Kapitel 6

Anhang

Die Legende von Satyavan und Savitri wird im Mahabharata als eine Geschichte von ehelicher Liebe erzählt, die den Tod besiegt. Aber diese Legende ist, wie viele Aspekte der menschlichen Geschichte zeigen, eine der vielen symbolischen Mythen des Vedischen Zyklus. Satyavan ist die Seele, die die göttliche Wahrheit des Seins in sich trägt, aber in den Zugriff des Todes und der Unwissenheit hinabsteigt. Savitri ist das Göttliche Wort, die Tochter der Sonne, Göttin der höchsten Wahrheit, die herabkommt und geboren wurde, um zu erretten. Aswapati, der Herr des Pferdes, ihr menschlicher Vater, ist der Herr der Tapasya, die konzentrierte Energie des spirituellen Strebens, die uns hilft, von den sterblichen zu den unsterblichen Ebenen aufzusteigen. Dyumatsena, der Herr der Strahlenden Heerscharen, der Vater von Satyavan, ist das Göttliche Mental, das hier erblindete und sein himmlisches Königreich der Vision verloren hat und durch diesen Verlust auch sein Reich des Ruhms. Dies ist jedoch keine bloße Allegorie, die Charaktere sind keine personifizierten Eigenschaften, sondern Inkarnationen oder Emanationen lebender und bewusster Kräfte, mit denen wir in konkrete Berührung treten können, und sie nehmen menschliche Körper an, um dem Menschen zu helfen und ihm den Weg aus seinem sterblichen Zustand in ein göttliches Bewusstsein und unsterbliches Leben zu zeigen.1

1 Als Bemerkung des Autors zu Savitri geschrieben.