Kapitel 6
Demut allein reicht nicht aus
Worte Sri Aurobindos
Demut vor dem Göttlichen ist ebenfalls ein sine qua non (Lateinisches Wort, Bedeutung: unabdingbare Voraussetzung oder Qualifikation.) des spirituellen Lebens; spiritueller Stolz hingegen, Anmaßung oder Eitelkeit und Selbstbewusstsein ziehen dich immer nach unten. Doch sind im Hinblick auf die Schwierigkeiten des Pfades Vertrauen in das Göttliche und der Glaube an die spirituelle Bestimmung (da mein Herz und meine Seele das Göttliche suchen, muss ich es eines Tages erreichen) dringend erforderlich.
Worte Sri Aurobindos
Eine innere, spirituelle Demut ist sehr notwendig; ich glaube aber nicht, dass eine äußere Demut sehr ratsam ist (das Nicht- Vorhandensein von Stolz, Arroganz oder Eitelkeit ist natürlich unerlässlich im äußeren Umgang mit anderen); sie lässt häufig Stolz aufkommen und wird nach einiger Zeit formell oder unwirksam. Ich habe Menschen gekannt, die äußerlich demütig waren, um ihren Stolz zu kurieren, habe aber nicht erlebt, dass sie damit ein anhaltendes Ergebnis erzielten.
Worte Sri Aurobindos
Wonach der Sadhak trachten muss, ist die volle Öffnung gegenüber dem Göttlichen, die seelische Wandlung seines Bewusstseins, die spirituelle Wandlung. Die unerlässlichen Voraussetzungen dieser Bewusstseinswandlung sind Selbstlosigkeit, Wunschlosigkeit, Demut, bhakti, Hingabe, Ruhe, Ausgeglichenheit und ruhige Wahrhaftigkeit. Daran zu denken supramental zu sein, bevor man die seelische und spirituelle Wandlung erlangt hat, ist eine Absurdität, und zwar eine arrogante Absurdität.
Worte Sri Aurobindos
Hüte dich vor allen Suggestionen, die versuchen, deinen Egoismus zu steigern … Egoismus ist die größte Gefahr für die Sadhana und kann niemals spirituell gerechtfertigt werden. Alle Größe gehört Gott, niemandem sonst.