Kapitel 8
Schlüssel zur höheren Hemisphäre
Worte der Mutter
Im Grunde genommen ist man vielleicht solange nicht von den feindlichen Kräften befreit, bis man nicht endgültig im Licht aufgetaucht ist, jenseits der niederen Hemisphäre. Und dort verliert der Ausdruck „feindliche Kräfte“ seine Bedeutung; nur die Kräfte des Aufstiegs sind da, um dich zum Fortschritt zu zwingen. Doch um die Dinge in dieser Weise zu sehen, muss man die niedere Hemisphäre verlassen haben, denn unten ist ihr Widerstand gegen den göttlichen Plan sehr reell.
In den alten Überlieferungen hieß es, man könne nicht länger als zwanzig Tage in diesem höheren Zustand leben, ohne seinen Körper zu verlassen und zum höchsten Ursprung zurückzukehren. Jetzt trifft das nicht mehr zu.
Genau dieser Zustand der vollkommenen Harmonie jenseits aller Angriffe wird mit der supramentalen Verwirklichung möglich. Er wird sich für all jene verwirklichen, die für die supramentale Transformation bestimmt sind. Die feindlichen Kräfte wissen das wohl: In der supramentalen Welt werden sie automatisch verschwinden. Ohne weitere Nützlichkeit werden sie sich auflösen, ohne dass wir irgendetwas zu tun hätten, einfach durch die Gegenwart der supramentalen Kraft. Deshalb entfesseln sie sich jetzt mit solcher Wut, in einer Verneinung von allem, allem.
Aber die Verbindung zwischen den beiden Welten, die noch nicht erbaut wurde, ist jetzt dabei zu entstehen. Das war die Bedeutung der Erfahrung vom 3. Februar 1958: eine Verbindung zwischen den beiden Welten herzustellen. Denn beide Welten bestehen bereits – nicht eine über der anderen: ineinander, in zwei verschiedenen Dimensionen. Nur besteht keine Kommunikation zwischen beiden; sie überlagern sich sozusagen, ohne verbunden zu sein. In der Erfahrung vom 3. Februar sah ich bestimmte Personen von hier (auch von anderswo), die bereits in einem Teil ihres Wesens der supramentalen Welt angehören, aber es gibt keine Verbindung, kein Bindeglied. Jetzt ist genau der Augenblick in der Geschichte des Universums, dieses Bindeglied herzustellen…
In der anderen Hemisphäre herrscht eine Intensität und eine Fülle, die sich durch eine andere Macht als hier ausdrückt. Wie das beschreiben? – Man kann es nicht. Die Beschaffenheit des Bewusstseins selbst scheint sich zu ändern. Es ist nicht etwas Höheres als der Gipfel, den wir hier erreichen können, es ist keine weitere Stufe, nein: Hier sind wir am Ende, wir haben den Gipfel erreicht. … Die Beschaffenheit ist anders. Beschaffenheit in dem Sinn, dass dort eine Fülle, ein Reichtum, eine Macht besteht (dies ist nur eine Übersetzung auf unsere Art), aber „etwas“ dort … entgeht uns. Es bedeutet wirklich eine neue Bewusstseinsumkehrung.
Wenn wir anfangen, das spirituelle Leben zu leben, ereignet sich eine Umkehrung des Bewusstseins, die uns beweist, dass wir das spirituelle Leben begonnen haben. Nun, eine weitere Umkehrung vollzieht sich, wenn wir die supramentale Welt betreten.
Und vielleicht wird es jedes Mal, wenn eine neue Welt sich öffnet, eine weitere Umkehrung geben. Das bedeutet, dass sogar unser spirituelles Leben, das eine so totale Umkehrung im Vergleich zum gewöhnlichen Leben darstellt, wieder so völlig anders im Verhältnis zum supramentalen Bewusstsein, zur supramentalen Verwirklichung, erscheint, dass … die Werte beinahe entgegengesetzt sind.
Man könnte es folgendermaßen illustrieren (aber das ist ungenau, mehr als verringert, entstellt): Es ist, als wäre unser ganzes spirituelles Leben aus Silber gemacht, während das supramentale aus Gold besteht, als hätte das ganze spirituelle Leben hier eine Schwingung von Silber, nicht kalt, aber einfach ein Licht, ein Licht, das bis zum Gipfel reicht, ein völlig reines, reines und intensives Licht, doch die supramentale Welt enthält einen Reichtum und eine Macht, die den ganzen Unterschied ausmacht. Das ganze spirituelle Leben des seelischen Wesens und unser ganzes gegenwärtiges Bewusstsein, das dem gewöhnlichen Bewusstsein so warm, so voll, so wunderbar, so leuchtend erscheint, diese ganze Pracht wirkt arm im Verhältnis zur Pracht der neuen Welt.
Das Phänomen lässt sich sehr gut so erklären: aufeinanderfolgende Umkehrungen bewirken, dass sich mit jeder weiteren Stufe ein immer neuer Reichtum der Schöpfung offenbart und alles Vorhergehende dann als Ärmlichkeit erscheint. Das, was uns im Vergleich zu unserem gewohnten Leben als höchster Reichtum erscheint, wirkt wie eine Erbärmlichkeit, verglichen mit dieser neuen Umkehrung des Bewusstseins. Das war meine Erfahrung.
Letzte Nacht, als ich versuchte zu verstehen, was fehlt, damit ich dich wirklich vollständig aus dieser Schwierigkeit herausbringen könnte, erinnerte ich mich wieder an das, was ich neulich über die Macht, die Macht der Transformation, die wahre Macht der Verwirklichung, die supramentale Macht sagte. Wenn man das betritt, wenn man darin auftaucht, dann sieht man – sieht, dass es im Vergleich zu dem, was wir hier sind, wirklich die Allmächtigkeit bedeutet. Da berührte ich, erlebte ich wieder die beiden Zustände zugleich.
Aber solange das nicht eine vollendete Tatsache geworden ist, wird es noch ein allmählicher Vorgang, ein Anstieg sein: Nach und nach gewinnt man an Grund, steigt höher und höher, doch solange die neue Umkehrung sich nicht vollzogen hat, ist es, als wäre alles noch zu tun. Das ist die Wiederholung der Erfahrung von unten – sie wiederholt sich oben.
Jedes Mal hat man den Eindruck, vorher an der Oberfläche der Dinge gelebt zu haben. Dieser Eindruck wiederholt sich wieder und wieder. Bei jeder neuen Eroberung hat man den Eindruck: „Bisher lebte ich nur an der Oberfläche der Dinge – an der Oberfläche der Verwirklichung, an der Oberfläche der Hingabe, an der Oberfläche der Macht. Es war nur die Oberfläche der Dinge, die Oberfläche der Erfahrung.“ Hinter einer Oberfläche gibt es eine Tiefe, und erst wenn man in diese Tiefe dringt, berührt man das Wahre. Diese Erfahrung wiederholt sich jedes Mal: Das, was als Tiefe erschien, wird eine Oberfläche. Eine Oberfläche mit allem, was sie an Ungenauigkeit, ja, Künstlichkeit bedeutet – künstlich, eine künstliche Übertragung. Es macht den Eindruck von etwas nicht wirklich Lebendem, einer Kopie, einer Nachahmung: ein Bild, eine Reflektion, nicht die Sache selber. Betritt man eine andere Region, so hat man den Eindruck, die Quelle und die Macht und die Wahrheit der Dinge zu entdecken; und diese Quelle, diese Macht und diese Wahrheit werden ihrerseits eine Erscheinung, eine Nachahmung, eine Übertragung im Vergleich zu etwas Konkretem: die neue Verwirklichung.
In der Zwischenzeit müssen wir einfach zugeben, dass wir den Schlüssel noch nicht besitzen, wir halten ihn noch nicht in Händen. Oder besser gesagt, wir wissen genau, wo er liegt. Es bleibt nur eines zu tun: die vollkommene Hingabe, von der Sri Aurobindo spricht, die vollständige Unterwerfung unter den Göttlichen Willen, was auch geschieht, auch in der Nacht.
Es kommt Nacht und Sonne, Nacht und Sonne, wieder die Nacht, viele Nächte, aber man muss sich an diesen Willen der Hingabe klammern, sich wie im Sturm festklammern, und alles in die Hände des Höchsten Herrn legen. Bis an den Tag, wo es die ewige Sonne sein wird, der vollkommene Sieg.
Kapitel 9
Vollkommene Verwirklichung von morgen
Worte der Mutter
Liebe Mutter, du hast gesagt: „Das Supramental ist auf die Erde herabgekommen.“ Was bedeutet das genau? Ebenfalls hast du gesagt: „Das Verheißene ist in Erfüllung gegangen.“ Was ist das?
Ach! Na so etwas, so eine Unkenntnis! Das ist schon seit sehr langer Zeit verheißen worden, das ist vor sehr langer Zeit gesagt worden – nicht nur hier, seit dem Anfang der Erde. Es gab alle möglichen Prophezeiungen, von allen möglichen Propheten. Es wurde gesagt: „Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden entstehen, ein neues Menschengeschlecht wird geboren, die Welt wird umgewandelt werden…“ Propheten aller Überlieferungen haben davon gesprochen.
Du hast gesagt: „Es hat sich erfüllt.“
Ja. Na und?
Wo ist das neue Menschengeschlecht?
Das neue Menschengeschlecht? Warte mal so etwa … ein paar Jahrtausende, und du wirst es sehen!
Als das Mental auf die Erde herabkam, zwischen dem Zeitpunkt, wo das Mental sich in der irdischen Atmosphäre manifestierte und dem Zeitpunkt, als der erste Mensch erschien, sind ungefähr eine Million Jahre vergangen. Das wird dann schneller gehen, denn der Mensch wartet, er hat eine vage Vorstellung; er erwartet irgendwie die Ankunft des Übermenschen. Die Affen hingegen haben sicher nicht auf die Geburt des Menschen gewartet, sie haben nie daran gedacht. Aus dem einfachen Grund, weil sie wahrscheinlich überhaupt nicht viel dachten. Aber der Mensch hat daran gedacht, und er wartet darauf, so wird das schneller gehen. Doch schneller, das bedeutet wahrscheinlich noch Tausende von Jahren. Wir sprechen in Tausenden von Jahren wieder davon!
Die Menschen, die innerlich bereit sind, die offen sind und mit den höheren Kräften in Verbindung stehen, die Menschen, die einen mehr oder weniger direkten persönlichen Kontakt mit dem supramentalen Licht und Bewusstsein gehabt haben, die sind fähig, den Unterschied in der irdischen Atmosphäre zu spüren.
Doch dazu … Gleiches kann nur von Gleichem erkannt werden. Und das supramentale Bewusstsein in einem Einzelwesen kann dieses Supramental wahrnehmen, das in der Erdatmosphäre wirkt. Diejenigen, die aus irgendeinem Grund diese Wahrnehmung entwickelt haben, können es sehen. Aber diejenigen, die nicht einmal bewusst sind – und sei es auch nur, dass sie sich eines etwas innerlichen Wesens bewusst wären und in große Verlegenheit kämen, wenn sie sagen müssten, wie ihre Seele ist –, die sind sicher nicht gerüstet, den Unterschied in der Erdatmosphäre wahrzunehmen. Dazu haben sie noch ein ziemliches Stück Weg zurückzulegen. Denn für diejenigen, deren Bewusstsein mehr oder weniger ausschließlich im äußeren Wesen zentriert ist – im mentalen, vitalen und physischen –, müssen die Dinge eine absurde und unerwartete Erscheinung haben, damit sie sie erkennen können. Das nennen sie dann Wunder.
Doch das andauernde Wunder des Eingreifens von Kräften, das die Umstände und die Charaktere verändert und eine große Breitenwirkung hat, das wird nicht Wunder genannt, weil nur gerade die äußere Erscheinung gesehen wird, und die erscheint ganz natürlich. Aber eigentlich, wenn man über die geringste Kleinigkeit, die passiert, nachdenkt, wird man sich sagen müssen, dass es wunderbar ist.
Das ist nur, weil man nicht darüber nachdenkt, weil man die Dinge nimmt, wie sie sind, für das, was sie sind, ohne sie zu befragen, sonst hätte man täglich noch und noch Anlass, sich zu sagen: „Na! Das ist aber doch ganz erstaunlich. Wie ist das passiert?“
Es ist ganz einfach die Gewohnheit einer rein vordergründigen Sehweise.
Liebe Mutter, welche Haltung sollen wir gegenüber diesem neuen Bewusstsein einnehmen?
Es kommt darauf an, was du damit machen willst.
Wenn du das als eine Kuriosität ansehen willst, dann brauchst du es nur anzuschauen, es zu verstehen versuchen.
Willst du, dass du selber dadurch verändert wirst, musst du dich öffnen und dich anstrengen voranzukommen.
Worte der Mutter
Von Stufe zu Stufe, von Wahrheit zu Wahrheit, werden wir unaufhörlich aufsteigen, bis wir die vollkommene Verwirklichung von morgen erreichen.
Worte der Mutter
Ohne Sorge um die Zeit, ohne Angst um den Raum, gereinigt aus den Flammen der Prüfung hervorgehend, werden wir ohne Unterbrechung zur Verwirklichung unseres Ziels fliegen, des supramentalen Sieges.
Kapitel 10
Erfolgreiche Zukunft
Worte der Mutter
Weißt du, was es bedeutet, wenn ich dir die Blume gebe, die wir „Erfolgreiche Zukunft“ genannt haben? Das bedeutet die Hoffnung – ja mehr als das, die Verheißung! –, dass du an der Herabkunft der supramentalen Welt teilhaben wirst. Denn diese Herabkunft wird die glückliche Krönung unserer Arbeit sein, eine Herabkunft, deren volle Herrlichkeit noch nie gewesen ist – sonst wäre das ganze Antlitz der Erde ein anderes. Das Supramental macht jetzt nach und nach seinen Einfluss geltend. Bald fühlt sich dieser Teil des Wesens, bald jener von seiner Göttlichkeit umfangen oder berührt. Wenn es aber in seiner ganzen eigenständigen Macht herabkommt, dann wird eine höchste und radikale Veränderung die gesamte Natur erfassen. Wir nähern uns mehr und mehr der Stunde seines vollständigen Triumphs. Sobald auf der Welt die Bedingungen dafür erfüllt sind, wird die völlige Herabkunft stattfinden. Sie wird alles mit sich bringen. Ihre Gegenwart wird unmissverständlich sein, ihre Kraft wird keinen Widerstand dulden. Zweifel und Schwierigkeit werden euch nicht mehr quälen. Denn das Göttliche wird offenbart sein, in seiner Vollkommenheit und Vollständigkeit enthüllt. Ich will jedoch nicht sagen, dass die ganze Welt sogleich seine Gegenwart fühlen oder sofort umgewandelt sein wird. Ich meine aber, dass ein Teil der Menschheit um seine Herabkunft wissen und daran teilhaben wird – zum Beispiel unsere kleine Welt hier. Von hier aus wird die verwandelnde Gnade höchst wirksam ausstrahlen. Und zum Glück für die Aspiranten wird diese schöne Zukunft sich trotz all der Hindernisse materialisieren, die ihnen die noch unverwandelte Menschennatur in den Weg stellt!
Kapitel 11
Ruf der Zukunft
Worte Sri Aurobindos
Alles würde sich ändern, könnte der Mensch einmal einwilligen, sich spiritualisieren zu lassen, aber seine mentale, vitale und physische Natur lehnen sich gegen das höhere Gesetz auf. Er liebt seine Unvollkommenheiten.
Der Geist ist die Wahrheit unseres Wesens, Mental, Leben und Körper in ihrer Unvollkommenheit sind seine Masken: In ihrer Vollkommenheit aber sollten sie seine Gussformen sein. Nur spirituell zu sein, ist nicht genug. Das bereitet zwar eine Anzahl Seelen für den Himmel vor, lässt aber die Erde da, wo sie war. Auch ein Kompromiss ist nicht der Weg zum Heil.
Die Welt kennt drei Arten von Revolutionen. Die materielle zeitigt große Ergebnisse, die moralische und intellektuelle sind unendlich viel weiter in ihrem Ausmaß und reicher in ihrem Ertrag, aber die spirituellen sind die großen Aussaaten.
Könnte diese dreifache Wandlung in völliger Übereinstimmung zusammentreffen, so würde ein makelloses Werk vollbracht, doch Mental und Körper der Menschheit vermögen ein starkes spirituelles Einströmen nicht vollkommen zu fassen: Das Meiste wird verschüttet, viel vom Übrigen verdirbt. Viele intellektuelle und physische Umbrüche benötigt unsere Erdscholle, damit ein kleiner Ertrag aus einer großen spirituellen Aussaat erwachse.
Jede Religion hat der Menschheit geholfen. Das Heidentum mehrte im Menschen das Licht der Schönheit, die Weite und Höhe seines Lebens, sein Streben nach vielseitiger Vollkommenheit. Das Christentum gab ihm eine gewisse Schau der göttlichen Liebe und Güte. Der Buddhismus wies ihm einen edlen Pfad, weiser, milder und reiner zu werden. Judentum und Islam lehrten ihn fromme Gläubigkeit im Tun und eifrige Hingabe an Gott. Der Hinduismus eröffnete ihm die weitesten und tiefsten spirituellen Möglichkeiten. Es wäre etwas Großes, könnten all diese Gott-Visionen zusammenfinden und ineinander aufgehen, aber intellektuelles Dogma und Kult-Egoismus stehen im Wege.
Alle Religionen haben eine Anzahl Seelen gerettet, aber keine hat es bisher vermocht, die Menschheit zu spiritualisieren. Dazu braucht es weder Kult noch Credo, sondern eine beständige und alles in sich fassende Bemühung spiritueller Selbstentfaltung.
Die Veränderungen, die wir heute in der Welt sehen, sind intellektuell, moralisch und physisch ihrer Idee und Absicht nach: Die spirituelle Revolution harrt ihrer Stunde und wirft inzwischen hier und da ihre Wellen. Bis sie kommt, lässt sich der Sinn der anderen Revolutionen nicht verstehen, und bis dahin sind alle Deutungen des gegenwärtigen Geschehens und alle Voraussagen der Zukunft des Menschen eitel. Denn die Natur dieser Revolution, ihre Kraft und ihr Ablauf sind es, die den nächsten Zyklus unserer Menschheit bestimmen werden.
Worte Sri Aurobindos
Eine vollendete menschliche Welt kann nicht von Menschen erschaffen werden oder aus Menschen zusammengesetzt sein, die selbst unvollkommen sind.
Worte Sri Aurobindos
Die einzige Sicherheit für den Menschen besteht darin zu lernen, von innen nach außen zu leben, nicht abhängig von Institutionen und Maschinerie, die ihn zu vervollkommnen suchen, sondern aus seiner wachsenden inneren Vollkommenheit heraus, die dazu dient, eine vollkommenere Lebensform und einen vollkommeneren Lebensrahmen zu erschaffen. Denn durch diese Innerlichkeit werden wir am besten in der Lage sein, zum einen die Wahrheit der hohen Dinge zu sehen, die wir jetzt nur mit unseren Worten ausdrücken und zu äußeren intellektuellen Konstruktionen formen, und zum anderen ihre Wahrheit aufrichtig auf unser ganzes äußeres Leben anzuwenden. Wenn wir das Reich Gottes in der Menschheit begründen wollen, müssen wir zuerst Gott erkennen und die göttlichere Wahrheit unseres Seins in uns selbst sehen und leben. Wie sonst soll eine neue Handhabung der Konstruktionen der Vernunft und der wissenschaftlichen Leistungssysteme, die uns in der Vergangenheit im Stich gelassen haben, in der Lage sein, dieses zu verwirklichen? Da es viele Anzeichen dafür gibt, dass der alte Irrtum anhält und nur eine Minderheit – führende Persönlichkeiten, die zwar im Licht, aber noch nicht in Aktion sind – versucht, klarer zu sehen, innerlich und wahrhaftig, müssen wir eher noch mit der letzten Abenddämmerung rechnen, die das vergehende vom ungeborenen Zeitalter trennt, als mit der wahren Morgendämmerung. Da der Verstand des Menschen noch nicht bereit ist, mögen der alte Geist und die alte Methode noch eine Zeitlang stark sein und scheinen für eine kurze Zeit noch zu gedeihen. Aber die Zukunft liegt bei jenen Menschen und Nationen, die zuerst sowohl über den Glanz als auch über die Dämmerung hinaus die Götter des Morgens sehen und sich darauf vorbereiten, geeignete Werkzeuge der Macht zu sein, die auf das Licht eines größeren Ideals hindrängt.
Bibliographie
Zitate
- CWSA Vol. 25, p. 145
- CWM Vol. 13, p. 15
Gottes Plan
- CWSA Vol. 33, p. 55
Zweck der Schöpfung
- CWM Vol. 9, p. 426
Wendepunkt der Weltgeschichte
- CWM Vol. 2, pp. 158-60
Supramentale Manifestation auf Erden
- CWM Vol. 13, pp. 51-52
- CWM Vol. 15, p. 95
Auswirkung der Herabkunft des Supramentals
- CWSA Vol. 13, pp. 568-69
- CWSA Vol. 13, p. 578
Zukunftsmensch
- CWM Vol. 2, pp. 162-67
- CWSA Vol. 12, p. 438
Schönheit der Zukunft
- CWSA Vol. 33, pp. 706-10
Schlüssel zur höheren Hemisphäre
- CWM Vol. 15, pp. 366-70
Vollkommene Verwirklichung von morgen
- CWM Vol. 15, pp. 124-28
- CWM Vol. 15, p. 74
- CWM Vol. 15, p. 97
Erfolgreiche Zukunft
- CWM Vol. 3, p. 180
Ruf der Zukunft
- CWSA Vol. 13, pp. 210-11
- CWSA Vol. 21-22, p. 1058
- CWSA Vol. 25, pp. 621-22

CWM: Collected Works of the Mother, 2nd ed., Vols. 1-17
CWSA: Complete Works of Sri Aurobindo, 2012, Vols. 1-37