Freude und Trauer,

Ein Gefährte in ihrem Bösen und ihrem Guten,

Hat er eingewilligt in ihre leidenschaftlichen Wege,

Wird er angetrieben durch ihre süße und schreckliche Kraft.

Sein sanktionierender Name zeichnet all ihre Werke ab;

Sein Schweigen ist die Unterschrift zu ihren Taten;

In der Ausführung von ihres Dramas Plan,

In ihren Launen des Augenblicks und seiner Stimmung,

Auf dem Marsch dieser offensichtlich gewöhnlichen Welt,

Wo alles tiefgründig und seltsam ist für die Augen, die sehen,

Und gewöhnliche Formen der Natur Gewebe eines Wunders sind,

Entrollt sie durch seinen Zeugenblick und seine Machtanwendung

Das Material für ihren kosmischen Akt,

Ihre Geschehnisse, die die Seele lobpreisen und erschlagen,

Ihre Kraft, die bewegt, ihre Mächte, die retten und töten,

Ihr Wort, das in der Stille zu unserem Herzen spricht,

Ihr Schweigen, das das höchste Wort übersteigt,

Ihre Höhen und Tiefen, zu denen sich unser Geist bewegt,

Ihre Ereignisse, die das Muster unseres Lebens weben

Und alles, wodurch wir uns finden oder verlieren,

Die süßen und bitteren, die großartigen und gemeinen Dinge,

Die schrecklichen und schönen und göttlichen Dinge.

Ihr Reich hat sie im Kosmos sich aufgebaut,

Er wird von ihren subtilen und mächtigen Gesetzen beherrscht.

Sein Bewusstsein ist ein kleines Kind auf ihren Knien,

Sein Wesen ein Feld für ihr gewaltiges Experiment,

Ihr endloser Raum ist der Spielplatz seiner Gedanken;

Sie bindet an das Wissen um die Gebilde der Zeit

Und an den schöpferischen Irrtum eines begrenzenden Mentals

Und an den Zufall, der das strenge Angesicht des Schicksals trägt,

Und an ihr Spiel von Tod und Schmerz und Nichtwissen

Sein abgewandelt und ringend Unsterbliches.

Seine Seele ist ein winziges Atom in einer Masse,

Seine Substanz ein Material für ihre Werke.

Sein Geist überlebt inmitten des Todes der Dinge,

Er klettert zur Ewigkeit durch Klüfte des Seins,

Er wird von ihr getragen aus Nacht gen todloses Licht.

Diese grandiose Hingabe ist die Gabe seines freien Willens,

Seine reine transzendente Kraft unterwirft er der ihrigen.

In dem Mysterium ihrer kosmischen Unwissenheit,

In dem unlösbaren Rätsel ihres Spieles,

Ein Geschöpf, geschaffen aus vergänglichem Stoff,

Bewegt er sich in Bahnen, die sie ihm gesetzt hat,

Denkt er mit ihren Gedanken, seufzt seine Brust unter ihren Mühen;

Er scheint das zu sein, was sie ihn scheinen lässt,

Er ist, was immer ihr Künstlerwille zu schaffen vermag.

Obwohl sie ihn vorwärtstreibt auf den Straßen ihrer Fantasie,

Im Spiel mit ihm wie mit ihrem Kinde oder Sklaven,

Bewegt sie zu Freiheit und zu des Ewigen Meisterschaft

Und zu der Unsterblichkeit Stand über der Welt

Die scheinbare Puppe ihres Zeitvertreibs.

Sogar in seinem irdischen Aufenthalt im Hause des Körpers,

Ein ziellos Reisender zwischen Geburt und Tod,

Kurzlebig, träumend von Unsterblichkeit,

Spornt sie ihn zum Herrschen an. Er nimmt ihre Vollmachten an;

Sie selbst jocht er an ihr eigenes Gesetz.

Sein Antlitz menschlichen Denkens setzt sich eine Krone auf.

An ihrer Leine gehalten, an ihre verschleierte Willkür gebunden,

Studiert er ihre Wege, als ob er sie so dazu bringen könnte,

Und sei es nur für eine Stunde, seinen Willen auszuführen;

Er macht sie zur Leibeigenen seiner momentanen Leidenschaft:

Sie täuscht Gehorsam vor, folgt der Führung ihres Geschöpfes:

Für ihn ward sie geschaffen, lebt nur für seinen Gebrauch.

Doch sie bezwingend, ist er am meisten ihr Sklave;

Er ist von ihr abhängig, alle seine Mittel gehören ihr;

Ohne sie vermag er nichts, sie beherrscht ihn noch.

Schließlich erwacht er zu einer Erinnerung an das Selbst:

Er sieht im Innern das Angesicht des göttlichen Wesens,

Die Gottheit bricht hervor durch die menschliche Form:

Ihre höchsten Höhen demaskiert sie und wird ihm zur Gefährtin.

Bis dahin ist er ein Spielball in ihrem Spiel;

Ihr scheinbarer Regent und doch das Spielzeug ihrer Fantasie,

Ein lebender Roboter, angetrieben durch die Quellen ihrer Energie,

Er handelt, als bewege er sich in einem Traum,

Ein Automat, der in den Furchen des Schicksals tappt,

Er strauchelt voran, getrieben durch ihre Geißel der Kraft:

Sein Denken müht sich, ein Ochse auf den Feldern der Zeit;

Sein Wille, den sein er wähnt, wird in ihrer Schmiede geformt.

Gehorsam gegenüber der stummen Kontrolle der Weltnatur,

Angetrieben von seiner eigenen gewaltigen Macht,

Seiner erwählten Partnerin in einem titanischen Spiel,

Hat er ihren Willen zum Meister seines Schicksals gemacht,

Ihre wunderlichen Einfälle zur Spenderin seiner Lust und Pein;

Er hat sich selbst verkauft an ihre königliche Macht

Für jeden Schlag oder Segen, den sie wählen mag:

Sogar in dem, was Leid für unsere Sinne ist,

Fühlt er die Süße ihrer gebietenden Berührung,

In jeglicher Erfahrung begegnet er ihren segensreichen Händen;

Auf seinem Herzen trägt er das Glück ihrer Schritte

Und die Überraschung der Freude über ihre Ankunft

In jeglichem Ereignis und im Zufall jeden Augenblicks.

Was sie auch tun mag, ist wunderbar in seinen Augen:

Er schwelgt in ihr, ein Schwimmer in ihrem Meer,

Ein unermüdlicher Liebhaber ihrer Weltfreude,

So erfreut er sich an jedem Gedanken und jeder Tat von ihr

Und stimmt allem zu, was sie wünschen kann;

Was immer sie begehrt, er will, dass es sei:

Der Geist, der unzählbare Eine,

Hat seine einsame Ewigkeit zurückgelassen,

Eine endlose Geburt in endloser Zeit ist er,

Ist die Vielfalt ihres Endlichen in einem unendlichen Raum.

Der Meister des Daseins harrt verborgen in uns

Und spielt Verstecken mit seiner eigenen Kraft;

Im Instrument der Natur weilt untätig heimlich Gott.

Der Immanente lebt im Menschen wie in seinem Haus;

Das Universum hat er zum Felde seines Zeitvertreibs gemacht,

Zur großen Sportarena seiner Werke der Macht.

Allwissend, akzeptiert er unseren verdunkelten Zustand,

Göttlich, trägt er Gestalt von Tier oder Mensch;

Ewig, willigt er ein in Schicksal und Zeit,

Unsterblich, tändelt er mit Sterblichkeit.

Der Allbewusste wagte sich in die Unwissenheit,

Der Allselige ertrug es, empfindungslos zu sein.

Inkarniert in eine Welt voll Streit und Schmerz,

Legt er wie ein Gewand Freude und Kummer an

Und trinkt Erfahrung wie einen stärkenden Wein.

Er, dessen Transzendenz die schwangeren Weiten regiert,

Bewohnt vorauswissend jetzt unsere subliminalen Tiefen,

Eine strahlende individuelle Macht, allein.

Der Absolute, der Vollkommene, der Einzige

Hat aus dem Schweigen seine stumme Kraft gerufen,

Wo sie in der eigenschaftslosen und formlosen Stille lag,

Behütend vor Zeit mit ihrem reglosen Schlaf

Die unsagbare Machtfülle seiner Einsamkeit.

Der Absolute, der Vollkommene, der Einzige

Hat mit seinem Schweigen den Raum betreten:

Er hat diese unzähligen Personen aus einem Selbst gestaltet;

Er hat Millionen Figuren aus seiner Macht geschaffen;

Er, der allein war in seiner Weite, lebt in allen;

Raum ist er selbst und Zeit ist einzig er.

Der Absolute, der Vollkommene, der Unantastbare,

Einer, der unser geheimes Selbst in uns ist,

Hat unsere Maske der Unvollkommenheit angelegt,

Hat sich dieses Mietshaus aus Fleisch zu eigen gemacht,

Sein Bild in das menschliche Maß gegossen

Damit wir uns zu seinem göttlichen Maß erheben können;

Dann wird in ein Gebilde von Göttlichkeit

Der Schöpfer umgießen uns und auferlegen

Der Gussform des Sterblichen einen Plan der Gottheit,

Erhebend unser endliches Mental in sein unendliches,

Berührend den Augenblick mit Ewigkeit.

Diese Verklärung ist der Erde Verpflichtung an den Himmel:

Eine gegenseitige Schuld bindet den Menschen an den Höchsten:

Seine Natur müssen wir annehmen, so wie er unsere annimmt;

Wir sind die Söhne Gottes und müssen sein wie er:

Als sein menschlicher Teil müssen wir göttlich werden.

Unser Leben ist ein Paradox mit Gott als Schlüssel.

Doch inzwischen ist alles ein von Traum geworfener Schatten

Und für den sinnenden und regungslosen Geist

Legt Leben und er sich selbst den Aspekt eines Mythos an,

Die Bürde einer langen bedeutungslosen Erzählung.

Denn versteckt ist der Schlüssel, verwahrt vom Nichtbewussten;

Unter der Schwelle wohnt der geheime Gott.

In einem Körper, der den unsterblichen Geist in Dunkel hüllt,

Kleidend als namenloser Bewohner ungesehene Mächte

Mit Gestalten der Materie und Motiven jenseits des Denkens

Und mit dem Risiko einer unabsehbaren Folge,

Ein allmächtiger unmerklicher Einfluss,

Sitzt er ungefühlt von der Form, in der er lebt,

Und verhüllt sein Wissen durch das tastende Mental.

Ein Wanderer in einer Welt, die seine Gedanken schufen,

Kreist er in einem Chiaroscuro von Irrtum und Wahrheit,

Um eine Weisheit zu finden, die oben seine ist.

Als einer, der vergaß, forscht er nach sich selbst;

Als hätte er ein inneres Licht verloren, so sucht er:

Als ein Vagabund, der an fremden Schauplätzen weilt,

Reist er zu einer Heimstatt, die er nicht mehr kennt.

Er, der die Wahrheit ist, sucht die Wahrheit seines eigenen Selbstes;

Er ist der Spieler, der das Spiel wurde,

Er ist der Denker, der das Denken wurde;

Er ist die Vielen, der schweigend der Eine war.

In den Symbolfiguren der kosmischen Kraft

Und in ihren lebenden und unbelebten Zeichen

Und in ihrem komplexen Flechtwerk der Ereignisse

Erforscht er das endlose Wunder seiner selbst,

Bis das tausendfache Rätsel gelöst ist

In dem einen Licht einer alles bezeugenden Seele.

Dies war sein Pakt mit seiner mächtigen Gefährtin,

Aus Liebe zu ihr und auf immer mit ihr vereint

Dem Lauf der Zeit Ewigkeit zu folgen,

Inmitten magischer Dramen ihrer plötzlichen Stimmungen

Und den Überraschungen ihrer maskierten Idee

Und den Wechselfällen ihrer zahlreichen Launen.

Seine Ziele scheinen zwei zu sein, doch sind sie immer eins

Und blicken einander an durch grenzenlose Zeit;

Geist und Materie sind deren Ende und Quell.

Ein Sucher nach verborgenen Bedeutungen in Lebens Formen,

Nach dem weiten unerforschten Willen der großen Mutter

Und dem rauen Mysterium ihrer irdischen Wege,

Der Entdecker ist er und der Seemann

Auf einem geheimen inneren Ozean ohne Grenzen:

Er ist der Abenteurer und der Kosmologe

Der obskuren Geografie einer magischen Erde.

Im festgelegten Plan ihrer stofflichen Ordnung,

Wo alles gewiss scheint und auch verändert das gleiche noch,

Obwohl das Ziel immer unbekannt bleibt

Und immer unsicher ist des Lebens wechselhafter Fluss,

Weist ihm ein schweigend Schicksal die Pfade zu;

Als Stationen in der schäumenden Flut der Zeitalter

Erscheinen Festländer, die eine Weile zum Verbleiben verleiten,

Dann locken neue Horizonte das Mental zum Vorwärtsdrängen.

Die Grenzenlosigkeit des Endlichen nimmt kein Ende,

In keiner letzten Gewissheit kann das Denken ankern

Und niemals hört der Seele Erfahrung auf.

Ein Äußerstes, eine nie ganz erreichte Ferne,

Eine unerlangte Vollkommenheit ruft ihn

Aus weit entfernten Grenzgebieten in dem Ungesehenen:

Nur ein langer Anfang ward gemacht.

Dies ist der Seemann auf dem Strom der Zeit,

Dies ist der bedächtige Entdecker der Weltmaterie,

Der, vom Stapel gelassen in diese kleine körperliche Geburt,

In winzigen Buchten seines Selbstes sein Handwerk lernt,

Doch schließlich in nie ausgelotete Unendlichkeiten sich wagt,

Ein Seefahrer auf den Meeren der Ewigkeit.

Im anfänglich ungeschickten Aufbruch seines Weltabenteuers

Seht ihn, der die Kraft seiner Gottheit nicht kennt,

Ein zaghafter Neuling in ihrem großen Plan.

Ein erfahrener Kapitän auf einem zerbrechlichen Boot,

Ein Händler von kleinen, wenig dauerhaften Waren,

Hält zunächst er sich dicht am Ufer und meidet die Weiten,

Wagt nicht, der gefahrvoll offenen See zu trotzen.

In der kleinen Küstenschifffahrt arbeitet er,

Sein Lohn wird von Hafen zu Hafen ausgezahlt,

Zufrieden mit seiner sicheren Runde unverrückbarem Kurs,

Riskiert er nicht das Neue und das Ungesehene.

Doch jetzt hört er das Rauschen von größeren Meeren.

Eine sich weitende Welt ruft ihn zu fernen Plätzen

Und Reisen im Umkreis weiterer Schau

Und zu unbekannten Völkern und noch unbesuchten Stränden.

Sein in Dienst gestelltes Handelsschiff

Dient dem Handel der Welt in den Reichtümern der Zeit,

Durchschneidend den Schaum weiter landumschlossener See,

Um unbekannte Hafenlichter in fernen Gefilden zu erreichen

Und Märkte zu erschließen für des Lebens feudale Künste,

Teure Stoffe, geschnitzte Figuren, bunte Tücher,

Und juwelenbesetztes Spielzeug, gebracht für eines Kindes Spiel,

Und verderbliche Produkte harter Arbeit

Und flüchtige Pracht, gewonnen und verloren im Laufe der Tage.

Oder ein Tor durchsegelnd von Säulenfelsen,

Noch nicht sich wagend, namenlose Ozeane zu überqueren

Und in einen Traum von Fernen zu reisen,

Segelt nah er an unvertrauten Küsten

Und findet neue Häfen auf sturmumtobten Inseln,

Oder, geführt durch einen sicheren Kompass in seinem Denken,

Dringt er durch einen hellen Dunst, der die Sterne verhüllt,

Steuernd auf Handelsstraßen der Unwissenheit.

Sein Bug drängt vorwärts zu noch unentdeckten Ufern,

Er wagt sich kühn auf ungeahnte Kontinente:

Ein Sucher nach den Inseln der Seligen,

Verlässt er die letzten Länder, durchkreuzt die äußersten Meere,

Wendet er seine Gleichnissuche den ewigen Dingen zu;

Das Leben ändert für ihn seine zeitkonstruierten Szenen,

Seine Bilder, die Unendlichkeit verschleiern.

Der Erde Grenzen weichen und die irdische Luft

Hängt nicht mehr um ihn ihren durchscheinenden Schleier.

Er hat die Grenzen sterblichen Denkens und Hoffens überschritten,

Er hat das Ende der Welt erreicht und blickt darüber hinaus;

Die Augen sterblichen Körpers senken ihren Blick

In Augen, die auf Ewigkeit schauen.

Eine größere Welt muss da erforschen der Zeit Reisende.

Zuletzt hört er ein Singen auf den Höhen

Und die Ferne spricht und das Unbekannte naht:

Er überschreitet die Grenzen des Ungesehenen

Und überquert den Rand sterblichen Sehens

Zu einer neuen Schau von sich und von den Dingen.

Er ist ein Geist in einer unvollendeten Welt,

Die ihn nicht kennt und die sich selbst nicht kennen kann:

Das Oberflächensymbol seiner ziellosen Suche

Nimmt tiefere Bedeutung an für seinen inneren Blick;

Seine Suche ist das Suchen der Dunkelheit nach dem Licht,

Des sterblichen Lebens nach Unsterblichkeit.

In dem Gefäß einer irdischen Verkörperung schaut er

Über die enge Reling begrenzenden Sinnes hinaus

Auf die magischen Wellen der Zeit,

Wo das Mental wie ein Mond die Finsternis der Welt erleuchtet.

Dort, vor den Augen stets zurückweichend, zeichnet sich ab,

Wie in ein zartes nebelhaftes Traumlicht gemalt,

Der Umriss eines schummrig geheimnisvollen Ufers.

Ein Seemann auf dem unergründlichen Meer des Nichtbewussten,

Segelt er durch eine Sternenwelt des Denkens

An Deck der Materie einer spirituellen Sonne entgegen.

Durch den Lärm und das mannigfaltige Geschrei,

Durch die verzückten unkennbaren Schweigsamkeiten hin,

Durch eine fremde Zwischenwelt unter überirdischen Himmeln,

Jenseits der Längen- und Breitengrade der Erde

Ist sein Ziel festgelegt außerhalb aller heutigen Karten.

Doch niemand erfährt, wohin er durch das Unbekannte segelt

Oder welch geheime Mission die große Mutter ihm gab.

In der verborgenen Kraft ihres allmächtigen Willens,

Von ihrem Atem angetrieben quer durch des Lebens wirbelnde Tiefe,

Durch das Brüllen des Donners und durch die windlose Stille,

Durch Dunst und Nebel, wo nichts mehr zu sehen ist,

Trägt er in seiner Brust ihre versiegelten Befehle.

Erst spät, beim Öffnen der mystischen Schrift, wird er wissen,

Ob er zu einem leeren Hafen im Ungesehenen zieht

Oder, mit ihrer Vollmacht ausgerüstet, zu finden

Einen neuen mentalen Geist und Körper in der Stadt Gottes

Und den Unsterblichen zu bergen in seiner Glorie Haus

Und zu einen das Endliche mit Unendlichkeit.

Hin durch die Salzwüste der endlosen Jahre

Treiben ihre Meereswinde sein irrfahrend Schiff,

Die kosmischen Gewässer plätschern an seine Planken,

Ein Gemunkel ist um ihn, sowie Gefahr und ein Ruf.

Immer folgt er im Kielwasser ihrer Kraft.

Er segelt durch Leben und Tod und anderes Leben,

Er reist weiter durch Wachen und durch Schlaf.

Eine Macht ist bei ihm von ihrer okkulten Kraft,

Die ihn an das Schicksal seiner eigenen Schöpfung bindet,

Und nie kann der mächtige Reisende ruhen

Und nie kann die mystische Reise enden

Bis das nichtwissende Dunkel von des Menschen Seele weicht

Und die Morgengrauen Gottes seine Nacht eingeholt haben.

Solange wie Natur besteht, ist auch er da,

Denn dies ist sicher, dass er und sie eins sind;

Selbst wenn er schläft, hält er sie an seiner Brust:

Wer immer sie verlässt, er geht nicht fort,

Um ohne sie in dem Unkennbaren zu ruhen.

Eine Wahrheit gibt es zu wissen, ein Werk zu tun;

Ihr Spiel ist wirklich; ein Mysterium erfüllt er:

Es gibt einen Plan in der tiefen Weltlaune der Mutter,

Ein Zweck in ihrem weiten und zufälligen Spiel.

Dies hatte sie im Sinn seit jener ersten Dämmerung des Lebens,

Hinter ihrem Zeitvertreib war dies stets ihr Wille,

In der unpersönlichen Leere eine Person wachzurufen,

Mit Wahrheitslicht der Erde massive Wurzeln der Trance zu treffen,

Ein stummes Selbst in den nichtbewussten Tiefen zu wecken

Und eine verlorene Macht aus ihrem Python-Schlaf zu reißen,

Auf das die Augen des Zeitlosen aus der Zeit schauen mögen

Und die Welt das unverhüllt Göttliche offenbart.

Hierzu verließ er seine weiße Unendlichkeit

Und legte dem Geist die Last des Fleisches auf,

Dass die Saat der Gottheit im mentallosen Raume erblühen möge.

Ende des vierten Cantos

Fünfter Canto

Der Yoga des Königs:

Der Yoga von der Freiheit und Größe des Geistes

Dies Wissen hatte er als erster von zeitgeborenen Menschen.

Hineingelassen durch einen Vorhang aus hellem Mental,

Der da hängt zwischen unseren Gedanken und absolutem Sehen,

Fand er die okkulte Höhle, die mystische Pforte

Nah an der Quelle der Vision in der Seele,

Und trat dort ein, wo die Schwingen der Glorie schweben

In dem stillen Raum, wo alles auf ewig bekannt ist.

Gleichgültig gegenüber Zweifel und Glauben,

Begierig nach dem einzigen Schock der nackten Wirklichkeit

Durchschnitt er das Seil des Mentals, das Erdherzen bindet,

Und warf das Joch hinweg von der Materie Gesetz.

Des Körpers Regeln banden nicht des Geistes Mächte:

Hielt Leben seinen Pulsschlag an, so brach Tod nicht ein;

Er wagte zu leben, waren da Atem und Denken still.

So konnte er jenen magischen Ort betreten,

Den wenige mit raschem Blick nur flüchtig sehen können,

Für einen Augenblick befreit vom mühsamen Wirken des Mentals

Und von der Armut der Natur irdischem Sehen.

Alles, was die Götter gelernt haben, ist dort selbstgewusst.

Dort in einer versteckten Kammer, verschlossen und stumm,

Werden die Aufzeichnungen des kosmischen Schreibers verwahrt,

Und dort liegen die Tafeln des heiligen Gesetzes,

Dort ist die Index-Seite vom Buch des Seins;

Der Text und das Glossar der Wahrheit des Veda

Sind dort; der Sterne Rhythmen und ihr Versmaß,

Bedeutsam für den Gang unseres Geschicks:

Die Symbolkraft der Zahl und der Form,

Der geheime Code der Weltgeschichte

Und die Korrespondenz der Natur mit der Seele

Sind eingeschrieben in das mystische Herz des Lebens.

Im Glühen des Geistes Raum der Erinnerungen,

Da fand er wieder die hellen Randbemerkungen,

Die die bekritzelte vieldeutige Schriftrolle mit Licht besprenkeln,

Dem Vergessen entreißen die Präambel und die rettende Klausel

Der dunklen Übereinkunft, die alles regelt,

Was sich aus dem Schlaf der stofflichen Natur erhebt,

Um das Ewigwährende in neue Formen zu kleiden.

Nun konnte er wieder lesen und neu deuten

Ihre seltsamen Symbolbuchstaben, verstreuten abstrusen Zeichen,

Entwirren ihr Orakel und ihr Paradoxon,

Ihre rätselhaften Sätze und ihre irreführenden Begriffe,

Das tiefe Oxymoron ihrer Wahrheit Widerreden,

Und als berechtigte Notwendigkeit

Die harten Bedingungen für das mächtige Werk erkennen –,

Die unmögliche Herkulesarbeit der Natur,

Die nur deren Hexenmeisterweisheit durchsetzen konnte,

Ihr Gesetz der Gegnerschaft der Götter,

Ihre Liste der untrennbaren Gegensätze.

Die stumme große Mutter in ihrer kosmischen Trance

Verwendet für der Schöpfung Freude und Schmerz

Des Unendlichen Gutheißung der Geburt von Form,

Nimmt unweigerlich es auf sich zu vollziehen

Den Willen, in einer nichtbewussten Welt wissen zu wollen,

Den Willen, unter der Herrschaft des Todes leben zu wollen,

Das Lechzen nach Verzückung in einem Herz aus Fleisch,

Und arbeitet da aus über das Erscheinen einer Seele

Durch eine wundersame Geburt in Plasma und Gas

Das Mysterium von Gottes Bündnis mit der Nacht.

Gehört ward wieder im stillen kosmischen Mental

Die Verheißung des Ewigen an seine arbeitende Kraft,

Die bewirkt, die Weltpassion anzufangen,

Der Schrei von Geburt in die Sterblichkeit hinein

Und der Eröffnungsvers von der Tragödie der Zeit.

Aus den Tiefen stieg der Welt vergrabenes Geheimnis auf;

Er las die ursprünglichen Erlasse, verwahrt

In den verschlossenen Archiven der Krypta des Geistes,

Und sah die Unterschrift und das feurige Siegel

Der Weisheit auf dem vermummten Werk der verdunkelten Macht,

Die in Unwissenheit die Stufen des Lichtes erbaut.

Ein schlafend göttlich Wesen schlug todlose Augen auf:

Er sah den ungeformten Gedanken in seelenlosen Formen,

Wusste Materie trächtig mit spirituellem Sinn,

Mental die Erforschung des Unkennbaren wagen,

Leben schwanger werden mit dem Goldnen Kind.

In dem Licht, das die blanke Leere des Denkens durchflutet,

Deutend das Universum mit Seelenzeichen,

Las er von innen her den Text des Äußeren:

Das Rätsel wurde verständlich und büßte seine dunkle Fangkraft ein.

Ein stärkerer Glanz erhellte das mächtige Blatt.

Ein Zweck mischte sich in die Launen der Zeit,

Ein Sinn traf auf den stolpernden Schritt des Zufalls

Und Schicksal enthüllte eine Kette sehenden Willens;

Eine bewusste Weite füllte den alten stummen Raum.

In der Leere sah er die erhabene Allweisheit thronen.

Ein Wille, eine immense Hoffnung ergriff jetzt sein Herz,

Und um klar zu erkennen des Übermenschlichen Form,

Erhob er seine Augen zu ungesehenen spirituellen Höhen,

Strebend, eine größere Welt herabzubringen.

Die Glorie, die erblickt er hatte, musste ihm Heimat sein.

Eine hellere himmlischere Sonne muss bald erleuchten

Dies dämmrige Gemach mit seiner dunklen Innentreppe,

Die unmündige Seele in ihrem kleinen Kinderhort

Muss zwischen Lehrmitteln, bestimmt für kaum begriffene Lektion,

Der ersten Grammatik ihres Intellekts entwachsen

Und ihrer Nachahmung der Erdnatur Kunst,

Ihre irdische Mundart in Gottsprache wandeln,

In lebenden Symbolen nach der Wirklichkeit forschen

Und die Logik des Unendlichen erlernen.

Das Ideal muss der Natur allgemeine Wahrheit sein,

Der Körper erleuchtet vom innewohnenden Gott,

Das Herz und Mental sich eins fühlen mit allem, was ist,

Eine bewusste Seele, die da lebt in einer bewussten Welt.

Wie durch Nebel ein majestätischer Gipfel zu sehen ist,

Trat in Erscheinung die Erhabenheit des ewigen Geistes,

Verbannt in ein zersplittert Universum

Inmitten unter Halbbildern göttlicherer Dinge.

Diese konnten nun seiner königlichen Wandlung nicht mehr dienen;

Der Stolz des Unsterblichen verwarf das Los zu leben

Als Geizhals kärglichen Handels, ausgemacht

Zwischen unserer Kleinheit, unseren gebundenen Hoffnungen

Und den barmherzigen Unermesslichkeiten.

Seine Höhe wehrte den niederen Zustand der Erde ab:

Eine Weite, unzufrieden mit ihrem Rahmen,

Entzog sich ärmlicher Zustimmung zu der Natur Bedingungen,

Wies ab den harten Vertrag und die geschmälerte Pacht.

Nur Anfänge sind hier vollbracht;

Vollendet scheint allein die Materie, unsere Basis,

Eine absolute Maschine ohne eine Seele.

Oder alles scheint ein Sammelsurium halber Ideen zu sein,

Oder wir satteln mit irdischer Prägung Fehl

Einen flüchtig unpräzisen Blick auf himmlische Dinge,

Mutmaßungen und Zerrbilder von überirdischen Gebilden.

Hier ordnet sich das Chaos selbst zu einer Welt,

In eine kurzlebige Formation, die in der Leere treibt:

Versuche des Wissens, unfertige Bögen der Macht,

Aufflammen von Schönheit zu irdischen Formen,

Der Liebe gebrochener Widerschein der Einheit

Schwimmen als Splitterspiegelungen einer flutenden Sonne.

Ein geballtes Gefüge grober versuchsweiser Leben

Wird zu einem mosaikartigen Ganzen zusammengefügt.

Es gibt keine vollkommene Antwort auf unser Hoffen;

Es gibt blinde stimmlose Türen ohne Schlüssel;

Denken steigt vergeblich auf und bringt geborgtes Licht,

Betrogen mit Fälschungen, uns verkauft auf des Lebens Markt,

Greift unser Herz nach einer verwirkten himmlischen Seligkeit.

Es gibt Futter zur Sättigung des Mentals,

Es gibt Erregung für das Fleisch, aber nicht das Verlangen der Seele.

Sogar die höchste Verzückung, die Zeit hier uns geben kann,

Ist eine Nachahmung unerlangter Glückseligkeiten,

Eine verstümmelte Statue der Ekstase,

Eine versehrte Freude, die nicht zu leben vermag,

Ein kurzes Glück in Gemüt oder Sinn

Von der Weltmacht ihrem Leibeigenen hingeworfen,

Oder ein Simulakrum erzwungener Freude

In den Serails der Unwissenheit.

Denn alles, was wir erwerben, verliert schon bald an Wert,

Ein alter entwerteter Kredit auf der Bank der Zeit,

Der Unvollkommenheit Scheck, ausgestellt auf das Nichtbewusste.

Inkonsequenz begleitet ständig jede unternommene Anstrengung

Und Chaos lauert jedem geformten Kosmos auf:

In jedem Erfolg lauert eine Saat des Fehlschlags.

Er sah die Zweifelhaftigkeit aller Dinge hier,

Die Ungewissheit des stolzen selbstsicheren Denkens des Menschen,

Die Vergänglichkeit aller Errungenschaften seiner Kraft.

Ein denkendes Wesen in einer nicht denkenden Welt,

Eine Insel im Ozean des Unbekannten,

Ist er eine Winzigkeit, die groß zu sein versucht,

Ein Tier mit einigen Instinkten von einem Gott,

Sein Leben eine Geschichte, zu gewöhnlich zum Nacherzählen,

Seine Taten eine Ziffer, die sich zu einer Null summiert,

Sein Bewusstsein eine Fackel, entfacht um gelöscht zu werden,

Sein Hoffen ein Stern hoch über Wiege und Grab.

Und doch ist ihm ein größeres Los bestimmt,

Denn der ewige Geist ist seine Wahrheit.

Er kann sich selbst neu erschaffen und alles ringsherum

Und neu gestalten die Welt, in der er lebt:

Er, unwissend, ist der Wissende jenseits von Zeit,

Er ist das Selbst oberhalb von Natur, oberhalb von Schicksal.

Seine Seele zog sich zurück von allem, was er getan hatte.

Verstummt war das nutzlose Getöse menschlichen Mühens,

Aufgegeben drehte sich der Kreis der Tage;

Fernhin sank des Lebens gedrängtes Getrampel.

Das Schweigen blieb sein einziger Gefährte noch.

Unbeteiligt lebte er, sicher vor irdischem Hoffen,

Eine Gestalt im Heiligtum des unsagbaren Zeugen,

Schreitend durch die weite Kathedrale seiner Gedanken

Unter Gewölben, abgedunkelt von Unendlichkeit,

Und unsichtbaren Schwingen, die himmelwärts schweben.

Aus ungreifbaren Höhen drang ein Ruf zu ihm;

Gleichgültig gegenüber dem kleinen Vorposten Mental

Bewohnte er die Weite von des Ewigen Reich.

Sein Wesen überstieg nun denkbaren Raum,

Sein grenzenloses Denken war Nachbar kosmischer Schau:

Ein universales Licht war in seinen Augen,

Ein goldner Strom floss durch Herz und Gehirn;

Eine Kraft kam herab in seine sterblichen Glieder,

Ein Fluten aus ewigen Meeren der Seligkeit;

Er fühlte die Invasion und die namenlose Freude.

Seines okkulten allmächtigen Ursprungs gewahr,

Gelockt von der allwissenden Ekstase,

Ein ein lebendiges Zentrum des Unbegrenzbaren,

Geweitet, um mit dem Umfang der Welt gleich zu sein,

Wandte er sich seinem immensen spirituellen Schicksal zu.

Verlassen auf einer Leinwand zerrissener Luft,

Ein Bild, verloren in fernen und schwindenden Streifen,

So versanken die Gipfel der Erdnatur unter seinen Füßen:

Er stieg empor, um weit darüber das Unendliche zu finden.

Das Ozeanschweigen des Unbewegten sah ihn vorübergehen,

Ein Pfeil, der durch die Ewigkeit schwirrt,

Plötzlich abgeschossen vom gespannten Bogen der Zeit,

Ein zu seiner elterlichen Sonne zurückkehrender Strahl.

Widersacher dieses glorreichen Entkommens,

Schwang das schwarze Nichtbewusste seinen Drachenschweif,

Peitschend mit seiner Gewalt ein verschlafenes Unendliches

In die tiefen Dunkelheiten der Form hinein:

Der Tod lag unter ihm wie ein Tor des Schlafs.

Konzentriert auf diesen einen Punkt der makellosen Wonne,

Auf der Suche nach Gott wie nach einer herrlichen Beute,

Stieg er lodernd wie ein Feuerkegel empor.

Nur wenigen ist diese seltene gottgleiche Befreiung vergönnt.

Einer unter vielen Tausenden, nie berührt

Und versunken in die äußere Weltgestaltung,

Wird von einem geheimen Zeugenauge auserwählt

Und von einer weisenden Hand des Lichtes angetrieben

Durch die unverzeichneten Weiten seiner Seele.

Ein Pilger der immerwährenden Wahrheit,

Unsere Maße können sein unermessliches Mental nicht fassen;

Er hat sich von den Stimmen des engen Reiches abgewandt

Und die enge Gasse menschlicher Zeit verlassen.

In den stillen Gefilden eines größeren Plans

Durchschreitet er die Vorhallen des Ungesehenen

Oder lauscht, folgend einem körperlosen Führer,

Auf einen einsamen Ruf in grenzenloser Leere.

Das ganze tiefe kosmische Gemurmel nun verstummt,

Lebt er in der Stille, bevor die Welt geboren war,

Seine Seele nackt dem zeitlosen Einen überlassen.

Weit entfernt vom Zwang der erschaffenen Dinge

Schwinden Denken und seine schattigen Idole,

Zunichte gemacht sind die Gussformen von Gestalt und Person:

Die unsagbare Weite weiß, dass er ihr eigen ist.

Ein einsamer Vorläufer der zu Gott trachtenden Erde,

Zwischen den Symbolen von noch ungeformten Dingen, beobachtet

Von geschlossenen Augen, stummen Gesichtern der Ungeborenen,

Reist er in das Unmitteilbare,

Hörend den Widerhall seiner einsamen Schritte

In den ewigen Höfen der Einsamkeit.

Ein namenloses Wunder füllt die reglosen Stunden.

Sein Geist verschmilzt mit dem Herzen der Ewigkeit

Und erträgt das Schweigen des Unendlichen.

In einem göttlichen Rückzug von sterblichem Denken,

In einer gewaltigen Geste des Seelenblicks,

Ragte sein Wesen in unwegsame Höhen empor,

Ledig seines Gewandes von Menschentum.

Als es so aufstieg, um ihm nackt und rein zu begegnen,

Stieß eine starke Herabkunft nieder. Eine Macht, eine Flamme,

Eine Schönheit, halb sichtbar mit todlosen Augen,

Eine ungestüme Ekstase, eine schreckliche Lieblichkeit,

Umhüllte ihn mit seinen gewaltigen Gliedern

Und durchdrang Nerv, Herz und Gehirn,

Die erschauerten und ohnmächtig wurden in dieser Epiphanie:

Seine Natur bebte unter dem Griff des Unbekannten.

In einem Augenblick, kürzer als Tod, länger als Zeit,

Von einer Macht, unbarmherziger als Liebe, glücklicher als Himmel,

Gebieterisch in ewige Arme genommen,

Gepackt und bezwungen von einer starken absoluten Seligkeit,

Im Kreisen eines Wirbelwindes von Freude und Kraft

Hinabgerissen in unvorstellbare Tiefen,

Emporgehoben in unermessliche Höhen,

Ward sie entrissen ihrer Sterblichkeit

Und erfuhr eine neue Wandlung, grenzenlos.

Ein Allwissendes, das weiß ohne Sehen oder Denken,

Eine unentschlüsselbare Allmacht,

Eine mystische Gestalt, die da in sich Welten enthalten konnte

Aber eine Menschenbrust auch zu ihrem glühenden Schreine machen,

Zog ihn aus seiner suchenden Einsamkeit

In die Dimensionen von Gottes Umarmung.

Als ob ein zeitloses Auge die Stunden annulliert

Indem es den Akteur und den Akt für null und nichtig erklärt,

So strahlte nun sein Geist hervor, weit, leer, rein:

Sein erwachtes Mental wurde zu einer leeren Schiefertafel,

Auf die der Allumfassende und Einzige zu schreiben vermochte.

Alles, was unser gefallenes Bewusstsein unterdrückt,

Ward von ihm genommen wie eine vergessene Last:

Ein Feuer, das der Körper eines Gottes schien,

Verzehrte die begrenzenden Figuren der Vergangenheit

Und schuf für ein neues Selbst einen weiten Raum zum Leben.

Der Kontakt mit dem Ewigen zerbrach die Formen des Sinns.

Eine größere Kraft als die irdische hielt seine Glieder,

Gewaltige Vorgänge legten seine unentdeckten Schichten bloß,

Seltsam wirkende Energien und verdeckte gewaltige Hände

Lösten das dreifache Band des Mentals und befreiten

Die himmlische Weite einer Gottheit Blick.

Wie durch ein Gewand die Gestalt des Trägers zu sehen ist,

So gelangte zum verborgen Absoluten durch Formen hin

Ein kosmisch Gefühl und transzendente Sicht.

Verstärkt und erhöht wurden die Instrumente.

Illusion verlor ihre vergrößernde Linse;

Entglitten ihrer versagenden Hand die Maße,

Sah jenes winzig klein aus, was einst so wichtig war.

Der Ring des kleinen Egos konnte sich nicht mehr schließen;

In den riesigen Räumen des Selbstes

Schien der Körper nur eine wandernde Schale noch,

Sein Mental der äußere freskenreiche Hof

Eines unvergänglichen Bewohners:

Sein Geist atmete eine übermenschliche Luft.

Die gefangene Gottheit riss ihre magische Umzäunung nieder.

Mit einem Getöse wie von Donner und Meer

Brachen rings um dies gewaltige Entkommen riesige Barrieren ein.

Unabänderlich im Gleichschritt mit der Welt,

Umkreis und Ende aller Hoffnungen und Mühen,

Unerbittlich gezogen um Denken und Tun,

Beseitigten die festgelegt unverrückbaren Begrenzungslinien

Sich selbst unter dem Schritt des Inkarnierten.

Das furchtbare Velamen und die bodenlose Krypta,

Zwischen denen sich Leben und Denken für immer bewegen,

Noch untersagt, die schrecklich düsteren Grenzen zu überschreiten,

Die Hüterdüsterkeiten, stumm und Angst einflößend,

Ermächtigt, den flügellosen Geist zu umschließen

In den Grenzen von Mental und Unwissenheit,

Beschützten nicht mehr eine zweifache Ewigkeit

Und entschwanden, aufgebend ihre enorme Rolle:

Einst Figur der Schöpfung eitler Ellipse,

Verlor der expandierende Nullpunkt seine gigantische Kurvenform.

Die alten unnachgiebigen Einspruchsrechte bestanden nicht mehr:

Entmachtet waren Erde und der Natur überholtes Regelwerk;

Die Pythonwindungen des einengenden Gesetzes

Konnten nicht niederhalten den rasch emporsteigenden Gott:

Abgeschafft waren die Schriftstücke des Schicksals.

Es gab nicht mehr die kleine, vom Tod gehetzte Kreatur,

Nicht mehr zerbrechliche Daseinsform zu bewahren

Vor einer alles verschlingenden Unermesslichkeit.

Die gewaltigen Hammerschläge eines eingepferchten Weltherzens

Brachen die niedrigen Dämme, die uns Sicherheit

Gegen die Gewalten des Universums gewähren.

Seele und Kosmos standen sich als ebenbürtige Mächte gegenüber.

Ein grenzenloses Wesen in einer maßlosen Zeit

Drang ein in die Natur mit dem Unendlichen;

Er sah sein titanisches Feld frei von Weg und Wall.

Alles ward seinem siegellosen Auge offengelegt.

Eine geheime Natur, ihrer Verteidigung beraubt,

Einst in einem gefürchteten Halblicht gewaltig groß,

Lag, überwältigt in ihrem eigenen mächtigen Bereich,

Enthüllt vor dem brennenden Glanze seines Willens.

In schattigen Kammern, erhellt von einer seltsamen Sonne

Und kaum sich versteckten mystischen Schlüsseln öffnend,

Bekannten ihre gefährlichen Arkanen und vermummten Mächte

Die Ankunft eines meisternden Mentals

Und ertrugen den Zwang von einem zeitgeborenen Blick.

Unberechenbar in deren Zaubermethoden,

Unvermittelt und unüberwindlich im Tun,

Ihre geheimen Stärken, die aus größeren Welten stammen,

Erhoben über unseren bedürftigen begrenzten Wirkenskreis

Das okkulte Privileg der Halbgötter

Und das sichere Machtmuster ihrer kryptischen Zeichen,

Ihre Diagramme geometrischer Kraft,

Ihre Wirkgewalten eines wunderträchtigen Plans

Buhlten um Gebrauch durch eine erdgenährte Macht.

Der schnelle Mechanismus einer bewussten Natur

Bewehrte mit einer latenten Wunderpracht

Die Prophetenleidenschaft eines sehenden Mentals

Und die blitzschnelle Blöße einer freien Seelenkraft.

Nun wurde alles, was einst unmöglich schien,

Ein ganz natürlicher Teil der Möglichkeit,

Ein neuer Bereich von erhabener Normalität.

Ein allmächtiger Okkultist errichtet im Raum

Diese scheinbare äußere Welt, die den Sinn täuscht;

Er webt seine verborgenen Fäden von Bewusstsein,

Er baut Körper für seine formlose Energie;

Aus der ungeformten und leeren Weite hat er

Sein Zauberwerk von festen Bildern gemacht,

Seine Magie von gestaltender Zahl und Zeichnung,

Die festen irrationalen Verknüpfungen, die keiner lösen kann,

Dies Gewirr von unsichtbaren Gesetzen;

Seine unfehlbaren Regeln, seine verdeckten Prozesse

Vollbringen mit untrüglicher Sicherheit eine unerklärliche

Schöpfung, wo unser Irrtum leblose Rahmen

Von Wissen für eine lebendige Unwissenheit zurecht schnitzt.

In ihres Mysteriums Stimmungen, getrennt von des Erzeugers Gesetzen,

Erschafft auch sie genauso souverän ihr Feld,

Gestaltet ihr Wille die unbestimmten Weiten,

Ein Endliches bildend aus Unendlichkeit;

Auch sie kann eine Ordnung schaffen aus ihrer Laune,

Als wollte ihre kühne Pracht überbieten

Des verhüllten Schöpfers kosmische Heimlichkeiten.

Die raschen Schritte ihrer Fantasie,

Zwischen deren Fehltritte Wunder wie Blumen sprießen,

Sind sicherer als Vernunft, geschickter als Planung

Und schneller als die Flügel der Vorstellungskraft.

Alles gestaltet sie neu durch das Denken und Wort,

Zwingt alle Substanz durch ihren Zauberstab des Mentals.

Das Mental ist eine Mediatorgottheit:

Seine Mächte können das ganze Werk der Natur zunichte machen:

Das Mental kann lösen oder ändern der Erde konkretes Gesetz.

Befreit vom schläfrigen Siegel der Erdgewohnheit

Kann es den bleiernen Griff der Materie brechen;

Unbeeindruckt vom zornigen Starren des Todes

Kann es das Werk eines Augenblicks verewigen:

Ein einfaches Gebot seiner denkenden Kraft,

Der beiläufige Druck seiner leisen Zustimmung

Kann jene Energie befreien, die stumm und eingesperrt ist

In seinen Kammern einer geheimnisvollen Trance:

Es macht des Körpers Schlaf zu einem mächtigen Arm,

Hält an den Atem, die Schläge des Herzens,

Während das Ungesehene entdeckt, das Unmögliche getan wird,

Vermittelt ohne Mittel den unausgesprochenen Gedanken;

Es bewirkt Ereignisse durch seinen bloßen stillschweigenden Willen,

Handelt aus Distanz ohne Hände oder Füße.

Dies gigantische Unwissen, dies zwergenhafte Leben

Kann es mit einer prophetischen Schau erleuchten,

Bacchantische Verzückung beschwören, der Furie Ansporn,

In unserem Körper den Dämon oder den Gott wachrufen,

Hereinrufen den Allwissenden und den Allmächtigen,

Im Innern eine vergessene Allmächtigkeit erwecken.

Auf seiner eigenen Ebene ein glanzvoller Kaiser,

Kann das Mental auch in diesem starren Reich hier König sein:

Die Logik seiner halbgotthaften Idee

Bringt im Sprunge eines flüchtigen Augenblicks

Überraschungen der Schöpfung hervor, selbst nie erreicht

Von dem seltsamen unbewussten Können der Materie.

Hier ist alles Wunder und kann durch Wunder gewandelt werden.

Dies ist jener geheimen Natur Schneide der Macht.

Am Rande großer unstofflicher Ebenen,

In Königreichen einer uneingeschränkten Herrlichkeit von Kraft,

Wo das Mental Meister ist über Leben und Form

Und die Seele ihre Gedanken aus eigener Macht erfüllt,

Meditiert sie über mächtige Worte und schaut

Auf die ungesehenen Verbindungen der getrennten Sphären.

Dem Eingeweihten, der ihre Gesetze befolgt,

Bringt sie von dort das Licht ihrer geheimnisvollen Reiche:

Hierher, wo er steht, seine Füße fest auf einer hingestreckten Welt,

Sein Mental nicht mehr in die Form der Materie gegossen,

Trägt sie über deren Grenzen in Ausbrüchen fabelhafter Stärke

Deren magische Prozesse

Und die Formeln deren vielvermögender Sprache,

Bis Himmel und Hölle Versorger der Erde sind

Und das Universum der Knecht sterblichen Willens.

Als Mittlerin zu verhüllten und namenlosen Göttern,

Deren wesensfremder Wille unser menschliches Leben berührt,

Erfindet sie, nachahmend die Wege des Weltmagiers,

Für ihren selbstgebundenen freien Willen die Furchen

Und erdichtet einen triftigen Grund für des Zaubers Launen.

Sie macht alle Welten zu Partnern ihrer Taten,

Zu Helfern bei ihrem mächtigen Ungestüm,

Ihren kühnen Sprüngen in das Unmögliche:

Aus allen Quellen schöpft sie ihre listigen Mittel,

Aus der freien Liebesheirat der Ebenen nimmt sie

Elemente für ihre schöpferische Meisterleistung:

Ein unschätzbares Wundergeflecht an Wissen,

Ein Kompendium von Meisterwerken göttlicher Erfindung

Hat sie verknüpft, um das Unwirkliche wirklich zu machen

Oder unterdrückte Wirklichkeit zu befreien:

In ihrem zaunlosen zirzischen Wunderland

Hütet sie kunterbunt ihre okkulten Gewalten;

Ihre Mnemotechniken der Kunstfertigkeit des Unendlichen,

Güsse aus des abgeschirmt Unterschwelligen Launenhaftigkeit,

Merkmale der Hexereien des Nichtbewussten,

Freiheit einer souveränen Wahrheit ohne ein Gesetz,

Gedanken, die geboren wurden in der Welt der Unsterblichen,

Orakel, die hinter dem Heiligtum hervorbrechen,

Warnungen von des Daimons innerer Stimme

Und kurze Blicke und Blitzeszucken von Weissagung

Und leise Anweisungen für das innere Ohr,

Abrupte Eingriffe, überwältigend und absolut,

Und des Überbewussten unerklärliche Taten

Haben ihr ausgewogenes Netz von Wundern gewoben

Und die wundersame Technik ihrer gewaltigen Kunst.

Dies bizarre Königreich ward ihm anvertraut.

Als eine, die mehr widersteht, je mehr sie liebt,

Gab sie ihre großen Güter und ihre Macht und Kunde,

Gezwungenermaßen, mit einer widerwilligen Freude;

Sich selber gab sie zur Verzückung und zum Gebrauch.

Auf tiefgreifende Weise von Abirrungen befreit,

Fand sie die Ziele wieder, derentwegen sie geschaffen war:

Sie wandte gegen das Böse, dem sie geholfen hatte,

Ihren angefachten Zorn, ihre unsichtbaren Tötungsmittel;

Ihre gefährlichen Launen und ihre willkürliche Kraft

Überantwortete sie dem Dienst an der Seele

Und der Kontrolle eines spirituellen Willens.

Ein größerer Despot bändigte ihren Despotismus.

Bestürmt, überrascht in der Festung ihres Selbstes,

Besiegt von ihrem eigenen unerwarteten König,

Erfüllt und freigekauft durch ihre Dienstbarkeit,

Erlag sie in einer bezwungenen Ekstase,

Geraubt ihre hermetisch versiegelte Weisheit ihr,

Fragmente des Mysteriums der Allgewalt.

Eine Grenzlandherrscherin ist die okkulte Kraft.

Als Wächterin an der Schwelle zum Jenseits der Erdenbühne

Hat sie die Ausbrüche der Götter kanalisiert

Und durch Aussichten intuitiven Sehens

Eine lange Straße von schillernden Entdeckungen gebahnt.

Die Welten eines wundervollen Unbekannten waren nah,

Eine unsagbare Gegenwart stand hinter ihr:

Ihre Herrschaft nahm deren mystischen Einfluss auf,

Deren Löwenkräfte kauerten ihr zu Füßen;

Die Zukunft schläft unbekannt hinter deren Toren.

Höllenabgründe gähnten um die Schritte der Seele

Und riefen für ihre steigende Schau göttliche Gipfel:

Ein nie endendes Aufsteigen und Abenteuer der Idee

Lockten dort unermüdlich den Forschergeist

Und zahllose Stimmen besuchten das entzückte Ohr;

Millionen Gestalten kamen und waren nie mehr gesehen.

Dies war eine Front von Gottes tausendfachem Hause,

Anfänge des halbgeschirmten Unsichtbaren.

Einer magischen Eingangshalle Glanz

Zitterte in einem Halbdunkel von gedämpftem Licht,

Ein Hof des mystischen Verkehrs der Welten,

Ein Balkon und eine wunderreiche Fassade.

Über ihr erstrahlten hohe Unermesslichkeiten;

All das Unbekannte schaute aus dem Grenzenlosen:

Es wohnte auf einem Rande stundenloser Zeit,

Blickend aus einem immerwährenden Jetzt,

Seine Schatten, schimmernd von der Geburt der Götter,

Seine Körper, ankündigend den Körperlosen,

Seine Stirnflächen, glühend von der Überseele,

Seine Formen, projiziert aus dem Unkennbaren,

Seine Augen, träumend vom Unbeschreibbaren,

Seine Antlitze, starrend in die Ewigkeit.

Leben in ihm erfuhr sein riesig unterbewusstes Hinterland;

Die kleinen Vorderfronten erschlossen sich den ungesehenen Weiten:

Die Schlünde lagen bloß, die fernen Transzendenzen

Flammten in Transparenzen geballten Lichtes.

Eine riesenhafte Ordnung ward hier entdeckt,

Deren Quaste und verlängerte Fransen

Der karge Stoff unseres stofflichen Lebens sind.

Dies offenkundige Universum, dessen Figuren da verbergen

Die Geheimnisse, eingetaucht in überbewusstem Lichte,

Schrieb klar die Buchstaben seiner leuchtenden Geheimschrift:

Eine Karte mit subtilen Zeichen, unbegreiflich dem Denken,

War aufgehängt an einer Wand des innersten Mentals.

Erhellend die konkreten Bilder der Welt

Durch seinen Glanz in Symbole voller Sinn,

Bot es dem intuitiven Exegeten

Seinen Widerschein des ewigen Mysteriums dar.

Aufsteigend und absteigend zwischen den Polen des Lebens

Tauchten aufeinanderfolgenden Königreiche abgestuften Gesetzes

Aus dem Ewigwährenden in die Zeit

Und, froh einer Glorie mannigfaltigen Mentals

Und voll von Lebens Abenteuer und Freude

Und bepackt mit der Schönheit von der Materie Formen und Farben,

Klommen aus der Zeit zurück in todloses Selbst,

Tragend auf einer goldnen Leiter die Seele hoch,

Mit Diamantfäden die Extreme des Geistes verknüpfend.

Bei diesem Absinken von Bewusstsein zu Bewusstsein

Stützte sich jedes auf die Macht des okkulten Nichtbewussten,

Den Brunnen seiner notwendigen Unwissenheit,

Erzsteinmetz der Begrenzungen, durch die es lebt.

Bei diesem Aufsteigen von Bewusstsein zu Bewusstsein

Erhob ein jedes seine Gipfel hin zu Dem, woher es kam,

Ursprung von allem, was es je gewesen ist,

Und Heimat von allem, was es noch werden mag.

Eine Orgelskala von den Taten des Ewigen,

Steigend zu deren Höhepunkt in einer endlosen Ruhe,

Schritte des Wundervollen mit den vielen Gesichtern,

Vorbestimmte Etappen des sich entwickelnden Weges,

Größenmaße der wachsenden Seele,

Deuteten sie Dasein durch Dasein

Und, vermittelnd zwischen den Höhen und Tiefen,

Einten die heimlich vermählten Gegensätze

Und verknüpften Geschaffenes mit dem Unausdrückbaren.

Eine letzte hohe Welt, wo sich alle Welten treffen, war zu sehen;

In ihrem Gipfelglanz, wo nicht Nacht ist und nicht Schlaf,

Begann das Licht der höchsten Trinität.

Alles entdeckte dort, wonach es hier sucht.

Sie setzte das Endliche frei in die Grenzenlosigkeit

Und stieg empor in ihre eigenen Ewigkeiten.

Das Nichtbewusste fand sein Herz des Bewusstseins,

Idee und Gefühl, tappend in Unwissenheit,

Ergriffen endlich voll Inbrunst den Körper der Wahrheit,

Die Musik, geboren in den Schweigsamkeiten der Materie,

Pflückte nackt aus der Unergründlichkeit des Unausdrückbaren

Den Sinn, den sie enthielt doch nicht äußern konnte;

Der vollkommene Rhythmus, jetzt nur manchmal geträumt,

Erbrachte Antwort auf das hungrige Bedürfnis der zerrissenen Erde,

Entzweireißend die Nacht, die den Unbekannten verbarg,

Ihre verlorene vergessene Seele zurückgebend ihr.

Eine grandiose Lösung beendete das lang Ausweglose,

Worin die Höhen sterblicher Mühe münden.

Eine versöhnende Weisheit schaute auf das Leben nieder;

Sie nahm die strebsamen Untertöne des Mentals

Und den verworrenen Refrain menschlichen Hoffens auf

Und machte aus ihnen einen lieblichen und frohen Ruf;

Sie holte aus einem Untergrund des Schmerzes

Das unverständliche Murmeln unseres Lebens hervor

Und fand für dieses einen unermesslichen Sinn.

Ein machtvolles Einssein ihr ständiges Thema,

Fing sie die leisen verstreuten Äußerungen der Seele auf,

Kaum lesbar zwischen den Zeilen unseres starren Denkens

Oder im Schlummer und Koma auf der Brust der Materie

Gehört wie verworrenes Gemurmel im Schlaf;

Sie ordnete die goldnen Bindeglieder, die sie verloren hatten,

Und zeigte ihnen ihre göttliche Einheit,

Errettend aus dem Irrtum des getrennten Selbstes

Den tiefen spirituellen Ruf in allem, was ist.

All die erhabenen Worte, die ringen, den Einen auszudrücken,

Wurden emporgehoben in eine Absolutheit von Licht,

In ein ewigbrennend Feuer der Offenbarung

Und in die Unsterblichkeit der ewigen Stimme.

Der Streit von Wahrheit mit Wahrheit war nicht mehr;

Das endlose Kapitel ihrer Differenzen,

Im Lichte eines allwissenden Schriftgelehrten neu erzählt,

Verlief durch Unterschied auf Einheit zu,

Des Mentals gewundene Suche verlor jedweden Hauch von Zweifel,

Geführt zu seinem Ziel durch Sprache, die alles sieht

Und kleidet den anfänglichen und ursprünglichen Gedanken

Mit der Entschiedenheit eines letzten Satzes:

Verschmolzen waren Modus und Tempus schöpferischer Zeit

Zum Stil und zur Syntax der Wesenseinheit.

Ein Lobgesang schwoll aus den sinnend verlorenen Tiefen an;

Ein Hymnus tönte den dreieinigen Ekstasen zu,

Ein Ruf der Momente zur Seligkeit des Unsterblichen.

Als Strophen einer kosmischen Ode gleichsam

Strebte eine Hierarchie von aufsteigenden Harmonien,

Bevölkert mit Stimmen und mit Gesichtern,

Weit in ein Crescendo der Götter empor

Aus den Schlünden der Materie zu den Gipfeln des Geistes.

Darüber waren die unwandelbaren Sitze des Unsterblichen,

Weiße Kammern des Tändelns mit Ewigkeit

Und die gewaltigen Tore des Alleinigen.

Jenseits der Entfaltung der Meere des Selbstes

Tauchten die todlosen Länder des Einen auf.

Ein wunderreiches Bewusstsein entfaltete

Umfassendes Ziel und Verfahren und uneingeschränkte Normen,

Die breiten vertrauten Straßen einer größeren Natur.

Freigelassen aus dem Netz von irdischem Sinne

Wurden ruhige Kontinente der Macht erblickt;

Heimatländer der Schönheit, verschlossen menschlichen Augen,

Erst kaum zu sehen durch Staunens leuchtende Lider,

Überraschten die Schau mit Glückseligkeit;

Sonnengürtel des Wissens, Mondgürtel des Entzückens

Dehnten sich in einer Ekstase der Weiten

Jenseits unseres armseligen körperlichen Bereiches aus.

Dort konnte er eintreten, eine Weile bleiben.

Ein Reisender auf unverzeichneten Wegen,

Trotzend der unüberschaubaren Gefahr des Unbekannten,

Das Abenteuer wagend durch unermessliche Reiche,

So brach er in anderen Raum ein und in andere Zeit.

Ende des fünften Cantos
Ende des ersten Buches

ZWEITES BUCH

Das Buch vom Weltenwanderer

Erster Canto

Die Weltentreppe

Alleine ging er, beobachtet von der Unendlichkeit

Um ihn herum und dem Unbekannten darüber.

Alles konnte gesehen werden, was sterblichem Auge sich entzieht,

Alles konnte gewusst werden, was das Mental nie begriffen hat;

Alles konnte getan werden, was kein sterblicher Wille wagen kann.

Eine grenzenlose Bewegung durchdrang einen grenzenlosen Frieden.

In einem tiefgründigen Dasein jenseits dem der Erde,

Erzeuger oder Verwandter unserer Ideen und Träume,

Wo Raum ein riesiges Experiment der Seele ist,

In einer unstofflichen Substanz, die mit unserer verbunden ist

In einer innigen Einheit aller Dinge, die sind,

Erhob sich das Universum des Unbekannten.

Eine Selbsterschaffung ohne Ende oder Rast

Enthüllte die Herrlichkeiten des Unendlichen:

Er warf in die Risiken seines Spieles

Millionen Stimmungen, Myriaden Energien,

Die Weltgestaltungen, die Fantasien seiner Wahrheit sind

Und die Formeln der Freiheit seiner Kraft.

Sie goss in das Fließen des Immerbeständigen

Eine bacchantische Verzückung und ein Schwelgen von Ideen,

Eine Leidenschaft und Bewegung von Unvergänglichkeit.

Dort stiegen ungeboren in des Unwandelbaren Wogen

Gedanken auf, die in ihrer todlosen Konsequenz verharren,

Worte, die obwohl verklungen, unsterblich bleiben,

Taten, die dem Schweigen seinen stummen Sinn entrangen,

Linien, die das Unausdrückbare vermitteln.

Die Stille des Ewigen sah in ungerührter Freude

Seine universale Macht bei ihrem Werke zeigen

In Schauspielen von Schmerz und Dramen der Freude

Das Wunder und die Schönheit ihres Willens zu sein.

Alles, selbst der Schmerz, war hier das Vergnügen der Seele;

Alle Erfahrung war hier ein einziger Plan,

Der tausendfache Ausdruck des Einen.

Alles kam auf einmal in seinen einzigen Blick;

Nichts entging seinem weiten intuitiven Sehen,

Nichts kam nah, was ihm nicht verwandt erschien:

Er war mit jener Unermesslichkeit von einem Geist.

Bilder in einem überirdischen Bewusstsein,

Die den Ungeborenen verkörpern, der niemals stirbt,

Die strukturierten Visionen des kosmischen Selbstes,

Vom Hauch der Ewigkeit des Seins belebt,

Blickten ihn an wie an die Form gebundene spirituelle Gedanken,

Gestaltend die Bewegungen des Unbeschreibbaren.

Aspekte des Seins legten Weltumriss an; Formen,

Die bewegliche Türen für göttliche Dinge öffnen,

Wurden seiner stündlichen Sicht vertraut;

Die Symbole von des Geistes Wirklichkeit,

Die lebenden Körper des Körperlosen

Kamen als seiner Tage Begleiter ihm innig nah.

Die unerschöpflichen Gesichte des schlaflosen Mentals,

Schriftzeichen seines Kontakts mit dem Unsichtbaren,

Umgaben ihn mit unzähligen hinweisenden Zeichen;

Die Stimmen von tausend Reichen der Lebensmacht

Überbrachten von ihr ihm mächtige Botschaften.

Die Himmelszeichen, die in unser irdisches Leben dringen,

Die grässlichen Vorstellungen, erträumt von Hölle,

Die, wenn aufgeführt und erfahren hier,

Unser abgestumpftes Empfindungsvermögen bald nicht mehr fühlen

Oder unsere sterbliche Gebrechlichkeit nicht lange ertragen könnte,

Waren dort in ihre sublimen Proportionen gesetzt.

Gelebt dort in ihrer aus dem Selbst geborenen Atmosphäre,

Erlangten sie neu ihre unermessliche Höhe und angestammte Macht;

Ihr bestärkender Druck auf die Seele

Ätzte tief in den Boden des Bewusstseins

Die Leidenschaft und Reinheit ihrer Extreme,

Die Absolutheit ihres einzigen Rufes

Und die hoheitsvolle Süße oder gewaltvolle Poesie

Ihrer schönen oder schrecklichen Freude.

Alles, was Denken wissen oder weitestes Sehen erkennen kann,

Und alles, was Denken und Sehen nie begreifen können,

All die okkulten und seltenen Dinge, fern und fremd,

Waren dem Herzen nah, gespürt vom Geist-Sinn.

Um Einlass bittend an den Pforten seiner Natur

Bevölkerten sie die geweiteten Räume seines Mentals,

Seiner Selbstentdeckung flammende Zeugen,

Anbietend ihr Wunderwerk und ihre Mannigfaltigkeit.

Diese wurden nun zu neuen Teilen seiner selbst,

Die Figuren im größeren Leben seines Geistes,

Die bewegte Szenerie seines weiten Zeitwanderns

Oder das buntbestickte Gewebe seiner Sinne:

Diese nahmen den Platz vertrauter menschlicher Dinge ein

Und zogen als enge Begleiter seiner Gedanken mit

Oder waren die natürliche Umgebung seiner Seele.

Unermüdlich des Herzens Abenteuer der Freude,

Endlos die Königreiche von des Geistes Seligkeit,

Erklangen zahllose Töne von den Saiten dieser einen Harmonie;

Jeder brachte seiner weitgeschwingten universalen Ausgewogenheit,

Seinem unergründlichen Gefühl von dem Ganzen in Einem,

Noten einer noch ungesehenen Vollkommenheit,

Sein einziger Rückzug in Verschwiegenheiten der Wahrheit,

Sein frohes Streiflicht auf das Unendliche.

Dort fand sich, was der Einzigartige erträumt und erschaffen hat,

Färbend mit unaufhörlicher Verzückung und Überraschung

Und einer opulenten Schönheit von leidenschaftlicher Andersartigkeit

Den wiederkehrenden Takt, der Gott momentweise in der Zeit bestimmt.

Es fehlte nur das eine zeitlose Wort,

Das Ewigkeit in seinem einsamen Laute trägt,

Die Idee, selbstleuchtender Schlüssel zu allen Ideen,

Die Ganzzahl von des Geistes vollkommener Summe,

Die das ungleiche Ganze dem gleichen Einen gleichsetzt,

Das einzige Zeichen, das jedes Zeichen deutet,

Den absoluten Hinweis auf das Absolute.

Dort ummauert und abgeschottet durch seine eigene Innerlichkeit

In einem mystischen Wall von dynamischem Licht

Sah er ein einsames riesiges hochgewölbtes Weltengebäude,

Aufgerichtet wie ein Berg-Triumphwagen der Götter,

Bewegungslos unter einem unergründlichen Firmament.

Wie vom Sockel und unsichtbaren Grund der Materie

Zu ebenso unsichtbarem Gipfel, erhob ein gemeißelt Meer von Welten

Sich mit schaumgekrönten Wogen dem Allerhöchsten zu,

Empor gen unermessliche Breiten;

Es hoffte in das Reich des Unbeschreibbaren zu steigen:

Hundert Stufen hoben es zum Unbekannten.

So türmte es sich auf in ungreifbare Höhen

Und verschwand in der stillen bewussten Weite,

Wie ein vielstöckiger Tempelturm zum Himmel aufsteigt,

Erbaut von des Menschen strebender Seele,

Um nahe an seinem Traum vom Unsichtbaren zu leben.

Unendlichkeit ruft es, während es träumt und steigt;

Seine Turmspitze berührt den Scheitelpunkt der Welt;

Hinaufsteigend in große stimmlose Schweigsamkeiten

Vermählt es die Erde mit abgeschirmten Ewigkeiten.

Inmitten der vielen Systeme des Einen

Geschaffen durch eine deutende schöpferische Freude,

Weist es uns allein den Weg zurück

Aus unserer langen Selbstverlorenheit in den Tiefen der Natur;

Auf Erden angelegt, enthält es in sich alle Reiche:

Es ist ein bündiges Kompendium des Weiten.

Dies war die einzige Treppe zum Ziel des Seins.

Eine Zusammenfassung der Stufen des Geistes,

Schuf sein Abbild der kosmischen Hierarchien

In unserer geheimen Luft des Selbstes

Ein feines Muster des Universums neu.

Es ist innen, unten, außen, oben.

Einwirkend auf diesen Plan der sichtbaren Natur,

Erweckt es den dumpfen Schlummer unseres Erdenstoffs

Zu Denken und Fühlen und auf Freude zu reagieren;

Es modelliert in uns unsere göttlicheren Teile,

Erhebt das sterbliche Mental in eine größere Luft,

Lässt dies Leben des Fleisches sich sehnen nach ungreifbaren Zielen,

Knüpft den Tod des Körpers an den Ruf der Unsterblichkeit:

Aus der Ohnmacht des Nichtbewussten heraus

Müht es sich hin zu einem überbewussten Licht.

Wäre die Erde alles und dieses nicht in ihr,

Könnte es weder Denken noch der Lebens-Freude Antwort geben:

Nur materielle Formen könnten dann ihre Gäste sein,

Angetrieben von einer leblosen Weltenkraft.

Aus dieser goldnen Überfülle gebar die Erde

Den denkenden Menschen und wird noch mehr gebären als ihn;

Dieses übergeordnete Schema des Seienden ist unsere Ursache

Und enthält den Schlüssel zu unserem aufsteigenden Schicksal;

Es ruft aus unserer dichten Sterblichkeit

Den bewussten Geist, der genährt wird im Hause der Materie.

Das lebende Symbol dieser bewussten Ebenen,

Seine Einflüsse und Gottheiten aus dem Ungesehenen,

Seine nicht gedachte Logik der Taten des Wirklichen,

Entsprungen der unausgesprochenen Wahrheit in Dingen,

Dies hat unseres Innenlebens langsam steigende Grade festgelegt.

Seine Stufen sind Schritte für die Rückkehr der Seele

Aus dem tiefsinnigen Abenteuer der stofflichen Geburt,

Eine Leiter des befreienden Aufstiegs

Und Sprossen, auf denen die Natur zur Göttlichkeit emporklimmt.

Einst, in der Vigilie eines todlosen Blickes,

Hatten diese Stufen ihren gigantischen Absturz markiert,

Den weiten und vornüberfallenden Sprung einer Gottheit Fall.

Unser Leben ist ein Holocaust des Höchsten.

Die große Weltmutter hat durch ihr Opfer

Ihre Seele zum Körper unseres Zustandes gemacht;

Auf sich nehmend Kummer und Unbewusstheit

Wob der Gottheit Fall aus ihren eigenen Herrlichkeiten

Den reich gemusterten Untergrund von allem, was wir sind.

Ein Abgott des Selbstes ist unsere Sterblichkeit.

Unsere Erde ist ein Fragment und ein Überbleibsel;

Ihre Macht ist voll mit dem Stoff größerer Welten

Und in deren Farbglanz getaucht, den ihr Schlummer trübt;

Ein Atavismus von höheren Geburten ist ihr zu eigen,

Aufgewühlt wird ihr Schlaf von ihren vergrabenen Erinnerungen

An die verlorenen Sphären, denen sie einst entfielen.

Unbefriedigte Kräfte regen sich in ihrer Brust;

Sie sind Mitwirkende an ihrem größeren wachsenden Geschick

Und ihrer Rückkehr zur Unsterblichkeit;

Sie willigen ein, ihr Los von Geburt und Tod zu teilen;

Sie entfachen Glanzsplitter des Alls und drängen

Ihren blinden arbeitsamen Geist,

Ein dürftiges Abbild des mächtigen Ganzen zusammenzustellen.

Der ruhige und leuchtende Vertraute im Innern

Stimmt ihrem Werke zu und lenkt die nicht sehende Macht.

Sein ungeheurer Plan erlaubt einen kümmerlichen Start.

Ein Entwurf, eine halbfertige Zeichnung ist das Leben der Welt;

Seine Linien zweifeln am eigenen verdeckten Sinn,

Seine Kurven finden nicht ihren hohen vorgesehenen Abschluss.

Doch ein erstes Bild von Größe zittert dort,

Und wenn die vieldeutig zusammengewürfelten Teile

Die vielfarbige Einheit getroffen haben, auf die sie sich hinbewegten,

Dann wird die Freude des Künstlers über die Regeln der Vernunft lachen;

Die göttliche Absicht wird plötzlich sichtbar,

Das Ziel die sichere Technik der Intuition rechtfertigen.

Ein Schaubild von vielen sich treffenden Welten wird es geben,

Einen Würfel und vereinigenden Kristall der Götter;

Ein Mental wird denken hinter der mentallosen Maske der Natur,

Eine bewusste Weite den alten stummen rohen Raum ausfüllen.

Diese blasse und verschwommene Skizze einer Seele, Mensch genannt,

Wird vor dem Hintergrund der langen Zeit

Als strahlender Inbegriff der Ewigkeit dastehen,

Als kleiner Punkt die Grenzenlosigkeiten enthüllen.

Das Universum ist der Prozess eines Mysteriums.

Zuerst ward ein seltsam anomales Fundament gelegt,

Ein Leeres, eine Ziffer von irgendeinem geheimen Ganzen,

Wo eine Null in ihrer Summe die Unendlichkeit enthielt

Und Alles und Nichts ein und dasselbe waren,

Ein ewig Negatives, ein Nichts als Matrix:

In seine Formen gebiert sich ewig das Kind,

Das in den Weiten Gottes auf ewig lebt.

Dann kam es zu einer langsamen Umkehrung der Bewegung:

Ein Gas stieß aus einem unsichtbaren Feuer hervor,

Aus dessen dichten Ringen diese Millionen Sterne wurden;

Auf dem neugeborenen Boden der Erde ward Gottes Schritt gehört.

Durch den dicken Qualm der Erde Unwissenheit

Begann ein Mental zu sehen und Formen zu betrachten

Und tastete nach Wissen in der nichtwissenden Nacht:

Gefangen in einem blinden steinernen Griff schuf Kraft an ihrem Plan

Und machte im Schlaf diese gewaltige mechanische Welt,

Damit Materie der eigenen Seele bewusst werde

Und die Lebens-Macht, gleich einer tüchtigen Hebamme,

Die Null entbinden möge, die Trägerin von Allem.

Weil ewige Augen den Abgründen der Erde

Die leuchtende Klarheit eines reinen Blickes zuwandten

Und einen Schatten des Unerkennbaren

Im grenzenlosen Schlaf des Nichtbewussten gespiegelt sahen,

Begann die aufgeregte Suche der Schöpfung nach dem Selbst.

Ein Geist träumte im rohen kosmischen Wirbel,

Ein Mental strömte ahnungslos im Saft des Lebens

Und die Brüste der Materie nährten die göttliche Idee.

Ein Wunder des Absoluten ward geboren;

Unendlichkeit legte eine endliche Seele an,

Ein ganzes Meer lebte in einem wandernden Tropfen,

Ein zeitgeschaffener Körper ward zum Hause des Unbegrenzbaren.

Um dies Mysterium auszuleben, kam unsere Seele hierher.

Ein Seher im Innern, der da kennt den geordneten Plan,

Der sich hinter unseren momentanen Schritten verbirgt,

Inspiriert unseren Aufstieg zu unsichtbaren Höhen,

Wie einst den abgrundtiefen Sprung zur Erde und zum Leben.

Sein Ruf hatte den Wanderer in der Zeit erreicht.

Für sich in einer unergründeten Einsamkeit,

Wanderte er in seiner lautlosen und alleinigen Stärke,

Tragend die Bürde des Verlangens der Welt.

Eine formlose Stille rief, ein namenloses Licht.

Über ihm war der weiße reglose Strahl,

Um ihn herum die ewigen Schweigsamkeiten.

Dem hochgespannten Versuch war keine Grenze gesetzt;

Eine Welt nach der anderen enthüllte ihre gehüteten Mächte,

Ein Himmel nach dem anderen seine tiefen Glückseligkeiten,

Doch noch weiter zog der unsichtbare Magnet seine Seele.

Als einsame Gestalt auf der riesigen Treppe der Natur

Stieg er hinauf zu einem nicht erkennbaren Ziel

Auf dem kahlen Gipfel erschaffener Dinge.

Ende des ersten Cantos

  1. Das Königreich der subtilen Materie
  2. Glanz und Fall des Lebens
  3. Die Königreiche des kleinen Lebens
  4. Die Gottheiten des kleinen Lebens

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