Kapitel 8

Unterschied zwischen Glauben und Vertrauen

Wenn man Glauben an das Göttliche hat und auch Vertrauen, was ist der Unterschied zwischen Glauben und Vertrauen?

Glauben ist etwas Umfassenderes – dies hat Sri Aurobindo dazu geschrieben, – er ist viel umfassender als Vertrauen. Weißt du, wenn du Vertrauen in das Göttliche hast in dem Sinne, dass du überzeugt bist, dass alles, was von Ihm kommt, immer das Beste für dich sein wird: wie auch immer Seine Entscheidung ist und welche Erfahrung Er dir schickt oder in welche Umstände Er dich setzt, es wird immer das Beste für dich sein. Das ist Vertrauen. Aber Glaube – diese Art unerschütterliche Gewissheit über die Existenz Gottes – Glaube ist etwas, das das ganze Wesen erfasst. Er ist nicht nur mental, seelisch oder vital: es ist das ganze vollständige Wesen, welches Glauben hat. Glaube führt geradewegs zu Erfahrung.

Kann Vertrauen nicht total und vollkommen sein?

Nicht unbedingt. Nun, es gibt die Spur eines Unterschieds – allerdings, ich weiß es nicht, es ist nicht dieselbe Sache.

Man hat sich völlig der göttlichen Arbeit hingegeben, man glaubt an sie, nicht nur, dass sie möglich ist, sondern man glaubt, dass es die wahre Sache ist, die sein muss, und man weiht sich ihr vollkommen ohne zu fragen, was geschehen wird. Und so kann eine Gewissheit, eine Zuversicht eingepflanzt werden, dass man fähig ist sie zu bewerkstelligen, das heißt, an ihr teilzunehmen und sie auszuführen, weil man sich ihr geweiht hat, – eine Zuversicht, dass man das, was man tut, was man tun möchte, auch tun kann; dass man diese Verwirklichung, die man erreichen möchte, auch erlangen wird. Ersteres stellt keine Fragen, denkt nicht an die Resultate: es gibt sich vollständig – es gibt sich… und das ist alles. Es ist etwas, was einen vollkommen absorbiert. Das andere kann dann darauf gepflanzt werden.

Zuversicht sagt: „Ja, ich werde daran teilnehmen, verwirklichen, was ich erreichen will, ich werde sicherlich an dieser Arbeit teilnehmen.“ Der andere hat Glauben an das Göttliche, dass es das Göttliche ist, das alles ist und alles tun kann, und alles tut… und das es das einzige wahre Sein ist, – und man gibt sich diesem Glauben, dem Göttlichen, vollständig hin. Das ist alles. Man hat Glauben an die Existenz des Göttlichen und gibt sich selbst; und darauf kann ein Vertrauen aufgebaut werden, dass diese Beziehung, die man zum Göttlichen hat, dieser Glaube an das Göttliche auf solche Weise wirkt, dass alles, was einem geschieht – was immer es sein mag, alles was einem passiert – nicht nur der Ausdruck des göttlichen Willens ist (das versteht sich natürlich von selbst), sondern auch das Beste ist, was geschehen konnte, dass nichts Besseres einem hätte passieren können, weil es das Göttliche ist, das es für einen tut. Diese Haltung ist nicht notwendigerweise ein Teil des Glaubens, denn der Glaube stellt nichts in Frage, er fragt nicht, was seine Selbsthingabe für Konsequenzen haben wird, – er gibt sich selbst, und – das ist alles; während Zuversicht kommen und sagen kann: „So wird das Ergebnis sein.“ Und dies ist eine absolute Tatsache, das heißt, in dem Augenblick, in dem man sich dem Göttlichen vollkommen hingibt, ohne zu kalkulieren, mit einem vollkommenem Glauben, indem man sich ohne irgendein Verhandeln selbst gibt, – und dann, komme was will! „Das berührt mich nicht, ich gebe mich einfach hin“, – automatisch wird immer, was geschieht, in jeder Situation und jedem Augenblick das Beste für dich sein …, nicht auf die Weise, in der du es dir vorstellst (das Denken weiß natürlich nichts), sondern in Wirklichkeit. Nun, es gibt einen Teil des Wesens, der sich dessen bewusst werden und dieses Vertrauen haben kann. Dies ist etwas dem Glauben Hinzugefügtes, das mehr Stärke verleiht, eine Stärke – wie soll ich es bezeichnen! – einer vollkommenen Akzeptanz und besten Nutzung dessen, was geschieht.

…wenn dein Glaube kein vollkommenes Vertrauen in das Göttliche beinhaltet, nun, dann kann sich in dir sehr leicht der Eindruck festsetzen, dass du Glauben hast und trotzdem jedes Vertrauen in die göttliche Kraft oder göttliche Güte oder das Vertrauen des Göttlichen in dich, verlierst. Dies sind die drei Stolpersteine:

Es gibt jene, die das, was sie einen unerschütterlichen Glauben an das Göttliche nennen, haben und sagen: „Es ist das Göttliche, das alles bewirkt, das alles tun kann; alles, was in mir, in anderen und überall geschieht, ist das Werk des Göttlichen und ganz allein des Göttlichen.“ Wenn sie so mit einiger Logik fortfahren, werden sie nach einiger Zeit das Göttliche für alle die höchst schrecklichen Dinge tadeln, die in der Welt passieren, und aus Ihm einen wirklichen Dämonen machen, grausam und erschreckend, – wenn sie kein Vertrauen haben.

Oder aber sie haben Glauben, sagen sich aber: „Gut, ich glaube an das Göttliche, aber diese Welt… – ich sehe sehr gut, wie sie ist! Vor allem leide ich sehr, nicht wahr? Ich bin sehr unglücklich, viel unglücklicher als alle meine Nachbarn“, denn man ist immer weit unglücklicher als alle Nachbarn, – „ich bin sehr unglücklich und, wirklich, dass Leben ist grausam zu mir. Aber dann ist das Göttliche göttlich, Es ist die All-Güte, umfassende Großzügigkeit und Harmonie. Warum bin ich dann so unglücklich? Es muss machtlos sein; wie sonst könnte Es mich so leiden lassen, wenn Es so gut ist?“

Das ist der zweite Stolperstein.

Und der dritte: es gibt Menschen, die eine verdrehte Bescheidenheit oder Demut haben und sich sagen: „Sicherlich hat mich das Göttliche abgeschrieben, ich bin zu nichts gut, Es kann mit mir nichts anfangen, ich kann dieses Spiel nur aufgeben, denn Es findet mich Seiner unwürdig!“

Wenn man außer dem Glauben nicht ein totales und vollkommenes Vertrauen in die Göttliche Gnade hat, wird es Schwierigkeiten geben. Deshalb ist beides notwendig….

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