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  1. SRI AUROBINDO
  2. Die Botschaft der Bhagavadgita - interpretiert von Sri Aurobindo

atha saptadaśo ‘dhyāyaḥ – śraddhā-traya-vibhāga-yogaḥ

17. Kapitel: Der Yoga des dreifachen Glaubens

Gita 1.xx

arjuna uvāca |

ye śāstra-vidhim utsṛjya yajante śraddhayānvitāḥ |

teṣāṁ niṣṭhā tu kā kṛṣṇa sattvam āho rajas tamaḥ ||1||

1. Arjuna sprach:
Wenn die Menschen, von Glauben erfüllt, Gott oder den Göttern opfern, aber das Gesetz des Shastra aufgegeben haben, von welcher Art ist jener konzentrierte Wille verehrungsvoller Hingabe in ihnen, niṣṭhā, der ihnen diesen Glauben gibt und sie zu dieser Art des Handelns bewegt, O Krishna? Ist er aus Sattwa, Rajas oder Tamas?

Gita 17.2

śrī bhagavān uvāca |

tri-vidhā bhavati śraddhā dehināṁ sā svabhāva-jā |

sāttvikī rājasī caiva tāmasī ceti tāṁ śṛṇu ||2||

2. Der Erhabene sprach:
Der Glaube in den verkörperten Wesen ist wie alle Dinge in der Natur von dreifacher Art und unterschiedlich gemäß der in ihrer Natur vorherrschenden Eigenschaft: Sattwa, Rajas oder Tamas. Höre nun von diesen!

Gita 17.3

sattvānurūpā sarvasya śraddhā bhavati bhārata |

śraddhāmayo 'yaṁ puruṣo yo yac-chraddhaḥ sa eva saḥ ||3||

3. Der Glaube eines jeden Menschen, O Bharata, nimmt die Prägung an, die ihm durch den Stoff seines Wesens (das ihn ausmachende Temperament) gegeben wird. Dieser Purusha, diese Seele im Menschen, ist gleichsam aus Shraddha gebildet: aus einem Glauben, einem Willen zum Dasein, einem Vertrauen auf das eigene Selbst und auf das Sein. Und was auch immer in ihm dieser Wille, dieses Vertrauen oder dieser grundlegende Glaube ist, er ist jenes, und jenes ist er.

Gita 17.4

yajante sāttvikā devān yakṣa-rakṣāṁsi rājasāḥ |

pretān bhūta-gaṇāṁś cānye yajante tāmasā janāḥ ||4||

4. Die sattwischen Menschen bringen ihre Opfer den Göttern dar, die rajasischen den Yakshas (Hütern des Reichtums) und den Kräften der Rakshasas. Die Übrigen, die tamasischen Menschen verehren mit ihrem Opfer die elementaren Mächte und niederen Geister.

Gita 17.5-6

aśāstra-vihitaṁ ghoraṁ tapyante ye tapo janāḥ |

dambhāhaṅkāra-saṁyuktāḥ kāma-rāga-balānvitāḥ ||5||

karṣayantaḥ śarīra-sthaṁ bhūta-grāmam acetasaḥ |

māṁ caivāntaḥ śarīra-sthaṁ tān viddhy āsura-niścayān ||6||

5.-6. Die Menschen, die im Gegensatz zum Shastra, voll Anmaßung und Egoismus, gewaltsame Kasteiungen vornehmen, die unter dem Zwang ihrer Begierden und Leidenschaften stehen, deren Verstand noch so unreif ist, dass sie den Organismus der Elemente, die ihren Körper bilden, quälen, und die auch Mich beunruhigen, der Ich im Körper wohne, von diesen Menschen wisse, dass sie in ihren Entschlüssen asurisch sind.

Gita 17.7

āhāras tv api sarvasya tri-vidho bhavati priyaḥ |

yajñas tapas tathā dānaṁ teṣāṁ bhedam imaṁ śṛṇu ||7||

7. Auch die Nahrung, die einer gern hat, ist von dreifachem Charakter, ebenso wie sein Opfer, seine Askese, seine Gaben. Höre dies über ihren Unterschied!

Gita 17.8

āyuḥ-sattva-balārogya-sukha-prīti-vivardhanāḥ |

rasyāḥ snigdhāḥ sthirā hṛdyā āhārāḥ sāttvika-priyāḥ ||8||

8. Das sattwische Temperament im mentalen und physischen Körper wendet sich seiner Natur gemäß den Dingen zu, die das Leben, die innere und äußere Stärke vermehren und sowohl die mentale, vitale und physische Kraft nähren, wie sie auch die Freuden, die Befriedigung und das Wohlbefinden von Mental, Leben und Körper erhöhen, also allem was kraftvoll und mild, stärkend und hungerstillend ist.

Gita 17.9

kaṭv-amla-lavaṇāty-uṣṇa-tīkṣṇa-rūkṣa-vidāhinaḥ |

āhārā rājasasyeṣṭā duḥkha-śokāmaya-pradāḥ ||9||

9. Das rajasische Temperament bevorzugt seiner Natur gemäß eine Nahrung, die stark säuernd, scharf, heiß, beißend, roh, zu schwer und brennend ist, Speisen, die sich als gesundheitsschädigend und im Unwohlsein von Mental und Körper auswirken.

Gita 17.10

yāta-yāmaṁ gata-rasaṁ pūti paryuṣitaṁ ca yat |

ucchiṣṭam api cāmedhyaṁ bhojanaṁ tāmasa-priyam ||10||

10. Das tamasische Temperament findet ein perverses Vergnügen an kalter, unreiner, verdorbener, fauler oder geschmackloser Nahrung oder akzeptiert sogar wie die Tiere halb aufgegessene Überreste von anderen.

Gita 17.11

aphalākāṇkṣibhir yajño vidhi-dṛṣṭo ya ijyate |

yaṣṭavyam eveti manaḥ samādhāya sa sāttvikaḥ ||11||

11. Sattwisch ist das Opfer, das von Menschen dargebracht wird ohne Begehren der persönlichen Frucht und das nach den richtigen Prinzipien vollzogen wird und mit einem Mental, das darauf konzentriert ist, dass jede Tat, die getan wird, als Opfer getan wird.

Gita 17.12

abhisandhāya tu phalaṁ dambhārtham api caiva yat |

ijyate bharata-śreṣṭha taṁ yajñaṁ viddhi rājasam ||12||

12. Von rajasischer Natur sollst du, O Bester der Bharatas, dasjenige Opfer ansehen, das um des persönlichen Lohnes und auch um der Prahlerei willen dargebracht wurde.

Gita 17.13

vidhi-hīnam asṛṣṭānnaṁ mantra-hīnam adakṣiṇam |

śraddhā-virahitam yajñam tāmasaṁ paricakṣate ||13||

13. Als tamasisch gilt ein Opfer, wenn es nicht im Einklang mit der rechten Ordnung des Shastra vollzogen wurde, wenn keine Nahrung dargebracht, kein Mantra verwendet und keine Gabe geopfert wurde und es leer ist an Glauben.

Gita 17.14

deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam |

brahma-caryam ahiṁsā ca śarīraṁ tapa ucyate ||14||

14. Die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweifach-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer, all das wird als die Askese des Körpers bezeichnet.

Gita 17.15

anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat |

svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅmayaṁ tapa ucyate ||15||

15. Wenn die Rede anderen keine Angst einflößt, keinen Kummer und keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden dann spricht man von der Askese der Rede.

Gita 17.16

manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ |

bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate ||16||

16. Eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigsamkeit, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments –, all das wird als Askese des Mentals bezeichnet.

Gita 17.17

śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ |

aphalākāṇkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate ||17||

17. Sattwisch nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeübt wird.

Gita 17.18

satkāra-māna-pūjārtham tapo dambhena caiva yat |

kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam ||18||

18. Rajasisch heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Prahlerei willen.

Gita 17.19

mūḍha-grāheṇātmanaḥ yat pīḍayā kriyate tapaḥ |

parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam ||19||

19. Als tamasisch wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.

Gita 17.20

dātavyam iti yad dānaṁ dīyate 'nupakāriṇe |

deśe kāle ca pātre ca tad dānaṁ sāttvikaṁ smṛtam ||20||

20. Geben geschieht nach sattwischer Art, wo man es um des Gebens und Wohltuns willen tut und den beschenkt, der die Wohltat nicht erwidert und die Gabe unter den rechten Umständen von Zeit und Ort und an den richtigen Empfänger austeilt (der würdig ist und für den die Gabe eine wirkliche Hilfe bedeuten kann).

Gita 17.21

yat tu pratyupakārārthaṁ phalam uddiśya vā punaḥ |

dīyate ca parikliṣṭaṁ tad dānaṁ rājasaṁ smṛtam ||21||

21. Geben ist von der Art des Rajas, wenn die Gabe unwillig gegeben wird oder unter Vergewaltigung seiner selbst oder mit persönlichem und egoistischem Zweck oder in der Hoffnung auf Rückerstattung in irgendeiner Form.

Gita 17.22

adeśa-kāle yad dānam apātrebhyaś ca dīyate |

asatkṛtam avajñātaṁ tat tāmasam udāhṛtam ||22||

22. Geben ist von der Art des Tamas, wenn die Gabe ohne jede Erwägung der rechten Umstände von Zeit, Ort und Zweck, wenn sie ohne Rücksicht auf die Gefühle des Empfängers gegeben wird, so dass dieser sie verachtet, selbst wenn er sie annimmt.

Gita 17.23

om-tat-sad iti nirdeśo brahmaṇas tri-vidhaḥ smṛtaḥ |

brāhmaṇās tena vedāś ca yajñāś ca vihitāḥ purā ||23||

23. Die Formel OM, Tat, Sat ist die dreifache Bestimmung des Brahman, durch den in alten Zeiten die Brahmanas, die Veden und die Opfer geschaffen wurden.

Gita 17.24

tasmād om ity udāhṛtya yajña-dāna-tapaḥ-kriyāḥ |

pravartante vidhānoktāḥ satataṁ brahma-vādinām ||24||

24. Darum werden von den Kennern Brahmans die Opferhandlungen, das Geben und die Askese stets mit dem Aussprechen von OM eingeleitet, wie es in den Regeln niedergelegt ist.

Gita 17.25

tad ity anabhisandhāya phalaṁ yajña-tapaḥ-kriyāḥ |

dāna-kriyāś ca vividhāḥ kriyante mokṣa-kāṅkṣibhiḥ ||25||

25. Mit dem Aussprechen von Tat und ohne Verlangen nach Lohn werden von den Suchern nach Befreiung die mannigfachen Handlungen des Opfers, der Askese und des Gebens vollzogen.

Gita 17.26

sad-bhāve sādhu-bhāve ca sad ity etat prayujyate |

praśaste karmaṇi tathā sac-chabdaḥ pārtha yujyate ||26||

26. Sat bedeutet „gut“, und es bedeutet auch „Sein“. Darum, O Partha, wird dieses Wort auch verwendet im Sinne eines guten Werkes (denn alle guten Werke bereiten die Seele für die höhere Wirklichkeit unseres Seins zu).

Gita 17.27

yajñe tapasi dāne ca sthitiḥ sad iti cocyate |

karma caiva tad-arthīyaṁ sad ity evābhidhīyate ||27||

27. Sat ist alle Beständigkeit im Opfern, Geben und in der Askese, und alle Werke, die unter diesem zentralen Gesichtspunkt getan werden als Opfer, Gabe und Askese, sind Sat (denn diese Handlungen bilden die Grundlage für die höchste Wahrheit unseres Geistes).

Gita 17.28

aśraddhayā hutaṁ dattaṁ tapas taptaṁ kṛtaṁ ca yat |

asad ity ucyate pārtha na ca tat pretya no iha ||28||

28. Was immer getan wird ohne Glauben, O Partha, sei es die Opfergabe, das Geben, die Askese oder sonst ein Werk, wird Asat genannt. Es hat hier und auch im Jenseits keinen Wert.


oṃ tat sat iti śrīmadbhagavadgītāsūpaniṣatsu brahmavidyāyāṃ yogaśāstre śrī-kṛṣṇārjunasaṃvāde śraddhātrayavibhāgayogo nāma saptadaśo 'dhyāyaḥ

Om tat sat. So endet in der vom Herrn gesungenen Upanishad, der Wissenschaft von Brahman, der Schrift vom Yoga und dem Dialog zwischen Sri Krishna und Arjuna das siebzehnte Kapitel mit dem Titel „Der Yoga des dreifachen Glaubens“.

atha aṣṭādaśo ‘dhyāyaḥ – mokṣa-yogaḥ

18. Kapitel: Der Yoga der Befreiung

Gita 18.1

arjuna uvāca |

sannyāsasya mahābāho tattvam icchāmi veditum |

tyāgasya ca hṛṣīkeśa pṛthak keśīniṣūdana ||1||

1. Arjuna sprach:
Ich möchte, O Starkarmiger, das Prinzip von Sannyasa kennenlernen, das Prinzip von Tyaga, O Hrishikesha, und den Unterschied zwischen beiden, O Keshinishudana.

Gita 18.2

śrī bhagavān uvāca |

kāmyānāṁ karmaṇāṁ nyāsaṁ sannyāsaṁ kavayo viduḥ |

sarva-karma-phala-tyāgaṁ prāhus tyāgaṁ vicakṣaṇāḥ ||2||

2. Der Erhabene sprach:
Die Weisen haben unter Sannyasa das Ablegen (oder Beiseitelegen) begehrenswerter Handlungen verstanden. Tyaga ist der Name, den die Weisen einem völligen Aufgeben der Bindung an die Frucht des Handelns gegeben haben.

Gita 18.3

tyājyaṁ doṣavad ity eke karma prāhur manīṣiṇaḥ |

yajña-dāna-tapaḥ-karma na tyājyam iti cāpare ||3||

3. „Von jeglichem Handeln sollte man Abstand nehmen, weil es ein Übel ist“, erklären einige gelehrte Männer. „Die Handlungen des Opferns, des Gebens und der Askese dürfen nicht aufgegeben werden“, sagen andere.

Gita 18.4

niścayaṁ śṛṇu me tatra tyāge bharata-sattama |

tyāgo hi puruṣa-vyāghra tri-vidhaḥ samprakīrtitaḥ ||4||

4. Höre, wie Ich Mich hinsichtlich der Entsagung (Tyaga) entschieden habe, O Bester der Bharatas. Denn auch die Entsagung im Handeln ist, O Tiger der Menschen, als von dreifacher Art erklärt worden.

Gita 18.5

yajña-dāna-tapaḥ-karma na tyājyaṁ kāryam eva tat |

yajño dānaṁ tapaś caiva pāvanāni manīṣiṇām ||5||

5. Auf die Handlungen des Opferns, des Gebens und der Askese sollte auf keinen Fall verzichtet werden. Sie sollen vollzogen werden, denn sie läutern den Weisen.

Gita 18.6

etāny api tu karmāṇi saṅgaṁ tyaktvā phalāni ca |

kartavyānīti me pārtha niścitaṁ matam uttamam ||6||

6. Aber, O Partha, selbst diese Handlungen sollen unbedingt vollzogen werden, indem man Bindung und Lohn beiseite lässt.

Gita 18.7

niyatasya tu sannyāsaḥ karmaṇo nopapadyate |

mohāt tasya parityāgas tāmasaḥ parikīrtitaḥ ||7||

7. Verzicht auf das recht geordnete Handeln ist wahrlich nicht geeignet. Verzichtet man aus Unwissenheit auf sie, ist das ein tamasischer Verzicht.

Gita 18.8

duḥkham ity eva yat karma kāya-kleśa-bhayāt tyajet |

sa kṛtvā rājasaṁ tyāgaṁ naiva tyāga-phalaṁ labhet ||8||

8. Wer das Wirken aufgibt, weil es Sorgen oder dem Fleisch Kummer bereitet, leistet damit einen rajasischen Verzicht und erlangt nicht die Frucht seiner Entsagung.

Gita 18.9

kāryam ity eva yat karma niyataṁ kriyate 'rjuna |

saṅgaṁ tyaktvā phalaṁ caiva sa tyāgaḥ sāttviko mataḥ ||9||

9. Wer aber eine recht geordnete Handlung vollzieht, weil sie getan werden muss, und dabei keine Bindung, weder zur Handlung als solcher, noch zur Frucht dieses Handelns, entsteht, dessen Entsagung gilt als sattwisch.

Gita 18.10

na dveṣṭy akuśalaṁ karma kuśale nānuṣajjate |

tyāgī sattva-samāviṣṭo medhāvī chinna-saṁśayaḥ ||10||

10. Der weise Mensch, der sich der Zweifel entledigt hat und der Entsagung übt im Licht seines völlig sattwischen Mentals, hat keine Abneigung gegen unerfreuliches und keine Bindung an erfreuliches Handeln.

Gita 18.11

na hi deha-bhṛtā śakyaṁ tyaktuṁ karmāṇy aśeṣataḥ |

yas tu karma-phala-tyāgī sa tyāgīty abhidhīyate ||11||

11. In der Tat können die verkörperten Wesen nicht auf jegliches Wirken verzichten. Wer aber die Frucht seines Handelns aufgibt, vom dem sagt man mit Recht, dass er ein Entsagender ist.

Gita 18.12

aniṣṭam iṣṭaṁ miśraṁ ca tri-vidhaṁ karmaṇaḥ phalam |

bhavaty atyāgināṁ pretya na tu sannyāsināṁ kvacit ||12||

12. Die drei Arten von Ergebnis – erfreulich, unerfreulich und vermischt – existieren in dieser oder jener Welt, in diesem oder jenem Leben nur für die Sklaven des Begehrens und des Ego. Am freien Geist bleiben diese Dinge nicht haften.

Gita 18.13

pañcaitāni mahā-bāho kāraṇāni nibodha me |

sāṅkhye kṛtānte proktāni siddhaye sarva-karmaṇām ||13||

13. Erfahre von Mir, O Starkarmiger, die folgenden fünf Ursachen, wie sie vom Sankhya für die Vollendung allen Wirkens niedergelegt worden sind.

Gita 18.14

adhiṣṭhānaṁ tathā kartā karaṇaṁ ca pṛthag-vidham |

vividhāś ca pṛthak ceṣṭā daivaṁ caivātra pañcamam ||14||

14. Diese fünf sind: Der Körper, die handelnde Person, die verschiedenen Werkzeuge, die vielerlei Bemühungen und schließlich das Schicksal.

Gita 18.15

śarīra-vāṅmanobhir yat karma prārabhate naraḥ |

nyāyyaṁ vā viparītaṁ vā pañcaite tasya hetavaḥ ||15||

15. Diese fünf Elemente bilden unter allem anderen die wirksamen Ursachen, kāraṇa, die Form und Ergebnis von jeglichem Werk bestimmen, das der Mensch mit Mental, Rede und Körper ausführt.

Gita 18.16

tatraivaṁ sati kartāram ātmānaṁ kevalaṁ tu yaḥ |

paśyaty akṛta-buddhitvān na sa paśyati durmatiḥ ||16||

16. Da es sich so verhält, hat wahrlich derjenige, der aus unwissendem Verstand sich selbst als den Täter ansieht, eine verdrehte Intelligenz. Er erkennt nicht.

Gita 18.17

yasya nāhaṅkṛto bhāvo buddhir yasya na lipyate |

hatvāpi sa imāṁl lokān na hanti na nibadhyate ||17||

17. Wer frei ist vom Ego-Sinn und in seiner Intelligenz nicht beeinträchtigt wird, der tötet nicht, auch wenn er diese Völker erschlagen würde, und wird durch sein Handeln nicht gebunden.

Gita 18.18

jñānaṁ jñeyaṁ parijñātā tri-vidhā karma-codanā |

karaṇaṁ karma karteti tri-vidhaḥ karma-saṅgrahaḥ ||18||

18. Die Erkenntnis, der Gegenstand der Erkenntnis und der Erkennende sind drei Dinge, die den mentalen Impuls zum Handeln bilden. Ferner gibt es drei Dinge, die die Handlungen zusammenhalten und möglich machen: Der Handelnde, das Instrument und das vollzogene Werk.

Gita 18.19

jñānaṁ karma ca kartā ca tridhaiva guṇa-bhedataḥ |

procyate guṇa-saṅkhyāne yathāvac chṛṇu tāny api ||19||

19. Erkenntnis, Handlung und Täter sind, nach dem Sankhya, von dreifacher Art gemäß der Verschiedenheit der Gunas (Eigenschaften). Erfahre auch über diese entsprechend.

Gita 18.20

sarva-bhūteṣu yenaikaṁ bhāvam avyayam īkṣate |

avibhaktaṁ vibhakteṣu taj jñānaṁ viddhi sāttvikam ||20||

20. Erkenne als sattwisch jene Erkenntnis, durch die man das eine unvergängliche Sein in allem Werden und das eine unteilbare Ganze in allen diesen Teilerscheinungen wahrnimmt.

Gita 18.21

pṛthaktvena tu yaj jñānaṁ nānā-bhāvān-pṛthag-vidhān |

vetti sarveṣu bhūteṣu taj jñānaṁ viddhi rājasam ||21||

21. Betrachte als rajasisch jene Erkenntnis, die in allen diesen Daseinsformen die Vielfalt der Dinge nur in der Getrenntheit und Verschiedenheit ihrer Wirkensweisen sieht.

Gita 18.22

yat tu kṛtsnavad ekasmin kārye saktam ahaitukam |

atattvārthavad alpaṁ ca tat tāmasam udāhṛtam ||22||

22. Die tamasische Erkenntnis ist eine kleinliche und enge Art, die Dinge zu betrachten, die keinen Blick hat für die wirkliche Natur der Welt. Sie klammert sich an einen einzigen Prozess oder an ein einziges gewohntes Verfahren des Wirkens, als ob dies das Ganze wäre (ohne Vorausschau oder eine das Ganze überblickende Intelligenz).

Gita 18.23

niyataṁ saṅga-rahitam arāga-dveṣataḥ kṛtam |

aphala-prepsunā karma yat tat sāttvikam ucyate ||23||

23. Wird eine Handlung nach der rechten Ordnung vollzogen ohne Bindung, ohne Vorliebe oder Abneigung (an ihrem Reiz oder ihrer Langweiligkeit) von einem Menschen, der kein Begehren nach ihrer Frucht hegt, dann wird sie sattwisch genannt.

Gita 18.24

yat tu kāmepsunā karma sāhaṅkāreṇa vā punaḥ |

kriyate bahulāyāsaṁ tad rājasam udāhṛtam ||24||

24. Wird aber eine Handlung von einem Menschen unternommen unter der Herrschaft des Begehrens oder mit egoistischem Gefühl der eigenen Person beim Handeln oder wird sie mit ungewöhnlichem Kraftaufwand ausgeführt (mit angespanntem Willen, um das Ziel des Begehrens zu erreichen), nennt man sie rajasisch.

Gita 18.25

anubandhaṁ kṣayaṁ hiṁsām anapekṣya ca pauruṣam |

mohād ārabhyate karma yat tat tāmasam ucyate ||25||

25. Wird die Handlung unter Selbsttäuschung begangen (im mechanischen Gehorsam gegenüber Instinkten, Trieben und blinden Ideen) ohne Rücksicht auf die eigene Kraft und Fähigkeit, ohne Vorausschau auf die Folgen, auf die Kraftvergeudung und das anderen zugefügte Unrecht, dann gilt sie als tamasisch.

Gita 18.26

mukta-saṅgo ‚nahaṁvādī dhṛty-utsāha-samanvitaḥ |

siddhy-asiddhyor nirvikāraḥ kartā sāttvika ucyate ||26||

26. Handelt der Täter frei von Bindung, frei von Egoismus, voll fester, unpersönlicher Entschlossenheit, mit ruhiger Geradheit seiner Hingabe, weder hochgestimmt bei Erfolg, noch niedergeschlagen bei Misserfolg, dann wird er sattwisch genannt.

Gita 18.27

rāgī karma-phala-prepsur lubdho hiṁsātmako 'śuciḥ |

harṣa-śokānvitaḥ kartā rājasaḥ parikīrtitaḥ ||27||

27. Hängt der Handelnde voll Eifer an seinem Werk, ist er leidenschaftlich verlangend nach dessen Frucht, ist er habgierig, unrein, oft gewalttätig, grausam und brutal in den Mitteln, die er anwendet, voll Freude (bei Erfolg) und voll Kummer (bei Misserfolg), dann gilt er als rajasisch.

Gita 18.28

ayuktaḥ prākṛtaḥ stabdhaḥ śaṭho naiṣkṛtiko 'lasaḥ |

viṣādī dīrgha-sūtrī ca kartā tāmasa ucyate ||28||

28. Handelt jemand nur unter mechanischem Einsatz seiner mentalen Kräfte (setzt er sich bei seinem Tun nicht richtig ein), ist er stupide und eigensinnig, verschlagen und anmaßend, träge, leicht entmutigt und zaudernd, dann gilt er als tamasisch.

Gita 18.29

buddher bhedaṁ dhṛteś caiva guṇatas tri-vidhaṁ śṛṇu |

procyamānam aśeṣeṇa pṛthaktvena dhanañjaya ||29||

29. Auch die Vernunft und Beharrlichkeit sind gemäß den Eigenschaften der Natur von dreierlei Art. Vernimm, wie sie miteinander verbunden und getrennt sind, O Dhananjaya!

Gita 18.30

pravṛttiṁ ca nivṛttiṁ ca kāryākārye bhayābhaye |

bandhaṁ mokṣaṁ ca yā vetti buddhiḥ sā pārtha sāttvikī ||30||

30. Jener Verstand, der das Gesetz des Handelns und das Gesetz des Verzichts auf das Handeln erkennt, der die Sache, die getan werden soll, zu unterscheiden vermag von der Sache, die man unterlassen soll, und das, was man fürchten soll, von dem, wovor man sich nicht fürchten soll, und der erkennt, was den Geist des Menschen fesselt und was ihn befreit, ein solcher Verstand, O Partha, ist sattwisch.

Gita 18.31

yayā dharmam adharmaṁ ca kāryaṁ cākāryam eva ca |

ayathāvat prajānāti buddhiḥ sā pārtha rājasī ||31||

31. Jener Verstand, der nur auf verkehrte Weise zwischen Recht und Unrecht unterscheidet, zwischen dem, was getan werden muss, und dem, was nicht getan werden darf, dieser Verstand, O Partha, ist rajasisch.

Gita 18.32

adharmaṁ dharmam iti yā manyate tamasāvṛtā |

sarvārthān viparītāṁś ca buddhiḥ sā pārtha tāmasī ||32||

32. Jener Verstand, in Dunkelheit gehüllt, der sich an das hält, was nicht das wahre Gesetz ist, und dies zum geltenden Gesetz erklärt, der alle Dinge getrübt durch falsche Auffassungen sieht, dieser Verstand, O Partha, ist tamasisch.

Gita 18.33

dhṛtyā yayā dhārayate manaḥ prāṇendriya-kriyāḥ |

yogenāvyabhicāriṇyā dhṛtiḥ sā pārtha sāttvikī ||33||

33. Jene unerschütterliche Beharrlichkeit, (dhṛti), mit der man durch Yoga das Mental und die Sinne und das Leben beherrscht, O Partha, diese Beharrlichkeit ist von sattwischer Art.

Gita 18.34

yayā tu dharma-kāmārthān dhṛtyā dhārayate 'rjuna |

prasaṅgena phalākāṅkṣī dhṛtiḥ sā pārtha rājasī ||34||

34. Jene Beharrlichkeit jedoch, O Arjuna, mit der man Recht und Gerechtigkeit (Dharma) festhält, mit Interesse (Artha) und Vergnügen (Kama) und mit starker Bindung die Früchte seines Wirkens begehrt, eine solche Beharrlichkeit, O Partha, ist von rajasischer Art.

Gita 18.35

yayā svapnaṁ bhayaṁ śokaṁ viṣādaṁ madam eva ca |

na vimuñcati durmedhā dhṛtiḥ sā pārtha tāmasī ||35||

35. Jene Beharrlichkeit, mit der man aus Unwissenheit nicht ablässt von Verschlafenheit, Furcht, Kummer, Niedergeschlagenheit und Hochmut, die, O Partha, ist von tamasischer Art.

Gita 18.36-37

sukhaṁ tv idānīṁ tri-vidhaṁ śṛṇu me bharatarṣabha |

abhyāsād ramate yatra duḥkhāntaṁ ca nigacchati ||36||

yat tad agre viṣam iva pariṇāme 'mṛtopamam |

tat sukhaṁ sāttvikaṁ proktam ātma-buddhi-prasāda-jam ||37||

36.-37. Und nun höre noch von Mir, du Stier der Bharatas, wie auch die Freude von dreifacher Art ist. Als sattwisch gilt die Freude, in der man durch Selbstdisziplin zum wahren Glück gelangt und die dem Leiden ein Ende bereitet. Am Anfang schmeckt sie wie Gift, aber am Ende ist sie wie Nektar. Diese Freude entspringt aus der Zufriedenheit des höheren Mentals und des Geistes.

Gita 18.38

viṣayendriya-saṁyogād yat tad agre 'mṛtopamam |

pariṇāme viṣam iva tat sukhaṁ rājasaṁ smṛtam ||38||

38. Als rajasisch wird jene Freude gewertet, die aus der Berührung der Sinne mit ihren Gegenständen entspringt. Am Anfang schmeckt sie wie Nektar, aber am Ende wie Gift.

Gita 18.39

yad agre cānubandhe ca sukhaṁ mohanam ātmanaḥ |

nidrālasya-pramādotthaṁ tat tāmasam udāhṛtam ||39||

39. Als tamasisch wird jene Freude bezeichnet, an deren Anfang Selbsttäuschung steht und Enttäuschung die Folge ist, die aus Verschlafenheit, Trägheit und Unwissenheit hervorgeht.

Gita 18.40

na tad asti pṛthivyāṁ vā divi deveṣu vā punaḥ |

sattvaṁ prakṛti-jair muktaṁ yad ebhiḥ syāt tribhir guṇaiḥ ||40||

40. Es gibt keine Wesenheit, weder auf Erden noch im Himmel unter den Göttern, die nicht den Wirkensweisen dieser drei Gunas unterworfen wäre, die in der Natur ihren Ursprung haben.

Gita 18.41

brāhmaṇa-kṣatriya-viśāṁ śūdrāṇāṁ ca parantapa |

karmāṇi pravibhaktāni svabhāva-prabhavair guṇaiḥ ||41||

41. Die Werke der Brahmanen, der Kshatriyas, der Vaishyas und der Shudras werden gemäß den Gunas eingeteilt, die in ihrer eigenen inneren Natur ihren Ursprung haben.

Gita 18.42

śamo damas tapaḥ śaucaṁ kṣāntir ārjavam eva ca |

jñānaṁ vijñānam āstikyaṁ brahma-karma svabhāva-jam ||42||

42. Das Werk des Brahmanen ist bestimmt von Stille, Selbstbeherrschung und Askese, von Reinheit, geduldigem Ertragen, Redlichkeit, Erkenntnis und Anerkennung der spirituellen Wahrheit. Es hat seinen Ursprung in seinem svabhāva.

Gita 18.43

śauryaṁ tejo dhṛtir dākṣyaṁ yuddhe cāpy apalāyanam |

dānam īśvara-bhāvaś ca kṣātraṁ karma svabhāva-jam ||43||

43. Das seinem Wesen entsprechende Werk des Kshatriyas liegt im Heldentum und in der Begeisterung, in der Entschlossenheit und in der Tüchtigkeit, im Nicht-Fliehen in der Schlacht, im Geben reicher Gaben, in seiner Herrschaft (īśvara-bhāva, dem Temperament des Herrschers und Führers).

Gita 18.44

kṛṣi-gorakṣya-vāṇijyaṁ vaiśya-karma svabhāva-jam |

paricaryātmakaṁ karma śūdrasyāpi svabhāva-jam ||44||

44. Das seinem Wesen entsprechende Werk des Vaishyas besteht in Ackerbau und Viehzucht, im Handel einschließlich der Arbeit des Handwerkers und des Künstlers. Alles Handeln, das den Charakter des Dienens hat, fällt unter die natürlichen Obliegenheiten des Shudras.

Gita 18.45

sve sve karmaṇy abhirataḥ saṁsiddhiṁ labhate naraḥ |

svakarma-nirataḥ siddhiṁ yathā vindati tac chṛṇu ||45||

45. Der Mensch, der bedacht ist auf das seiner eigenen Wesensart entsprechende Werk, erlangt Vollkommenheit. Höre nun, wie derjenige Vollkommenheit erlangt, der sein ihm angeborenes Werk verrichtet!

Gita 18.46

yataḥ pravṛttir bhūtānāṁ yena sarvam idaṁ tatam |

svakarmaṇā tam abhyarcya siddhiṁ vindati mānavaḥ ||46||

46. Wenn er durch sein eigenes Werk Ihn verehrt, in dem alle Wesen ihren Ursprung haben, von dem dies ganze Weltall durchwaltet ist, dann erlangt ein Mensch Vollkommenheit.

Gita 18.47

śreyān sva-dharmo viguṇaḥ para-dharmāt svanuṣṭhitāt |

svabhāva-niyataṁ karma kurvan nāpnoti kilbiṣam ||47||

47. Es ist besser, Werke entsprechend dem eigenen Wesensgesetz auszuführen, auch wenn dies in sich selbst unvollkommen ist, als ein seinem Wesen fremdes Gesetz gut auszuführen. Wenn man in Übereinstimmung mit dem Gesetz der eigenen Natur handelt, begeht man keine Sünde.

Gita 18.48

saha-jaṁ karma kaunteya sa-doṣam api na tyajet |

sarvārambhā hi doṣeṇa dhūmenāgnir ivāvṛtāḥ ||48||

48. Das dir eingeborene Werk, O Sohn der Kunti, darfst du nicht aufgeben, auch wenn es mit Mängeln behaftet ist. Alle Handlungen (innerhalb der drei Gunas) sind mit Mängeln behaftet, so wie das Feuer vom Rauch verhüllt ist.

Gita 18.49

asakta-buddhiḥ sarvatra jitātmā vigata-spṛhaḥ |

naiṣkarmya-siddhiṁ paramāṁ sannyāsenādhigacchati ||49||

49. Wenn der Verstand nicht an die Dinge gebunden ist, die Seele selbstbeherrscht ist und frei von Begehren, dann erlangt ein Mensch durch Entsagung die höchste Vollkommenheit des naiṣkarmya.

Gita 18.50

siddhiṁ prāpto yathā brahma tathāpnoti nibodha me |

samāsenaiva kaunteya niṣṭhā jñānasya yā parā ||50||

50. Wie nun ein Mensch, wenn er dergestalt Vollkommenheit (von naiṣkarmya) erlangt hat, hingelangt zum Brahman, das vernimm von Mir, O Sohn der Kunti –, diese höchst konzentrierte Weisung des Wissens.

Gita 18.51-53

buddhyā viśuddhayā yukto dhṛtyātmānaṁ niyamya ca |

śabdādīn viṣayāṁs tyaktvā rāga-dveṣau vyudasya ca ||51||

vivikta-sevī laghv-āśī yata-vāk-kāya-mānasaḥb |

dhyāna-yoga-paro nityaṁ vairāgyaṁ samupāśritaḥ ||52||

ahaṅkāraṁ balaṁ darpaṁ kāmaṁ krodhaṁ parigraham |

vimucya nirmamaḥ śānto brahma-bhūyāya kalpate ||53||

51.-53. Man ist fähig zum Brahman zu werden, wenn man die geläuterte Intelligenz (mit der reinen spirituellen Substanz in uns) in die Einheit eingehen lässt; wenn man sein ganzes Wesen mit festem und stetem Willen beherrscht; wenn man Verzicht übt auf den Ton und die anderen Gegenstände der Sinne; wenn man sich zurückzieht von jeder Vorliebe und Abneigung; wenn man die Abgeschiedenheit pflegt ohne egoistische Motive; wenn man enthaltsam lebt, Rede, Körper und Mental beherrscht; wenn man ständig geeint ist mit seinem innersten Selbst in der Meditation; wenn man Begehren und Bindung völlig aufgegeben hat; wenn man Egoismus, Gewalttätigkeit, Anmaßung, Verlangen, Zorn, den Sinn und Instinkt des Besitzen-Wollens abgelegt hat; wenn man frei geworden ist von „ich“ und „mein“; wenn man ruhig und heiter-gelassen ist.

Gita 18.54

brahma-bhūtaḥ prasannātmā na śocati na kāṅkṣati |

samaḥ sarveṣu bhūteṣu mad-bhaktiṁ labhate parām ||54||

54. Wenn man zum Brahman wurde, wenn man, ruhig im Selbst, sich nicht mehr grämt und nicht mehr begehrt, wenn man gleichmütig allen Wesen gegenüber wurde, dann erreicht man die höchste Liebe und Verehrung zu Mir.

Gita 18.55

bhaktyā mām abhijānāti yāvān yaś cāsmi tattvataḥ |

tato māṁ tattvato jñātvā viśate tad-anantaram ||55||

55. Durch die Verehrung erkennt er, wer und welche Fülle Ich bin, Meine ganze Wirklichkeit und alle Grundsätze Meines Wesens. Wer Mich so erkannt hat, der geht ein in Jenen (Purushottama).

Gita 18.56

sarva-karmāṇy api sadā kurvāṇo mad-vyapāśrayaḥ |

mat-prasādād avāpnoti śāśvataṁ padam avyayam ||56||

56. Und gründet er auch all seine Handlungen stets auf Mich, erlangt er durch Meine Gnade den ewigen und unvergänglichen Zustand.

Gita 18.57

cetasā sarva-karmāṇi mayi sannyasya mat-paraḥ |

buddhi-yogam upāśritya maccittaḥ satataṁ bhava ||57||

57. Weihe Mir alles, was du bist, gib all dein Handeln im bewussten Mental auf und versenke es in Mir. Mache Gebrauch vom Yoga des Willens und der Intelligenz und sei ohne Unterlass in Herz und Bewusstsein eins mit Mir.

Gita 18.58

mac-cittaḥ sarva-durgāṇi mat-prasādāt tariṣyasi |

atha cet tvam ahaṅkārān na śroṣyasi vinaṅkṣyasi ||58||

58. Bist du zu allen Zeiten eins mit Mir in Herz und Bewusstsein, dann wirst du durch Meine Gnade sicher durch jeden schwierigen und gefährlichen Engpass schreiten. Willst du aber aus Egoismus nicht hören, wirst du ins Verderben sinken.

Gita 18.59

yad ahaṅkāram āśritya na yotsya iti manyase |

mithyaiṣa vyavasāyas te prakṛtis tvāṁ niyokṣyati ||59||

59. Vergeblich ist dein Entschluss, den du in deinem Egoismus denkst, indem du sagst: „Ich will nicht kämpfen!“ Deine Natur soll dich zu deinem Werk berufen.

Gita 18.60

svabhāva-jena kaunteya nibaddhaḥ svena karmaṇā |

kartuṁ necchasi yan mohāt kariṣyasy avaśo 'pi tat ||60||

60. Und was aus deiner Selbsttäuschung heraus du nicht zu tun wünschst, O Kaunteya, das wirst du gegen deinen Willen tun, gebunden durch dein eigenes Handeln, das aus deinem Swabhava entspringt.

Gita 18.61

īśvaraḥ sarva-bhūtānāṁ hṛd-deśe 'rjuna tiṣṭhati |

bhrāmayan sarva-bhūtāni yantrārūḍhāni māyayā ||61||

61. Der Herr, O Arjuna, wohnt im Herzen aller Daseinsformen und dreht sie alle im Kreise, auf einer Maschine montiert, durch seine Maya.

Gita 18.62

tam eva śaraṇaṁ gaccha sarva-bhāvena bhārata |

tat prasādāt parāṁ śāntiṁ sthānaṁ prāpsyasi śāśvatam ||62||

62. Zu Ihm nimm deine Zuflucht auf allen Wegen deines Seins! Durch Seine Gnade sollst du eingehen in den höchsten Frieden und ewigen Zustand.

Gita 18.63

iti te jñānam ākhyātaṁ guhyād guhyataraṁ mayā |

vimṛśyaitad aśeṣeṇa yathecchasi tathā kuru ||63||

63. So habe Ich dir ein Wissen mitgeteilt, das geheimer ist als alles, was verborgen ist. Wenn du gründlich darüber nachgedacht hast, handle wie du es für richtig hältst.

Gita 18.64

sarva-guhyatamaṁ bhūyaḥ śṛṇu me paramaṁ vacaḥ |

iṣṭo 'si me dṛḍham iti tato vakṣyāmi te hitam ||64||

64. Höre weiter Mein allergeheimstes, Mein höchstes Wort, das Ich jetzt zu dir spreche! Zu deinem Besten sage Ich es dir, denn du bist Mir innig lieb.

Gita 18.65

manmanā bhava mad-bhakto mad-yājī māṁ namaskuru |

mām evaiṣyasi satyaṁ te pratijāne priyo 'si me ||65||

65. Sei Mir zugeneigt! Werde Mein Mich Liebender und Verehrender, ein Mir Opfernder! Verneige dich vor Mir! Dann wirst du zu Mir gelangen. Dies ist Mein Wort und Versprechen an dich, denn du bist Mir lieb.

Gita 18.66

sarva-dharmān parityajya mām ekaṁ śaraṇaṁ vraja |

ahaṁ tvāṁ sarva-pāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ ||66||

66. Gib alle Dharmas auf und nimm deine Zuflucht allein zu Mir! Ich werde dich von aller Sünde und allem Übel befreien, sei unbekümmert!

Gita 18.67

idaṁ te nātapaskāya nābhaktāya kadācana |

na cāśuśrūṣave vācyaṁ na ca māṁ yo 'bhyasūyati ||67||

67. Nie sollst du hierüber zu jemandem sprechen, der nicht Askese übt, nie zu jemand, der nicht verehrt, nie zu dem, der nicht dient. Und gewiss nicht zu dem, der Mich verachtet und Meiner spottet (der Ich im menschlichen Körper wohne).

Gita 18.68

ya idaṁ paramaṁ guhyaṁ mad-bhakteṣv abhidhāsyati |

bhaktiṁ mayi parāṁ kṛtvā mām evaiṣyaty asaṁśayaḥ ||68||

68. Doch wer in tiefster Verehrung für Mich dies erhabene Geheimnis unter Meinen Verehrern verkündigt, gelangt gewiss zu Mir.

Gita 18.69

na ca tasmān manuṣyeṣu kaścin me priya-kṛttamaḥ |

bhavitā na ca me tasmād anyaḥ priyataro bhuvi ||69||

69. Und es gibt niemanden unter den Menschen, der Mir Lieberes täte, und niemand in dieser Welt wird Mir lieber sein.

Gita 18.70

adhyeṣyate ca ya imaṁ dharmyaṁ saṁvādam āvayoḥ |

jñāna-yajñena tenāham iṣṭaḥ syām iti me matiḥ ||70||

70. Wer sich in dieses unser heiliges Zwiegespräch vertieft, von dem werde Ich verehrt mit dem Opfer des Wissens.

Gita 18.71

śraddhāvān anasūyaś ca śṛṇuyād api yo naraḥ |

so 'pi muktaḥ śubhāḷ lokān prāpnuyāt puṇya-karmaṇām ||71||

71. Auch wer, erfüllt von Glauben und ohne Widerspruch, auf diese Botschaft lauscht, wird befreit und erlangt die seligen Welten des Gerechten.

Gita 18.72

kaccid etac chrutaṁ pārtha tvayaikāgreṇa cetasā |

kaccid ajñāna-saṁmohaḥ praṇaṣṭas te dhanañjaya ||72||

72. Ist dies alles von dir, O Sohn Prithas, mit einem konzentrierten Mental aufgenommen worden? Ist deine Selbsttäuschung, O Dhananjaya, die begründet war in Unwissenheit, nun beseitigt?

Gita 18.73

arjuna uvāca |

naṣṭo mohaḥ smṛtir labdhā tvat prasādān mayācyuta |

sthito 'smi gata-sandehaḥ kariṣye vacanaṁ tava ||73||

73. Arjuna sprach:
Beseitigt ist meine Selbsttäuschung. Durch Deine Gnade, O Du Unfehlbarer, habe ich meine Erinnerung wiedergewonnen. Nun bin ich stark, und meine Zweifel sind zerstreut. Ich werde nach Deinen Worten handeln.

Gita 18.74

sañjaya uvāca |

ity ahaṁ vāsudevasya pārthasya ca mahātmanaḥ |

saṁvādam imam aśrauṣam adbhutaṁ roma-harṣaṇam ||74||

74. Sanjaya sprach:
So vernahm ich dies wunderbare Gespräch zwischen Vasudeva und Partha, der großen Seele, und es ließ mir die Haare zu Berge stehen.

Gita 18.75

vyāsa-prasādāc chrutavān etad guhyam ahaṁ param |

yogaṁ yogeśvarāt kṛṣṇāt sākṣāt kathayataḥ svayam ||75||

75. Durch Vyasas Gnade erfuhr ich diesen Yoga, der das höchste Geheimnis ist, unmittelbar von Krishna, dem göttlichen Meister des Yoga, der es selbst verkündigt hat.

Gita 18.76

rājan saṁsmṛtya saṁsmṛtya saṁvādam imam adbhutam |

keśavārjunayoḥ puṇyaṁ hṛṣyāmi ca muhur muhuḥ ||76||

76. O König, wenn ich dessen gedenke und mich immer wieder dieser wunderbaren und heiligen Zwiesprache zwischen Keshava und Arjuna erinnere, bin ich stets von neuem entzückt.

Gita 18.77

tac ca saṁsmṛtya saṁsmṛtya rūpam atyadbhutaṁ hareḥ |

vismayo me mahān rājan hṛṣyāmi ca punaḥ punaḥ ||77||

77. Auch wenn ich immer wieder dieser wunderbaren Gestalt von Hari gedenke, O König, bin ich stets aufs neue entzückt.

Gita 18.78

yatra yogeśvaraḥ kṛṣṇo yatra pārtho dhanur-dharaḥ |

tatra śrīr vijayo bhūtir dhruvā nītir matir mama ||78||

78. Wo auch immer Krishna ist, der Meister des Yoga, und wo immer Partha ist, der Bogenschütze, dort sind zweifellos Ruhm, Sieg und Gedeihen. Und dort steht auch die unwandelbare Gerechtigkeit.


oṃ tat sat iti śrīmadbhagavadgītāsūpaniṣatsu brahmavidyāyāṃ yogaśāstre śrī-kṛṣṇārjunasaṃvāde mokṣasaṃnyāsayogo nāmāṣṭādaśo 'dhyāyaḥ

Om tat sat. So endet in der vom Herrn gesungenen Upanishad, der Wissenschaft von Brahman, der Schrift vom Yoga und dem Dialog zwischen Sri Krishna und Arjuna das achtzehnte Kapitel mit dem Titel „Der Yoga der Befreiung“.

TEIL 4

Glossar

Glossar

 A   B   C   D   G 

 H   I   J   K   L 

 M   N   P   R   S 

 T   U   V   Y     

A

abhayam
Furchtlosigkeit.
abhyasa
Yogapraxis.
acharya
Lehrer.
ahankara
der Ego-Sinn, Egoismus.
ahinsa
Gewaltlosigkeit.
akarta
ein Nicht-Handelnder.
Akshara
das Unbewegliche, das Unveränderliche.
ananda
spirituelle Freude, die Glückseligkeit des Geistes.
anisha
nicht Herr, nicht Meister der Natur, sondern ihr unterworfen.
anumanta
jener, der zustimmt.
apana
der einströmende Atem.
artha
Eigeninteresse.
Asura
ein feindliches Wesen der mentalen Welt.
Asuric
die sich auf die Art der Asuras beziehen.
Atman
das Selbst oder der Geist.
avatara
die Herabkunft oder die Verkörperung Gottes.
avikarya
frei von jeglichen Veränderungen.
avyaktam
das Unmanifestierte, das Ungeoffenbarte.

B

bhakti
emotionale Hingabe an das Göttliche.
bharta
Erhalter, Bewahrer der Natur.
bhava
subjektiver Zustand oder Gefühl; das Werden.
bhuta
eines der fünf Elemente – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther –, die Teil der Liste der Tattwas sind.
bhutani
Werdeformen, Daseinsformen.
brahmacharya
sexuelle Reinheit.
Brahman
die Höchste Realität, die eine und unteilbar und unendlich ist, neben der es nichts anderes wirklich gibt.
brahmisch
in Bezug auf Brahman.
buddhi
die Vernunft, die Intelligenz, die mentale Kraft des Verstehens.

C

Chandala
Paria, Ausgestoßener.
chaturvarnya
die vier Einteilungen – Brahmin, Kshatriya, Vaishya, Shudra – der alten indischen Sozialkultur.

D

dakshina
das Geben, gebend, spendend.
Danava
ein Titan.
Deva
ein Gott.
dhama
Status, Ort.
dharma
Handeln, das durch das wesentliche Gesetz der Natur eines Menschen bestimmt ist; das rechte moralische Gesetz.
dhirah
standhaft (im Blick des eigenen Denkens); die starke und weise Seele.
dhriti
spirituelle Geduld, Ausdauer, Beharrlichkeit.
dhyana
Meditation.
Dwaita
Dualismus.
dwandwa
Dualität, Gegensatzpaar.

G

GUDAKESHA
ein Beiname Arjunas, was soviel bedeutet wie „jemand, der den Schlaf erobert hat“.
guna
eine der drei wesentlichen Energieformen, der drei ursprünglichen Eigenschaften, die die Natur der Dinge bilden.
guru
spiritueller Führer oder Lehrer.

H

HRISHIKESHA
ein Beiname Krishnas, der „Herr der Sinne“ bedeutet.

I

indriya
einen der zehn Sinne (fünf des Wissens und fünf des Wirkens).
Ishwara
Herr; Gott, als Herr der Natur.

J

jagat
Welt, Universum (lit. „die Bewegung“).
JANARDANA
ein Beiname Krishnas, was bedeutet, „jener, der keine Geburt hat und der Geburt anderer Wesen ein Ende setzt“.
jiva
die individuelle Seele.
jnana
Wissen.
jnata
Wissender.

K

kama
Begehren.
karana
Ursache.
karma
Handeln, das Konsequenzen nach sich zieht.
karta
ein Handelnder, ein Wirkender.
KAUNTEYA
ein Beiname Arjunas, was „Sohn von Kunti“ (einer der Namen seiner Mutter) bedeutet.
KESHAVA
ein Beiname Krishnas, was bedeutet, „der mit langen Haaren“.
Kshara
das Bewegliche, das Veränderliche.
Kutastha
stabil; hoch sitzend.

L

laya
Auflösung des individuellen Wesens im Brahman.
lila
die Schöpfung als das Spiel Gottes.

M

manas
der Sinnen-Mental im Gegensatz zur Vernunft.
mantra
das enthüllende Wort.
Maya
die niedere Prakriti (im Unterschied zur Para Prakriti).
Mayavada
die Lehre, die besagt, dass die Welt unwirklich ist und dass sie durch die Macht der Illusion geschaffen wird.
moha
Illusion, Irrglaube, Täuschung.
moksha
Befreiung von der Maya.

N

naishkarmya
Handlungsunfähigkeit, Handlungslosigkeit.
NARAYANA
ein Beiname Krishnas, was soviel bedeutet wie „jemand, der das Wasser zu seinem Wohnsitz gemacht hat“.
nigraha
Zwang der Natur.
nirguna
ohne Eigenschaften.
nishkama
frei von Begehren, wunschlos.
nivritti
Untätigkeit, Tatenlosigkeit, Passivität.
niyamya
Kontrolle.
niyata
kontrolliert, geregelt.

P

Param
zuhöchst, erhaben.
PARANTAPA
ein Beiname, der auf Arjuna angewendet wird, was soviel wie „Unterwerfer aller Feinde“ bedeutet.
PARTHA
ein Beiname Arjunas, was „Sohn von Pritha“ bedeutet (einer der Namen seiner Mutter).
Pisacha
ein feindseliges Wesen der niederen vitalen Welt.
Prabhu
Meister.
prakasha
Licht, Erleuchtung.
Prakriti
Natur, schöpferische Energie (mehr oder weniger ein Synonym für Shakti).
pralaya
Auflösung.
prana
die nervliche Energie, der vitale Atem, die halb-mentale, halb-materielle Dynamik, die Mental und Materie verbindet; der ausströmende Atem.
pranayama
die yogische Ausübung der Kontrolle der Atmung.
prasada
Klarheit und glückliche Ruhe.
pravritti
Antrieb zu den Werken.
Purusha
Sein oder Seele im Gegensatz zu Prakriti, die das Werden ist.
Purushottama
die Höchste Personalität, die Erhabene Person.

R

rahasyam
ein Geheimnis.
Rakshasa
ein feindseliges Wesen der mittleren vitalen Welt.
rajas
die Guna, die zum Handeln anregt.
rajasisch
die zur Guna des Wirkens und der Leidenschaft gehören.
rasa
Zuwendung der Sinne (besonders des Vergnügens).
Rishi
Seher.

S

sadhana
spirituelles Selbsttraining und spirituelle Übung; Yogapraxis.
sadharmya
Werden von einem Gesetz des Seins mit dem Göttlichen Einheit in der Natur mit dem Göttlichen.
sadrishya
ein Synonym für Sadharmya.
saguna
mit den Eigenschaften.
sahaja
innewohnend, eingeboren, natürlich.
sakshi
ein Zeuge, die Seele als losgelöster Zeuge der Wirkensweisen der Natur.
salokya
Verweilen im Göttlichen.
samadhi
die yogische Trance.
samagra
ganzheitlich, integral.
samata
Gleichmut der Seele und des Mentals gegenüber allen Dingen und Ereignissen.
samipya
Nähe zum Göttlichen.
Sannyasa
(äußerer) Verzicht.
sanyama
eine spirituelle Kontrolle der Natur; eine Konzentration oder Lenkung des Bewusstseins.
sat
Sein, Existenz, Gutes.
sattwa
die Guna, die erleuchtet, Klarheit, Intelligenz.
sattwisch
zur Guna des Lichts und des Glücks gehörend.
satyam
Wahrheit.
sayujya
Kontakt mit dem Göttlichen.
shabda
Klang, Wort.
shakti
Kraft, Energie; die göttliche oder kosmische Energie (die mehr oder weniger ein Synonym für Prakriti ist).
shastra
die Schriften, die Theorie, das vorgeschriebene Gesetz.
shraddha
Vertrauen, Treue, Glaube.
siddhi
yogische Vollkommenheit.
sloka
Vers.
Sruti
Offenbarungsschrift (ein allgemeiner Begriff für die Veden und die Upanishaden).
sthiti
Status.
sukha
Glück, Vergnügen.
swabhava
die Art, die jedem Wesen eigen ist.
swadharma
das eigene Handlungsgesetz.

T

tamas
die Guna, die verbirgt oder verdunkelt, Trägheit, Nichtintelligenz.
tamasisch
zur Guna der Unwissenheit und Trägheit gehörend.
tanmatra
eine der fünf subtilen Energien, die den jeweiligen Sinneserfahrungen von Geruch, Geschmack, Sehen, Tasten, Hören zugrunde liegen.
tapas
Konzentration der spirituellen Willens-Kraft.
tapasya
ein Synonym für Tapas.
Tat
Jenes.
tattwa
eines der vierundzwanzig Prinzipien der kosmischen Energie, die vom Sankhya aufgezählt werden.
traigunya
der Zustand der Bindung an die drei Gunas.
trigunatita
außerhalb der Kontrolle der drei Gunas.
turiya
der überbewusste Zustand.
tyaga
(innerer) Verzicht.

U

uttama
das Höchste.

V

vairagya
Abneigung gegen die Welt und das Leben.
vak
Rede.
VASUDEVA
ein Beiname Krishnas, was „Sohn von Vasudeva“ bedeutet.
Vedanta
ein Oberbegriff für alle Upanishaden; eine monistische Philosophie, die auf den Upanishaden basiert.
Vedavada
traditionelle Überlieferung der vedischen Hymnen und des vedischen Opfers.
Vibhu
der alles durchdringende Unpersönliche.
Vibhuti
göttliche Kraft, Ausblühung der Kräfte Gottes, Energien und Größen seines Wissens, seiner Liebe, Freude, entwickelten Kraft des Seins; eine Kraft Gottes im Menschen, verkörperte Weltkraft oder menschlicher Führer.
vichara
reflektierendes Denken.
vidhi
Ordnung, Regel, Gesetz.
vijnana
umfassendes Wissen.
vikara
Verformung, Verzerrung.
viveka
unmittelbare intuitive Unterscheidung.

Y

Yajna
Opfer.
Yoga
Vereinigung oder Einheit des gesamten subjektiven Wesens mit dem Höchsten. Aishwara Yoga (der göttliche Yoga).
Yuga
ein Zyklus, Zeitalter.

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